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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.09.2017

Ein kompromiss- und schonungsloser Thriller

Die Fährte des Wolfes
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Er ist sicherlich der exzentrischste und außergewöhnlichste Ermittler, den Stockholm zu bieten hat. Zack Herry feiert In den Nächten wilde Partys, konsumiert Drogen und versucht aus seinem eigentlichen ...

Er ist sicherlich der exzentrischste und außergewöhnlichste Ermittler, den Stockholm zu bieten hat. Zack Herry feiert In den Nächten wilde Partys, konsumiert Drogen und versucht aus seinem eigentlichen Leben zu fliehen. Tagsüber ist er ein sehr kompetenter und vor allem geradliniger Ermittler, der auch Konfrontationen nicht scheut. Sein neuer Fall führt ihn in die brutale und kaltblütige Welt der Prostitution und des Menschenhandels. Vier Frauen thailändischer Herkunft  werden, von mehreren Schüssen getötet, in einer Stock-holmer Wohnung aufgefunden. Die Ermittlungen führen in die organisierte Kriminalität und deuten auf einen Bandenkrieg hin. Schnell taucht Zack Herry und sein Team in die Szene ein und gerät direkt in große Gefahr...


"Die Fährte des Wolfes" ist der erste Band einer neuen Thriller-Reihe um den schwedischen Ermittler Zack Herry. Das Autoren-Duo Mons Kallentoft und Markus Lutteman haben mit ihrem Hauptprotago-nisten einen interessanten und nicht ganz gewöhnlichen Ermittler geschaffen, der beim Leser sicherlich nicht ausschliesslich Sympathiepunkte sammeln wird. Gerade dieser Umstand verleiht dem Thriller aber auch seinen besonderen Charme. Die Geschichte spielt in einem sehr rauen Milieu und der Schreibstil der Autoren passt sich diesem auch hervorragend an. Sie erzählen die Geschichte in kurzen und prägnanten Sätzen, was dem Buch eine Härte aber auch gleichzeitig eine Authentizität verleiht. Die Schilderungen sind stellenweise schon sehr grausam und blutrünstig, was zartbesaitete Leser abschrecken wird. Die Spannung hingegen wird direkt zu Beginn des Buches aufgebaut und über die gesamte Länge des Buches aufrecht gehalten. Immer wieder veranlassen plötzliche Wendungen und Ereignisse zu neuen Überlegungen der Täterschaft und der Tathintergründe. Das Buch konnte mich wirklich fesseln und der sehr flüssig zu lesende Schreibstil erhöhte den Unterhaltungs-wert des Thrillers. Ein hoffnungsvoller Beginn der Thriller-Reihe, der mich auf einige Folgebände hoffen lässt.


Ein sicherlich recht harter, aber auch sehr packender Thriller, der Liebhabern von spannungsgeladenen Büchern einige unterhaltsame Stunden bescheren wird. Ich empfehle das Buch sehr gerne weiter und bewerte "Die Fährte des Wolfes" mit fünf von fünf Sternen!!!

Veröffentlicht am 12.09.2017

Gelungenes Krimidebut

Blutvilla
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Die Millionärin Johanna Krogmann war sicherlich alles andere als beliebt. Als Nachfolgerin ihres verstorbenen Vaters hat sie mit ihren Machenschaften die gesamte Belegschaft und somit mehr als die Hälfte ...

Die Millionärin Johanna Krogmann war sicherlich alles andere als beliebt. Als Nachfolgerin ihres verstorbenen Vaters hat sie mit ihren Machenschaften die gesamte Belegschaft und somit mehr als die Hälfte der Gemeinde Flintbek gegen sich aufgebracht. Als die Unternehmerin eines Morgens tot in ihrer Villa aufgefunden wird, ist natürlich die Anzahl der Verdächtigen dementsprechend groß. Eine Herausforderung für Hauptkommissar Sven Fricke aus dieser Vielzahl der potentiellen Täter den wirklichen Mörder zu finden. Unterstützend steht ihm hierbei die attraktive Staatsanwältin Elena Karinoglous zur Seite, aber zunächst fruchtet die Zusammenarbeit nicht wirklich...


Stefanie Gregg und Paul Schenke haben mit "Blutvilla" ihr erstes gemeinsames Krimiwerk geschaffen. Sie erzählen die Geschichte in einem sehr flüssig zu lesenden Schreibstil und die beiden Hauptpro-tagonisten werden interessant charakterisiert. Gerade das Zusammenspiel der Beiden sorgt für Spannung und Unterhaltung. Die Konstellation mit der Vielzahl der Verdächtigen gibt ein klassisches Szenario für einen Kriminalroman ab und lädt natürlich zum Miträtseln ein. Dies gestaltet sich durch immer wieder neue Begebenheiten und plötzliche Wendungen zu einem schwierigen Unterfangen. Das Tempo in dem Buch wird auf hohem Niveau gehalten was auch durch die sehr unterhaltsamen Konversationen von Sven Fricke und Elena Karinoglous unterstützt wird. So herrscht trotz des Mordes eine lockere Atmosphäre, und ich fühlte mich zu jeder Zeit gut unterhalten. Die Protagonisten haben Spaß gemacht und es bleibt zu hoffen, dass esnoch weitere Fälle für das neue Dream-Team geben wird.


