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Veröffentlicht am 02.10.2021

Auf der Suche nach Liebe und Glück im Leben

Gegen den bittersten Sturm
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„Diese Nacht war besonders, und das möchte ich nicht zerstören. Mir gefällt die Vorstellung, dass sich unsere Wege noch einmal kreuzen könnten und das Schicksal mit einem Münzwurf darüber entscheidet. ...

„Diese Nacht war besonders, und das möchte ich nicht zerstören. Mir gefällt die Vorstellung, dass sich unsere Wege noch einmal kreuzen könnten und das Schicksal mit einem Münzwurf darüber entscheidet. Deshalb müssen wir die Orte meiden, an denen wir heute Nacht waren. Wir können zusammen das Universum nicht zwingen, uns zusammenzubringen. Wir müssen den Sternen vertrauen, dass wir uns irgendwann noch einmal begegnen.“

Durch Zufall begegnen sich Connor und Aaliyah in einer Nacht an Halloween. Zwei komplette Fremde, die ohne Namen auszutauschen eine Nacht gemeinsam durch New York fahren. Sie zeigen sich gegenseitig ihre Lieblingsorte und tauschen Geheimnisse aus. Sie lernen sich auf eine besondere Art kennen und erleben wundervolle Stunden. Da beide noch nicht bereit für die Liebe sind, verabschieden sie sich bei Sonnenaufgang und vollen das Schicksal entscheiden lassen, ob und wann sie sich noch einmal wiedersehen.

Vom Anfang her klingt das Buch ein bisschen wie der Film Serendipidy (im deutschen „Weil es dich gibt“), bei dem das Schicksal ebenfalls herausgefordert wird. Allerdings handelt das Buch nicht von einer langen Suche nacheinander. Bereits zwei Jahre später treffen sich Connor und Aaliyah wieder, aber das Timing ist nicht ganz auf ihrer Seite. Ihnen scheint immer wieder die Zeit davon zu laufen. Das war für mich hier eine sehr schöne Symbolik, dass die Gegenwart noch wichtiger als Zukunftspläne sind und man jeden Moment anwesend sein sollte.

Besonders gut hat mir bei der Charakterzeichnung gefallen, dass Connor zwar ein erfolgreicher Geschäftsmann ist, aber hier als Humanist und umgänglichen Mann dargestellt wird. Ihm liegt das Wohl seiner Mitarbeiter am Herzen und er möchte unbedingt etwas der Welt zurückgeben. Außerdem gibt es viele kleine Facetten an ihm zu entdecken, wie dass er banale Wortwitze mag oder Chips über alles liebt. Das war einmal ein schöner Kontrast zu sonst den Businessmännern, die in Büchern meist als Alphatiere dargestellt werden.

Brittainy C. Cherry überzeugt hier wieder mit einer bewegenden, emotionalen Geschichte und ich habe wirklich mit den beiden mitgefiebert. Ich habe mir so sehr für Connor und Aaliyah ein Happy End gewünscht, dass ich mich manchmal gar nicht getraut habe weiterzulesen, in der Angst hier enttäuscht zu werden. Zum Ende hin gab es für mich ein bisschen unnötiges Drama. Da hätte die Handlung für mich sogar einmal gradliniger verlaufen dürfen, aber das war in Summe nicht so schlimm. Da hat mich eher gestört, dass es hier sprachlich einige Wiederholungen gab und Sätze beziehungsweise Fakten manchmal wortgleich einige Kapitel später noch einmal genannt wurden. Das kann ein Übersetzungsfehler sein, ist mir jedoch häufiger aufgefallen.

In Summe ist es wieder ein wundervoller Roman und ich freue mich schon jetzt auf das nächste Buch der Autorin.

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Veröffentlicht am 01.10.2021

Ein super Abschluss für eine wunderschöne Reihe!

Federn über London 4
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Die Rettung von London ist im vollen Gange. Clear und ihre Freunde müssen noch zwei weitere Stabfragmente finden, bevor sie hoffentlich die unbekannte Finsternis besiegen können. Für ihre Mission können ...

Die Rettung von London ist im vollen Gange. Clear und ihre Freunde müssen noch zwei weitere Stabfragmente finden, bevor sie hoffentlich die unbekannte Finsternis besiegen können. Für ihre Mission können die Engel jede erdenkliche Hilfe und Verbündete gebrauchen.

