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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 06.03.2017

Fesselnder schwedischer Thriller

Der Mörder und das Mädchen
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Cornelia Göransson hat nur noch ein Ziel, sie will mit ihrem Kind Astrid ihren gewalttätigen Mann und Vater ihres Kindes Hans Göransson verlassen. Jede Nacht wird für Sie zur Überwindung und sie kann vor ...

Cornelia Göransson hat nur noch ein Ziel, sie will mit ihrem Kind Astrid ihren gewalttätigen Mann und Vater ihres Kindes Hans Göransson verlassen. Jede Nacht wird für Sie zur Überwindung und sie kann vor Angst kein Auge zu tun. Doch der Tag naht, an dem sie in eine neue Wohnung ziehen kann, um dies Kapitel ihres Lebens hinter sich zu lassen. Doch so einfach, wie sich das Ganze vorstellt, wird es nicht. An dem Morgen, wo sie ihn verlassen will, findet sie ihn ermordet in seinem Schlafzimmer vor. Nach dem ersten Schrecken stellt sich bei Cornelia auch Erleichterung ein, da ihr nun aufgrund des Vermögens ihres Mannes ein unbeschwertes Leben bevorsteht. Leider deutet dies und einige weitere Hinweise darauf hin, dass Cornelia mit dem Tod ihres Mannes zu tun hat. Wird ihr Leben nun eine erneute Wendung nehmen? Oder ist sie wirklich für den Mord verantwortlich?

In "Der Mörder und das Mädchen" baut die Autorin Sofie Sarenbrant ein sehr clever konzipierte Geschichte um eine Frau auf, die aus ihrem bisherigen Leben fliehen will. Mit ihrer temporeichen und lebendigen Sprache und den interessant charakterisierten Protagonisten ist es ihr gelungen, mich schnell an das Buch zu fesseln. Sie erzählt die Geschichte in vielen kurzen Kapiteln, die jeweils mit einem Perspektiv-wechsel verbunden sind. Dies macht die Protagonisten mit ihren Gefühlen und Gedanken erlebbarer und gibt dem Buch ein zusätzliches Tempo. Immer mehr vernetzen sich die einzelnen Personen zu einem spannenden Konstrukt. Die Spannung wird mit der Angst von Cornelia Göransson aufgebaut und über den Tod ihres Mannes und neuen Wendungen und Informationen auf hohem Niveau gehalten, um dann in einem für mich überraschenden Finale zu enden. Es gibt immer wieder Gelegenheit eigene Überlegungen bezüglich des Täters und dem Hintergrund der Taten anzustellen, wobei es Sofie Sarenbrant aber gelingt, den Leser ein ums andere mal in eine Sackgasse zu manövrieren.

Insgesamt konnte mich das Debut der schwedischen Autorin begeistern, so dass ich "Das Mädchen und der Mörder" gerne weiterempfehle und mit fünf von fünf Sternen bewerte.

Veröffentlicht am 03.03.2017

Gelungene Fortsetzung

Secret Fire
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Der Fluch lastet noch immer auf Sacha und die Zeit bis zu seinem 18. Geburtstag läuft gnadenlos weiter. Taylor versucht mit aller Macht ihre Kräfte zu ergründen und beherrschen, um Sacha im entscheidenden ...

Der Fluch lastet noch immer auf Sacha und die Zeit bis zu seinem 18. Geburtstag läuft gnadenlos weiter. Taylor versucht mit aller Macht ihre Kräfte zu ergründen und beherrschen, um Sacha im entscheidenden Moment tatkräftig zur Seite zu stehen. Aber dies gestaltet sich doch deutlich schwieriger als gedacht und die Nervosität bezüglich der vorangeschrittenen Zeit steigt. Als ihr wahrer Feind nun auch noch in Erscheinung tritt und seine scheinbar unendlichen Kräfte demonstriert bleibt nur noch wenig Hoffnung. Wird es gelingen den uralten Fluch zu brechen? Immerhin gibt es erste Hinweise, wie es möglich zu sein scheint...

