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Veröffentlicht am 17.12.2017

Dieses Buch ist wirklich Seelenfutter!

Zoe und die Liebe
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„Als Vorwarnung, worauf ihr euch einlasst, möchte ich euch eine zauberhafte Kritik vorlesen, die ich im Netz gefunden habe. Da steht: London Calling – eine zugegeben charmant klingende, weibliche Stimme ...

„Als Vorwarnung, worauf ihr euch einlasst, möchte ich euch eine zauberhafte Kritik vorlesen, die ich im Netz gefunden habe. Da steht: London Calling – eine zugegeben charmant klingende, weibliche Stimme unter dem Pseudonym Zoe London, die jeden Nachmittag ein knappes Stündchen lang darüber referiert, wie wunderschön das Leben im Allgemeinen und ihre Zuhörer im Speziellen sind.“

Mit dem Zitat oben beschreibt Zoe in dem Buch selber einmal ihre Radiosendung. Das finde ich sehr treffen, da es im Großen und Ganzen auch einen guten Einblick gibt, was der Leser von diesem Buch zu erwarten hat. Natürlich besteht das Buch nicht nur aus Radiosendungen und aus Beschreibungen, wie schön die Welt ist, aber so ist eigentlich die Grundstimmung in dem Buch. Über ein paar Auszüge aus Zoes Sendung darf sich der Leser dennoch freuen.

In so vielen Büchern gibt es Schicksalsschläge, unschöne Wendungen und Berge an Problemen. Liest man hiervon zu viel, so zieht einen ein Buch geradezu mit runter und als Leser ist man zwangsläufig irgendwann schlecht gelaunt. Man grübelt und zerbricht sich den Kopf, wie die Hauptperson aus einer verfahrenen Situation wieder hinauskommt. Wer darauf einmal keine Lust hat, für den habe ich eine Lösung: Zoe und die Liebe.

Dieses Buch enthält so viele positive Gedanken, dass es einen beim Lesen glücklich macht. Zoe schafft es in fast jeder Situation etwas Gutes zu sehen. Regen ist ja auch nicht nur nervig, da man super in Pfützen springen und im Regen tanzen kann. Doch so glücklich Zoe auch ist, hat sie keinen Menschen (außer ihre Freunden) mit dem sie ihr Glück teilen kann. An die große Liebe für sich selbst glaubt Zoe nicht. Ihre Welt gerät ins Wanken, als ihr eine Zuhörerin vorwirft sich selber nur einzureden glücklich zu sein und als sie eines Morgens im Bett ihres Chefs aufwacht.

Mir haben dieses Buch und seine Positivität richtig gut gefallen. Es hat mir Spaß gemacht auch mal mehr auf die kleinen Details zu achten. Außerdem passieren Zoe so viele lustige Sachen, dass mich dieses Buch sehr gut unterhalten hat. Neben einem lockerleichten Ton tauchen aber ernstere Themen auf, sodass die Geschichte auch tiefgründig ist. Einsamkeit im Alter, Phobien und Verlustängste sind nur ein paar Themen, die hier angeschnitten werden.

Für mich ein kleines, sehr nettes Extra war, dass dieses Buch in Köln spielt. Köln ist und war schon immer meine Heimatstadt und bis dato habe ich noch nie ein Buch gelesen, das hier spielt. Es hat so viel Spaß gemacht, auch von Orten zu lesen, an denen man beinahe täglich vorbeikommt.

Gäbe es die Radiosendung „London Calling“ wirklich, dann wäre ich ebenfalls ein begeisterter Zuhörer. Vor allem in der kalten Jahreszeit können ein paar schöne, warme Gedanken definitiv nicht schaden. Jeder der ebenfalls gerne eine aufmunternde, positiv gestimmte Liebesgeschichte lesen möchte, sollte zu „Zoe und die Liebe“ greifen.

Veröffentlicht am 17.12.2017

Ein super Debüt

Loving Clementine
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Von der Autorin Lex Martin habe ich dieses Jahr bereits „Irresistible - Ein Baby kommt selten allein“ gelesen. Dieses Buch hat mir nur bedingt gefallen, da mir zwischenzeitlich die Handlung zu kurz gekommen ...

Von der Autorin Lex Martin habe ich dieses Jahr bereits „Irresistible - Ein Baby kommt selten allein“ gelesen. Dieses Buch hat mir nur bedingt gefallen, da mir zwischenzeitlich die Handlung zu kurz gekommen ist. „Loving Clementine“ ist im Deutschen zwar später erschienen, aber ist eigentlich das Debüt der Autorin. Auch hier gibt es nicht besonders viel Handlung und die Geschichte hat ein ruhiges Tempo, dennoch hat mir dieses Buch viel besser gefallen. Für mich ein gelungenes Debüt.

