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Veröffentlicht am 09.04.2026

Ein Mörder, viele Täter und jede Menge Lokalkolorit

Ostseehölle
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Mit „Ostseehölle“ bringt Eva Almstädt bereits den 21. Fall der Lübecker Kriminalpolizistin Pia Korittki auf den Markt. Mit jeder Menge Lokalkolorit, beruflichen und privaten Spannungen geht es auch dieses ...

Mit „Ostseehölle“ bringt Eva Almstädt bereits den 21. Fall der Lübecker Kriminalpolizistin Pia Korittki auf den Markt. Mit jeder Menge Lokalkolorit, beruflichen und privaten Spannungen geht es auch dieses Mal auf Mördersuche.
Das Cover passt hervorragend zum Inhalt des Krimis: Im Vordergrund ist ein einsam wirkender See zu sehen, während in einiger Entfernung im Hintergrund gut erkennbar die Türme der auf die Lübecker Altstadtinsel gelegenen Marienkirche aufragen. Dunkle, unheilvolle Wolken erzeugen die dazu passende Krimiatmosphäre.
Während einer Führung wird im Turm der Marienkirche eine Leiche entdeckt. Das Lübecker K1 nimmt unter Pias Leitung die Ermittlungen auf. Ins Visier rückt vor allem ein Chor aus Ostholstein in dem die Tote gesungen hat. Mit der Harmonie innerhalb der Chorgemeinschaft ist es nicht allzu weit her. Doch wer kommt wirklich als Täter in Betracht und mit welchem Motiv? Eine Beziehungstat, eher politisch motiviert oder doch etwas ganz anderes? Als anscheinend endlich Bewegung in den verzwickten Fall kommt, werden die Ermittlungen plötzlich an das LKA und damit auch an Pias Lebensgefährten Marten Unruh übertragen.
In diesem jüngsten Fall beeindruckt mich Eva Almstädts bildhafter Schreibstil und vor allem auch die konkreten lokalen Angaben wieder einmal ganz besonders. Es ist einfach toll an wie vielen Stellen sich exakt nachvollziehen lässt, wo in Lübeck sich das Geschehen gerade abspielt. Auch sonst liest sich der Krimi gewohnt flüssig und lädt zum Miträtseln bei der Mördersuche ein, wodurch er nur schwer aus der Hand zu legen ist. Schon im Prolog stellt sich die Frage, was der Unfall des ehemaligen Lehrers wohl mit dem weiteren Handlungsverlauf zu tun haben könnte. Es bleibt also durchweg spannend, denn Eva Almstädt versteht es ihre Leser immer wieder auf die falsche Fährte zu führen, Verbindungen zu schaffen, die erst auf den zweiten Blick erkennbar sind und die zu zahlreichen weiteren Tätern führen. Natürlich wir es zum packenden Finale auch nochmal ziemlich brenzlig. Nebenher ist Pias private Situation wie so oft ziemlich angespannt. Durch die personale Erzählweise ist vor allem ihre Sicht auf die Ereignisse gut nachvollziehbar. Obwohl ich Pias Ansichten und ihr Handeln nicht in jeder Situation vollkommen gutheiße, ist es doch erfrischend menschlich – schließlich ist niemand perfekt. Lebensgefährte Marten Unruh kümmert sich liebevoll um den gemeinsamen Sohn, was in Pia einen Hauch Eifersucht wachruft und auch sonst bedarf ihre Beziehung dringend einer Aussprache. Dass ausgerechnet Martens Abteilung ihre Ermittlungen übertragen werden, nimmt Pia ihm noch zusätzlich übel. Selbstverständlich gelingt es Pia dennoch die Dienstanweisung zu umgehen und über eine aufgedeckte Parallelspur weiter nach Erkenntnissen zu graben. Auf dem Kommissariat verhält sich Kollegin Juliane patziger denn je und setzt sich gleich mehrfach über Pias Anweisungen hinweg, während der neue Kollege bei der Spurensicherung sehr rätselhaft wirkt. Auch die Chormitglieder haben mich durchaus fasziniert. Hier machen offenbar alle gute Miene zum bösen Spiel, denn eigentlich lassen die meisten kaum ein gutes Haar an den anderen, fast jeder hat etwas zu verbergen und auch ihre Ehen und Beziehungen wirken alles andere als glücklich. Trotzdem mimen sie nach außen hin die eingeschworene Gemeinschaft – eine überaus spannende Truppe.
Dieser Krimi hat mich sehr animiert in Lübeck mal an einigen Orten vorbeizuschauen und über die Lage der ostholsteinischen Dörfer zu spekulieren. Außerdem bin ich ausgesprochen neugierig, wie es vor allem zwischen Marten und Pia weitergeht, denn etwas kompliziert ist es ja eigentlich immer. Ich fiebere also dem 22. Fall schon sehnsüchtig entgegen.
Insgesamt ist „Ostseehölle“ ein toller Krimi mit einer gelungenen Mischung aus Lokalkolorit, Spannung, menschlichen Abgründen und interessanten Charakteren, der sich absolut würdig in die beliebte Pia Korittki-Reihe einfügt.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Spannung
Veröffentlicht am 05.04.2026

