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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 20.09.2020

Anspruchsvoll

Die Topeka Schule
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Adam Gordon geht auf die Topeka High School und ist ein sehr beliebter Schüler. Er ist sprachlich talentiert und in den Debattierwettbewerben ist ihm keiner gewachsen. Da er auch ein Herz für Außenseiter ...

Adam Gordon geht auf die Topeka High School und ist ein sehr beliebter Schüler. Er ist sprachlich talentiert und in den Debattierwettbewerben ist ihm keiner gewachsen. Da er auch ein Herz für Außenseiter hat, kümmert er sich ein wenig um Darren, ohne zu ahnen, dass dieser Patient seines Vaters ist. Seine Eltern sind Therapeuten in einer psychiatrischen Klinik und die beginnende Freundschaft von Adam und Darren birgt eine große Gefahr...

In seinem Roman "Die Topeka Schule" setzt sich der Autor Ben Lerner mit der amerikanischen Gesellschaft auseinander. Er hält ihr den Spiegel vor und übt so Kritik an der Oberflächlichkeit, die dort vorherrscht. Lerner ist Professor für Literatur am Brooklyn College, was sich aus meiner Sicht auch in seinem Schreibstil niederschlägt. Der Text liest sich sperrig und erfordert die volle Aufmerksamkeit. Gerade dieser Umstand macht den Roman für mich zu etwas Besonderem. Man muss gewillt sein, sich dem zu stellen, denn für ein entspanntes Lesen nach einem stressigen Tag halte ich das Buch für nicht geeignet. Die vielen Perspektivwechsel, mit denen der Autor arbeitet, lassen ebenfalls nur schwer einen Lesefluss aufkommen, aber das notwendige Durchhaltervermögen wird aus meiner Sicht belohnt. Obwohl das Buch in den Neunzigern spielt, wirkt es auf mich brandaktuell. Gerade die aktuelle gesellschaftliche Situation um den polarisierenden Präsidenten Trump könnte die Geschichte auf den Leib geschrieben sein.

Insgesamt war "Die Topeka Schule" für mich eine Erfahrung und ich halte es gerade aufgrund seiner Stilistik für lesenswert. Ich will aber noch einmal darauf hinweisen, dass es definitiv keine Lektüre für zwischendurch ist, in der Erwartung eines entspannten Leseabends, sollte man sich lieber einem anderen Buch zuwenden. Ich empfehle das Buch gerne weiter und bewerte es mit vier von fünf Sternen.

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Veröffentlicht am 20.09.2020

Fesselnder Thriller

Geburtstagskind (Ewert Grens ermittelt 1)
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Den schwedischen Kommissar Ewert Grens lässt ein Fall aus seiner Vergangenheit keine Ruhe. Vor fast zwanzig Jahren fand er ein fünfjähriges Mädchen in einer Wohnung vor, in der ihre restliche Familie skrupellos ...

Den schwedischen Kommissar Ewert Grens lässt ein Fall aus seiner Vergangenheit keine Ruhe. Vor fast zwanzig Jahren fand er ein fünfjähriges Mädchen in einer Wohnung vor, in der ihre restliche Familie skrupellos hingerichtet wurde. Er kümmerte sich um einen ersten Halt für das Mädchen und im Anschluss um eine neue Identität. All die Erinnerungen an die schreckliche Geschichte kommen wieder hoch, als Ewert erneut zu der Wohnung gerufen wird, da genau dort ein Verbrechen stattgefunden hat. Gibt es für ihn doch noch die Möglichkeit kurz vor seiner Pensionierung mit dem Fall abzuschließen?

Anders Roslund gilt als einer der bekanntesten und erfolgreichsten Krimiautoren Schwedens. Gerade seine Thriller, die er in Zusammenarbeit mit den beiden Schriftstellern Börge Hellström und Stefan Thunberg veröffentlicht hat erfreuen sich einer großen Fangemeinschaft. Ich bin nun mit viel Vorfreude und einer hohen Erwartungshaltung in den neuen Krimi-nalroman des Autors gestartet und war schnell von seinem lebendigen und hervorragend zu lesenden Schreibstil gefangen. Er vermittelt eine bedrückende und damit sehr passende Atmosphäre für die äußerst clever konzipierte und im Verlauf immer komplexer werdende Geschichte. Der Spannungsbogen wird über die ereignisreichen Ermittlungsarbeiten und überraschende Wendungen auf einem äußerst hohen Niveau gehalten, um dann im fulminanten Finale noch mit einem gelungenen Plot aufzuwarten. Die Charaktere der Hauptprotagonisten sind interessant und vielschichtig angelegt und tragen aus meiner Sicht zum guten Gelingen der Geschichte bei.

Insgesamt ist "Geburtstagskind" für mich ein äußerst gelungener Thriller, der mit einige packende Lesestunden bescherte und mit den Protagonisten und dem Erzähltalent des Autors zu überzeugen weiß. Ich empfehle das Buch daher sehr gerne weiter und bewerte es mit den vollen fünf von fünf Sternen.

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Veröffentlicht am 20.09.2020

Ein unglaublich berührendes Buch

DANCE OR DIE
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Nach dem 24. Juli 2010 war für viele junge Menschen die Welt eine völlig andere. Sie hatten sich an diesem Tag vorgenommen aus ihrem Alltag auszubrechen und den schönen Tag in Duisburg zu nutzen um eine ...