Clementine Avery hat in ihrem ersten Collegejahr direkt einen Bestseller Roman geschrieben, mit dem sie bis dato ihre Studiengebühren bezahlen konnte. Nun benötigt sie dringend einen weiteren Erfolg, um auch ihre künftigen Rechnungen zahlen zu können. Dies ist gar nicht so leicht mit einer Schreibblockade. Hinzu kommt, dass sie sich versehentlich in den falschen Kurs eingeschrieben hat und nun über Liebe und Romantik schreiben muss. Etwas von dem sie so gar nichts versteht. Gavin Murphy ist hier mehr als bereits Clementine ein bisschen Nachhilfe zu geben.

Ich mag Collegeromane mittlerweile sehr gerne, weil sie einfach so lockerleicht sind. Eine sehr gute Ablenkung und Unterhaltung. Überrascht war ich bei diesem Roman, dass es doch noch um mehr geht, als auf den ersten Blick ersichtlich war. So werden hier Themen wie Stalking und Vertrauensprobleme relativ intensiv angeschnitten. Außerdem konnte ich mir sehr gut vorstellen, wie frustrierend es ist, wenn man etwas dringend möchte und braucht, aber es einfach nicht schafft. Mich hat sehr interessiert zu lesen, wie Clementine gegen ihre Schreibblockade vorgeht und ob sie es schafft einen neuen Roman zu schreiben.

Es ist wahrscheinlich nicht verwunderlich, dass es bei Clementine einen Grund gibt, dass sie eine Blockade hat. Im ersten Moment dachte ich, dass dies einfach nur zu hohe Erwartungen und zu viel Druck sind, aber hier habe ich mich geirrt. Den wahren Grund möchte ich jedoch nicht erwähnen, da dies ein zu großer Spoiler wäre. Dass es nicht die Erwartungen sind, wird relativ schnell deutlich. Es kommen auch immer mehr Andeutungen zu ihrer Vergangenheit, sodass ich irgendwann das Gefühl hatte, dass ich die Vorgeschichte kennen müsste. Für mich war es teilweise so, als würde ich den zweiten Teil einer Serie lesen und kenne Teil eins nicht. Tatsache ist jedoch, dass es keinen Vorgänger zu „Loving Clementine“ gibt. Durch diese Verwirrung konnte ich die erste Hälfte der Geschichte nicht immer genießen, was für mich auch der größte Kritikpunkt an dem Buch ist.

Insgesamt hat es mir jedoch viel Spaß gemacht dieses Buch zu lesen. Ich hatte einige sehr schöne Lesestunden und werde mit Sicherheit auch in Zukunft gerne noch einmal zu einem Buch der Autorin greifen.

Veröffentlicht am 13.12.2017

Ein Buch über viele Formen der Liebe, zweite Chancen und die Bedeutung der Familie

Als mein Herz zerbrach
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Gerne beginne ich eigentlich meine Rezensionen mit einem besonders schönen Zitat. Das kann ich dieses Mal nicht. Nicht, weil es keine schönen Passagen gab, sondern weil ich dann hier ganze Szenen wiedergeben ...

Gerne beginne ich eigentlich meine Rezensionen mit einem besonders schönen Zitat. Das kann ich dieses Mal nicht. Nicht, weil es keine schönen Passagen gab, sondern weil ich dann hier ganze Szenen wiedergeben müsste.

Die „Unbreak my heart“-Reihe von Nicole Jacquelyn kannte ich gar nicht bis ich die Buchvorstellung von „Als mein Herz zerbrach“ gesehen habe. Dies ist der Auftakt der Reihe und der zweite Teil, „Als dein Blick mich traf“ ist bereits im November in Deutsch erschienen. Jedes Buch handelt von anderen Personen, sodass die einzelnen Geschichte in sich abgeschlossen sind.

Shane ist beim Militär und dadurch häufig auf Auslandseinsätzen. Seine beste Freundin aus Jugendjahren Kate bleibt in dieser Zeit bei seiner Frau Zuhause, um ihr mit der Kinderschar zu helfen – bis Shanes Frau stirbt. Ab diesem Moment kümmert sich Kate um die Kinder, obwohl Shane sie die meiste Zeit ignoriert… bis er der Anziehung zwischen den beiden nicht mehr widerstehen kann.

