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Lotta_liest

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 28.04.2026

(Gem-)einsam anders

Sie wollen uns erzählen
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Oz ist anders. Und manchmal ist das nicht so einfach. Und oft ist es deshalb sehr schwer verstanden zu werden. Der Drittklässler versucht so zu handeln, wie es von ihm erwartet wird, aber woher ...

Oz ist anders. Und manchmal ist das nicht so einfach. Und oft ist es deshalb sehr schwer verstanden zu werden. Der Drittklässler versucht so zu handeln, wie es von ihm erwartet wird, aber woher soll man die ganzen Erwartungshaltungen antizipieren?
Ann ist auch anders. Und manchmal ist das nicht so einfach. Und oft fällt es ihr schwer andere zu verstehen und den Ansprüchen, auch ihren eigenen, gerecht zu werden. Insbesondere in ihrer Mutterrolle hält ihr Oz immer wieder den Spiegel vor. Während sie so gerne alles richtig machen wollen würde, stößt sie immer wieder an Grenzen.
Birgit Birnbacher zaubert in einem beeindruckenden prosaischen Stil das Bild einer besonderen Mutter-Sohn-Beziehung, die durch viele Parallelen geprägt ist. Der Roman lebt von der beeindruckenden Tiefe, mit welcher die Autorin das Innenleben ihrer Protagonisten zeichnet. Eine sehr bewegende Lektüre, die die gesellschaftlichen Ansprüche an neurodivergente Menschen verbildlicht.

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Veröffentlicht am 17.04.2026

Sichtbar bleiben

Mit anderen Augen
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Dieser Roman ist eine starke Allegorie für die Sichtbarkeit von Frauen im Alltag. Spätestens mit den Wechseljahren werden Frauen nicht mehr gesehen. Unter anderem durch die vielen gesellschaftlichen Rollen, ...

Dieser Roman ist eine starke Allegorie für die Sichtbarkeit von Frauen im Alltag. Spätestens mit den Wechseljahren werden Frauen nicht mehr gesehen. Unter anderem durch die vielen gesellschaftlichen Rollen, die Frauen erfüllen, beginnen viele auch zu diesem Zeitpunkt sich selbst nicht mehr zu sehen. Genau so geht es Tilda, deren Finger als erstes unsichtbar wird - direkt gefolgt von der Diagnose „Unsichtbarkeit“. Dieses Buch könnte nun wehleidig und voller Selbstmitleid sein, aber so ist Tilda nicht. Die erfolgreiche Geschäftsfrau, Mutter und Fotografin wird von ihrer Familie und ihren Freundinnen unterstützt, macht sich aber vor allem selbst stark für den Kampf gegen diese unerforschte Krankheit.
Jane Tara übt eine pointierte Gesellschaftskritik, zeigt aber auch vor allem Frauen, die durch die gegenseitige Unterstützung stark sind; Frauen, die sich gegenseitig sehen und sichtbar machen. Ein schöner Roman, der auf sehr vielen Ebenen gelesen werden kann.

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Veröffentlicht am 08.04.2026

Hinterm Horizont geht’s weiter

Exoplaneten
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Dieses Buch ist perfekt für neugierige Kinder, die wirklich alles wissen wollen und damit auch nicht an der Grenze unseres Universums stoppen. Das Buch hat ein tolles großes Format und strotzt ...

Dieses Buch ist perfekt für neugierige Kinder, die wirklich alles wissen wollen und damit auch nicht an der Grenze unseres Universums stoppen. Das Buch hat ein tolles großes Format und strotzt nur so vor bunten Farben. Mit dramatischen farbenfrohen Zeichnungen werden spannende Wissensfragen über unfassbar weit entfernte Planetenbahnen erläutert. Auch wenn das Buch super ansprechend gestaltet ist, wird Platz für wertvolle Inhatsvermittlung gefunden und wie nebenbei werden Begriffe wie „Statistik“ und „Doppler-Effekt“ erklärt.
Also alles in allem ein wirklich toll gestaltetes Buch, dass wie eine Farbexplosion im Kinderzimmer einzieht für alle Kinder (und Erwachsene), die mehr über Exoplaneten wie KOI-55 B, K2-210 B, KEPLER-37 E und Konsorten lernen wollen. Ein Buch zum Stöbern und Staunen - bis weit über den Horizont hinaus!

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Veröffentlicht am 06.03.2026

Verlorene Heimat

Melken
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„melken“ ist ein Buch über eine Rückkehr, die keine ist. Und auch ansonsten ist der Debütroman von Sanna Samuelsson schwer zu greifen, liest sich aber weg wie ein Rausch.
Bei Ellen bricht nach ...

„melken“ ist ein Buch über eine Rückkehr, die keine ist. Und auch ansonsten ist der Debütroman von Sanna Samuelsson schwer zu greifen, liest sich aber weg wie ein Rausch.
Bei Ellen bricht nach der Trennung von ihrer Freundin emotional alles zusammen und wie mechanisch macht sie sich auf den Weg zum Bauernhof ihrer Kindheit. Hier wuchs sie auf, als Tochter eines Kleinbauern zwischen Kühen, Weiden und mit dem Nachbarskind Max. Den Hof mussten Ellens Eltern vor vielen Jahren verkaufen, trotz allem kennt sie hier noch alles. Jeder Fleck ist voller Erinnerungen und diese kommen nun nacheinander hoch. Ist dieser Ort trotzdem noch ihr Zuhause, ihre Heimat? Wie weit hat sie sich entfremdet und kann man sich überhaupt von der Identität einer Bauerstochter loslösen?
Sanna Samuelsson paart hier essentielle Lebensfragen mit einer pointierten Sozialkritik. Der Stil ist so unmittelbar, dass man tief in die Gedankenwelt der Protagonistin taucht und ihr folgt, zurück in die Kindheit, zurück in den Stall und zurück zu einem verlorenen Leben.

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Veröffentlicht am 04.03.2026

Action pur

Action Dude 1: Zoff im Freizeitpark
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Action Dude ist kein gewöhnlicher neunjähriger Junge, er ist ein Superheld. Und mit Sicherheit möchte er von seiner Mutter daher nicht Charlie genannt werden oder sich mit den Banalitäten des ...

Action Dude ist kein gewöhnlicher neunjähriger Junge, er ist ein Superheld. Und mit Sicherheit möchte er von seiner Mutter daher nicht Charlie genannt werden oder sich mit den Banalitäten des Alltags herumschlagen. Denn für Action Dude wartet an jeder Ecke das Abenteuer. Alltägliche Aufgabe werden durch die Kämpfe gegen Bösewichte, unvorhersehbare Explosionen und die Schwerkraft zu richtigen Missionen, die mit viel Witz fesseln und zum schmunzeln bringen.
Andy Riley fesselt mit dieser Übersetzung nun auch deutsche Leser und zeigt, dass viel von dem besonderen Humor auch in einer anderen Sprache funktioniert. Trotzdem sehe ich das Buch eher bei etwas älteren Lesern, da ansonsten manche Ebenen verloren gehen (auch wenn es bestimmt trotzdem unterhaltsam ist). Alles in allem lädt hier eine fast minimalistisch stilisiert gezeichnete Comic-Welt zum Schmökern ein und es macht viel Spaß Action Dude bei seinen Abenteuern zu begleiten.

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