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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 27.09.2019

Eine neue Lieblingswelt!

Die Krone der Dunkelheit
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Laura Kneidl war mir vor allem ein Begriff aus dem New Adult Bereich. Wer solche Bücher mag, kommt quasi nicht an der Autorin vorbei. Sehr überrascht war ich als ich gesehen habe, dass die Autorin quasi ...

Laura Kneidl war mir vor allem ein Begriff aus dem New Adult Bereich. Wer solche Bücher mag, kommt quasi nicht an der Autorin vorbei. Sehr überrascht war ich als ich gesehen habe, dass die Autorin quasi mehr Fantasy- als Liebesromane geschrieben hat und ich davon keinen einzigen kenne. "Die Krone der Dunkelheit" ist ein High Fantasy Roman, was für mich quasi zur Königsklasse der Fantasy gehört. Nur wenige Autoren schaffen es schlüssige, spannende neue Welten zu erschaffen und den Leser auf den meist vielen Seiten zu fesseln. In meinen Augen hat dies Laura Kneidl grandios geschafft.

Die Geschichte ist insgesamt aus fünf verschiedenen Sichten geschrieben. Am Anfang wechseln sich jedoch vor allem zwei Perspektiven immer wieder ab, was den Einstieg in die Handlung erleichtert. Auch wenn der Leser am Anfang ein paar Kapitel braucht, um den Aufbau der Welt sowie die ganzen Charaktere kennenzulernen, fand ich die Geschichte dennoch von der ersten Seite an spannend. Die fehlenden Puzzlesteine haben sich schnell zusammengefügt, sodass recht bald ein roter Faden erkennbar war. Schön fand ich auch, dass ich bei manchen Wendungen einen richtigen Riecher hatte, dafür aber bei anderen komplett überrascht wurde. Es war somit für mich in keiner Weise vorhersehbar.

Wenn es fünf Hauptpersonen und dazu noch vier größere Nebencharaktere gibt, dann bleibt es nicht aus, dass man als Leser manche lieber mag als andere. So habe ich vor allem zwei Sichten besonders gerne gelesen. Bei den anderen war es so, dass ich keinen komplett unsympathisch fand, aber dass der Funke hier eben nicht so schnell übergesprungen ist. Vielleicht habe ich mir mal den ein oder anderen Kapitelende und dem einhergehenden Sichtwechsel geflucht, weil ich lieber Ceylans Handlungsstrang als Freyas weiterlesen wollte, aber das gute war dann ja, dass nach einigen Seiten wieder die Sicht gewechselt hat. Ich schätze, dass hier jeder Leser auf seine Kosten kommt und seine eigenen Lieblinge findet.

Jetzt am Ende des Buches ist für mich am schönsten, dass der zweite Teil bereits Zuhause liegt und danach noch zwei weitere Teile folgen werden. Ich muss mich somit noch nicht allzu bald von der Welt verabschieden und kann die Geschichte der Wächter, Fae und Menschen noch ein bisschen länger mitverfolgen. Ich freue mich schon sehr darauf!

Veröffentlicht am 21.09.2019

Aus dem Leben eines Löwenritters

Teufelskrone
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Historische Romane können sehr anstrengend sein. Es gibt unzählige Personen, Jahreszahlen, Verflechtungen und der Leser braucht meist einige Kapitel, um in der Handlung anzukommen. Das sind alles Gründe, ...

Historische Romane können sehr anstrengend sein. Es gibt unzählige Personen, Jahreszahlen, Verflechtungen und der Leser braucht meist einige Kapitel, um in der Handlung anzukommen. Das sind alles Gründe, warum ich nur sehr selten zu einem historischen Roman greife. Wenn ich ein Buch anfange, dann werde ich am liebsten von der ersten Seite an von der Geschichte gefesselt.

Eigentlich war es meine Mutter, die mich dazu überredet hat, noch einmal diesem Genre eine Chance zu geben. Da ich bereits die ersten vier Teile aus der Waringham-Saga kenne und den Stil von Rebecca Gablé mag, habe ich zu „Teufelskrone“ gegriffen. Tatsächlich habe ich nur zwei Kapitel gebraucht, um in der mittelalterlichen Welt anzukommen, was mich sehr positiv überrascht hat.