Auf den ersten Blick mag es nicht unbedingt so wirken, aber das Buch ist ziemlich tiefgründig. Hier geht es zum einen darum, mit einem Verlust umzugehen und sich danach einzugestehen, dass man auch wieder glücklich sowie verliebt sein darf. Außerdem geht es auch darum, was es heißt eine Familie zu sein. Was ist eigentlich eine Mutter und wie wird man zu einer? Es geht auch darum, Vertrauen aufzubauen, bei Problemen miteinander zu reden und sich Fehler zu verzeihen.

Besonders gut hat mir hier gefallen, dass die Erzählweise auf mich sehr ehrlich gewirkt hat. Darüber wie realistisch so eine Dreiecksbeziehung ist, kann man mit Sicherheit streiten. Aber hier wurden ganz alltägliche Situationen nicht beschönigt. Mit vier Kindern jeden Morgen aufzuwachen ist eben nicht immer spaßig und kann ziemlich anstrengend sein. Eltern haben eben nicht immer zu allem einen Rat und können durchaus in der ein oder anderen Situation ganz schön verzweifelt sein.

Diese Ehrlichkeit hat die Geschichte für mich greifbar und umso emotionaler gemacht. Ich habe den Charakteren ihre Gefühle geglaubt und mit ihr die teilweise schwierigen Zeiten durchlebt. Die schönen Momente kommen dabei jedoch auch nicht zu kurz. Es kann eben auch lustig sein eine so große Kinderschar zu haben und im Leben gibt es natürlich auch wunderschöne, magische Momente. Es sind eben die zwei Seiten einer Medaille, die beide in diesem Buch sehr gut vertreten waren.

Ich hatte sehr viel Spaß beim Lesen und konnte das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Ich habe wirklich einen Abend bis zwei Uhr morgens gelesen, obwohl vier Stunden später schon mein Wecker ging. Mir hat „Als mein Herz zerbrach“ so gut gefallen, dass sich der zweite Band schon auf dem Weg zu mir befindet. Ich kann es kaum erwarten eine weitere Geschichte der Autorin zu lesen und bekannte Gesichter wiederzusehen.

Veröffentlicht am 13.12.2017

Mehr amüsante Geschichten von Paddington

Mehr Geschichten von Paddington
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Vielleicht gehöre ich mit Anfang zwanzig nicht mehr zu der primären Zielgruppe von diesem Hörbuch, aber ich muss gestehen, ich habe mich wahnsinnig darauf gefreut den kleinen Bären wiederzutreffen und ...

Vielleicht gehöre ich mit Anfang zwanzig nicht mehr zu der primären Zielgruppe von diesem Hörbuch, aber ich muss gestehen, ich habe mich wahnsinnig darauf gefreut den kleinen Bären wiederzutreffen und neue Abenteuer von ihm kennenzulernen. Als Kind habe ich die Fernsehserien geliebt und darüber erst die geschriebenen Geschichten entdeckt. Wie Paddington zur Familie Brown kommt war mir durchaus bekannt – die Geschichte wurde ja auch bereits im Kino gezeigt – aber diese Geschichten kannte ich noch nicht.

In diesen neuen Geschichten erleben wir Paddington, wie er sich beispielsweise als Detektiv ausgibt, ein Familienfoto machen möchte oder ein Zimmer tapeziert. Wer Paddington Bär ein bisschen kennt, kann sich vorstellen, dass beim Tapezieren sehr viel schiefgehen kann. Selbst meine Fantasie wäre nie darauf gekommen, wie viel hierbei passieren kann. Auf eine sehr lockere und amüsante Weise werden die Abenteuer des kleinen, intelligenten Bären erzählt.

Gelesen wird das Buch von Jürgen Thormann. Es gibt mit Sicherheit Sprecher, die noch besser einzelne Stimmen imitieren können, aber das ist hier meines Erachtens nicht notwendig. Mit seiner tiefen und ruhigen Stimme, kann man ihm sehr gut zuhören. Seine Art zu lesen ist sehr angenehm und bestimmt für jüngere Hörer hilfreich. Es war ein Genuss ihm zuzuhören.

Jede Geschichte ist ca. 20 Minuten lang, sodass sie sich auch perfekt als Gute-Nacht-Geschichten eignen. Die einzelnen Geschichten sind zwar in sich abgeschlossen, aber es gibt dazwischen Übergänge, sodass jede chronologisch aufeinander aufbaut.

Ohne die Vorgeschichte, wie Paddington zur Familie Brown kam, sollte dieses Hörbuch nicht gehört werden. Zu Beginn gibt es hier zu wenige Erklärungen, um sonst die Geschichten zu verstehen. Für alle Fans von Paddington sind diese „mehr“ Geschichten quasi schon ein Muss.

