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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 22.05.2026

Partnerschaftliche Spannungen

Seven Rules For A Perfect Marriage
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Jessica und Jack, J&J, sind ein junges Ehepaar, dass sich seit der Studienzeit kennt und liebt. Während Jack seinen Traumjob bei der BBC gefunden hat, sucht Jessica verzweifelt nach einem Beschäftigungsfeld, ...

Jessica und Jack, J&J, sind ein junges Ehepaar, dass sich seit der Studienzeit kennt und liebt. Während Jack seinen Traumjob bei der BBC gefunden hat, sucht Jessica verzweifelt nach einem Beschäftigungsfeld, welches auch ihr Zufriedenheit und Bestätigung gibt. Tatsächlich findet sie in den Sozialen Medien eine Nische, die sie ausfüllen kann und die ihr viel Spaß macht. Als der gemeinsam mit ihrem Ehemann verfasste Beziehungsratgeber auf dem Markt schwindelerregende Verkaufszahlen erzielt, gehört die Zeit der ewig knappen Kasse der Vergangenheit an. Sie können sich ein Traumhaus in einer vornehmen Londoner Wohngegend kaufen und schwelgen im Luxus.
Die sieben Regeln einer perfekten Ehe sind ihrem eigenen Eheleben abgeschaut, die ihre gemeinsame Vergangenheit geprägt haben. Doch sehr schnell müssen beide erkennen, dass nichts in Stein gemeißelt ist und schon gar nicht existieren ewig wehrende Vorgaben für ein gemeinsames Glück. Partnerschaftliche Spannungen zeigen schon bald große Auswirkungen bei Social Media, denn hier kann jeder ungefragt mitreden, natürlich nicht immer wohlwollend und aufbauend.
Rebecca Reid liefert mit ‘Seven Rules For A Perfect Marriage‘ einen modernen und frischen Roman, der neben den profitablen Seiten des großen Geldverdienens auf den Tummelplätzen der Influencer im Internet auch das Schattendasein der Hater lebensnah darstellt. Wer im Fokus steht, muss mit schlechten Kommentaren rechnen, die kleinste Verfehlungen und Abweichungen von der perfekten Welt nutzen und ausschlachten. Die Autorin lenkt das Augenmerk darüber hinaus auch auf die Bedeutung des Wahrnehmens der Wünsche und Gefühle in einer partnerschaftlichen Beziehung, um Spannungen vorzubeugen. Meinungsverschiedenheiten sind so vielfältig wie es Menschen auf dieser, unserer Welt gibt und daher kann es schon mal zu ungemütlichen Auseinandersetzungen kommen.
Ein Roman, der neben seinem unterhaltenden Wert durchaus nachdenklich stimmt.

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Veröffentlicht am 22.05.2026

Einsam und verloren

She’s a Star!
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Jessamyn ist eine junge Frau von sechsundzwanzig Jahren, die von einer großen Karriere als Musicalstar träumt und sich selbst als überdurchschnittliches Talent sieht, die die großen Bühnen dieser Welt ...

Jessamyn ist eine junge Frau von sechsundzwanzig Jahren, die von einer großen Karriere als Musicalstar träumt und sich selbst als überdurchschnittliches Talent sieht, die die großen Bühnen dieser Welt erobert. Als in ihrer Heimatstadt Vancouver ‘The Sound of Music‘ besetzt werden soll, wittert sie ihre große Chance, in der Hauptrolle der sanftmütigen Maria ihr Können endlich einem breiten Publikum präsentieren zu können. Doch anders als erhofft, muss sie sich im Casting ihrer Rivalin Samantha geschlagen geben und für sie bleibt noch nicht einmal eine kleine, unbedeutende Nebenrolle.
Meredith Hambrock wählt in ihrem Roman ‘She`s a Star‘ eine Protagonistin, deren Verhalten zunächst durch stark überzogene positive Selbsteinschätzung bei gleichzeitiger Abwertung ihrer Mitmenschen dargestellt wird. Schnell baut sich eine Abneigung gegen dieses egozentrische Verhalten auf, welches im weiteren Verlauf des Geschehens jedoch zunehmend nachdenklich stimmt, verstörende Erklärungen liefert und matriarchalische Strukturen genauer beleuchtet. Ausschließlich aus der Ich-Perspektive vom Jessamyn wird das Geschehen erzählt, so dass man stets im Zweifel ist, was der Wirklichkeit entspricht und wo die traumatische Selbsttäuschung einsetzt.
Ein kaum vorstellbares und überaus dramatisches Ende befasst sich mit den Auswirkungen psychischer Wahnvorstellungen, deren Ursprung in einer großen Vielfalt von Ereignissen gesucht und gefunden werden kann. Ein tiefgründiger Roman, der in seiner ihm eigenen Art fesselnde Wirkung ausübt.
In der Triggerwarnung des Buches werden ernsthaft belastende Themen angesprochen, die unbedingt beachtet werden sollten.

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Veröffentlicht am 22.05.2026

Zurück ins Leben

Die Ozeanschwimmerin
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Manchmal muss man sehr weite Wege zurücklegen, um ein Ziel zu erreichen. Es gehört viel Ausdauer und Mut dazu, sich seiner eigene Challenge zu stellen, Niederlagen einzustecken, Ängste zu überwinden, Vertrauen ...

