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Veröffentlicht am 16.08.2017

Spannender Beginn einer Dystopie

Superior
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Was ist, wenn es in der Welt Menschen mit besonderen Gaben gibt? Wenn jeder durch eine einzige Berührung beeinflusst werden kann? Oder wenn ein Blick jemanden umbringen kann? Das alles ist möglich in der ...

Was ist, wenn es in der Welt Menschen mit besonderen Gaben gibt? Wenn jeder durch eine einzige Berührung beeinflusst werden kann? Oder wenn ein Blick jemanden umbringen kann? Das alles ist möglich in der Welt von Superior. Die Superior Human Society bewertet jede einzeln Gabe, sodass der eigene Gen-Code darüber entscheidet, wie das eigene Leben aussehen wird. Hoch bewertete Gaben bedeuten Reichtum, ein hochbegabter Ehemann und einen spannenden Job. Für Amelia, die scheinbar keine bedeutsamen Gaben hat, heißt dies, dass sie keine rosigen Zukunftsaussichten hat beziehungsweise auch, dass die Gesellschaft eigentlich kein besonderes Interesse an ihr hat.

So lebt Amelia zu Beginn des Buches ein Leben, als ob es kein Morgen gibt: voller Partys und ohne sich Gedanken über ihre Zukunft zu machen. Ich mochte wie ihre Gedanken sowie Gefühle beschrieben werden und wie sie sich im Verlauf des Buches verändert. Sie wäre wahrscheinlich keine Person, die ich mir als beste Freundin aussuchen würde, aber ich konnte ihr Verhalten gut nachvollziehen und irgendwie mochte ich sie auch. Ohne zu viel von der Geschichte zu verraten, es gibt hier auch ein paar Personen, die ich abgrundtief nicht mochte – die in meinen Augen einfach nur Unmenschen sind. In einer Dystopie muss es anscheinend immer eine Gruppe von Menschen geben, die man für all das schlechte verantwortlich machen kann und überhaupt nicht mag.

Ich mochte wie das Buch aufgebaut ist und dass es durchaus auch neue Ideen enthält. Ein paar Elemente habe ich auch aus anderen Dystopien wiedererkannt, so hatte es manchmal Ähnlichkeiten zu „The Selection“, „Die Bestimmung“ oder „Die Auslese“. Da es jedoch auch genug neue Aspekte enthält, hatte ich nicht das Gefühl eine bereits bekannte Geschichte zu lesen. Außerdem war die Geschichte viel zu spannend geschrieben, um mich zwischendrin zu langweilen. Immer wieder gab es eine neue Information oder eine Wendung, sodass ich einfach weiterlesen musste.

Dies ist der erste Teil der Geschichte. Im letzten Drittel des Buches, nachdem alle Personen und äußeren Umstände geklärt sind, fängt meines Erachtens die Geschichte erst so richtig an. Es ist die Einführung in diese dystopische Welt, die Appetit auf mehr macht. Ich freue mich schon auf den zweiten Teil.

Veröffentlicht am 16.08.2017

Chaotischer Einblick in das Familienleben

Ein Haus voller Träume
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Jeder, der schon einmal einen Todesfall in der Familie hatte und die Beerdigung geplant hat, weiß dass, diese Zeit sehr stressig und emotional sein kann. Gegebenenfalls muss eine Wohnung aufgelöst werden ...

Jeder, der schon einmal einen Todesfall in der Familie hatte und die Beerdigung geplant hat, weiß dass, diese Zeit sehr stressig und emotional sein kann. Gegebenenfalls muss eine Wohnung aufgelöst werden und dabei können sehr viele Erinnerungen hochkommen. Genau diese Zeit wird in „Ein Haus voller Träume“ beschrieben. Jo, Lucy und Tom müssen nach dem Tod ihrer Mutter das Haus ihrer Kindheit verkaufen und noch ihren Geburtstag als Abschiedsparty planen. Dabei passieren einige Katastrophen, wie das Verschwinden der Asche der Mutter, und viele Geheimnisse werden aufgedeckt.

Für die Verabschiedung reisen einige Verwandte an, sodass die Geschichte ziemlich viele Namen und Charaktere enthält. Nahezu jeder Charakter hat neue Probleme, wie einen Kontrollzwang, Drogen, Alkoholabhängigkeit oder Kinderlosigkeit. Dies birgt ein großes Streitpotenzial und nicht gerade wenige Personen ecken aneinander an. Für mich war Lucy die einzige Person, die ich wirklich sympathisch fand. Alle anderen Figuren konnte ich eigentlich bis zum Ende nicht verstehen.

