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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 04.12.2022

Knüpft an die Handlung des Vorgängers an und ist doch ganz anders

Als die Welt zerbrach
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„Als die Welt zerbrach“ von John Boyne, erzählt die bewegende Fortsetzung des Klassikers „Der Junge im gestreiften Pyjama“. Erzählt wird die Geschichte diesmal aus der Sicht von Schwester Gretel und obwohl ...

„Als die Welt zerbrach“ von John Boyne, erzählt die bewegende Fortsetzung des Klassikers „Der Junge im gestreiften Pyjama“. Erzählt wird die Geschichte diesmal aus der Sicht von Schwester Gretel und obwohl die beiden Bücher eindeutig zusammengehören ist dieser neue Roman doch so ganz anders als der Vorherige. Zunächst einmal erstreckt sich die Handlung über einen viel längeren Zeitraum und beinhaltet dadurch nahezu die gesamte Lebensgeschichte der Hauptprotagonistin. Vergangenheit und Gegenwart wechseln sich dabei ab und so ergibt sich nach und nach ein erschreckendes, wie auch stimmiges Bild. Allumfassend ist dabei stets das Thema „Schuld“, welches sich in vielfältiger Weise durch die Geschichte zieht. Dabei gibt es nicht nur den historischen Bezug, sondern auch noch einen aktuelleren Anknüpfungspunkt. Sensibel aber doch auch direkt, werden wir Leser:innen so mit knallharten Fragen konfrontiert. Das dargestellte moralische Dilemma, empfand ich persönlich als sehr eindrücklich, da es dem Buch eine unglaubliche Tiefe verleiht. Auch erzählerisch konnte mich der Roman überzeugen. Der Schreibstil liest sich angenehm und die Wechsel zwischen den zeitlichen Ebenen sind gut gewählt und leicht erkennbar. Einzig das Ende hat mich durch seinen Heftigkeit, dann doch etwas geschockt. Um leichte Kost handelt es sich allerdings auch im Gesamten nicht, weshalb ich auch mit den abschließenden überraschenden Wendungen noch gut leben konnte. Emotional höchst bewegend geschrieben, lässt diese Geschichte sicherlich niemanden kalt und wird auch mir noch lange im Kopf bleiben. Deshalb kann ich natürlich nicht anders, als tolle 5 Sterne und eine Leseempfehlung zu vergeben!

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Veröffentlicht am 03.12.2022

Misogynie – Was wir alle darüber wissen sollten

Dramaqueen: Frauen zwischen Beurteilung und Verurteilung
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Tatsächlich kannte ich Tara-Louise Wittwer bisher noch nicht und so konnte ich ganz unbedarft an die Lektüre ihres Buchs „Dramaqueen: Frauen zwischen Beurteilung und Verurteilung“ herangehen. Und was soll ...

Tatsächlich kannte ich Tara-Louise Wittwer bisher noch nicht und so konnte ich ganz unbedarft an die Lektüre ihres Buchs „Dramaqueen: Frauen zwischen Beurteilung und Verurteilung“ herangehen. Und was soll ich sagen, ihre Art zu schreiben hat mich wirklich begeistert! Tara verspricht nämlich Infotainment und liefert genau das. Knackig kurze Kapitel, beleuchten unterschiedliche Lebensbereich auf die darin enthaltene Misogynie bzw. den dortigen Frauenhass. Neben handfesten Quellen und belegten Informationen, erzählt die Autorin auch sehr viel von ihren ganz eigenen Erfahrungen. Dabei lässt sie auch ihre persönlichen Fehler nicht aus und erzählt wirklich authentisch und ungeschönt von individuellen Erlebnissen. Mir persönlich hat auch ihre humorvolle Art, an schwierige Themen heranzugehen sehr gut gefallen. Trotz der thematischen Schwere behält das Buch so doch immer eine ansprechende Leichtigkeit. Auch der Schreibstil liest sich sehr angenehm und fühlt sich eher nach einem netten Gespräch mit einer Freundin, als nach einem Sachbuch an. Die Themenvielfalt ist dabei groß, Vieles kann deshalb nur angerissen werden, gerade für Neulinge bietet das Buch aber einen super ersten Einblick in den Feminismus und die Misogynie. Aber auch wer sich schon mit einigen Themen beschäftigt hat, wie in meinem Fall, langweilt sich hier wirklich nicht. Manches Wissen wird aufgefrischt, anderes kommt neu hinzu. So war diese Lektüre für mich durchgehend kurzweilig, wie auch informativ. Gerne vergebe ich für dieses rundum gelungene Werk, volle 5 Sterne und eine absolute Leseempfehlung und zwar für wirklich ALLE Menschen.

