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Veröffentlicht am 03.10.2024

Familienbeziehungen

Cascadia
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Die beiden Schwestern Elena und Sam leben mit ihrer schwerkranken Mutter auf einer Insel im Nordwesten der Vereinigten Staaten von Amerika. Durch die Pflege der Mutter sind sie gebunden und der große Traum ...

Die beiden Schwestern Elena und Sam leben mit ihrer schwerkranken Mutter auf einer Insel im Nordwesten der Vereinigten Staaten von Amerika. Durch die Pflege der Mutter sind sie gebunden und der große Traum der Beiden ist, eines Tages diesen Ort gemeinsam zu verlassen und die Welt neu zu entdecken. Der Weg dorthin ist nicht einfach, denn die Krankheit der Mutter verursacht hohe Kosten und das Familienleben muss so hart erarbeitet werden. Ständig lebt die Familie an der Existenzgrenze und das Eigenheim soll später durch einen Verkauf den Weg ebnen. Die plötzliche Begegnung mit einem riesigen Bären vor ihrem Haus verändert aber alles. Während Sam ihn als gefährlichen Widersacher sieht, fühlt sich Elena dem Bären hingezogen. Wird sich eine der Schwestern von der anderen abwenden?

Die amerikanische Autorin Julia Phillips hat bereits mit ihrem Debüt "Das verschwinden der Erde" im Jahre 2021 auf sich aufmerksam gemacht. Ich bin daher mit einer hohen Erwartungshaltung in den Roman gestartet. Julia Phillips erzählt die Geschichte in einem ruhigen und sehr angenehm zu lesenden Schreibstil, der mich schnell in den Nordwesten der USA entführte. Hier kämpfen die beiden Hauptprotagonistinnen um das tägliche Überleben und die plötzliche Erscheinung eines in der Region völlig untypischen Grizzly-Bärs stellt den Zusammenhalt und das so eingefahrene Leben komplett in Frage. Die spannende Frage, der sich der Roman hier widmet ist, wie die beiden Schwestern mit der Situation umgehen und wie gut sie sich letzten Endes wirklich kennen. Der zwischenmenschliche Konflikt mit all seinen Auswirkungen sorgt für viele Spannungsmomente, der den so engen Vertrauten in einem anderen Licht erscheinen lässt.

Insgesamt ist "Cascadia" ein außergewöhnlicher, emotionaler und nicht vorhersehbarer Roman, der in Anlehnung eines Märchens in das Beziehungsgeflecht zweier Schwestern eindringt und für dramatische Entwicklungen sorgt. Das ganze wird ruhig und gekonnt erzählt, was das Buch für mich lesenswert macht. Ich empfehle es daher gerne weiter und bewerte es mit guten vier von fünf Sternen.

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Veröffentlicht am 03.10.2024

Rätselhafte Kreuzfahrt

Kein Land in Sicht
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Eine Frau wacht an Bord eines Kreuzfahrtschiffes auf und kann sich an nichts erinnern, noch nicht einmal an ihren Namen. Sie ahnt das etwas Schreckliches geschehen ist und nimmt zunächst die ihr angedachte ...

Eine Frau wacht an Bord eines Kreuzfahrtschiffes auf und kann sich an nichts erinnern, noch nicht einmal an ihren Namen. Sie ahnt das etwas Schreckliches geschehen ist und nimmt zunächst die ihr angedachte Rolle als Animateurin an Bord des Schiffes an. Dabei versucht sie verzweifelt Erinnerungen wachzurufen und das große Geheimnis, welches das Schiff und seine Besatzung umgibt, zu lüften. Nach und nach ahnt sie, warum sie an Bord ist und beginnt eine Suche, bei der die Zeit ihr großer Gegner ist...

Die Autorin Christina Pertl hat mit "Kein Land in Sicht" ihr Thriller-Debüt veröffentlicht. Sie erzählt die Geschichte in einem temporeichen und sehr flüssig zu lesenden Schreibstil, wobei sie mit vielen kurzen Sätzen und Perspektivwechseln arbeitet. Der Spannungsbogen wird mit der Verwirrung um die Identität der Frau direkt zu Beginn des Buches gut aufgebaut, kann aber aus meiner Sicht nicht über die gesamte Länge des Buches aufrechtgehalten werden. Der Ansatz den Thriller ohne jegliche Details über die Hintergründe möglicher Taten oder Ermittler aufzubauen ist ein interessanter, aber er sorgte gerade in der ersten Hälfte des Buches für einige Längen. Den Protagonisten fehlte es leider auch an Tiefe, was aber anhand der ungewissen Identität nicht verwunderlich ist. Zum Ende hin nimmt die Handlung noch einmal ordentlich an Spannung auf, konnte mich dann aber auch nicht mehr richtig fesseln.

