Profilbild von MaddinLiest

MaddinLiest

Lesejury Star
offline

MaddinLiest ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit MaddinLiest über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 26.05.2024

Das tote Schneewittchen

Lavendel-Sturm
0

Die noch junge Kommissarin Lilou Braque bekommt es mit einem sehr persönlichen Fall zu tun. Die Schwester ihrer Kollegin Valerie wird tot in einer Höhle aufgefunden. Ihr Leichnam ist so drapiert, dass ...

Die noch junge Kommissarin Lilou Braque bekommt es mit einem sehr persönlichen Fall zu tun. Die Schwester ihrer Kollegin Valerie wird tot in einer Höhle aufgefunden. Ihr Leichnam ist so drapiert, dass der Eindruck entsteht, es läge Schneewittchen vor einem. In der Forensik kann kein Anzeichen eines gewaltsamen Todes gefunden werden, aber die Auffindesituation deutet darauf hin, dass es sich nicht nur um einen traurigen Unfall handelt. Schnell gerät ihr Ex-Freund unter Verdacht, zumal er schon mehrfach in Verbindung mit Drogengeschäften die Gesetzeslinien überschritten hat. Als aber auch er ermoret wird kommt Lilou nicht daran vorbei, auch ihre Kollegin in den Kreis der Verdächtoigen mit einzuschliessen...

"Lavendelsturm" ist mittlerweile der sechste Band um die engagierte und sehr sympathische Ermittlerin Lilou Braque in der Provende. Ich bin mit dem aktuellen Fall in die Reihe eingestiegen und hatte zu keiner Zeit Verständnisprobleme. Die Autorin Carine Bernard erzählt die Geschichte in einem hervorragend zu lesenden Schreibstil, der die Geschehnisse lebendig vor Augen führt und mich schnell in den Süden Frankreichs entführte. Der Spannungsbogen wird mit dem rätselhaften Auffinden der Leiche zu Beginn des Buches gut aufgebaut und über die authentisch wirkenden Ermittlungsarbeiten auf einem aus meiner Sicht hohen Niveau gehalten. Es entwickelt sich ein spannender Fall mit einigen Verdächtigen, was dem Leser immer wieder die Möglichkeit gibt, eigene Überlegungen bezüglich Täter und Tathintergründe anzustellen. Das Ganze konnte mich bis zum Finale, welches den Kriminalroman mit einer gut nachvollziehbaren Auflösung gelungen abrundet, in den Bann ziehen.

Insgesamt ist "Lavendelstrum" für mich ein sehr gelungener Regionalkrimi, der mich mit einem clever inszenierten Kriminalfall, einem wohldosierten Lokalkolorit und dem Erzähltalent der Autorin überzeugen konnte. Ich empfehle das Buch daher sehr gerne weiter und bewerte es dementsprechend mit den vollen fünf von fünf Sternen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 26.05.2024

Guter Start einer neuen Krimi-Reihe

Die Sehenden und die Toten
0

Aufgrund traumatischer Erfahrungen in ihrem Privatleben versucht die Hamburger Ermittlerin Carla Seidel mit ihrer Tochter Lana im idyllischen Wendland einen Neustart. Doch nach kurzer Zeit geschieht auch ...

Aufgrund traumatischer Erfahrungen in ihrem Privatleben versucht die Hamburger Ermittlerin Carla Seidel mit ihrer Tochter Lana im idyllischen Wendland einen Neustart. Doch nach kurzer Zeit geschieht auch dort ein grausamer Mord, bei dem dem jungen Opfer die Augen entfernt und durch Glasstücke ersetzt wurden. Was wollte der Täter mit der Inszenierung des Leichnams ausdrücken? Es fällt Clara und ihrem Team schwer, erste belastbare Spuren zu finden, aber vieles deutet darauf hin, dass das Opfer polarisiert hat und somit durchaus auch einige mögliche Täter herausgearbeitet werden können.

"Die Sehenden und die Toten" ist der Auftaktband einer neuen Kriminalroman-Reihe aus der Feder der Autorin Sia Piontek, die hier unter einem Pseudonym schreibt. Sie erzählt die Geschichte in einem sehr flüssig zu lesenden Schreibstil, der die Geschehnisse lebendig vor Augen führt. Der Spannungsbogen wird über die drapierte Leiche des 18-jährigen Jungen gut aufgebaut und über die nicht ganz einfachen, aber authentisch wirkenden Ermittlungsarbeiten, sowie der ungeklärten Vergangenheit der Hauptprotagonistin auf einem aus meiner Sicht hohen Niveau gehalten. Die Charaktere sind interessant gezeichnet und tragen mit ihrem Privatleben zum Gelingen des Buches bei. Das Ganze konnte mich bis zum fulminanten Finale, welches mit einer gut nachvollziehbaren und für mich überraschenden Auflösung die Geschichte gelungen abrundet, in den Bann ziehen.