Als Leser begleitet man Yvain von Waringham, der die Laufbahn eines Ritters anstrebt. Von seiner Kindheit bis hin zum hohen Alter bekommt man viele Einblicke in sein Leben und die damalige Zeit. Tatsächlich gab es diese Person in der Geschichte nicht, aber dafür so viele andere Persönlichkeiten, die in dem Buch auftauchen. Die Handlung beginnt als noch Richard Löwenherz auf dem englischen Thron sitzt. Auch wenn ich in der englischen Geschichte nicht sonderlich bewandert bin, war sogar mir dieser Name bekannt. Es ist schön zu wissen, dass die Autorin gut recherchiert und dass die vielen geschichtlichen Fakten stimmen. Somit war die Lektüre auch noch ein Exkurs in die englische bzw. französische Geschichte und ich habe auf eine sehr angenehme Art noch einiges gelernt.

Obwohl hier viele Hintergründe vermittelt werden, war es für mich nicht zu viel. Es bleibt neben den zahlreichen Kriegen sowie Intrigen auch noch genug Raum für alltägliche Szenen und Emotionen. Es war eine gelungene Mischung aus allem. Obwohl ich gut unterhalten wurde, gibt es in meinen Augen jedoch zwei Kritikpunkte an dem Buch. Der eine sind die Zeitsprünge. Teilweise springt die Handlung mal ein paar Monate oder sogar ein Jahr. Das ist eigentlich nichts Schlechtes, weil das Buch sonst wahrscheinlich noch 300 Seiten mehr hätte, aber dadurch bin ich immer wieder aus dem Lesefluss herausgekommen und musste mich erst wieder zurechtfinden. Wo befinden sich gerade die Charaktere? Was ist in der Zwischenzeit passiert? Und welche Figuren sind gerade am gleichen Ort?

Der andere Kritikpunkt ist tatsächlich die Länge des Buches. Ich mag gerne dicke Bücher und habe auch keine Angst vor einer Geschichte mit mehr als tausend Seiten, aber hier gab es einige Längen. In der zweiten Hälfte hatte ich manchmal das Gefühl, dass die Spannung fehlt oder sich gerade die Handlung zieht. Mir fehlte ein bisschen die Idee, worauf die Handlung hinausläuft. Da hätte in meinen Augen die ein oder andere Passage gestrichen werden können.

Insgesamt bin ich sehr froh, dass ich noch einmal zu einem historischen Roman gegriffen haben und mochte den Ausflug in das englische Mittelalter. Ich habe einiges gelernt und wurde ausgesprochen gut unterhalten.

Veröffentlicht am 10.09.2019

Das Buch ist eine große, positive Überraschung

Midnight Blue
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„Du bist jung, gesund und Single. Sei nicht so zugeknöpft. Betrink dich. Steig mit berühmten Kerlen ins Bett. Poste Fotos von dir auf Instagram, damit alle Welt sie sieht. Du solltest leben und Fehler ...

„Du bist jung, gesund und Single. Sei nicht so zugeknöpft. Betrink dich. Steig mit berühmten Kerlen ins Bett. Poste Fotos von dir auf Instagram, damit alle Welt sie sieht. Du solltest leben und Fehler machen, und ich biete mich an, einer davon zu werden, weil du nämlich nichts zu verlieren hast. Wir beide haben ein Verfallsdatum. Eine Frist. Wir gondeln von einem Fünf-Sterne-Hotel zum nächsten, müssen ein Album komponieren und deine Familie retten. Gib verdammt noch mal endlich zu, dass das alles in ein und dieselbe Richtung zeigt: auf uns. Zusammen. Für den Augenblick.“

Von L.J. Shen hatte ich letztes Jahr "Vicious Love" gelesen und konnte mich damit leider überhaupt nicht anfreunden. Mir hatte da der Stil nicht gefallen und die Charaktere waren mich nicht vielschichtig genug. Ich habe daher die Autorin bei den nachfolgenden Bänden gemieden. Der Klappentext von "Midnight Blue" hat mich jedoch angesprochen, weswegen ich der Autorin noch einmal eine Chance gegeben habe. Das habe ich definitiv nicht bereut!

Es gibt zwar einige Rockstar-Romanzen, sodass man sich fragen kann, warum man gerade dieses Buch hier lesen sollte. Die simple Antwort ist, einfach nur weil es schön ist. Alex Winslow ist zwar ein Rockstar, aber er könnte fast auch jeden anderen Job haben, Die Musik steht hier nicht wirklich im Fokus. Es geht stattdessen um seine Drogenabhängigkeit sowie seinen Alkoholismus, seine Probleme sich anderen gegenüber zu öffnen und sein riesengroßes Ego.

Ein schöner Kontrast dazu ist Indigo, die extremst introvertiert ist. Sie hegt eine Abneigung gegen alles, was Alex verkörpert. Sie hat ihre Eltern an einen betrunkenen Autofahrer verloren, ihr Bruder kämpft auch gegen den Alkoholismus an und sie versucht sich einfach nur durchs Leben zu schlagen. Besonders gut hat mir da gefallen, dass ihr Leben nicht komplett schlecht ist, sondern dass sie sich durchaus an Kleinigkeiten erfreut.