Insgesamt ist "Kein Land in Sicht" für mich ein etwas durchwachsener Kriminalroman, der eigentlich mit einer ordentlichen Story und einem rasanten Erzählstil verheißungsvoll daherkommt. Ich bin daher auf das nächste Werk der Autorin gespannt, in dem sie vielleicht ihr Potential mehr entfachen kann. Ich bewerte das Buch daher mit drei von fünf Sternen.

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Veröffentlicht am 24.09.2024

Der Ruf des Vogels

Abgrundtiefer Hass
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Durch Zufall gerät Hauptkommissar Nik Kohonen in einen Entführungsfall. Geistesgegenwärtig nimmt er die Verfolgung auf und kurze Zeit später kann der entführte Junge Yanis aus einem verlassenen Brunnen ...

Durch Zufall gerät Hauptkommissar Nik Kohonen in einen Entführungsfall. Geistesgegenwärtig nimmt er die Verfolgung auf und kurze Zeit später kann der entführte Junge Yanis aus einem verlassenen Brunnen befreit werden. Die erste Erleichterung wird aber von einem schrecklichen Fund im Brunnen überschattet, es handelt sich um menschliche Knochen eines anderen Jungen, der vor Jahren ein scheinbar ähnliches Schicksal erlitt und nicht gefunden wurde. Nik Kohonen versucht über Yanis eine Spur zum alten Fall zu finden, stößt aber auf eisernes Schweigen...

Die Autorin Helene Falk hat mit "Abgrundtiefer Hass" einen aus meiner Sicht packenden Thriller geschrieben. Sie erzählt die Geschichte in einem temporeichen und hervorragend zu lesenden Schreibstil, der mich schnell in den Bann ziehen konnte. Der Spannungsbogen wird mit der Entführung zu Beginn des Buches sehr gut aufgebaut und über den alten Fall und die fortschreitenden Ermittlungen auf einem aus meiner Sicht hohen Niveau gehalten. Helene Falk gelingt es ein düsteres Szenario zu erzeugen und bringt über den vermeintlichen "Vogel" einen fast mystischen Effekt ins Spiel. Die schwer vorhersehbare Handlung wirkt sehr gut konzipiert und ließ mich bis zum fulminanten Finale, welches das Ganze mit einer gut nachvollziehbaren Auflösung gelungen abrundet, nicht mehr los.

Insgesamt ist "Abgrundtiefer Hass" ein für mich mehr als gelungener Thriller, der mir einige spannende Lesestunden bescherte. Er überzeugte mich in erster Linie mit einer wirklich clever inszenierten Story, interessanten Protagonisten und dem Erzähltalent der Autorin. Es handelt sich hier um den zweiten Band der Reihe um Nik Kohonen und ich bin gespannt auf weitere Fälle. Ich empfehle das Buch daher sehr gerne weiter und bewerte es mit den vollen fünf von fünf Sternen.

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Veröffentlicht am 23.09.2024

Spannender Fall im historischen Gewand

Maybrick und die Toten vom East End
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Anfang des 20. Jahrhunderts übernimmt Joseph Maybrick in London den Posten des Divisionsinspektors und versucht Gerechtigkeit in das schwierige Umfeld, aus dem er selber stammt, zu bringen. Die Slums sind ...

Anfang des 20. Jahrhunderts übernimmt Joseph Maybrick in London den Posten des Divisionsinspektors und versucht Gerechtigkeit in das schwierige Umfeld, aus dem er selber stammt, zu bringen. Die Slums sind voll von Gewalt und Überlebenskampf, aber als Maybrick zum Fundort einer Kinderleiche gerufen wird, ist das Ausmaß der Gewalt eine besonderes. Gerade ein so wehrloses Opfer macht den Ermittler wütend und treibt ihn mit Sorge um, dass es sich nicht um einen Einzelfall handelt. Mit vollem Einsatz macht er sich auf die Suche nach dem Täter, um weitere Kinderopfer zu vermeiden...