Tierische Abenteuer auf der kleinen Farm

Judiths kleine Farm, Band 3,
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„Charlies großes Fohlen-Abenteuer“ ist der dritte Band aus der Reihe ‚Judiths kleine Farm‘ von Judith Rakers geschrieben und mit herrlichen Illustrationen von Julia Weinmann.
Schon das hübsche Cover mit ...

„Charlies großes Fohlen-Abenteuer“ ist der dritte Band aus der Reihe ‚Judiths kleine Farm‘ von Judith Rakers geschrieben und mit herrlichen Illustrationen von Julia Weinmann.
Schon das hübsche Cover mit Fohlen Charlie im Vordergrund und den quirligen Katzen Lotti und Jack auf der Wiese hat es uns absolut angetan und als große Katzen- und Pferdefans unheimlich neugierig auf die Geschichte gemacht.
Fohlen Charlie übt mit Judith fleißig für die Fohlenschau, stets unter wachsamer Beobachtung der anderen tierischen Farmbewohner. So recht will das Training aber einfach nicht klappen. Als endlich der große Tag gekommen ist, lassen sich Lotti und Jack das große Abenteuer natürlich nicht entgehen und schleichen heimlich zu Charlie in den Pferdeanhänger. Als Charlie seinen großen Auftritt hat, drücken die beiden Katzen ihm kräftig die Pfoten. Nach so viel Aufregung steigt den beiden Samtpfoten ein köstlicher Duft in die feinen Nasen. Blöderweise verpassen sie dabei die Abfahrt zur Farm und sind nun für den Heimweg ganz auf sich gestellt. Eine abenteuerliche und gefährliche Suche nach dem richtigen Weg beginnt. Natürlich können zum Schluss (fast) alle Bewohner der kleinen Farm einen Beitrag zum spannenden Bericht über das große Abenteuer leisten.
Absolut verliebt waren meine kleinen Mitleser und ich sofort in die unheimlich liebevoll gestalteten bunten Illustrationen von Julia Weinmann, in denen sich die Charakterzüge der einzelnen Farmbewohner wunderbar und teils humorvoll widerspiegeln. Besonders hingerissen hat uns der lebhafte und unternehmungsfreudige Kater Jack – ein richtiges kleines Schlitzohr. Natürlich haben meine Mitleser auch bei Charlies großem Auftritt regelrecht mitgefiebert und sich wenig später große Sorgen um Lotti gemacht. Die Fotos der tierischen Helden hinten im Buch verleihen dem Ganzen durch die Erkenntnis, dass die Tiere der kleinen Farm real existieren enorme Authentizität und haben den Kindern große Freude bereitet. An der Kartoffelpflanzaktion werden wir uns jetzt auch bald versuchen und Pferdepflege wird sowieso schon betrieben. Wirklich toll finde ich für die Kinder auch die Möglichkeit, sich das Buch ergänzend per App so oft wie sie möchten anzuhören – gelesen von Judith Rakers selbst. Natürlich gehört es trotzdem zur Lesekultur dazu, Bücher gerade mit kleineren Kindern vorab einmal gemeinsam zu lesen / vorzulesen und (bei Bedarf) zu besprechen.
Die Begeisterung meiner Kinder für die Geschichte konnte ich nicht im gleichen Maß teilen, denn in meinen Augen fehlt es ein wenig an Stringenz: Zunächst steht Fohlen Charlie im Mittelpunkt, um den es ja laut Titel auch geht, dann sind plötzlich die Katzen in Gefahr und zwischendurch geht es noch um Kartoffelanbau und Pferdepflege. Natürlich gehört all das zum Farmleben dazu und regt die Eigenaktivität der Kinder an, dennoch sind die Überleitungen in meinen Augen etwas holprig. Vielleicht wäre es in einem separaten Mitmach-Abschnitt stimmiger. Zudem finde ich die Texte in Anbetracht der Altersempfehlung (4-8 Jahre) insgesamt recht lang. Für ältere Kinder ist das Selbstlesen recht anspruchsvoll, für jüngere Kinder teilweise bereits das Zuhören – gerade bei geringer literarischer Förderung. Natürlich ist es aber für Kindern denen grundsätzlich viel vorgelesen wird bzw. die mit Freude und Motivation viel selbst lesen mit den tierischen Helden eine absolut ansprechende und herrlich bebilderte Geschichte.
Obwohl die Geschichte mich – ganz im Gegensatz zu meinen Kindern, also der eigentlichen Zielgruppe – nicht gänzlich überzeugt hat, überwiegt auch bei mir die Begeisterung über die wundervollen Bilder, die niedlichen, sehr individuellen tierischen Charaktere und die tollen Mitmach-Aktionen. Auch die Möglichkeit das Buch per App anzuhören ist sehr positiv. Ein wirklich schönes Buch für alle kleinen Tier- und Buchfreunde.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
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  • Charaktere
Veröffentlicht am 04.04.2026