"Blutvilla" ist aus meiner Sicht ein sehr unterhaltsamer und temporeicher Regionalkrimi. Ich empfehle das Buch sehr gerne weiter und bewerte es mit guten vier von fünf Sternen. 

Veröffentlicht am 07.09.2017

Ein Toter im Kreis der Adligen

Miss Daisy und der Tote auf dem Eis
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Im Jahre 1923 fasst die verwaiste Daisy Dalrymple einen außerge-wöhnlichen Entschluss, sie will trotz ihrer adligen Abstammung auf eigenen Füßen stehen und für ihren Lebensunterhalt mit der Arbeit einer ...

Im Jahre 1923 fasst die verwaiste Daisy Dalrymple einen außerge-wöhnlichen Entschluss, sie will trotz ihrer adligen Abstammung auf eigenen Füßen stehen und für ihren Lebensunterhalt mit der Arbeit einer Journalistin das nötige Geld verdienen. Ihr erster Auftrag führt sie zu dem Gut des Grafen Wentwater, über dessen Domizil und sein Leben ein Artikel verfasst werden soll. Die nötigen Fotos will sie mit ihrer eigenen Kamera ebenfalls beisteuern, so dass sie sich ganz allein auf den Weg macht. Miss Daisy ist kaum auf dem Gut Wentwater angekommen, da wird ein Besucher des Grafen tot auf der angrenzenden Wasseroberfläche eines Teiches aufgefunden. Die ersten Vermutungen eines tragischen Unfalls bestätigen sich nicht und sowohl Miss Daisy als auch der herbeigerufene Inspector Alec Fletcher sind sich schnell sicher, dass es sich um einen Mord handeln muss...
Carola Dunn entführt uns in "Miss Daisy und der Tote auf dem Eis" nach England in die Zeit der Zwanziger. Die Autorin schafft es mit ihrem bildreichen und  sehr flüssig zu lesenden Schreibstil, die Atmosphäre und die Gepflogenheiten der damaligen Zeit hervorragend einzufangen. Die Hauptprotagonistin war mir mit ihrem Selbstbewusstsein und für die Zwanziger modernen Einstellung schnell sympathisch, so dass es Spaß machte, ihren ersten Auftrag als Journalistin, der völlig anders verlief, wie gedacht, zu begleiten. Das Buch entwickelt sich zu einem klassischen, englischen Kriminalroman ala Agatha Christie. Es werden einige Verdächtige herausgearbeitet und die Lösung des Rätsels kann ausschließlich über intensive Befragungen dieser Personen und beste Kombinationsfähigkeiten der Ermittler gelöst werden. So ist hier auch der Leser gefragt, immer wieder neue Überlegungen bezüglich der Täterschaft anzustellen. Dies führt ohne großes Blutvergießen zu einer spannenden und kurzweiligen Krimiunterhaltung mit dem Charme des adligen Englands. Sehr interessant sind auch die damaligen Gepflogen-heiten herausgearbeitet, die dem Buch ihren ganz besonderen Charme verleihen. "Miss Daisy und der Tote auf dem Eis" ist der gelungene Auftakt einer Reihe um die sympathische und hilfsbereite Journalistin mit kriminalistischem Gespür.
Mit hat das Buch hervorragend gefallen und ich freue mich schon auf die weiteren Fälle von Miss Daisy. Ich empfehle das Buch sehr gerne weiter und bewerte es mit fünf von fünf Sternen!!!

Veröffentlicht am 07.09.2017

In der Ruhe liegt die Kraft

Ein irischer Dorfpolizist
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Patrick James Collins ist Polizist in dem kleinen irischen Dorf Duneen. Die Gemeinde wirkt eher verschlafen und Verbrechen scheint es hier nicht zu geben. Daher wird der korpulente aber dennoch unauffällige ...

Patrick James Collins ist Polizist in dem kleinen irischen Dorf Duneen. Die Gemeinde wirkt eher verschlafen und Verbrechen scheint es hier nicht zu geben. Daher wird der korpulente aber dennoch unauffällige PJ so gut wie gar nicht wahrgenommen. Eines Tages werden aber bei Bauarbeiten menschliche Knochen gefunden. Die seit Jahren vergrabenen Knochen weisen sich als männliches Skelett heraus und schnell werden Erinnerungen an den in der Vergangenheit plötzlich verschwundenen Tommy Burke wach. Kann es sich bei dem Toten um den jungen Farmer handeln? Was ist damals geschehen? Hat es wohlmöglich einen Mord in der Gemeinde gegeben? PJ ist nun gefordert zu zeigen, dass doch ein guter Ermittler in ihm steckt...