Bei so unterschiedlichen Charakteren ist es nicht verwunderlich, dass es hier den ein oder anderen Schlagabtausch gibt und dass die beiden zunächst nicht besonders glücklich sind, miteinander arbeiten zu müssen. Es hat mir enorm gut gefallen, dass es keine Geschichte mit Liebe auf den ersten Blick ist. Das hätte hier einfach überhaupt nicht gepasst. Jede Veränderung, die die Figuren durchlaufen, war in meinen Augen plausibel und nachvollziehbar.

Obwohl das Buch in das Genre der Erotik fällt, gibt es hier ausgesprochen wenige detaillierte Bettszene. Nicht dass mich das generell stört, aber so gibt es in diesem Buch noch viel mehr Raum für eine richtige Handlung. So stehen die Charaktere sowie ihre Entwicklung mehr im Vordergrund, wodurch der Leser sie viel besser kennenlernen kann. Dadurch waren sie mir greifbar und komplex, was ich bei Vicious Love angekreidet hatte.

Insgesamt bin ich sehr froh, dass ich der Autorin noch einmal eine Chance gegeben habe und werde bestimmt in Zukunft auch noch häufiger nach einem Buch von ihr greifen. Es war eine wirklich gute Unterhaltung.

Veröffentlicht am 04.09.2019

Über die Work-Love-Balance

Cherish Love
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Nalini Singh kannte ich bereits von diverse Fantasy-Romanen und wusste, dass mir ihr Stil gut gefällt. Sie schreibt anschauliche Dialoge, lässt kleine Details in die Handlung einfließen und kreiert schlüssige, ...

Nalini Singh kannte ich bereits von diverse Fantasy-Romanen und wusste, dass mir ihr Stil gut gefällt. Sie schreibt anschauliche Dialoge, lässt kleine Details in die Handlung einfließen und kreiert schlüssige, sympathische Charaktere. Somit war ich gespannt darauf, wie ich eine Geschichte aus ihrer Feder im Genre des erotischen Liebesromans finden würde.

Die Hauptcharaktere Isa und Sailor waren mir direkt sympathisch. Beide sind ziemlich unterschiedlich, ohne dass es zu übertrieben gegensätzlich wirkt. Bei Isa sind ihre inneren Konflikte sehr schön dargestellt. Sie möchte gerne für ihre Familie da sein, ihren Mann fürs Leben finden - für den sie an erster Stelle kommt - und dennoch auch sich selbst verwirklichen. Es ist hier nicht so, dass sie stundenlang ihre Gefühle wälzt und es hier viele inneren Monologe gibt. Es ist eher so, dass der Leser ihre Grundprinzipien versteht und danach einfach ihre Ansichten kennt. Ich hatte so sehr schnell das Gefühl, sie zu kennen und sie war für mich ein rundum schlüssiger, aber auch tiefgründiger Charakter.

Ähnlich ging es mir auch bei Sailor, der jedoch ganz andere Konflikte hat. Auf zu viele seiner Themen möchte ich nicht eingehen, weil es zu viel über die Handlung verraten würde. Sehr präsent fand ich jedoch die Frage, ob er sich vollständig in seine berufliche Karriere stürzen möchte oder bereit für eine Beziehung ist. Die Work-Life-Balance ist bei vielen Arbeitgebern ein Thema und es ist nicht zu leugnen, dass es manchmal schwierig ist alles unter einen Hut zu bringen. So fand ich es realitätsnah, dass das auch einmal in einem Liebesroman thematisiert wird. So schön Beziehungen auch sind, sie brauchen eben auch Zeit.

Auch wenn beide Charaktere noch ihren richtigen Weg finden müssen, wirkt der Roman nicht mit Problemen überladen. Jeder hat ein händelbares Paket zu tragen, so wie jeder Mensch ja auch sein kleines - manchmal auch größeres - Paket mit sich rum trägt. Was mich bei den jedoch etwas gestört hat, ist ihre direkt Anziehung. Direkt auf den ersten Seiten wird eine Szene aus ihrer Jugend beschrieben, wo sie sich nur einmal kurz sehen und noch nicht einmal miteinander reden. Jahre später - trotz der natürlichen Veränderungen, die sie durch gemacht haben - erinnern sie sich direkt an diese Begegnung und bekommen einander nicht mehr aus dem Kopf. Das finde ich ein bisschen übertrieben, wenn nicht sogar unrealistisch. Wer keine Geschichten über die Liebe auf den ersten Blick mag, der wird hier an der ein oder anderen Stelle anecken. Diese Geschwindigkeit zieht sich nämlich auch noch durch den weiteren Verlauf der Geschichte.