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Veröffentlicht am 01.12.2022

Spannende neue Thriller-Reihe – Aktueller Lesestoff von einer meiner liebsten Autorinnen

Stille blutet
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Auch wenn "Stille blutet" nicht mein liebstes Buch der Autorin Ursula Poznanski geworden ist, bietet die Geschichte doch qualitätsvolle Thrillerunterhaltung mit einer modernen Note und gefiel mir im Gesamten ...

Auch wenn "Stille blutet" nicht mein liebstes Buch der Autorin Ursula Poznanski geworden ist, bietet die Geschichte doch qualitätsvolle Thrillerunterhaltung mit einer modernen Note und gefiel mir im Gesamten gut. Von Beginn an zog mich die Geschichte in ihren Bann, was auch daran lag, dass die Autorin wirklich fesselnd aus drei unterschiedlichen Perspektiven erzählt. Diese muss man zu Beginn erst mal einordnen, denn außer bei Polizistin Fina bleiben die Rollen und Hintergründe der anderen Erzähler bis zuletzt undurchsichtig. Und auch wenn es erst der erste Band der Reihe ist, gibt es schon jetzt einen verbindenden Faktor, welcher uns sicherlich in zukünftigen Bänden wieder begegnen wird. Diese besondere Idee der Autorin gefällt mir richtig gut, wobei ich aus Spoilergründen nicht näher darauf eingehen möchte.
Darüber hinaus bietet Wien der Geschichte einen gelungenen und authentischen Hintergrund und auch erzähltechnisch macht das Buch etwas her. Temporeich und vielfältig an Themen wird es so wirklich nicht langweilig. Der Schreibstil liest sich zudem richtig gut und so flog ich nur so durch die Seiten. Fina ist eine taffe Polizistin, welche mir vor allem durch ihre smarte Art gut gefiel. Ihr Ermittlungspartner Oliver hingegen ist ein beispielhafter Chauvinist und lässt wirklich keinen klischeehaften Spruch zum Thema Frauen im Beruf und auch zu Finas Äußerem aus. Zwar kann Fina dem zum Glück Einiges entgegensetzen und auch andere Polizeikollegen gleichen so Manches aus, allerdings muss ich zugeben, dass diese teils überzeichnete Darstellung mir stellenweise zu viel war. Ich verstehe durchaus warum die Autorin diese Konstellation gewählt hat, für meinen Geschmack hätte die Darstellung nur etwas weniger plakativ geraten könnten. Denn gerade am Anfang geht vor lauter Wortgefechten, der eigentliche Fall etwas unter. Erst als die Spannung anzieht und sich die Handlung dem Finale nähert, wurde die Zusammenarbeit der Beiden zum Glück doch noch erträglich. Zum nächsten Band möchte ich trotz allem wieder greifen, auch wenn ich mir durchaus noch etwas charakterliche Entwicklung wünschen würde.

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Veröffentlicht am 30.11.2022

Düstere Fantasy für Erwachsene

Book of Night
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"Book of Night" war mein erstes Buch der Autorin Holly Black und nach dieser Lektüre, kann ich mir gut vorstellen wieder zu einem Werk von ihr zu greifen. Denn der Roman punktete gleich in mehreren Belangen ...