Das aus meiner Sicht sehr gelungene Cover hat mich angesprochen und zum historischen Kriminalroman "Maybrick & die Toten vom Eastend" greifen lassen. Es ist das Debüt der deutschen Autorin Vanessa Glas, sie erzählt die Geschichte in einem ruhigen und gut zu lesenden Schreibstil, der mich mehr als hundert Jahre in die Vergangenheit entführte und mir die Geschehnisse bildreich vor Augen führte. Der Spannungsbogen wird mit dem Auffinden der Kinderleiche sehr gut aufgebaut und über die schwierigen Ermittlungen auf einem aus meiner Sicht ordentlichen Niveau gehalten. Vanessa Glas legt viel Wert auf die doch düstere und ärmliche Atmosphäre der damaligen Zeit und es gelingt ihr, diese authentisch einzufangen und in die fiktive Geschichte einzubinden. Die historischen Informationen wirken dabei sehr gut recherchiert und tragen zum Gelingen des Buches bei. Etwas Schwierigkeiten hatte ich mit dem Wechseln zwischen den doch zahlreichen Protagonisten, was sich aber mit der Zeit einstellte.

Insgesamt ist "Maybrick & die Toten vom Eastend" ein für mich gelungener historischer Kriminalroman, der mich in erster Linie mit der spannenden historischen Einordnung und einer gelungenen Storyline überzeugen konnte. Ich bin auf einen möglichen Nachfolger sehr gespannt, empfehle das Buch sehr gerne weiter und bewerte es mit guten vier von fünf Sternen.

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Veröffentlicht am 31.08.2024

Harter und megaspannender Thriller

Der Totenarzt (Ein Hunter-und-Garcia-Thriller 13)
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Die beiden Detectives Robert Hunter und Carlos Garcia vom LAPD Ultra Violent Crimes Unit bekommen es mit einem neuen außergewöhnlichen Fall zu tun. Durch Zufall entdeckt die Gerichtsmedizinerin Dr. Hove ...

Die beiden Detectives Robert Hunter und Carlos Garcia vom LAPD Ultra Violent Crimes Unit bekommen es mit einem neuen außergewöhnlichen Fall zu tun. Durch Zufall entdeckt die Gerichtsmedizinerin Dr. Hove bei der Obduktion eines Unfallopfers, dass die Person beim Unfall bereits tot war und vorher unglaublichen Qualen ausgesetzt worden ist. Der sehr clevere Täter macht es den beiden Ermittlern nicht leicht, denn er hinterlässt keine Spuren und seine Vorgehensweise lässt weitere Opfer vermuten. Es beginnt ein Wettlauf mit der Zeit und der Täter schient immer ein Schritt voraus zu sein...

Totenarzt ist bereits der dreizehnte Band um die beiden charismatischen Ermittler Robert Hunter und Carlos Garcia. Die vorherigen Bände bescherten mir bereits mehr als spannende Lesestunden, so dass ich mit viel Vorfreude und einer hohen Erwartungshaltung in den neuen fall gestartet bin. Der Autor Chris Carter erzählt die Geschichte in seinem hervorragend zu lesenden Schreibstil, mit dem er gerne die Grenzen des Leids austestet. Wie die Spezialeinheit der Beiden mit Ultra Violence schon vermuten lässt ist auch der neue Fall nicht für Zartbesaitete geeignet. Chris Carter gelingt es aber wieder einen schockierenden Fall zu kreieren, ohne aber aus meiner Sicht die Grenzen zu überschreiten. Der Spannungsbogen wird mit der rätselhaften Auffindesituation des ersten Opfers gut zu Beginn des Buches aufgebaut und über die mehr als ereignisreiche Ermittlungsarbeit auf einem immer weiter steigenden Niveau gehoben. Auch wenn sich der Verlauf ein wenig erahnen lässt, war ich bis zur letzten Seite völlig in den Bann gezogen. Das fulminante Finale rundet das Buch mit einer gut nachvollziehbaren Auflösung gelungen ab.

Insgesamt ist "Der Totenarzt" die für mich mehr als gelungene Fortsetzung einer außergewöhnlichen Thriller Reihe, die mit spektakulären Fällen, äußerst interessant gezeichneten Protagonisten und dem Erzähltalent des Autors überzeugen kann. Ich freue mich bereits auf den nächsten Fall, empfehle das Buch sehr gerne weiter und bewerte es dementsprechend mit den vollen fünf von fünf Sternen.

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