Großstadtpflanze trifft auf Landleben

Die Liebe trägt Gummistiefel - Lakeland Love
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„Die Liebe trägt keine Gummistiefel“ von Alexandra Zöbeli ist Band zwei der „Lakeland Love“-Reihe. Auch wer den Auftakt der Reihe noch nicht gelesen hat, wird mühelos in den zweiten Band hineinfinden. ...

„Die Liebe trägt keine Gummistiefel“ von Alexandra Zöbeli ist Band zwei der „Lakeland Love“-Reihe. Auch wer den Auftakt der Reihe noch nicht gelesen hat, wird mühelos in den zweiten Band hineinfinden. Alle anderen dürfen sich schon mal auf ein Wiedersehen mit Tom, Poppy, Harriet und ihrer Familie freuen, wenn auch nur als Nebenfiguren.
Das Cover macht auf den ersten Blick deutlich, dass es sich hier um einen absoluten Feeling-Good-Roman handelt. Vor einem romantischen Cottage inmitten einer Blütenpracht sitzt ein hübscher Boarder-Collie mit einem gelben Gummistiefel im Maul unter einem strahlend blauen Himmel. Alles in allem wirkt es auf beinahe kitschige Art paradisisch und passt hervorragend zum cosy Inhalt des Buches.
Aufgrund gesundheitlicher Sorgen stellt Investmentbankerin Tess plötzlich ihr ganzes Leben in Frage. Eine Wanderung auf dem idyllischen Pennine Way soll ihr bei der Suche nach einem neuen Lebensplan helfen. Tess muss zwar feststellen, dass wandern nicht ihr Ding ist, trifft dabei aber unverhofft auf den sympathischen Gregg – und findet sich plötzlich auf dem Bauernhof seiner Nachbarin Fran wieder.
Alexandra Zöbeli versteht es das Setting so zu beschreiben, dass man sich beim Lesen beinahe dorthin versetzt fühlt und auch der Gefühlsaufruhr, allen voran von Tess kommt gelungen zur Geltung. Dabei ist das Buch so flüssig geschrieben, dass es sich wunderbar locker-leicht liest. Über den Ausgang des Liebesromans muss man sich sicher keine Illusionen machen. Trotzdem plätschert die Handlung nicht nur seicht dahin, sondern bekommt mit den unterschiedlichen Existenzängsten von Tess und Fran durchaus eine gewisse Dynamik. Herausfordernde Themen wie Traumata und Ängste, Leben mit Down-Syndrom, die Sinn-Frage im Leben, Alternative Heilmethoden und Schwierigkeiten Alleinerziehender werden zwar nicht explizit in den Mittelpunkt gestellt, spielen aber mehr oder minder intensiv in die Handlung rein.