Insgesamt ist "Die Sehenden und die Toten" für mich der gelungene Start einer neuen Krimi-Reihe, die mit spannenden Charakteren, einem clever konzipierten Fall und dem Erzähltalent der Autorin zu überzeugen weiß. Ich freue mich schon jetzt auf den nächsten Fall der sympathischen Ermittlerin Clara Seidel, empfehle das Buch gerne weiter und bewerte es folgerichtig mit guten vier von fünf Sternen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 26.05.2024

Ein spannender Regiokrimi

Potsdamer Intrigen
0

Kriminalrat Maik von Lilenthal bekommt es mit einem außergewöhnlichen Fall zu tun. Kaum hat er die Leiche eines Mannes inspiziert, wird er auch schon zum nächsten Tatort gerufen, wo eine ermordete Frau ...

Kriminalrat Maik von Lilenthal bekommt es mit einem außergewöhnlichen Fall zu tun. Kaum hat er die Leiche eines Mannes inspiziert, wird er auch schon zum nächsten Tatort gerufen, wo eine ermordete Frau vorgefunden wird. Die Ermittlungen ergeben, dass sich die beiden Opfer kannten, so dass die Recherchen in deren vergangenen Leben vorangebracht werden. Wann kann sich ein Motiv entwickelt haben, die beiden Menschen zu töten? Die Nachforschungen tauchen in ehemalige DDR-Zeiten ein, in der Verbrechen vertuscht wurden und die Erziehung von Kindern manchmal dem Regime und den politischen Zielen komplett unterstellt wurden...

"Potsdamer Intrigen" ist mittlerweile der fünfte Band der Krimi-Reihe aus Brandenburg um die sympathische und engagierte Priatermittlerin Enne Lilienthal. Ich bin mit dem aktuellen Fall in die Serie eingestiegen und hatte zunächst Schwierigkeiten mit den vielen Protagonisten vertraut zu werden. Die Autorin Carla Maria Heinze erzähl die Geschichte in einem sehr gut zu lesenden Schreibstil, der mich schnell in den Osten Deutschlands entführte. Der Spannungsbogen wird über das Auffinden der beiden Leichen zu Beginn des Buches klassisch aufgebaut und über die authentisch wirkenden Ermittlungen auf einem aus meiner Sicht guten Niveau gehalten. Es entwickelt sich ein Fall, der immer komplexer wird und in die tiefe Vergangenheit ehemaliger DDR-Zeiten eintaucht. Die historischen Hintergrundinformationen wirken sehr gut recherchiert und werden hervorragend in die clever konzipierte Geschichte integriert. Das Ganze konnte mich bis zum wirklich fulminanten Finale fesseln, welches mit einer gut nachvollziehbaren, aber für mich auch völlig überraschenden Auflösung das Buch gelungen abschließt.

Insgesamt ist "Potsdamer Intrigen" ein gelungenr Regionakrimi, der mir den Einstieg in eine spannende Krimi-Reihe gewährt hat, in der ein wohldosierter Lokalkolorit, interessant gezeichnete Protagonisten und das Erzähltlent der Autorin für ein Gelingen sorgen. Ich empfehle das Buch und somit auch die Reihe gerne weiter und bewerte es mit guten vier von fünf Sternen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 26.05.2024

Der Clan der Wikinger

Die Nacht des Blutadlers
0

Der Schweizer Kommissar Andreas Auer hat mit seiner eigenen Vergangenheit zu kämpfen. Er begibt sich auf die Suche seine wahren Wurzeln und stößt dabei in Schweden auf einen lang zurück liegenden Fall, ...

Der Schweizer Kommissar Andreas Auer hat mit seiner eigenen Vergangenheit zu kämpfen. Er begibt sich auf die Suche seine wahren Wurzeln und stößt dabei in Schweden auf einen lang zurück liegenden Fall, bei dem ein geheimer Verbund von Wikingern für den Tod einer ganzen Familie verantwortlich sein sollte. Was steckte hinter dem grausamen Verbrechen, welches niemals aufgeklärt werden konnte? Andreas Auer beginnt seine Recherchen und weckt damit wohl schlafende Geister, denn kurz darauf wird die Leiche einer Frau entdeckt, die ähnlich schlimm entstellt wurde, wie damals die Leichen der Familie. Droht weiteren Menschen Gefahr?