Mit der ersten Seite ist der Leser direkt wieder – ohne lange Einleitung oder Erklärungen - in der Handlung drinnen. Die Autorin Sabine Schulter gibt zwar in wenigen Sätzen noch einmal Hinweise zu der bisherigen Handlung, die einem helfen direkt wieder in die fesselnde Atmosphäre einzutauchen, aber ansonsten gibt es keine langen Wiederholungen. Das schätze ich so an ihren Geschichten. Auch wenn es ein paar Monate her ist, dass man einen Teil gelesen hat, ist es schnell so, als hätte man ihn gerade erst beendet.

Die Handlung geht abwechslungsreich und rasant weiter. Faszinierend fand ich besonders, dass der Leser immer wieder neue Aspekte kennenlernt. Es tauchen weitere, äußerst sympathische Nebencharaktere sowie weitere Wesen auf. Mich hat gefreut, dass ich dadurch immer wieder überrascht wurde und die Handlung nicht vorhersehbar war. Der allerschönste Aspekt und die größte Überraschung war für mich allerdings die Charakterentwicklung.

Ease wurde in den ersten Teilen aus ein sehr ruhige, in sich gekehrte und von Reue geprägte Figur vorgestellt. In seinen Gesprächen mit Clear hat er klar zum Ausdruck gebracht, dass er das Gefühl hat kein Glück zu verdienen. Clear hat sehr schnell die Kurve bekommen und eingesehen, dass das Leben als Todesengel keine Bestrafung ist. Bei Ease hat dies eindeutig viel länger gedauert. Ich mochte sehr, wie ich hier als Leser miterleben konnte, wie er langsam anfängt umzudenken. Aber nicht nur er lernt dazu, sondern die ganze Engelschaft. Diese kleinen, realistischen Weiterentwicklungen der Figuren hat mir ausgesprochen gut gefallen.

Da dies der abschließende Band der Reihe ist, war mir von Anfang an klar, dass eigentlich nun alle Fragen beantwortet werden müssten. Ich konnte mir lange nicht vorstellen, wie dies ein gutes Ende finden sollte und wie vor allem die ganze Handlung in ein einzelnes Buch passen sollte. Ein kleiner Spoiler, die Handlung passt in einen Band. Das Ende ist sehr schlüssig und ein gelungener Abschluss für die Reihe. Alle wichtigen Fragen werden beantwortet, sodass ich auch gut mit der Geschichte abschließen konnte. Ich hätte zwar gerne noch mehr von den Engeln mitbekommen, aber es war in Summe ein runder Abschluss. Ich bin so glücklich, dass ich auf diese Reihe aufmerksam geworden bin und sie gelesen habe.

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Veröffentlicht am 01.10.2021

Eine wundervolle Liebesgeschichte – auch aus Deans Sicht

Sky & Dean-Reihe 2: Looking for Hope
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Mit dem Buch „Hope Forever“ bin ich überhaupt erst auf die Autorin Colleen Hoover aufmerksam geworden. Mit der Geschichte von Sky und Dean hat sich mich in ihren Bann gezogen, weil sie so authentisch gewirkt ...

Mit dem Buch „Hope Forever“ bin ich überhaupt erst auf die Autorin Colleen Hoover aufmerksam geworden. Mit der Geschichte von Sky und Dean hat sich mich in ihren Bann gezogen, weil sie so authentisch gewirkt hat und so viele Emotionen bei mir geweckt hat. Mir war im ersten Moment nicht bewusst, dass „Looking for Hope“ zu dieser Reihe gehört. Sie erzählt die gleiche Geschichte aus Deans Perspektive. Es ist zwar eine neue Sicht und viele Aspekte, Gefühle sowie Gedanken sind neu, aber einige Dialoge waren gleich. Somit war ich sehr froh, dass einige Monate zwischen beiden Büchern bei mir lagen. So war vieles nicht mehr ganz so präsent und es war fast so, als würde ich die Erlebnisse noch einmal neu erleben. Wer Skys Sicht nicht kennt, kann jedoch auch dieses Buch unabhängig lesen.

Dean hat als Jugendlicher bereits mehr Schlimmes erlebt, als andere in einem ganzen Leben erleben sollten. Als Kind musste er mit ansehen, wie seine beste Freundin Hope entführt wurde und als Jugendlicher musste er dann seine Schwester tot auffinden. Da ist es nicht verwunderlich, dass er ein ziemlicher Draufgänger wird. Das alles verändert sich, als er auf Sky trifft. Sie erinnert ihn vom ersten Moment an seine Hope aus Kindertagen und Sky stellt direkt seine Welt auf den Kopf.