Wenn so viele Verwandte zusammenkommen und den Tod von jemanden betrauern bzw. in diesem Fall das vergangene Leben feiern, dann werden normalerweise irgendwann schöne Erinnerungen geteilt und Geschichte aus dem Leben erzählt. So gibt es eigentlich immer wieder lustige und fröhliche Momente. Genau diese Momente habe ich in dem Buch vermisst. Es gab keine einzige Szene, in der ich mal gedacht habe, „oh wie schön“. Immer wieder gab es nur ein neues Geheimnis oder eine weitere Meinungsverschiedenheit.

Am Ende ist der Abschied vorbei und alles geregelt, aber für die einzelnen Personen hat sich meines Erachtens nach nichts verändert. Ich habe es gerne in Geschichten, wenn sich Charaktere entwickeln und das Ende des Buches nicht wie der Anfang ist.

Somit hat das Buch insgesamt einen netten Einblick in das Familienleben gegeben, aber es konnte mich nicht überzeugen. Daher gibt es von mir für „Ein Haus voller Träume“ leider keine Leseempfehlung.

Veröffentlicht am 03.08.2017

Sehr guter Schreibstil und eine komplexe, detailreiche Handlung

Heartware
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Heartware war nicht mein erster Thriller, aber besonders viele Geschichten dieses Genres habe ich noch nicht gelesen. Ich probiere gerne neue Sachen aus und die Fantasy-Bücher von Jenny-Mai Nuyen mochte ...

Heartware war nicht mein erster Thriller, aber besonders viele Geschichten dieses Genres habe ich noch nicht gelesen. Ich probiere gerne neue Sachen aus und die Fantasy-Bücher von Jenny-Mai Nuyen mochte ich sehr gerne. Also dachte ich mir, warum nicht auch mal einen Thriller. Dies muss ich ganz klar vorweg stellen, weil ich im Verlauf des Buches feststellen musste, dass Thriller nicht zu meinem Lieblingsgenre zählen.

Zu Beginn hatte ich ein paar kleine Startschwierigkeiten. Es tauchen sehr viele Personen und eine Menge an Details auf. Durch den beschreibenden Schreibstil fiel es mir anfangs schwer eine Beziehung zu den Charakteren aufzubauen und ihre Gefühle nachzuempfinden. Nach dem ersten Drittel wird deutlich, wie die einzelnen Personen zueinanderstehen. Es wurden meine anfänglichen Fragen geklärt, obwohl dafür viele andere aufgetaucht sind. Durch die vielen Fragen und Details wird die Spannung konsequent aufrechtgehalten.

Was das Besondere an diesem Buch ist, dass die Geschichte so komplex ist und so voller Details. Auch wenn es zwischen drinnen nicht so wirkt, werden zum Ende hin beinahe alle Details noch einmal aufgegriffen und alles Puzzleteile rücken an ihren Platz. Es ist das Zusammenspiel von scheinbar unwichtigen Bemerkungen oder Ereignissen, die dafür sorgen, dass alles einen Sinn ergibt. Trotz der Komplexität ist mir in der ganzen Geschichte keine Ungereimtheit aufgefallen.

Auch ist die Aktualität der Themen faszinierend. Die Digitalisierung und künstliche Intelligenz sind Begriffe, die immer häufiger auftauchen. Es war spannend dieses Gedankenkonstrukt nachzuvollziehen und zu überlegen, wozu eine künstliche Intelligenz fähig sein könnte.

Dies alles klingt (hoffentlich) positiv und genauso ist es auch gemeint. Das Buch ist wirklich gutgeschrieben und ein Lesevergnügen für einen Thriller-Fan. Meine Erkenntnis ist, dass dieses Genre mein Favorisiertes ist. In Zukunft werde ich wohl lieber wieder bei den Fantasy-Romanen bleiben.

Veröffentlicht am 03.08.2017

Bitte mehr davon!

Mr. President – Macht ist sexy
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Bereits die Real-Reihe von Katy Evans hat mich gefesselt. Ich wusste also vom Schreibstil her, worauf ich mich einlasse und ich wurde nicht enttäuscht.

Von den Präsidentenwahlen in Amerika habe ich bis ...

Bereits die Real-Reihe von Katy Evans hat mich gefesselt. Ich wusste also vom Schreibstil her, worauf ich mich einlasse und ich wurde nicht enttäuscht.

Von den Präsidentenwahlen in Amerika habe ich bis jetzt nicht so viel mitbekommen. Also das ganz grobe Konzept kenne ich schon, aber mit den Details habe ich mich nie auseinandergesetzt. Ich weiß, daher nicht, wie realistisch die Darstellungen des Wahlkampfes sind. Auf mich hat jedoch alles plausibel gewirkt und obwohl es der hauptsächliche Handlungsstrang ist, wird hier drauf nicht so detailliert eingegangen.