Insgesamt hat mich das Buch gut unterhalten, jedoch glaube ich nicht, dass es einen langanhaltenden, bleibenden Eindruck bei mir hinterlassen wird. Es war wie ein Regenborgen: schön so lange er da ist, aber auch schnell wieder vergessen. Da hat mir die Autorin im Fantasy-Genre noch ein bisschen besser.

Veröffentlicht am 23.08.2019

Es hätte spannend sein können...

Die Malerin des Nordlichts
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Kunst ist einfach etwas schönes und etwas extremst vielfältiges. Auch wenn ich selber von mir behaupten würde, dass ich einige Künstler und Stile kenne, war mir der Name Signe Munch Siebke kein Begriff. ...

Kunst ist einfach etwas schönes und etwas extremst vielfältiges. Auch wenn ich selber von mir behaupten würde, dass ich einige Künstler und Stile kenne, war mir der Name Signe Munch Siebke kein Begriff. Ihren Onkel Edvard Munch kannte ich zumindest schon einmal vom Namen her, aber bei ihm hätte ich nicht viele Bilder nennen können. Dieser Roman versprach daher mir den Werdegang einer nahezu unbekannten Künstlerin näher zu bringen.

Auch wenn der Roman biographisch ist, wirkt er wie ein ganz normaler Roman. Zeitlich setzt er nach Signes gescheiterter Ehe ein, als sie gerade die Zusage für ihre erste Ausstellung hat. Dies fand ich etwas schade, da der Klappentext so wirkte, als ob der Leser auch etwas über ihre erste Ehe und die ersten Schritte als Künstlerin erfahren würde. Auch taucht hier Edvard Munch eher nur namentlich als als tatsächlicher Förderer auf. Es ist schade, dass ich so durch die falsche Zusammenfassung mit anderen Erwartungen an die Geschichte heran gegangen bin.

Signes Geschichte als solche ist faszinierend. Anfang des 20. Jahrhunderts ist es als Frau auch in der Künstlerszene nicht einfach, vor allem wo sich diese gerade im Umbruch befindet. Hier werden einige - auch gesellschaftliche - Schwierigkeiten angesprochen. Ihre Kunstwerke werden dabei so beschrieben, dass sich der Leser diese wirklich gut vorstellen kann. Das ist besonders hilfreich, da es hiervon quasi gar keine Fotos oder andere Abbildungen gibt. Man braucht somit die Fantasie, um überhaupt zu wissen, was sie eigentlich gemalt hat.

Insgesamt ist es eine ruhige Geschichte, was nicht nur durch den Schreibstil der Autorin sondern auch durch die Sprecherin des Hörbuches unterstützt wird. Die Autorin beschreibt hier viele kleine Details und schweift in ihrer Erzählung auch teilweise ab. So werden auch politische oder andere gesellschaftliche Themen aufgegriffen. Das ist auf der einen Seite interessant, auf der anderen Seite stoppt es teilweise auch die Handlung, sodass die Spannung verloren geht. An den Stil konnte ich mich jedoch schnell gewöhnen. Womit ich bis zum Ende nicht zurecht kam, war die Sprecherin. Sie hat eine sehr ruhige, fast schon kindliche Stimme, die es nicht geschafft hat mich in ihren Bann zu ziehen. Normalerweise habe ich mich nach einigen Kapiteln an jeden Hörbuchsprecher gewöhnt, aber hier hat es einfach nicht geklappt. Ich kann den Roman somit eher als Buch als als Hörbuch empfehlen.

Nicht nur am Anfang fand ich schade, dass wenig über Signes Künstlerkarriere berichtet wird, sondern so ging es mir auch wieder in der zweiten Hälfte. Hier wird zum Teil ein sehr großer Fokus zunächst erst auf ihr Liebesleben und dann das politische Umfeld gelegt. Ihre künstlerischen Erfolge werden zum Teil nur in Nebensätzen erwähnt, sodass der Leser kaum ihren großen Durchbruch mitbekommt. Das fand ich sehr schade, vor allem da der Titel ja auch einen Schwerpunkt auf die Malerei setzt.

Aus der Reihe "Mutige Frauen zwischen Kunst und Liebe" war es das erste Buch, das ich gelesen bzw. gehört habe. Ich fand es spannend die Lebensgeschichte von Signe Munch kennenzulernen, aber ansonsten konnte ich dem Hörbuch nur recht wenig positives abverlangen. Vielleicht sind die anderen Teile der Reihe besser, aber nach der Erfahrung werde ich wohl keine weitere Romanbiografie der Autorin lesen.