"Book of Night" war mein erstes Buch der Autorin Holly Black und nach dieser Lektüre, kann ich mir gut vorstellen wieder zu einem Werk von ihr zu greifen. Denn der Roman punktete gleich in mehreren Belangen bei mir. Besonders gut gefiel mir die eindrucksvolle und detailreiche entworfenen Welt, welche zwar nah an unserer Realität ist, aber doch durch die vielfältigen Auswirkungen der Schattenmagie, so ganz anders wirkt. Alles war hier detailreich und wunderbar stimmig beschrieben, so dass im Gesamten ein rundes Bild entsteht. Gerade zu Beginn bekommt das Worldbuilding viel Raum, aber auch die Charaktere werden ausführlich und ansprechend eingeführt. Charlie ist dabei eine vielschichtige Protagonistin, keine Heldin im eigentlichen Sinn, doch auch nicht ganz so „böse“ wie sie zu Beginn noch wirkt. Ich persönlich mochte sie total gerne, aber auch weitere Charaktere wie Vince und Poesy wuchsen mir ans Herz. Spannung kommt gerade zu Beginn durch Rückblicke in Charlies Vergangenheit auf, diese ermöglichen außerdem ihre Persönlichkeit erst richtig zu begreifen. "Book of Night" ist sicherlich nicht die temporeichste Geschichte, einige Szenen hätten gerne etwas kürzer ausfallen dürfen. Trotzdem ist es dem Buch gelungen mich wirklich durchgehend zu fesseln und meine Neugier aufrecht zu erhalten. Und auch der Schreibstil sorgte bei mir für echten Lesespaß. Abwechslungsreich und kurzweilig erzählt, kam ich gut voran und wurde dabei noch ausgezeichnet unterhalten. Deshalb vergebe ich gerne 4 ½ Sterne und eine klare Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 29.11.2022

Poetische Dystopie - Ergreifend, erschreckend und fesselnd zugleich

Unsre verschwundenen Herzen
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"Unsre verschwunden Herzen" der Autorin Celeste Ng, ist ein Roman welcher mir definitiv unter die Haut ging und mir noch lange im Gedächtnis bleiben wird. Meisterhaft erzählt die Autorin von einer Welt, ...

"Unsre verschwunden Herzen" der Autorin Celeste Ng, ist ein Roman welcher mir definitiv unter die Haut ging und mir noch lange im Gedächtnis bleiben wird. Meisterhaft erzählt die Autorin von einer Welt, welche erschreckender weise gar nicht so unglaubwürdig erscheint. Nach einer Krise, wird ein Schuldiger gesucht und in Amerikas langjährigem Kontrahenten China gefunden. Was folgt ist eine glaubhafte und stufenweise Verfestigung von Hass und Rassismus gegen alle asiatisch gelesenen Personen. Celeste Ng beleuchtet in ihrem Roman sowohl die staatlichen Maßnahmen (welche in Form des PACT auftreten), als auch die oft sehr persönlichen Reaktionen von unterschiedlichen Menschen. Ungeschönt, aber dadurch umso glaubhafter geschildert, waren nicht alle Szenen leicht auszuhalten.

Aufgeteilt in drei unterschiedliche Erzählperspektiven ergibt sich im Gesamten ein stimmiges Bild. Am liebsten mochte ich den ersten Teil des Buchs, welcher aus Sicht des 12-Jährigen Bird erzählt wird. Diese kindliche Perspektive, geprägt von einer ordentlichen Portion Naivität, ist wirklich großartig gelungen. Aber auch der zweite Teil, welcher anschließend aus Sicht von Birds Mutter erzählt, macht Sinn und bringt wertvolle Einsichten mit sich. Einzig am Ende verlor mich die Autorin aufgrund der erzwungenen Dramatik etwas. Trotzdem ist ihr Werk für mich ein absolutes 5- Punkte-Buch. Thematisch holte es mich absolut ab und trotz der teils poetischen Sprache, blieb der Schreibstil durchgehend angenehm lesbar. Gerne vergebe ich dafür volle 5 Sterne und eine absolute Leseempfehlung!
Mein Fazit: Lesenswert, vielschichtig, wenn auch keine leichte Kost. Für diese Lektüre sollte man sich definitiv Zeit nehmen.

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