Trotz ihrer misslichen Situation – hochschwanger und vom Lebensgefährten betrogen und verlassen – bietet Tierärztin Fran der gestrandeten Wanderin Tess ein Dach über dem Kopf. Obwohl die beiden Frauen ihre bisherigen Leben grundverschieden verbracht haben, sind sie einander sofort sympathisch. Ohne zu ahnen, wie sehr sie noch auf Tess‘ Hilfe angewiesen ist, bringt Fran ihr das Leben auf dem Land näher. Gregg ist mit seiner hilfsbereiten, freundlichen und verantwortungsvollen Art unheimlich sympathisch. Er kümmert sich um die Menschen und Tiere um ihn herum, ist dabei nach Meinung seiner Schwester Harriet allerdings ein kleiner Kontrollfreak. Gerade der Zusammenhalt und die Nähe zu seiner Familie ist Gregg ausgesprochen wichtig. Die Nähe zu Tess sucht er definitiv nicht nur, um sein ausbrecherisches Alpaka wieder einzusammeln. Mit der Protagonistin Tess hatte ich zugegebenermaßen einen eher schwierigen Start. Obwohl die Autorin hier eigene Erfahrungen einfließen lässt, finde ich Tess‘ Handeln im Großen und Ganzen ziemlich überzogen. Ja, sie hat eine traumatische Zeit hinter sich und sicher hat auch jeder das Recht auf eine Phase von Selbstmitleid oder darauf den eigenen Lebensweg in Frage zu stellen, dennoch steigert sich Tess meiner Meinung nach ziemlich in ihre Ängste hinein – so sehr, dass diese für sie bereits Realität sind. Ihre Entwicklung, ihre Hilfsbereitschaft und ihr unermüdlicher Einsatz in völlig fremden Gefilden gefallen mir jedoch ausgesprochen gut. Zwar ist sie stets bereit andere zu unterstützen und mit großer Hartnäckigkeit das Beste zu erreichen, sie selbst ist jedoch keineswegs bereit Hilfe anzunehmen und hält ihre Mitmenschen immer ein wenig auf Abstand. Vor allem bei Gregg erweist sich dies aber als ausgesprochen schwieriges Unterfangen, denn ihre Gefühle machen ihr einen absoluten Strich durch die Rechnung.
Insgesamt bietet „Die Liebe trägt Gummistiefel“ aus der Lakeland-Love-Reihe ein unterhaltsames Lesevergnügen. Insbesondere Freunde romantischer Liebesromanen im ländlichen Setting kommen hier voll auf ihre Kosten.

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Veröffentlicht am 23.03.2026

Nur Dystopie oder doch realistisches Grauen?

Wellengrab (Ein Fabian-Risk-Krimi 7)
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Ich muss zugeben, dass „Wellengrab“ von Stefan Ahnhem mich eiskalt erwischt hat. Den Autor und damit auch die Reihe um den schwedischen Ermittler Fabian Risk kannte ich bisher noch nicht. Der Klappentext ...

