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Veröffentlicht am 22.07.2021

Was für Kinder und Erwachsene

99 seichte Fragen für tiefgründige Unterhaltungen zwischen Eltern und Kindern
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"99 seichte Fragen für tiefgründige Unterhaltungen zwischen Eltern und Kindern" von Ralph Caspers hat mich von der ersten Frage an begeistert. Nach der Inhaltsangabe und Ralphs Fragen-Zufallsgenerator ...

"99 seichte Fragen für tiefgründige Unterhaltungen zwischen Eltern und Kindern" von Ralph Caspers hat mich von der ersten Frage an begeistert. Nach der Inhaltsangabe und Ralphs Fragen-Zufallsgenerator geht es direkt los.

Aufgebaut ist das Buch folgendermaßen: Auf der linken Buchseite steht die Frage, auf der rechten Seite findet sich die Antwort des Autors darauf. Außerdem gibt er den Leser:innen eine Erläuterung mit und formuliert kleine Denkanstöße zur Frage. Das finde ich absolut gelungen und kindgerecht aufbereitet, denn für manche Fragen ist das eine sehr sinnvolle Ergänzung. Beispielsweise, wenn es um Fragen geht wie "Gibt es Nichts?" oder "Hat alles einen Sinn oder ist alles bedeutungslos?".

Darüber hinaus stellt Ralph Caspers aber auch sehr viele selbsterklärende Fragen wie zum Beispiel "Was ist der wertvollste Gegenstand, den du hast?" oder "Was ist für dich der beste Job der Welt?". Eine schöne Idee, darüber mit Kindern zu philosophieren und nachzudenken. Aber auch mit Erwachsenen kann das sehr viel Spaß machen und zu neuen Gesprächsthemen anregen.

Was mir auch sehr gut gefallen hat, war die Farbgestaltung des Buches, und dass jede Frage von einer anderen Farbe hinterlegt ist. Lediglich der Schnurrbart von Ralph Caspers auf dem Cover hat bei uns für ein wenig Verwirrung gesorgt, da er ja meistens ohne zu sehen ist. Aber das tut dem Ganzen keinen Abbruch. Insgesamt lesenswert mit Unterhaltungswert.

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Veröffentlicht am 11.07.2021

Mit Selbstreflexion zum Seelenpartner

Finde deinen Seelenpartner
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In seinem neuen Buch "Finde deinen Seelenpartner" erläutert Pierre Franckh das Konzept des Seelenpartners. Mich spricht das persönlich sehr an, denn ich glaube, dass Menschen, die sich wirklich ...

In seinem neuen Buch "Finde deinen Seelenpartner" erläutert Pierre Franckh das Konzept des Seelenpartners. Mich spricht das persönlich sehr an, denn ich glaube, dass Menschen, die sich wirklich verbunden fühlen, das auf einer Ebene tun, die weit über das Körperliche und Emotionale hinausgeht. Daher fällt es Menschen auch nicht selten schwer, den Begriff Liebe klar und einheitlich zu definieren.

Zunächst einmal klärt der Autor Fragen wie: "Gibt es den Seelenpartner überhaupt?" und "Was erwartet mich in diesem Buch". Im weiteren Verlauf verrät er fünf Geheimnisse, mit deren Hilfe die Leser:innen dem eigenen Seelenpartner näher kommen sollen. Lesen lässt sich das Buch sehr flüssig.
Grundsätzlich geht es in dem Ratgeber viel um Selbstreflexion und darum, sich mit eigenen oder beobachteten Beziehungen zu beschäftigen. Dabei unterstützt Pierre Franckh die Leser:innen mit persönlichen anschaulichen Beispielen sowie Fallbeispielen von Teilnehmer:innen aus seinen Seminaren.

Wer schon Bücher zur Persönlichkeitsentwicklung dieser Art gelesen hat, dem wird einiges bekannt vorkommen. Aber auch, wenn es teilweise nicht ganz neu ist, setzt Pierre Franckh die Inhalte gelungen und anschaulich in den Kontext der Seelenpartnersuche.
Das Buch regt dazu an, sich nicht nur intensiv mit sich selbst, sondern auch mit vergangenen Beziehungen zu befassen, auch wenn es schmerzhaft ist, insbesondere dann.  