Graham Norton hat in "Ein irischer Dorfpolizist" hervorragend die gemütliche Atmosphäre eines kleinen verschlafenen Dorfes eingefangen. Er erzählt die Geschichte in einem bildreichen und sehr ruhigen Schreibstil, welcher dem Buch seinen Charme verleiht. Allerdings entstanden aus meiner Sicht daraus auch gerade zu Beginn des Buches einige Längen, die es zu überstehen galt. Spannend und interessant ist der Charakter des Hauptprotagonisten Patrick James Collins als Dorfpolizist. Im Verlaufe des Buches findet eine Entwicklung der Person von einem unsicheren und zurück-gezogenen Mann zum engagierten Ermittler mit der Sehnsucht nach Anerkennung innerhalb seiner Gemeinde statt. Das Rätsel um die aufgefunden Knochen bringt einige Geheimnisse in Duneen ans Tageslicht, die immer wieder ein Umdenken zu den vermeintlichen Hintergründen einfordern. Der Spannung wird somit Rechnung getragen, obwohl es sich bei "Ein irischer Dorfpolizist" gar nicht um einen Kriminalroman handelt.

Mit Charly Hübner, den ich auch als Schauspieler sehr schätze, konnte aus meiner Sicht eine sehr geeignete Stimme für die Hörbuchfassung gewonnen werden. Gerade seine ruhige und tiefe Stimme passt hervorragend zu der getragenen und verschlafenen Stimmung des irischen Dorfes.

Insgesamt handelt es sich aus meiner Sicht bei "Ein irischer Dorfpolizist" um einen gelungen Roman, der vom Argon Verlag passend in eine Hörbuchfassung umgesetzt wurde. Ich kann diese nach dem Hören durchaus  weiterempfehlen und bewerte sie mit vier von fünf Sternen.

Veröffentlicht am 04.09.2017

Manipulation

Allmacht
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Der Schweizer Kommissar Maxim Charkow wird zum Fundort der Leiche von Igor Komarow gerufen. Der tote war ein russischer Milliardär aus der High-Society. Die Spuren am Tatort deuten allen auf ein Beziehungsdrama ...

Der Schweizer Kommissar Maxim Charkow wird zum Fundort der Leiche von Igor Komarow gerufen. Der tote war ein russischer Milliardär aus der High-Society. Die Spuren am Tatort deuten allen auf ein Beziehungsdrama hin. Nur Kommissar Charkow will den allzu deutlichen Spuren nicht trauen und hält sie für inszeniert. Er ermittelt mit seinem Team weiter und stößt auf sehr brisante Informationen aus der russischen High-Society. Die Motivation der Tat scheint in eine ganz andere Richtung zu deuten und von höchsten Kreisen auszugehen. Der Fall wird immer vielschichtiger und bringt die Ermittler in höchste Gefahr...


Ich bin als Quereinsteiger in die Reihe um den sympathischen Ermittler Maxim Charkow eingestiegen. "Allmacht" ist bereits der vierte Band, aber ich hatte zu keiner Zeit Schwierigkeiten der Handlung zu folgen. Der Hauptprotagonist wird als Ermittler mit dem Gespür für Wahrheiten und Zusammenhänge geschildert. Er hatte ein tolles Team um sich geschart und kann so den Kampf gegen das Böse aufnehmen. Der Autor Marcus Richmann erzählt die Geschichte in einem bild- und vor allem temporeichen Schreibstil, der sich sehr flüssig lesen lässt. Mit der Russland-Thematik und der Manipulation des menschlichen Gehirrns hat er zwei brisante Themen miteinander kombiniert, ohne sich dabei zu vergaloppieren. Die Geschichte wirkte auf mich nicht überfrachtet und war jederzeit nachvollziehbar und spannend konzipiert. Der Spannungsbogen wird zu Beginn des Buches mit den mysteriösen Todesfällen bei einer Bergtour im Ural aufgebaut und mit viel Tempo und immer wieder neuen Wendungen auf einem hohen Niveau gehalten. Auch das Finale kann mit Dramatik und Tempo überzeugen und rundet den Kriminalroman sehr gut ab.


Insgesamt fühlte ich mich mit der Mischung aus Spionage-, Wirtschafts- und Kriminalroman bestens unterhalten und ich empfehle das Buch sehr gerne weiter. Meine Bewertung fällt daher mit fünf von fünf Sternen entsprechend positiv aus.