Der erste Teil von Secret Fire hat mir gut gefallen und konnte mich in erster Linie mit der erfrischenden und lebendigen Schreibweise der Autorin C.J. Daugherty überzeugen. Sie schließt im zweiten Teil gleich nahtlos an und wir befinden uns direkt mitten in der Handlung. Die Fantasywelt die hier geschaffen wurde bleibt zwar weiterhin noch etwas vage beschrieben, aber auch durch das erste Auftreten des Feindes und durch das Studium alter Bücher in der Bibliothek werden einige Geheimnisse ans Licht gebracht. Die beiden Hauptprotagonisten überzeugen in ihren Rollen und ich habe mit ihnen gegen die Zeit gefiebert, um das Rätsel des Fluchs zu lösen. Die Spannung, die dadurch entsteht wird immer wieder durch neue Konfrontationen und Wendungen aufrechtgehalten und bleibt auch bis zum rasanten Finale bestehen.

Insgesamt kann der zweite Teil von Secret Fire ebenfalls überzeugen, so dass ich den Zweiteiler gerne weiterempfehle und mit vier von fünf Sternen bewerte.

Veröffentlicht am 03.03.2017

So spannend und fesselnd kann Geschichte sein...

Das Adenauer-Komplott
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Der zweite Weltkrieg steht kurz vor dem Ende und der Frieden wird von vielen herbeigesehnt. Ebenso ergeht es dem ehemaligen Kampfpiloten Maximilian Engel, der dies in einer Kneipe etwas alkoholisiert kundtut ...

Der zweite Weltkrieg steht kurz vor dem Ende und der Frieden wird von vielen herbeigesehnt. Ebenso ergeht es dem ehemaligen Kampfpiloten Maximilian Engel, der dies in einer Kneipe etwas alkoholisiert kundtut und damit die Gestapo auf den Plan ruft. Diese verhängnisvolle Nacht soll sein weiteres Leben auf Dauer prägen. In der scheinbar hoffnungslosen Situation der Haft, in der ihm Folter und Tod drohen kommt ihm eine rätselhafte Frau namens Luisa zur Hilfe. Sie garantiert ihm die Freiheit, wenn es ihm gelingt auf seiner Flucht den ehemaligen Kölner Oberbürgermeister Konrad Adenauer ebenfalls zu befreien. Das Schicksal der beiden Personen soll sich von nun an verbinden.

Ich kannte bisher nur einen rein fiktiven Roman vom Autor Sebastian Thiel. "Das Adenauer-Komplott" war für mich der erste Kriminalroman von ihm, in dem Fiktion mit Realität kombiniert wird. Ihm ist es mit seinem sehr lebendigen und temporeichen Schreibstil gelungen, mich in die damalige Zeit zu versetzen. Die Geschichte ist sehr clever inszeniert und der Spannungsbogen wird direkt zu Beginn aufgebaut. Mich hat in erster Linie der realistische Hintergrund fasziniert, welcher auf mich einen sehr gut recherchierten Eindruck machte. Der Charakter des ehemaligen Kampfpiloten, welcher mittlerweile nicht mehr hinter seinen Taten steht und nach seiner Gefangenschaft als entnazifiziert gilt ist besonders interessant dargestellt. Es hat mich fasziniert seinem Schicksal zu folgen und dabei einen Einblick in den politischen Aufbau der Bundesrepublik Deutschland zu erhalten. Das Ganze wird in den spannenden Rahmen eines Polit-Krimis gepackt und kann mit einem fulminanten und für mich noch sehr überraschenden Ende weiter punkten.

"Das Adenauer-Komplott ist für mich ein absolut fesselnder historischer Kriminalroman, der mir einige spannende Stunden beschert hat. Ich empfehle ihn daher sehr gerne weiter und bewerte das Buch mit fünf von fünf Sternen

Veröffentlicht am 02.03.2017

Spannender Einblick in das Leben von Martin Luther und seiner Familie

Die Mutter des Satans
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Lucas Cranach, ein bedeutender Maler der Renaissance, beabsichtigt Margarethe und Hans Luder zu portraitieren. Es handelt sich bei den beiden um die Eltern von Martin Luther und gerade bei der Mutter Margarethe ...

Lucas Cranach, ein bedeutender Maler der Renaissance, beabsichtigt Margarethe und Hans Luder zu portraitieren. Es handelt sich bei den beiden um die Eltern von Martin Luther und gerade bei der Mutter Margarethe versucht er durch ihre Erzählungen und Erinnerungen ihre Seele zu ergründen, um dem Bild Leben und Tiefe zu geben. Die Eindrücke gewähren einen Einblick in ein bewegendes und schicksalhaftes Leben, aus dem eine historisch bedeutende Person entstanden ist. Es beginnt im Jahre 1483 mit der schwierigen Geburt von Martin Luther und der dadurch bedingten besonderen Verbindung zwischen Mutter und Kind. Gerade diese gegenseitige Liebe wird in den folgenden Jahren immer wieder vor neue Heraus-forderungen gestellt.


