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Lotta_liest

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 03.11.2023

Kurios, witzig und irgendwie aufschlussreich

Das Buch der Phobien und Manien
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Hier wartet eine wirklich umfangreiche Sammlung von ausgefallenen Phobien und Manien darauf entdeckt zu werden. Kate Summerscale geht in 99 kurzen Artikeln gespickt mit faszinierenden Anekdoten ...

Hier wartet eine wirklich umfangreiche Sammlung von ausgefallenen Phobien und Manien darauf entdeckt zu werden. Kate Summerscale geht in 99 kurzen Artikeln gespickt mit faszinierenden Anekdoten auf das ein, was Menschen früher und heute in Angst versetzt hat. Hierbei gibt es wirklich alles und noch viel mehr zu entdecken, wobei ich zwischen Aboulomanie, Fykiaphobie, Hypophobie, Musophobie und Xylophobie schon teilweise sehr ins Staunen gekommen bin. Manche Geschichten lassen tief in die Abgründe menschlicher Beziehungen und Abgründe blicken, andere sind einfach nur kurios. Nicht zuletzt die beschriebenen persönlichen Schicksale machen die Manien und Phobien sehr greifbar und durchaus kurzweilig zu lesen. Irgendwie helfen die Schilderungen auch dabei die Welt besser zu verstehen, denn hierbei hat doch schon so manche Angst als Antrieb für wichtige Entscheidungen gedient.
Ein interessantes Buch im schönen Einband, das zum Stöbern einlädt.

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Veröffentlicht am 28.09.2023

Intime Poesie

The Magic Border
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Diese Gedichte und Fragmente der britischen Sängerin, Songwriterin und Dichterin Arlo Parks gehen unter die Haut. Mit einem unfassbaren Gespür für Momente und die passenden Worte beschreibt die ...

Diese Gedichte und Fragmente der britischen Sängerin, Songwriterin und Dichterin Arlo Parks gehen unter die Haut. Mit einem unfassbaren Gespür für Momente und die passenden Worte beschreibt die Musikerin Gefühle, Situationen und Gedankenwelten, die mitreißen und mich beim Lesen absolut abgeholt haben. "The Magic Border" ist stimmgewaltig und intim. Gerade deshalb hat mir die zweisprachige Version sehr gut gefallen. Man kann nur umso besser zwischen den Zeilen lesen und entdeckt neben den Kurzgeschichten, Gedichten, Fragmenten und Songtexten auch Fotografien. Alles kombiniert zeichnet ein spannendes Buch aus, das politische Themen wie Mental Health, Queerness und Black Lives in den Fokus stellt, aber hierbei ganz viel Raum für Liebe, Sehnsucht und auch resultierende Trauer und Schmerzen lässt. Ein wirklich wortkräftiges Werk, das genau so leicht zugänglich ist wie die Musik von Arlo Parks und bei aller Düsternis trotzdem einfach verzaubert.

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Veröffentlicht am 18.09.2023

Ein stimmungsvoller Roman

Als wir an Wunder glaubten
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Bei einem Roman, der wie nebenbei mit einem Weltuntergang beginnt, erwartet man etwas abstruses. Nicht so hier, die Autorin schafft es feinfühlig und unaufgeregt sich in verschiedene Charaktere ...

Bei einem Roman, der wie nebenbei mit einem Weltuntergang beginnt, erwartet man etwas abstruses. Nicht so hier, die Autorin schafft es feinfühlig und unaufgeregt sich in verschiedene Charaktere einzufühlen und eine Welt zu beschrieben, die mehrere Welten umfasst. Zwischen Geistern einer mehr und weniger nahen Vergangenheit und Naturkräften, die nicht bezähmt werden können, wird so das Bild einer ganz besonderen Gesellschaft gezeichnet. Während der Alltag die Menschen fordert, wird dann auch ein angekündigten Weltuntergang eher nebenbei als kuriose Randerscheinung wahrgenommen.
Mit einer beeindruckenden Sprachgewandtheit entführt ein dieser Roman in eine Welt, die so fern zu sein scheint und doch in einer Zeit spielt, die gar nicht so lange her ist. Zwischen dem Moor, den Nachwirkungen des Krieges und der Hoffnung auf eine neue Zukunft leidet und fühlt man mit Betty. Und glaubt halt beim Lesen auch manchmal an Wunder.

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Veröffentlicht am 18.09.2023

Zwischen Wellen und dem Streben nach Liebe

Wellenkinder
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Ein Roman, der sich zunächst langsam entwickelt und die Protagonistinnen vorstellt. Nachdem die ersten Erzählungen jede für sich schon fast bedrückend traurig sind, wird die Geschichte immer ...

Ein Roman, der sich zunächst langsam entwickelt und die Protagonistinnen vorstellt. Nachdem die ersten Erzählungen jede für sich schon fast bedrückend traurig sind, wird die Geschichte immer schneller und beginnt einen ganz neuen Charakter zu haben, der fast einem Krimi ähnelt.
Eine sehr gefühlstarker Roman, der faszinierende Frauen (und insbesondere Mütter) in den Fokus stellt und so auf Elternliebe in verschiedenen Generationen deutscher Geschichte eingeht.
Zwischen dem Meer, dem Gefängnis, der Hoffnung auf Freiheit und der DDR sowie BRD wird hier ein Erzählstrang gezogen, der fesselt und unterhält. Nachdem ich auf den ersten Seiten ein gewisses Tief hatte, bin ich wirklich froh, dass ich bei diesem Roman dran geblieben bin und tief in die Leben von Oda, Margit und Jan eintauchen konnte. Eine große Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 13.09.2023

Aufgeschoben

Kleine Probleme
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Hinter einem echt schönen Cover beginnt eine Geschichte, die tief in die Gedankenwelt von Lars führt. Außerhalb seiner Gedanken ist dieser nicht besonders aktiv und schafft nicht mal die einfachsten ...

Hinter einem echt schönen Cover beginnt eine Geschichte, die tief in die Gedankenwelt von Lars führt. Außerhalb seiner Gedanken ist dieser nicht besonders aktiv und schafft nicht mal die einfachsten Aufgaben. Resultat hiervon ist, dass seine Kinder wenig Kontakt zu ihm haben, seine Frau ihn verlassen möchte und er selbst in einem vermüllten Haus vor sich hin vegetiert. Ketterauchend macht er Pläne, bis er merkt, dass ihm die Zeit mal wieder davonläuft. Irgendwann bleibt ihm nur noch ein Tag, um sein ganzes Leben zu ordnen, eine Liste abzuarbeiten und so hoffentlich die Beziehung zu seiner Frau zu retten. Ich finde es spannend wie die Autorin es schafft sich in die Gefühlswelt eines alternden Mannes einzufühlen. Gerade weil dies so authentisch geschieht, hatte ich meine Probleme beim Lesen: Die Passivität und Unfähigkeit von Lars regt mich mehr als auf. Ein beeindruckend geschriebener Roman, der beim Lesen jedoch für einige Aggressionen gesorgt hat.

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