Neue und interessante Aspekte waren für mich, warum wir Liebe mit körperlicher oder emotionaler Anziehung verwechseln. Auch die Skala des Bewusstseins fand ich aufschlussreich. Hilfreich sind besonders die Punkte, anhand derer sich eine Seelenpartnerschaft von einer "normalen" Partnerschaft unterscheiden lässt.

Ich konnte mich insgesamt gut auf das Buch einlassen und habe ein paar wichtige Erkenntnisse für mich daraus gezogen. Dabei habe ich mich auf manche Punkte stärker, auf andere weniger stark fokussiert. Alles in allem hat es mich darin bestärkt, dass es Seelenpartnerschaften wirklich gibt.

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Veröffentlicht am 05.07.2021

Freundschaft aus unterschiedlichen Perspektiven

Heldinnen werden wir dennoch sein
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"Heldinnen werden wir dennoch sein" von Christiane Wünsche ist ein Roman über Veränderungen und Verluste, verpasste Chancen und Neuanfänge. Die Geschichte beginnt damit, dass die vier Freundinnen Susi, ...

"Heldinnen werden wir dennoch sein" von Christiane Wünsche ist ein Roman über Veränderungen und Verluste, verpasste Chancen und Neuanfänge. Die Geschichte beginnt damit, dass die vier Freundinnen Susi, Ute, Ellie und Helma an Susis Geburtstag erfahren, dass ihr damaliger bester Freund Frankie sich das Leben genommen hat. Obwohl sie lange keinen Kontakt mehr zu ihm hatten, bringt diese Nachricht alle aus dem Gleichgewicht. Darüber hinaus kommen alte Erinnerungen hoch, Erinnerungen an die eigene Jugend, die damalige Freundschaft und die Frage danach, warum die Freundschaft zu Frankie damals in die Brüche gegangen ist. All das erfahren die Leser:innen in den Kapiteln, die sich jeweils schwerpunktmäßig mit einer der vier Freundinnen sowie mit Lisa, der Tochter der ebenfalls zur damaligen Clique gehörenden Freundin Marie, befassen. Darüber hinaus gibt es immer wieder Rückblenden, durch die sich die Entwicklung der Freundschaft zwischen den Hauptfiguren immer weiter zusammenfügt.
Der Autorin ist es, wie ich finde, gut gelungen, die einzelnen Charaktere abzubilden. Von jeder der Freund:innen hatte ich eine sehr präzise Vorstellung, damals wie auch heute. Was mich stellenweise ein wenig gestört hat, war die teils oberflächliche Betrachtung und Darstellung einzelner Figuren. Teilweise wirkten sie jede auf ihre Art sehr stereotyp. So gab es zum einen, die mit ihrem Äußeren hadernde Susi, Ute, die ihren verpassten Chancen nachtrauert, die geschiedene Ellie, die sich von einer Männergeschichte in die nächste flüchtet und die alleinstehende Helma, die nie den richtigen Partner gefunden hat. Hier hätte ich es schön gefunden, wenn gerade mit diesen Klischees ein bisschen gebrochen worden wäre, denn das kommt an manchen Stellen etwas zu kurz. Insbesondere das Thema Äußerlichkeit wie in Susi Fall wird von ihrem Mann noch negativ befeuert.
Gut gefällt mir der Schreibstil des Buches, denn ich habe schnell in die Geschichte reingefunden und konnte sie flüssig lesen. Auch die Rückblenden kamen an den passenden Stellen und sorgten für ein besseres Verständnis der Erzählung. Immer mal wieder tauchen auch Worte von Frankie auf. Die im Zusammenspiel mit den heutigen und damaligen Ereignissen ein rundes Gesamtbild entstehen lassen.
Insgesamt enthält die Geschichte viel Tiefgang und reißt ein paar emotionale Themen an, leider konnte sie mich aber nicht so packen, wie ich es mir gewünscht hätte. Denn an manchen Stellen fehlte mich die Nachvollziehbarkeit und das Verständnis für verschiedene Situationen, was mich eher ernüchtert zurückgelassen hat. Auch mit dem Begriff Heldinnen konnte ich nicht allzu viel anfangen. Denn wahre Heldinnen habe ich in dem Buch nicht entdecken können. Nichtsdestotrotz trafen hier und da einige wenige heldenhafte Eigenschaften immer mal wieder auf eine bestimmte Figur zu. Insgesamt ist "Heldinnen werden wir dennoch sein" eine kurzweilige Unterhaltung, die an manchen Stellen zum Nachdenken über die eigenen (freundschaftlichen) Beziehung anregt.

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Veröffentlicht am 25.06.2021

Starkes Thrillerdebüt

Ausweglos
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"Ausweglos" ist das Debüt von Henri Faber als Thrillerautor. Das Buch ist aufgeteilt in vier Teile. Erzählt wird jeweils aus drei unterschiedlichen Perspektiven, der von Elias Blom, Noah Klingberg und ...

"Ausweglos" ist das Debüt von Henri Faber als Thrillerautor. Das Buch ist aufgeteilt in vier Teile. Erzählt wird jeweils aus drei unterschiedlichen Perspektiven, der von Elias Blom, Noah Klingberg und Linda Klingberg. Das fand ich zunächst gewöhnungsbedürftig, aber ich habe mich schnell eingefunden in die Erzählweise und empfinde sie für die Geschichte und Dramaturgie als passend, da ich als Leser:in so gleich drei unterschiedliche Einblicke in die Ereignisse bekomme.  Zwischendurch taucht übrigens immer wieder die unbekannte Stimme des Mörders / der Mörderin auf, was der Geschichte noch mehr Spannung verleiht.
Schon auf den ersten Seiten nimmt diese enorm an Fahrt auf, denn als Leser:in werde ich auf den ersten Seiten schonungslos und direkt mit dem brutalen Mord an Emma Falk konfrontiert. Die Ereignisse und Szenen schildert der Autor so bildhaft und packend, dass die Geschichte mich sofort in ihren Bann gezogen hat.  Gesucht wird ab da der sogenannte Ringfingermörder, ein Serienmörder. Der Schreibstil unterstützt dabei die geschilderten Ereignisse optimal, da er viele Aufzählungen enthält, die dem Leser wie aus der Pistole geschossen, serviert werden. Das bringt Tempo in die Geschichte und macht deutlich, wie sehr die Suche nach dem Mörder drängt. Die Geschichte lässt einem kaum Zeit zum Durchatmen, was ich bei einem Thriller als positiv bewerte, denn langatmige Passagen und zu viele Nebenschauplätze passen meiner Meinung nach nicht oder nur in Ausnahmefällen in dieses Genre. Auch die Anzahl der Figuren in dem Buch ist überschaubar, was mich gut in die Handlungen und Gedanken hat reinfinden lassen.
Was die Hauptfiguren angeht, so gibt es auf der einen Seite das Ehepaar Linda und Noah Klingberg sowie den Ermittler Elias Blom. Nebenfiguren sind die Nachbarn der Klingbergs Paul und das Mordopfer Emma Falk, außerdem der ziemlich unausstehliche Leiter der Mordkommission Cord Steiger.
Ich konnte von fast allen Charakteren einen deutlichen Eindruck bekommen, mit einer Ausnahme: Elias Blom ist für mich bis zum Ende der Geschichte die Person gewesen, von der ich einfach kein klares Bild bekommen habe, was schade ist, da es eine von drei Hauptfiguren war. Ich kann weder sagen, dass er mir sympathisch noch unsympathisch war, sondern eher farblos. Was möglicherweise daran lag, dass mir etwas mehr privates Hintergrundwissen von ihm gefehlt hat.
Insgesamt fand ich die Story bis zum Schluss enorm fesselnd. Außerdem nimmt sie überraschende Wendungen und man kann kaum vorhersehen, was als Nächstes passiert. Nichtsdestotrotz wurde sie gegen Ende etwas verworren, was ich als kleinen Minuspunkt nennen würde. Dennoch überraschte das Ende mich sehr. Im Allgemeinen ist Henri Faber mit "Ausweglos" ein überaus spannender und vielversprechender erster Thriller gelungen.