Ich muss zugeben, dass „Wellengrab“ von Stefan Ahnhem mich eiskalt erwischt hat. Den Autor und damit auch die Reihe um den schwedischen Ermittler Fabian Risk kannte ich bisher noch nicht. Der Klappentext klang interessant und ein „Kriminalroman“ passte gerade auch gut zu meiner Leselaune. Nicht gerechnet habe ich dabei allerdings mit dieser extrem packenden und verstörend authentischen Mischung aus Psycho- und Politthriller, denn als genau das entpuppt sich „Wellengrab“.
Das Cover wirkt mit der roten Schwedenhütte auf dem schroffen Felsen vor dunklen Wolken zwar ein wenig unheilvoll, bereitet den Leser aber nicht annähernd auf den regelrechten Horror vor, der ihn bei der Lektüre erwartet.
Was treibt vollkommen normale Menschen dazu schreckliche Straftaten zu begehen? Wie kann ein Mord inmitten einer Geschäftssitzung vor dutzenden Augen ungesühnt bleiben? Und wie untergräbt man das System das mühelos? Um all diese Fragen dreht sich dieser „Kriminalroman“, aber auch um Fremdenfeindlichkeit, Instrumentalisierung, Manipulation, Radikalisierung, das Gefühl von Zusammenhalt und Abspaltung. Vor allem aber geht es um Angst – das nackte Grauen für die Betroffenen.
Stefan Ahnhems Erzählstil wirkt teilweise recht nüchtern, ebenso wie die Stimme des Hörbuchsprechers David Nathan und erzeugt damit einen äußerst wirkungsvollen Kontrast zu dem düsteren, spannungsgeladenen Geschehen. Die Spannungskurve steigt nach kurzer Anlauf rasch enorm an und steigt bis kurz vor Schluss in schwindelerregende Höhen. Wie das Ende zu bewerten ist, muss wohl jeder Leser für sich entscheiden, denn es bleiben doch einige Fragen offen.
Obwohl Fabian Risk anfangs noch ziemlich lustlos wirkt und den Biss für seinen Job verloren zu haben scheint, weckt der neue perfide Fall den Ermittler aus seiner Lethargie und er beweist sicheres Gespür und zieht oftmals die richtigen Schlüsse. Doch der Fall entwickelt unvorstellbare Dimensionen und nicht allein Fabian und sein Team geraten zunehmend in Gefahr je näher sie der Wahrheit kommen. Auf wen lässt sich in diesem Alptraum noch zählen, wem kann Fabian vertrauen?
Düster, spannend und hochexplosiv geht es in diesem „Kriminalroman“ zu, ganz sicher nichts für schwache Gemüter. Mit einem erschreckend nachvollziehbaren und damit sehr authentisch wirkenden Plot, ist „Wellengrab“ aber ganz sicher ein Hochgenuss für alle Thriller-Fans und obwohl meine Leseerwartung doch gänzlich anderer Art war, hat dieses (Hör-)Buch mich dennoch voll und ganz in seinen Bann gezogen.

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Veröffentlicht am 04.03.2026

Angenehm kurzweiliger Cosy-Crime in schottischem Ambiente

Mord & Breakfast
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„Mord & Breakfast – ein Fall für Melody Moss“ ist der Auftakt zu Anne Gordons Cosy-Crime-Reihe an der schottischen Ostküste. Das Hörbuch wird von Sandrine Mittelstädt gesprochen.
Als die Londoner Journalistin ...

