Wie viel Raum darf man selbst einnehmen?
Pause„Pause“ von Lena Kupke ist ein bemerkenswert ehrlicher Debütroman, der trotz schwerer Themen mit einer großen Portion Humor aufwartet. Es geht um Hanna, die unerwartet aus ihrem Berliner Leben ...
„Pause“ von Lena Kupke ist ein bemerkenswert ehrlicher Debütroman, der trotz schwerer Themen mit einer großen Portion Humor aufwartet. Es geht um Hanna, die unerwartet aus ihrem Berliner Leben gerissen wird und zurück in ihr Elternhaus nach Lüneburg zieht. Dort prallen alte Familienmuster, unausgesprochene Konflikte und neue Lebensrealitäten aufeinander, während sie versucht, mit Verlusten umzugehen und sich selbst neu zu finden.
Kupke gelingt es, Figuren zu zeichnen, die ihre eigenen Grenzen und Bedürfnisse fast schon egoistisch schützen, mit Ausnahme von Hanna, die sich oft selbst zurücknimmt. Besonders eindrücklich ist Hannas innere Zerrissenheit: Sie reflektiert viel, hat Angst, zu viel Raum einzunehmen, und fühlt sich gleichzeitig fremd im eigenen Elternhaus. Die Dynamik zwischen Fürsorge und Überforderung ist spürbar. Der Kontrast zwischen Berlin und Lüneburg verleiht der Geschichte zusätzliche Tiefe und pendelt damit zwischen Hektik und Ruhe, Enge und Freiheit. Starke Dialoge, etwa mit der Nachbarin Helen, bringen kluge Einsichten über Verlust, Selbstfürsorge und den Mut, als Frau den eigenen Platz einzufordern. Ein feinfühliger, kluger Roman über Neuanfänge und das Einstehen für die eigenen Bedürfnisse.