"Die NAcht des Blutadlers" ist mittlerweile der dritte Fall für den sympathischen Ermittler Andreas Auer. Der Autor Marc Voltenauer konnte mich bereits mit dem Vorgänger begeistern, so dass ich mit viel Vorfreude und einer hohen Erwartugnshaltung in das Buch gestartet bin. Er erzählt die Geschichte in einem flüssig zu lesenden Schreibstil, der mich schnell in den Bann ziehen konnte. Der Spannungsbogen wird mit dem Aufrollen des alten Falls und dem Auffinden des aktuellen Opfers sehr gut aufgebaut und über die sehr aufwendigen und zugleich schwierigen Ermittlungsarbeiten aus meiner Sicht auf einem sehr hohen Niveau gehalten. Der Einbezug der nordischen Mythen um die Wikinger wirken sehr gut recherchiert und verleihen dem Kriminalroman einen mystischen Charakter. Auch die Weiterentwicklung der interessant gezeichneten Protagonisten trägt zum Gelingen des Krimis bei. Die gut nachvollziehbare, aber auch überraschende Auflösung rundet diesen komlexen und sehr clever inszenierten Fall für mich gelungen ab.

Insgesamt ist "Die Nacht des Blutadlers" aus meiner Sicht ein mehr als gelungener Kriminalroman, der mit der wirklich sehr einzigartigen Konstellation, ineteressanten Einblicken in die Welt nordischer Mythen, sowie dem Erzähltalent des Autors voll und ganz zu überzeugen weiß. Ich freue mich schon jetzt auf weitere Fälle für Andreas Auer, empfehle das Buch sehr gerne weiter und bewerte es dementsprechend mit den vollen fünf von fünf Sternen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 14.05.2024

Ein absolutes Lesehighlight

Notizen zu einer Hinrichtung
0

Ansel Packer ist ein überführter Serientäter, der in Haft sitzt und auf seine kurz bevorstehende Honrichtung wartet. In ihm keimt die Hoffnung mit Hilfe einer Aufseherin dem scheinbar unvermeindlichen ...

Ansel Packer ist ein überführter Serientäter, der in Haft sitzt und auf seine kurz bevorstehende Honrichtung wartet. In ihm keimt die Hoffnung mit Hilfe einer Aufseherin dem scheinbar unvermeindlichen Ende noch einmal zu entkommen. Im Laufe seines Lebens hat er mit seinen Taten die Schicksalswege einiger Frauen nachhaltig durchkreuzt. Was hat Ansel Packer ihnen angetan und wie reagieren sie auf ihn...

In "Notizen zu einer Hinrichtung" beleuchtet die amerikanische Autorin Danya Kukafka, welche mit ihrem Debüt "Girl in snow" schon für viel Aufmerksamkeit gesorgt hatte, nicht nur die letzten Stunden von Ansel Packer vor seiner Hinrichtung, sondern in erster Linie das Leben dieser Frauen. Sie erzählt dies in einem sehr emotionalen und teifgehenden Schreibstil, der mich immer wieder berührte. Obwohl der Ausgang gerade für seine Opfer augenscheinlich und unausweichlich ist, erzeugte der Blick auf ihre Vergangenheiten für mich große Spannungsmomente. Es ist faszinierend wie intensiv Danya Kukafka in die betroffenen Personen eintaucht und den Leser daran teilhaben lässt. Auch Ansels eigene Geschichte ist ergreifend und ich erwischte mich manches mal dabei, wo ich fast Mitleid für ihn empfand.

Im Vordergrund stehen aber die Opfer, deren Schwestern und Mütter, sowie die engagierte und aufopferungsvoll ermittelnde Polizistin Saffy. Sie werden im Laufe der Zeit immer wieder zum Teil von Ansels Lebensgeschchte und sorgen letzten Endes für sein schicksalhaftes Ende. Dies geschieht aber nicht ohne große emotionale Momente von Trauer, Entsetzen und Leidenschaft, was den Roman für mich zu einem unglaublich ergreifendes Buch werden lässt. Ich konnte mich kaum noch von der Geschichte lösen und wollte zum einen Ansel zu seinem durchaus verdienten Ende begleiten und zum anderen den betroffenen Frauen Gerechtigkeit widerfahren lassen.

Die Autorin Danya Kukafka gelingt es aus meiner Sicht mit ihrem Erähltalent unglaublich gut dieses sehr emotionale Thema für den Leser authentisch und wirkungsvoll einzufangen, so dass "Notizen zu einer Hinrichtung" für mich ein absolutes Lesehighlight darstellt, ich das Buch dementsprechend sehr gerne weiterempfehle und mit den vollen fünf von fünf Sternen bewerte.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere