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Veröffentlicht am 30.08.2024

Leben in seiner Vielfalt

Das Wesen des Lebens
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Iida Turpeinen ist mit ihrem Roman 'Das Wesen des Lebens' auf eher unkonventionellen Pfaden der Schriftstellerkunst unterwegs. Ihre Sprache ist fast poetisch und klar, dennoch eher knappgehalten, wenig ...

Iida Turpeinen ist mit ihrem Roman 'Das Wesen des Lebens' auf eher unkonventionellen Pfaden der Schriftstellerkunst unterwegs. Ihre Sprache ist fast poetisch und klar, dennoch eher knappgehalten, wenig ausschmückend. Die Handlungsstränge fließen kaum ineinander, erfordern Achtsamkeit, Konzentration beim Lesen. Der Inhalt begeistert und lässt Freiräume für jegliche Gedankenvielfalt.
Wissenschaftlich fundiert berichtet die Autorin von der Entstehung des Lebens auf der Erde und schließlich darüber wie der Mensch seine Befriedigung im Entdeckerdrang findet, dabei Zerstörung und Ausrottung von Lebewesen in Kauf nimmt. Im Mittelpunkt der Geschichten stehen Forscher und Entdecker, die in der Beringsee, in Nowo-Archangelsk und schließlich in Helsinki zwischen dem 18. und 20. Jahrhundert wirkten und ihre Spuren auf unserem Planeten hinterlassen haben.
Für begeisterte Leser wissenschaftlicher Erkenntnisse verpackt in belletristischer Form ist dieses Buch eine Fundgrude der besonderen Art.

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Veröffentlicht am 30.08.2024

Auf der Suche nach Zweisamkeit

Zwei in einem Leben
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Marnie ist Lektorin von Beruf und Michael arbeitet als Lehrer. Sie leben beide in London und sind traumatisiert vom Leben in Beziehungen, die in einer Scheidung endeten. Ihre schlechten Erfahrungen mit ...

Marnie ist Lektorin von Beruf und Michael arbeitet als Lehrer. Sie leben beide in London und sind traumatisiert vom Leben in Beziehungen, die in einer Scheidung endeten. Ihre schlechten Erfahrungen mit dem Partner führten beide in eine belastende Einsamkeit, der sie nur zu gern entfliehen möchten. Wenig spektakulär führt eine gemeinsame Freundin sie zusammen, überredet beide zu einer ausgedehnten Wanderung in einer Gruppe. Während das Wetter so seine Kapriolen schlägt, entwickeln sich ganz eigene Gespräche zwischen den beiden Protagonisten.
Mit viel Liebe zum Detail, in einer witzigen aber ebenso einfühlsamen Sprache, stellt Navid Nichols, der Autor des Romans 'Zwei in einem Leben', seine Charaktere im Mittelpunkt der Handlung in Szene. Kurzweilig gestaltet, regt die Geschichte dennoch zum Nachdenken an, weil sie ausgeprägten Bezug auf unseren Alltag mit all seinen Problemen aber auch bezaubernden Seiten nimmt. In seiner Entwicklung gewinnt der Roman an Tiefe und zeigt ein großes Maß an Emotionalität.

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Veröffentlicht am 30.08.2024

Liebe hat viele Facetten

Bei aller Liebe
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Jane Campbell, die Autorin des Romans 'Bei aller Liebe', erzählt eine über Jahrzehnte währende Familiengeschichte aus der Perspektive unterschiedlicher Protagonisten, zu verschieden Zeiten. Sie beleuchten ...

Jane Campbell, die Autorin des Romans 'Bei aller Liebe', erzählt eine über Jahrzehnte währende Familiengeschichte aus der Perspektive unterschiedlicher Protagonisten, zu verschieden Zeiten. Sie beleuchten ihre Sichtweise von Geschehnissen, die schließlich durch einen Brief Aufklärung, Einsichten finden, neue Perspektiven eröffnen oder gar das bisherige Leben in Frage stellen. Das gewobene Netz der Verbindungen zwischen den gut ausgearbeiteten Charakteren laufen schließlich einem aufklärenden Punkt entgegen, der mit Spannung erwartet wird.
Die bereits verstorbene Sophy vertraute ihrem Bruder Malcolm vor fünfzig Jahren einen Brief an, den er Agnes übergeben sollte, der Aufklärung zu ihrer Herkunft liefern soll. Stellen diese Worte das Leben der Hinterbliebenen auf den Kopf, werden Antworten auf Fragen gegeben oder entsteht eher schockiertes Unverständnis und Verwirrung?
Der Erzählstil ist sehr ruhig und unaufgeregt, zieht den Lesenden immer tiefer in den Bann, lässt eigenen Überlegungen zu und regt zum Nachdenken an.

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Veröffentlicht am 30.08.2024

Traurige Schwestern

Blue Sisters
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Avery, die Vernünftige, Bonnie, die Stoische, Nicky, die Sensible und Lucky, die Schlagfertige aber auch Schüchterne – das sind die vier Schwestern der Blue-Familie. Sie sehen sich als Teile eines übergeordneten ...

Avery, die Vernünftige, Bonnie, die Stoische, Nicky, die Sensible und Lucky, die Schlagfertige aber auch Schüchterne – das sind die vier Schwestern der Blue-Familie. Sie sehen sich als Teile eines übergeordneten Ganzen, einer Gemeinschaft, in der jeder seinen Beitrag liefert, die die innere Verbundenheit prägt. Mit dem tragischen Tod von Nicky bricht allerdings für die drei verbliebenen Schwestern eine Welt zusammen. Es drängt sie aus unterschiedlichen Motiven hinaus in die Welt, weg von ihrer Heimatstadt New York. So verschieden auch ihre Lebensmuster erscheinen, die Liebe zu Nicky und der Schmerz über den Verlust eint sie. So wird der erste Todestag ihrer Schwester sie wieder zusammenführen, aber auch weitreichende Konsequenzen mit sich bringen.
'Blue Sisters' ist ein feinsinnig, feinfühlend geschriebener Roman, der abwechselnd aus der Sicht der Protagonistinnen ihre Geschichte erzählt, ihre Sicht des Erlebten beschreibt, ihre Ängste, ihre Wünsche empathisch wiedergibt. Zentrale Themen wie das Tragen von Verantwortung, Trauerbewältigung, Verarbeitung von Selbstvorwürfen, Umgang mit Drogen werden sehr sensibel aber deutlich zur Sprache gebracht. Damit gestaltet die Autorin Coco Mellors gekonnt lebensnahe, lebendige Charaktere in einer fesselnden Geschichte, die den Lesenden tief in das Geschehen zieht, ihn nicht loslässt. Auch wenn man sich an der ein oder anderen Stelle weniger Konfliktpotenzial wünscht, stellt sich hier das wahre Leben dar in seinen vielfältigen Wahrnehmungsmöglichkeiten.
Ein großartiger Roman, der nachhallt und von mir eine unbedingte Leseempfehlung bekommt.

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Veröffentlicht am 17.08.2024

Freundschaftliche Verbundenheit

Unsere Jahre auf Fellowship Point
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Fellowship Point ist ein Paradies, gelegen auf einer Halbinsel im Bundesstaat Maine. Die beiden lebenslang freundschaftlich verbundenen Frauen Agnes Lee und Polly Wister verbringen die Sommermonate mit ...

Fellowship Point ist ein Paradies, gelegen auf einer Halbinsel im Bundesstaat Maine. Die beiden lebenslang freundschaftlich verbundenen Frauen Agnes Lee und Polly Wister verbringen die Sommermonate mit ihren Familien in unberührter Natur und genießen das Leben. Es existiert eine Gemeinschaft, die über die Verwendung des Landes abstimmen darf, das über Generationen hinweg nur für den Eigenbedarf genutzt wurde. Doch plötzlich herrscht Uneinigkeit über die Zukunft von Fellowship Point.
Alice Elliott Dark zeichnet mit viel Feingefühl und einem Blick auf das Wesentliche die Charaktere ihrer Protagonisten. Die Themen wie Altern, Privilegien, Familie, Literatur, Feminismus, um nur einige zu nennen, die sie bearbeitet, verbinden vergangene Zeiten mit der Gegenwart. Sie stellt die Freundinnen Agnes und Polly in den Mittelpunkt ihrer Geschichte und lässt beide auf ein über achtzig Jahre altes Leben zurückblicken. Die Beschreibung der traumhaft schönen Landschaft mit dem idyllischen Strand rahmen die Handlung in fantastischer Weise ein.
Diesen Roman empfehle ich sehr gern weiter.

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