In Mr. President begegnet der Leser anziehenden Charakteren, die durchaus nicht perfekt sind. Für mich ist es immer wichtig, dass Personen auch mal kleine Makel haben, weil sie dadurch viel realistischer wirken. Charlotte ist relativ jung und was Wahlkämpfe angeht, komplett unerfahren. Da sie jedoch aus einer politisch engagierten Familie kommt, ist ihr in Fleisch und Blut eingegangen, dass Skandale in jedem Fall zu vermeiden sind. Matthew, der Kandidat für das Präsidentenamt, führt laut seinem Wahlkampfteam nur eine Beziehung mit Amerika. Ein sehr großes Dilemma.

Was mir besonders gut an dem Buch gefallen hat, ist dass es sehr interessant geschrieben ist und dass ich durch diesen Schreibstil die Gefühle der Hauptpersonen so gut nachvollziehen konnte. Es war für mich sehr schlüssig, warum sie so gehandelt haben, wie sie gehandelt haben. Außerdem mochte ich, wie sie sich weiterentwickelt haben.

Auch wenn ich begeistert von dem Buch bin, muss ich zugeben, dass es ein paar kleine Schwächen hat. Die Geschichte ist durchaus nicht besonders komplex und auch die politischen Themen hätten stärker aufgegriffen werden können. Jedoch haben mich diese Sachen nicht gestört. Ich wollte kein höchst komplexes und intellektuelles Buch lesen, sondern wollte einfach nur ein paar Stunden in eine schöne Liebesgeschichte eintauchen. Somit hat mich das Buch – so wie es – ist gut unterhalten und ich freue mich jetzt schon auf den zweiten Teil.

Veröffentlicht am 24.07.2017

Der Milliardär und die Praktikantin

Nothing Like Us
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Zurzeit gibt es viele Ausprägungen von Geschichten mit Milliardären. Es scheint irgendwie, als bräuchte man nur eine steinreiche, attraktive Hauptperson und ein Buch wird zum Bestseller. In letzter Zeit ...

Zurzeit gibt es viele Ausprägungen von Geschichten mit Milliardären. Es scheint irgendwie, als bräuchte man nur eine steinreiche, attraktive Hauptperson und ein Buch wird zum Bestseller. In letzter Zeit habe ich viele solcher Geschichten gelesen und fand auch einige davon sehr gut. Ich habe mich somit auf „Nothing Like Us“ gefreut und war gespannt, wie die Konstellation von dem Milliardärs-Erben und der Praktikantin ausgeht.

Die Geschichte startet sehr amüsant. Die deutsche Praktikantin Lena kennt den Sohn des Hotelbesitzers nicht und bringt Sander zum Arbeiten. Es beginnt eine Zeit aus gestohlenen Küssen in Wäschekammern, kleine Dates und neckischen SMS. Am Anfang fand ich dies auch ganz amüsant. Die Begegnungen sind sehr abwechslungsreich und die Gespräche sind mit viel Witz geschrieben. Aber selbst als die beiden sich besser kennen lernen, weiß Lena immer noch nicht, wer Sander eigentlich ist. Der Konflikt ist somit vorprogrammiert.

Im weiteren Verlauf des Buches hatte ich dann jedoch das Gefühl, dass sich die Argumente, Streitereien und Gespräche wiederholen. Es hat sich alles immer wieder im Kreis gedreht und ist nicht wirklich weitergegangen. Hier fehlte mir die Handlung oder die Abwechslung. Auch kamen mir manche Aspekte sehr unrealistisch vor.

Lena ist eine deutsche Praktikantin, die nach dem Abitur nach New York zieht um Erfahrung in einer Hotelküche zu sammeln. Wie viel Gehalt bekommt man wohl als Praktikantin, die nur ein bisschen aushilft? Es wird wohl nicht so viel sein, dass man sich damit ein Zimmer in Manhattan leisten kann. Außerdem hat mich auch gewundert, wie viel Macht Sander hat. Wer lässt seinen zwanzigjährigen Sohn, der keinerlei Erfahrung im Management hat, um das ganze Hotelpersonal kümmern? Auch wenn dies nur kleine Details sind, hat dies dennoch dazu geführt, dass mir die Geschichte unrealistisch vorkam. Ohne diese feinen Details wären viele Wendungen nicht möglich gewesen.

Auch waren mir die Personen nicht unbedingt sympathisch. Lena wirkte auf mich häufig überheblich und von oben herab. Wäre ich eine kleine Praktikantin, dann wäre ich zurückhaltender und unscheinbarer. Ich konnte sie nicht ganz verstehen und mochte auch ihre Art nicht immer.

Obwohl mir die Grundidee gefallen hat, waren es viele kleine Aspekte in der Umsetzung, die mir nicht sonderlich gut gefallen haben. Es war immer wieder mal amüsant, aber im Großen und Ganzen gibt es hierfür keine Leseempfehlung von mir.