Reise in die Fremde
Aufbruch ins ParadiesNoch glaubt der Möbelfabrikant Gustav Berger aus Karlsruhe, einer aufstrebenden Stadt im Jahre 1884, sein schwächelndes Familienunternehmen trotz verweigertem Bankkredit retten zu können. Seine Tochter ...
Noch glaubt der Möbelfabrikant Gustav Berger aus Karlsruhe, einer aufstrebenden Stadt im Jahre 1884, sein schwächelndes Familienunternehmen trotz verweigertem Bankkredit retten zu können. Seine Tochter Hedwig blickt da skeptischer in die Verkaufszahlen und auf die Außenstände. Als Onkel Friedrich von seiner abenteuerlichen Reise um die Welt in die Heimat zurückkehrt und Station bei seiner Familie macht, schwärmt er von Neuguinea, einem Land in denen koloniale Strukturen aufgebaut werden sollen und zum Aufbruch in eine neue Heimat ruft. Ein Großbrand, dem der Familienbesitz der Bergers zum Opfer fällt, zeichnet schließlich dafür verantwortlich, dass man auswandert in jene Fremde, in eine ungewisse Zukunft. Schon während der Überfahrt mit dem Schiff geraten die familiären Bindungen in Krisenstimmungen. Die Erwartungen an die Zukunft unterscheiden sich doch grundlegend. Aber auch das Verhältnis zu den Engländern an Bord, der anderen Kolonialmacht, ist äußerst angespannt.
Es ist spannend und aufregend zugleich der Geschichte von Tara Haigh ‘Aufbruch ins Paradies‘ zu folgen. Die Erzählstränge, die aus der Sicht der drei Töchter aufgebaut sind, bringen viel Bewegung ins Geschehen und zeigen wie different doch das neue Leben erwartet wird. Eine bildhafte Sprache und die fein gezeichneten Charaktere der Protagonisten und Nebendarsteller lassen die Entfaltung einer tiefen Atmosphäre mit Sogwirkung zu.
Ich bin sehr gespannt wie es weitergeht. Der zweite Teil ‘Unter fremden Himmeln‘ wartet schon auf mich.