Bei dieser Geschichte gibt es nicht so viel Action, es gibt keine schnelle Handlung und der Roman ist eher von einer ruhigen Atmosphäre geprägt. Dadurch bekommt der Leser jedoch viel bessere Einblicke in Deans Innenleben, seine Wut auf die Welt und seine innere Zerrissenheit. Ich konnte sehr gut mit ihm mitfühlen und auch manchmal etwas mitleiden. Die Tiefgründigkeit der Überlegungen, der Handlung, aber auch der Charaktere hat mich fasziniert.

Das Hörbuch ist mit 8,5 Stunden eine ungekürzte Lesung, aber die Zeit ist für mich verflogen. Ich hätte gerne noch länger der Stimme von Pascal Houdus gelauscht. Mit seiner ruhigen Art passte er perfekt zu der Handlung. Soweit ich weiß, war dies das erste Hörbuch, das ich von ihm gehört habe, aber ich würde direkt weitere von ihm hören.

Die Reihe ist mit den beiden Perspektiven noch nicht abgeschlossen. Der dritte Band erzählt die Geschichte von Skys Freundin Six, die bisher nur durch ihre frechen SMS bekannt ist. Ihr Charakter wirkte bereits in den kurzen Momenten sehr sympathisch, sodass ich mit Sicherheit auch ihre Geschichte lesen möchte.

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Veröffentlicht am 23.09.2021

So eine tolle, tiefgründige Geschichte mit vielen spannenden Details zur Frauenrechtsbewegung

Die Rebellinnen von Oxford - Unerschrocken
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Bereits der erste Teil der „Rebellinnen von Oxford“ hatte mich komplett überzeugt, auch wenn die Geschichte bis dato noch gar nicht so rebellisch war. Dies ändert sich nun mit der Fortsetzung in jedem ...

Bereits der erste Teil der „Rebellinnen von Oxford“ hatte mich komplett überzeugt, auch wenn die Geschichte bis dato noch gar nicht so rebellisch war. Dies ändert sich nun mit der Fortsetzung in jedem Fall. Lucie Tedbury ist eine wahre Kämpfernatur und steht vollkommen hinter der Frauenrechtsbewegung. Als Frau, die geerbt hat, setzt sie sich stark für die Reform des Eigentumgesetzes ein und zieht es vor nicht zu heiraten, da eine Heirat den Verlust ihrer Unabhängigkeit bedeuten würde. Als sie jedoch gezwungen wird in einem Verlagshaus mit dem nervigen Tristan Balletine zusammenzuarbeiten, muss sie ihre Ansichten überdenken.

Bei diesem Buch fand ich Lucie besonders faszinierend. Als wohlhabende Frau muss sie nicht erst um ihre Freiheit kämpfen, sondern sie hat bereits Freiräume. Mit dem Ruf einer alten Jungfer und noch schlimmer als Suffragette wird sie zwar von der Gesellschaft nicht unbedingt herzlich willkommen geheißen, aber sie hat deutlich mehr Möglichkeiten als andere Frauen. Ihre Gedanken zur Ehe fand ich an vielen Stellen sehr fortschrittlich und auch in der heutigen Zeit wird das einige Frauen bewegen.

Über Lucies Sicht fließen darüber hinaus einige Details zu der tatsächlichen Frauenbewegung in die Geschichte mit ein. Ein paar Fakten fand ich so kurios, dass ich sie gegoogelt habe und feststellen konnte, dass die Autorin hier sehr gut recherchiert hat. Soweit ich das beurteilen kann, entsprechen die Fakten wirklich alle der Wahrheit. So gab es 1881 eine Bewegung, die sich dafür eingesetzt hat, dass die Unterwäsche einer Frau nicht mehr als 1,5 Kilogramm wiegen darf. Der Roman kann einen somit sogar etwas weiterbilden.