Die Geschwister Claudia und Nadja Beinert haben gemeinsam schon einige historische Romane geschrieben, welche immer wieder gute Bewertungen erhalten haben. "Die Mutter des Satans" war mein erstes Buch der Beiden und meine hohen Erwartungen konnten voll und ganz erfüllt werden. Ihnen ist es mit ihrer sehr bildreichen und lebendigen Schreibweise gelungen mich in den Anfang des 16. Jahrhunderts zu entführen und mir die spannende Lebensgeschichte von Margarethe Luder näher zu bringen. Passend zum Lutherschen Jubiläumsjahr war es für mich sehr interessant, das damalige Leben und die Denkweisen zu verfolgen, um der bekannten Thesenver-öffentlichung durch Martin Luther die entsprechende Bedeutung für die Zeit beizumessen. Erst hier wurde mir klar, welcher Mut und welches Durchhaltevermögen notwendig war, diesen Schritt zu gehen und welche Auswirkungen er auf das persönliche Umfeld von Martin Luther hatte. Es lässt mich die historischen Ereignisse in einem andere Licht sehen.


Sehr gut gefallen hat mir dabei, dass es den beiden Autorinnen gelingt, die Geschehnisse authentisch und real erscheinen zu lassen, was einem gut recherchierten historischen Hintergrund geschuldet ist. Insgesamt war das Buch für mich ein spannender Einblick in eine vergangene Zeit und hat ein bekanntes historisches Ereignis durch das Einbinden fiktiver Elemente erlebbar gemacht. Ich empfehle das Buch daher sehr gerne weiter und bewerte es mit fünf von fünf Sternen. 

Veröffentlicht am 25.02.2017

Guter Regionalkrimi aus München

Schickimicki
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Petra Malterer wird tot aufgefunden. Die wohlhabende und gutaussehende Frau aus der "besseren Gesellschaft" Münchens wurde erschossen und die beiden Ermittler Alois Schön und Natascha Frey nehmen die Recherchen ...

Petra Malterer wird tot aufgefunden. Die wohlhabende und gutaussehende Frau aus der "besseren Gesellschaft" Münchens wurde erschossen und die beiden Ermittler Alois Schön und Natascha Frey nehmen die Recherchen auf. Zunächst setzen sie sich mit dem direkten Familienumfeld auseinander und stoßen dabei auf reservierte und emotionsarme Reaktionen. Ist der Töter wirklich im familieren Umfeld zu finden? Plötzlich wird eine zweite Frau tot aufgefunden, wobei viele Parallelen zum ersten Mord festgestellt werden. Ist ein Serientäter in München unterwegs? Alois und Nataschas Ermittlungen fangen quasi wieder bei null an...


Schickimicki ist der zweite Kriminalroman von Ulrich Radermacher um die beiden sympathischen Ermittler Alois Schön und Natascha Frey. "Saukerl" konnte mich schon überzeugen und "Schickimicki" schließt hier nahtlos an. Der Autor erzählt die Geschichte in einem sehr temporeichen und lebendigen Schreibstil, der mich schnell an die Geschichte gefesselt hat. Spannung wurde gleich zu Beginn des Buches mit dem Tod von Petra Malterer aufgebaut und es wird im Anschluss sehr viel Wert auf die Ermittlungsarbeiten gelegt. Es bieten sich daher immer wieder Gelegenheiten nach neuen Erkenntnissen und plötzlichen Wendungen eigene Überlegungen anzustellen bezüglich der möglichen Täterschaft. Das Finale der clever konzipierten Story konnte mich überraschen, war dabei aber auch gut nachvollziehbar und nicht plötzlich aus dem Hut gezaubert.


Insgesamt konnte mich Schickimicki gerade auch mit den beiden sympathischen Hauptprotagonisten überzeugen, so dass ich den Kriminalroman mit vier von fünf Sternen bewerte und gerne weiterempfehle. Es bleibt zu hoffen, noch weitere Fälle des Ermittler-Duos verfolgen zu können.