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Veröffentlicht am 04.06.2021

Jugendthriller mit einigen Schwächen

Himmel oder Hölle?
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"Himmel oder Hölle" von Mel Wallis de Vries ist ein Jugendthriller. Hauptfiguren sind die Schülerin Danielle und der Medizinstudent Dante. Daneben spielen u. a. deren Freund:innen noch weitere wichtige ...

"Himmel oder Hölle" von Mel Wallis de Vries ist ein Jugendthriller. Hauptfiguren sind die Schülerin Danielle und der Medizinstudent Dante. Daneben spielen u. a. deren Freund:innen noch weitere wichtige Rollen. Zwischen den beiden baut sich eine Beziehung auf. Allerdings wird diese von dem Tod von Dantes Ex-Freundin Florine (im Klappentext steht fälschlicherweise Florence) überschattet. Kennen lernen sich Dante und Danielle bei einem Ski-Urlaub in Österreich, dorthin sind beide mit ihren Freundinnen und Freunden unabhängig voneinander gereist. Schon vor ihrer Begegnung wird im Buch allerdings klar, dass eine Frau gefangen gehalten wird, gefesselt und mit verbundenen Augen. Um wen es sich handelt und wer sie gefangen hält, das gilt es herauszufinden, denn dahin - zum Tag 0, wie die Kapitel im Buch genannt werden - spitzt sich der ganze Erzählstrang zu.
Nach ihrem Urlaub treffen sich Dante und Danielle in ihrer Heimat Amsterdam zufällig wieder und die Geschichte nimmt ihren Lauf.
Aber längst nicht so, wie es die Leser:innen stellenweise erwarten könnten. Der Autorin ist es gut gelungen, Spannung zu erzeugen, allerdings ist diese bei mir irgendwann einer Ernüchterung gewichen, die dem Ausgang der Geschichte geschuldet ist. Mir fehlen im Nachhinein der logische Aufbau und einige notwendige Erläuterungen.
Das Buch spielt mir allgemein zu sehr mit Klischees, insbesondere wenn es um weibliche Körperbilder geht. Dies wird mir zu stark und zu negativ thematisiert, was auf eine Oberflächlichkeit abdriftet, die meiner Meinung nach junge Frauen/Mädchen in vorhandenen Selbstzweifeln bestärken könnte. Außerdem ist für mich kein plausibler Grund erkennbar, warum dies überhaupt thematisch eingeflochten wird.
Der Schreibstil lässt sich zwar flüssig lesen, aber auch nur bedingt. Denn Danielle stammelt häufig, was nach folgendem Schema dargestellt wird "H-hallo.", da diese Schreibweise häufig auftaucht, wird es schnell nervig und wäre in meinen Augen nicht nötig gewesen. Außerdem zog sich die Geschichte teilweise sehr in die Länge, wo es nicht nötig gewesen wäre, an anderer Stelle wurden allerdings bedeutungsvolle und ereignisreiche Szenen auf knapp zwei Seiten abgehandelt.
Dem Buch geht eine Triggerwarnung voraus, was durchaus angemessen ist. Negativ möchte ich jedoch bewerten, dass sämtliche Triggerinhalte in dem Buch nur sehr schlecht und unzureichend aufgearbeitet werden. Da es sich um ein Jugendbuch handelt, finde ich das im Hinblick auf die Zielgruppe wichtig. Als Erwachsene kann ich bestimmte Inhalte gut selbst reflektieren, als Jugendliche hätte mir eine kritische Betrachtungsweise an einigen Stellen sicher geholfen. Denn das Buch baut auf diversen toxischen Beziehungen auf, die kaum kritisch betrachtet oder hinterfragt werden. Dies hätte aber zu einem wichtigen und für mich auch notwendigen Lerneffekt führen können. Leider fehlt dieser komplett.
Möglicherweise betrachte ich das Ganze zu streng, aber im Hinblick auf die Zielgruppe gibt es von mir leider keine Leseempfehlung. Als Erwachsene kann man das Buch gut lesen, wird aber den Anspruch, den man an einen Erwachsenen-Thriller stellt, vermissen.

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