Manchmal muss man sehr weite Wege zurücklegen, um ein Ziel zu erreichen. Es gehört viel Ausdauer und Mut dazu, sich seiner eigene Challenge zu stellen, Niederlagen einzustecken, Ängste zu überwinden, Vertrauen neu aufzubauen und persönliche Grenzen zu überwinden. Situationen im Leben, die dich völlig aus der Bahn werfen, die mehr nach Aufgeben und Hilfe schreien als nach Kampf, verlangen ein Vorwärtsschauen.
Charlotte Tarnowski zeichnet in ihrem Roman ‘Die Ozeanschwimmerin‘ das Bild einer jungen Frau, für die durch tragische Umstände von einem Moment zum darauffolgenden die ganze Welt zusammenbricht, als sie vom Tod ihres Mannes und ihres Sohnes erfährt. Schon immer hatte Sophie ebenso wie ihr Sohn eine besondere Beziehung zum Meer. Sie liebt es, in den Wellen zu schwimmen, ausdauernd zu schwimmen. So sucht sie Trost und Abstand zu den aktuellen schmerzlichen Ereignissen und stellt sich einer kolossalen Herausforderung, die auch für so eine erfahrene Schwimmerin, wie sie, erst einmal geschafft werden muss. Sie will innerhalb eines Jahres sieben Meeresstraßen bezwingen, die Ocean`s Seven Challenge, die nichts für Angsthasen und Zauderer ist. Gemeinsam mit einem kleinen Team aus Familienmitgliedern und einem Kollegen reist sie um die Welt, kämpft nicht nur im Wasser, sondern auch mit sich und ihrer Emotionen. Das dabei entstehende Projekt nimmt ungeahnte Formen an, liefert nicht nur den Beteiligten neue Sichtweisen.
Es ist eine bewegende Geschichte, die kämpferischen Protagonisten eine Plattform bietet und durch seine liebenswert natürliche als auch unterhaltende Art einen Lesesog erzeugt, dem man sich ungern entzieht.

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Veröffentlicht am 22.05.2026

Rückblick auf ein Leben

Ein Versuch, meine Liebe zu ordnen
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Christien Brinkgreve blickt in ihrem Roman ‘Ein Versuch, meine Liebe zu ordnen, auf ein Leben mit ihrem Mann, dem Intellektuellen Arend Jan Heerma van Voss zurück. Sie, eine bekannte Frauenforscherin in ...

Christien Brinkgreve blickt in ihrem Roman ‘Ein Versuch, meine Liebe zu ordnen, auf ein Leben mit ihrem Mann, dem Intellektuellen Arend Jan Heerma van Voss zurück. Sie, eine bekannte Frauenforscherin in den Niederlanden, räumt nach dem Tod ihres Mannes nicht nur das Haus auf, versucht Müll von liebenswerten Dingen zu trennen. Dabei schweifen ihre Erinnerungen zurück in vergangene Zeiten. Während beide Partner in ihrer Ehe ein selbstbestimmtes Dasein anstrebten, kam es gleichzeitig mehr und mehr zur Entfremdung, die nicht durch ein bestimmtes Ereignis zu benennen ist. Was ist geschehen?
Eifersucht, Neid, Depression aber auch Erfolg, Ehrgeiz und ein Spagat zwischen Pflichterfüllung und persönlichem Ehrgeiz sind Themen, die die Autorin anspricht, die sie für sich schonungslos aufarbeitet in einem Selbstfindungsprozess, der Ordnung in ein Gefühlschaos bringen soll. Dabei trifft sie auf schmerzliche Wahrheiten.

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Veröffentlicht am 22.05.2026

Warum?

Ich, die ich Männer nicht kannte
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Zwei Fragen stellten sich mir gleich mit Beginn des Lesens von diesem Roman. Warum sind diese neununddreißig Frauen und ein pubertierendes Mädchen in diesem Kellerverlies schwerbewacht von sechs Männern ...

Zwei Fragen stellten sich mir gleich mit Beginn des Lesens von diesem Roman. Warum sind diese neununddreißig Frauen und ein pubertierendes Mädchen in diesem Kellerverlies schwerbewacht von sechs Männern eingesperrt und was ist mit der sie umgebenden Welt geschehen? Seltsam kam mir das Verhalten der Frauen gegenüber dem jungen Mädchen vor, welches als einzige nur das Gefängnis und die Frauen kennt. Sie nehmen sie nicht in ihre Mitte auf, sondern machen sich eher lustig über ihr Unwissen zur Veränderung ihres Körpers wie die Natur die Beziehung zwischen Mann und Frau eingerichtet hat.
Eines Tages ertönt ein lautes Signal, die Bewacher ziehen ab und das vergitterte Tor öffnet sich. Die Jüngste schreitet mutig voran in die Freiheit. Doch was sie vorfinden und wie sie sich mit dieser postapokalyptischen Welt arrangieren, sind schwer zu ertragende Lebensumstände. Wiederum die junge Frau macht sich die Mühe aufzuschreiben, wie sie die Welt sieht. Doch für wen?
Ein düsterer Roman, der menschenverachtende Zeiten spiegelt und ein Entrinnen selbst in geglaubter Freiheit nicht erlaubt.

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