Ein super spannender historischer Roman
Der Duft von MarzipanDer Duft von Marzipan
Dieser Roman spielt 1957 in Lübeck. Luisa und Henry sind ineinander verliebt. Das erste Mal begegneten sie sich im Holstentor Museum, in dem Louisas Vater der Direktor ist. Seitdem ...
Der Duft von Marzipan
Dieser Roman spielt 1957 in Lübeck. Luisa und Henry sind ineinander verliebt. Das erste Mal begegneten sie sich im Holstentor Museum, in dem Louisas Vater der Direktor ist. Seitdem treffen sich Luisa und Henry regelmäßig heimlich am Holstentor. Henry ist der Sohn eines sehr bekannten Marzipan-Fabrikanten in Lübeck. Beide Familien haben also Einfluss und daher stehen sie auch etwas unter Beobachtung der anderen Lübecker Bürger.
Luisa wohnt zusammen mit ihrer jüngeren Schwester Rowena, ihren Eltern und ihrem Großvater in einem Stadthaus der Lübecker Innenstadt.
Henry wohnt mit seinen Eltern und zwei jüngeren Geschwistern und seinem Großvater ebenfalls in einem Stadthaus in der Innenstadt. Die Fabrik befindet sich etwas außerhalb.
Rowena hat die Veränderungen ihrer Schwester bemerkt und so erzählt Luisa ihr von Henry. Als die beiden nach Hause kommen, treffen sie ihren Großvater an. Auch er kennt seine Enkelin hervorragend und fragt sie, wer denn der junge Mann sei, der Luisas Herz so zum Schlagen bringe. Als sie ihren Großvater den Namen nennt, überschlagen sich plötzlich die Ereignisse. Ihr Vater reagiert sehr erbost und verbietet Luisa für immer den Kontakt zu Henry. Ihr Großvater bricht in Tränen aus. Luisa ist am Boden zerstört. Sie versteht die Reaktionen der beiden nicht.
Auch bei Henry sieht es nicht anders aus, als er seinem Vater und Großvater von Luisa erzählt.
Dennoch treffen sich die beiden erneut und erzählen sich von ihren jeweiligen Reaktionen der Familien. Sie sind sich sicher. Es muss ein Ereignis aus der Vergangenheit daran schuld sein, das diese Reaktionen auslöst.
Beide Großväter vermögen aus emotionalen Gründen nicht viel zu erzählen. Somit beschließen Luisa und Henry, in alten Unterlagen nach einem Hinweis zu suchen. Luisa und ihre Schwester finden auf dem Dachboden ein Bild von Hans und Matthias aus dem Ersten Weltkrieg und einen liebevollen Brief an Hans, der von einer Greta unterzeichnet ist. Der Name Greta ist bei Erzählungen von früher, aber nie bei Hans gefallen.
Henry macht zusammen mit Luisa im Büro seines Vaters auch eine Entdeckung aus der Vergangenheit, in der Greta eine Rolle spielt.
Die beiden tauchen immer mehr in die Vergangenheit der beiden Familien ab. Daneben geht die Gegenwart weiter. Denn Henrys Vater möchte ein Grundstück, das Luisas Familie gehört. Luisas Vater möchte sie gerne mit einem anderen jungen Mann verkuppeln. Es passieren Dinge, die Luisa an allem zweifeln lassen.
Mehr möchte ich hier natürlich nicht preisgeben. Ihr müsst ihn selbst lesen. ;)
Meine Meinung zum Buch:
Bisher habe ich in meinem Leben nur recht wenige historische Romane gelesen. Aber bei Anna Husen war ich zusammen mit einer Freundin auf der Lesung der Autorin. Sie war mir dort schon absolut sympathisch. So kaufte ich mir also auf der Lesung ihren Debütroman. Diesen möchte ich auch bald lesen. Als ich aber davon hörte, dass bald auch ein Roman erscheint, der in Lübeck spielt, war meine Aufmerksamkeit geweckt.
Lübeck ist meine Heimatstadt. Somit hat es mich natürlich auch neugierig gemacht. Ich bin aber mit vollkommen neutralen Erwartungen an diesen Roman herangegangen.
Die ersten Seiten waren schon schön zu lesen. Es machte mir Spaß. Ich dachte „ach, das ist solch ein Wohlfühlroman der halt in den 50er-Jahren spielt. "
Durch meine Spätschichten kam ich erst mal nur bis Seite 111.
Vier Tage später hatte ich erst wieder Zeit, in Ruhe lesen.
Was soll ich sagen? Von Seite zu Seite wurde ich mehr in diesen Roman hineingezogen. Es wurde immer spannender, und ich wollte das Buch eigentlich nicht mehr aus der Hand legen und unbedingt wissen, wie es weitergeht! Mit meinen Frühdiensten war das nur leider schlecht zu machen. So war ich gezwungen, jeden Tag am Abend erst mal aufzuhören.
Anna Husen schreibt so lebendig, dass ich als Leserin das Gefühl hatte, völlig in der Geschichte mit drinzustecken. Ich war mit Luisa zusammen völlig hingerissen von Henry.
Henry ist toll. Wirklich toll! Aber auch Luisas jüngere Schwester Rowena habe ich im Laufe des Buches immer mehr ins Herz geschlossen. Sie ist eine solche toughe Persönlichkeit in diesem Roman.
Die Geschichten der beiden Großväter waren spannend, aber auch sehr emotional zu verfolgen. Anna Husen nimmt einen als Leser*in teilweise mit in den Ersten und Zweiten Weltkrieg. Das macht den Roman sehr emotional, aber auch spannend.
Nebenbei war es sehr interessant zu lesen, wie das Leben der Zeit Ende der 50er-Jahre war. Nicht nur hinsichtlich des Stadtbildes. Auch wie die Menschen nach 2 Kriegen ihr Leben gelebt haben.
Dieser Roman hat so viele verschiedene Themen, die zum Tragen kommen. Familiengeschichte, Liebe, Freundschaft, Erotik, Tragik, Humor, erwachsen werden sind es, um nur einige zu nennen.
Ich kann diesen Roman mit bestem Gewissen weiterempfehlen, wenn einen solche Themen ansprechen.