„Mord & Breakfast – ein Fall für Melody Moss“ ist der Auftakt zu Anne Gordons Cosy-Crime-Reihe an der schottischen Ostküste. Das Hörbuch wird von Sandrine Mittelstädt gesprochen.
Als die Londoner Journalistin Melody Moss vom Tod ihrer Tante und der damit verbundenen Erbschaft erfährt, hat sie gerade ihren Job verloren. Obwohl die Tante eine beinahe Fremde für Melody ist, kommt die Erbschaft doch zum perfekten Zeitpunkt und so macht sie sich auf den Weg ins schottische Dorf Seagull Bay mit dem Ziel das Bed & Breakfast der Tante so schnell wie möglich zu verkaufen. Dort angekommen muss sie sich nicht in Geduld üben, sondern trifft auch noch auf den attraktiven Gärtner Dean, die Bulldogge Cheddar und jede Menge Dorfbewohner, die ihrer Tante nicht gerade hinterhertrauern. Schon bald weckt der Verdacht, dass der tödliche Unfall der Tante womöglich ein Mord gewesen sein könnte zudem Melodys journalistisches Gespür.
Das Cover spiegelt auf gelunge Weise ebenso schottische Küstenidylle wie auch Hinweise zur Handlung wider. Besonders bedrohlich wirkt die Szenerie nicht, passt aber trotz des Mordes und der durchaus vorhandenen Spannung bestens zum Wohlfühlcharakter des Krimis.
Anne Gordon versteht es außerdem auch mit sprachlichen Mitteln die Atmosphäre im schottischen Küstendorf greifbar zu machen. Als vermeintlicher Großstadtmensch bildet Melody zunächst einen schönen Kontrast zu den Dorfbewohnern und auch sonst ist die Handlung angenehm kurzweilig und hält mit den etwas schrägen Charakteren, der humorvollen Erzählweise und natürlich auch Melodys Mordermittlungen ein erfreuliches Maß an Spannung aufrecht. Die Sprecherin Sandrine Mittelstädt gefällt mit treffender Stimmmodulation, die den verschiedenen Situationen und Charakteren wunderbar entspricht und das Hören sehr angenehm macht.
Die Charaktere sind vielfältig, oftmals ein wenig verschroben und teilweise durchaus etwas klischeehaft angelegt. Dennoch sind der antriebslose, nimmersatte Polizist, der vorbildliche Politiker mit Ambition auf das Bürgermeisteramt, die aufdringlich hilfsbereite Nachbarin und noch viele weitere Figuren nicht so eindimensional, wie auf der erste Eindruck vermuten lässt. Gärtner Dean macht keinen Hehl daraus, dass Melody ihm ausgesprochen gut gefällt, tritt ihr und ihren Plänen jedoch mit Skepsis entgegen. Obgleich inzwischen verblichen, ist die geheimnisvolle und eher gefürchtete als beliebte Tante Mabel fraglos eine der Hauptfiguren. Es macht Freude die Dame und deren zweifelhaften Charakter gemeinsam mit Melody im Rahmen ihrer Recherche Stück für Stück kennenzulernen. Melody selbst blickt als Protagonistin zunächst etwas herablassend auf ihr geerbtes Bed & Breakfast und das schottische Dorf. Das Schicksal hat es jedoch vor allem auf beruflicher Ebene zuletzt nicht gut mit ihr gemeint, sodass sie nun von Existenzängsten geplagt wird. Zwar wirft es nicht unbedingt ein gutes Licht auf sie, dass sie ihr Erbe so schnell wie möglich zu Geld machen möchte, in Anbetracht ihrer angespannten finanziellen Lage ist dies jedoch durchaus nachvollziehbar. Vor allem da sie ihre Zukunft weder als Bed & Breakfast Besitzerin in Schottland sieht, noch Sympathie für Tante Mabels Bulldogge Cheddar hegt. Doch mit der Zeit und während ihrer Ermittlungen lernt Melody die Menschen vor Ort, den Hund und auch die Landschaft durchaus zu schätzen. Ihre Recherchen offenbaren allerdings auch zahlreiche Probleme und stellen Melody vor enorme Herausforderungen.
Gern hätte ich auch noch erfahren, wie es Melodys ehemaligem Chef ergeht und mehr über die sehr zarte Bande zwischen Dean und ihr erfahren. Allerdings muss ich mich dafür wohl gedulden bis der zweite Band der Reihe erscheint.
Insgesamt ist „Mord & Breakfast – Ein Fall für Melody Moss“ ein vielversprechender Reihenauftakt. Kurzweilig, humorvoll und mit viel schottischem Flair aber auch ein wenig Spannung ist dieses Buch die perfekte Lektüre für Cosy-Crime-Fans und diejenigen, die es werden wollen.

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