Den männlichen Hauptcharakter mochte ich auch, obwohl er mir zunächst etwas unnahbar vorkam. Ballentine ist ein Lebemann schlechthin. Er musste sich nie groß um irgendetwas Sorgen machen und konnte bis dato auch der Notwendigkeit einer Heirat entgehen. Durch ihn trifft der Leser auch auf andere bedeutende Persönlichkeiten der Oxforder Gesellschaft, wie den jungen Oscar Wilde. Seine Sicht stellt einen großen Kontrast zu Lucies eher ernsthaften Figur da. Somit wird die Geschichte noch einmal deutlich aufgelockert und bekommt mehr Facetten. Schön ist bei Ballentine, dass es nicht so unbeschwert ist, wie es zunächst den Anschein hat. Er ist kein flacher Charakter, sondern hat ebenfalls eine komplexe Hintergrundgeschichte. Hier hat die Autorin wieder viel Arbeit - die sich sehr gelohnt hat - in die Ausgestaltung aller Figuren gesteckt.

Auch wenn ich es mir nicht hätte vorstellen können, hat mich die Fortsetzung noch mehr begeistert als den Auftakt der Rebellinnen von Oxford. Es ist eine wunderschöne, tiefgründige Geschichte, die zudem noch gute Einblicke in die Frauenrechtsbewegung liefert. Ich bin restlos begeistert und freue mich schon riesig auf den nächsten Teil.

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Veröffentlicht am 22.09.2021

Eine faszinierende neue Welt, aber leider eine etwas zähe Geschichte

Das Reich der Asche - Realm Breaker 1
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Nach „Die rote Königin“ wollte ich sehr gerne die neue Welt von Victoria Aveyard kennenlernen. Zunächst überzeugt sie mit einer bildlichen, detailreichen Sprache. Ich konnte mir Allwacht echt gut vorstellen. ...

Nach „Die rote Königin“ wollte ich sehr gerne die neue Welt von Victoria Aveyard kennenlernen. Zunächst überzeugt sie mit einer bildlichen, detailreichen Sprache. Ich konnte mir Allwacht echt gut vorstellen. Da hat auch geholfen, dass es im Buchumschlag eine wunderschön gestaltete Karte der Welt gibt. So eine kreative Landkarte hatte ich, glaube ich, noch nie in einem Buch. Mir hat hier auch geholfen, dass ich die Geschichte als physisches Buch hatte und so beim Lesen immer wieder zurückblättern und die Reise der Charakter nachverfolgen konnte.

Die ersten Kapitel waren trotz der guten Vorstellung von Allwacht etwas verwirrend für mich. Die Handlung wird aus vielen Sichten erzählt, sodass die Kapitel zwischen den einzelnen Charakteren hin und her springen. Es dauert auch ein bisschen bis die Zusammenhänge sowie Beziehungen zwischen den Figuren deutlich werden. Die ersten hundert Seiten habe ich somit gebraucht, um komplett in der Geschichte anzukommen. Als Leser braucht man somit einen langen Atem und sollte dem Buch erst einmal eine faire Chance geben, auch wenn es länger dauert.

Einige Charaktere waren wirklich gut skizziert. So hat mir die Piratentochter Corayne wirklich gut gefallen, da es hier einen inneren Zwiespalt, eine eigene Hintergrundgeschichte und eine komplexe Gefühlswelt gab. Bei den anderen Charakteren war dies nicht so ausgeprägt. Es taucht ein quasi unsterblicher Charakter auf, der Älteste Domacridhan. Hier wusste ich noch nicht einmal wirklich vorher er kommt oder was seine Ziele im Leben sind. Er hat zwar eine Mission, aber ansonsten keine weiteren Ambitionen. Das fand ich etwas schade.

Der Mittelteil hat mir dann auch echt gut gefallen, bis ich im letzten Drittel das Gefühl hatte, dass der weitere Verlauf der Handlung schon vorgezeichnet ist und es ziemlich vorhersehbar wurde. Da dies nur der Auftakt einer Reihe ist, war mir von Anfang an klar, dass es ein offenes Ende geben würde, aber ich hätte zum Ende hin dennoch etwas Spannung oder eine Überraschung gehabt. So fehlt mir auch die Vorfreude oder Neugierde auf eine Fortsetzung.

Auch wenn das Buch so schön gestaltet ist und die neue Welt zunächst sehr vielversprechend klang, konnte mich letztendlich die Handlung nicht überzeugen. Somit denke ich nicht, dass ich noch weiterlesen möchte. Die Grundidee ist wirklich grandios, aber die Spannung fehlt leider. Somit werde ich in Zukunft lieber in andere fantastische Welten reisen.

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