Veröffentlicht am 10.12.2017

Wenn die Verpackung nicht zum Inhalt passt

Tochter der Flut
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Wer sich das Buch „Tochter der Flut“ anschaut, wird bald schon feststellen, dass hier der Ravensburger Verlag wieder ein echtes Schmuckstück herausgebracht hat. Nicht nur das Cover ist sehr interessant, ...

Wer sich das Buch „Tochter der Flut“ anschaut, wird bald schon feststellen, dass hier der Ravensburger Verlag wieder ein echtes Schmuckstück herausgebracht hat. Nicht nur das Cover ist sehr interessant, sondern auch die einzelnen Kapitelanfänge sind sehr aufwändig gestaltet. Dazu kommt dann auch noch ein spannend klingender Klappentext und man hat sich schon halb in das Buch verliebt. Basierend auf dem ersten Eindruck macht sich wohl jeder seine Erwartungen an eine Geschichte. Das Problem mit Erwartungen ist nur leider, dass sie meist sehr subjektiv sind und wenn sie zu detailliert sind, häufig nicht getroffen werden.

So viel habe ich mir zu dieser Geschichte gar nicht vorher überlegt. Aber selbst hierbei hat das Buch überhaupt nicht meinen Erwartungen entsprochen und das lag nicht an irgendwelchen Rezensionen oder Wunschvorstellungen, sondern einfach nur daran (und das sogar ganz objektiv gesehen), dass die Verpackung nicht zum Inhalt gepasst hat. Ich möchte hier nicht den ganzen Inhaltstext wiedergeben, aber dort steht eindeutig: „Doch dann verpasst ihr den Moment der Abfahrt. Du und der Junge, den du liebst.“ Korrigiert mich bitte, wenn ich hier zu romantisch denke – ich weiß, dass ich eine Romantikerin bin – aber kann der Leser bei diesem letzten Satz nicht davon ausgehen, dass in der Geschichte an irgendeiner Stelle mal an Liebe gedacht, davon gesprochen oder sogar Liebe empfunden wird? Ich bin ehrlich gesagt schon davon ausgegangen und meine Erwartungen wurden hier enttäuscht.

Auch dachte ich, dass hier ein vermeidliches Liebespaar auf der Insel zurückbleiben. Wenn es „Du und der Junge“ heißt, gehe ich erst einmal von zwei Personen aus. Tatsächlich ist es so, dass die Hauptperson, ihr Bruder und ihr bester Freund die Abfahrt der Schiffe verpassen und dann einen Weg von der Insel finden müssen. Es mag nur ein kleiner Unterschied sein, aber für ein Spannungsgefüge macht dies durchaus einen Unterschied.

Der Aspekt mit der Personenzahl hat sich relativ schnell geklärt. Dass dieses Buch keine Liebesgeschichte enthält, habe ich erst ganz am Ende gemerkt. Vielleicht war dies auch meine romantische Denkweise, aber ich habe eben die ganze Zeit gedacht, dass da vielleicht noch etwas draus wird. In den meisten Fällen merke ich sehr bald, wenn ich komplett andere Erwartungen hatte und kann mich dann auf eine andere Geschichte einstellen. Hier war dies nicht der Fall. Das wäre auch kein Problem gewesen, wenn mir ansonsten der Handlungsverlauf gefallen hätte.

Ich habe insgesamt sehr lange gebraucht, um halbwegs in die Geschichte rein zu finden. Nach zwei Dritteln wusste ich immer noch nicht, wo die Reise eigentlich hingeht. Gefesselt war ich von dem Geschehen auch nicht. Hätte ich nicht die ganze Zeit auf mehr gewartet, hätte ich das Buch vielleicht auch gar nicht bis zum Ende gelesen. Dennoch hat das Buch zwei Sterne von mir bekommen, weil ich die Grundidee eigentlich ziemlich cool fand. Hier hätte man nur deutlich mehr draus machen können. Auch ohne Liebesgeschichte fehlten den Charakteren richtige Eigenschaften und Persönlichkeit. Vielleicht lag dies daran, dass zwei Autoren zusammen das Buch geschrieben haben und hier die Abstimmung schwierig war, aber andere Autoren schaffen es mit viel weniger Worten einer Figur mehr Leben sowie Persönlichkeit einzuhauchen.

Die Sprache war okay. Ich konnte mir einiges gut vorstellen, aber auch hierüber wurde nicht sonderlich viel Spannung aufgebaut. Durch eine gefühlte Distanz zu den Personen und der Handlung bin ich in dieses Buch nicht sonderlich tief eingetaucht. Es hat mich nur oberflächlich berührt.

So schön die Aufmachung aussah und soviel die Verpackung versprochen hat, war der Inhalt dann doch ziemlich enttäuschend.