Nach dem 24. Juli 2010 war für viele junge Menschen die Welt eine völlig andere. Sie hatten sich an diesem Tag vorgenommen aus ihrem Alltag auszubrechen und den schönen Tag in Duisburg zu nutzen um eine Riesenparty zu feiern, nämlich die Loveparade. Wir kennen alle das Drama, welches sich an diesem Tage noch abspielen sollte, aber die Autorin Jessika Westen arbeitet diesen Tag noch einmal aus unterschiedlichen Perspektiven auf.

Sie war selbst als Reporterin für den WDR vor Ort und berichtete den laufenden Tag immer wieder von den Geschehnissen vor Ort. Anfangs ahnte noch niemand, wie die Berichterstattungen sich später entwickeln werden würden. Neben ihrer eigenen Perspektive nimmt sie die Geschehnisse aus den Augen eines Sanitäters und einer Gruppe Jugendlicher vor Ort ins Visier. Ihr gelingt es mit ihrem sehr detailreichen und hervorragend zu lesenden Schreibstil, diesen schrecklichen Tag sehr authentisch wiederzugeben. Damit wird die Lektüre emotional zu einer echten Herausforderung. Die Fakten sind dem Leser bekannt und so beginnt direkt zu Beginn des Buches das Bangen um die Protagonisten, dass sie von der Tragödie verschont bleiben. Die wechselnden Perspektiven sorgen für eine äußerst eindrückliche Schilderung der Geschehnisse. Selten habe ich mich bei einem Buch so vor dem nächsten Kapitel gefürchtet, was die Qualität des Buches an dieser Stelle aber nur unterstreichen soll.

"Dance or die" ist aus meiner Sicht ein ganz besonderes Buch, welches von einer Tragödie berichtet, ohne damit Effekthascherei zu betreiben. Die Autorin Jessika Westen hat über Jahre mit Verletzten und traumatisierten Opfern gesprochen und die erhaltenen Berichte und Informationen mit einer enormen emotionalen Tiefe zu einem berührenden Roman verarbeitet. Ein wirklich tolles Buch, einer meiner absoluten Lese-Highlights der letzten Jahre. Ich empfehle das Buch daher sehr gerne weiter und bewerte es mit den vollen fünf von fünf Sternen.

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Veröffentlicht am 20.09.2020

Die Stimme aus dem Jenseits

Zwei Schwestern für ein Halleluja
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Konny hat sich mal wieder unendlich verliebt, aber da sie die einfache Tour nicht mag, ist ihr Auserwählter zum einen Gast ihres Hauses und von daher eigentlich tabu und zum anderen ist er auch noch Priester. ...

Konny hat sich mal wieder unendlich verliebt, aber da sie die einfache Tour nicht mag, ist ihr Auserwählter zum einen Gast ihres Hauses und von daher eigentlich tabu und zum anderen ist er auch noch Priester. Für Konny gänzlich unerreichbar ist er aber kurz darauf, als er ganz plötzlich das Zeitliche segnet. Als Konny kurz darauf eine mail von dem toten Priester erhält, indem er darum bittet seinen Mörder ausfindig zu machen, sucht sie die Flucht in den Alkohol und ihre Schwester Kriemhild nimmt im Kloster die Ermittlungen auf. Natürlich erfolgt dies wieder auf äußerst unkonventionelle Art und Weise...

In "Zwei Schwestern für ein Halleluja" schickt die Autorin Tatjana Kruse ihre beiden sympathischen und toughen Zwillingsschwestern zum vierten mal auf Verbrecherjagd. Nach vielen tollen Bewertungen der ersten Bände bin ich als Quereinsteiger mit hohen Erwartungen in das neue Abenteuer der Beiden gestartet. Nach wenigen Seiten war mir klar, was den Lesern an der Reihe so gut gefällt. Mit ihrem lockeren und erfrischend wortgewandten Schreibstil sorgt sie für beste Krimiunterhaltung. Hierbei stehen keine blut-rünstigen Taten im Vordergrund, sondern die Ermittlungen der beiden Hauptprotagonisten Konny und Kriemhild, die sich als Zwillingsschwestern hervorragend ergänzen. Ihre ständigen Reibereien sorgen immer wieder für Schmunzler und Herr Hirsch, der die beiden bei ihren Bemühungen unter-stützt, setzt mit seinem Sprachfehler aus meiner Sicht humorvolle Akzente. Der Spannungsbogen kommt aber auch nicht zu kurz, immerhin geht es darum, einen Mörder dingfest zu machen, der sich scheinbar in den alten Mauern des Klosters verschanzt hat.

"Zwei Schwestern für ein Halleluja" ist für mich ein äußerst unterhaltsamer Kriminalroman, der die Reihe um die zwei sympathischen Protagonistinnen gelungen fortsetzt. Der Autorin Tatjana Kruse gelingt eine perfekte Mischung aus Spannung und Humor, die mir ein paar sehr lebendige Lese-stunden beschert hat. Ich empfehle das Buch daher sehr gerne weiter und bewerte es mit den vollen fünf von fünf Sternen.

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Veröffentlicht am 20.09.2020

Spannender Kriminalroman

Blutmain
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Melinda trifft sich mit einem charmanten jungen Mann, in den sie sich spontan ein wenig verguckt hat. Der Abend beginnt mit einem romantischen Essen, die folgenden Stunden allerdings sind aus ihrem Gedächtnis ...

Melinda trifft sich mit einem charmanten jungen Mann, in den sie sich spontan ein wenig verguckt hat. Der Abend beginnt mit einem romantischen Essen, die folgenden Stunden allerdings sind aus ihrem Gedächtnis gestrichen. Sie wacht auf einer Yacht auf, die sie mit Mühe und Not ans Ufer des Mains steuern kann. Von ihrem sympathischen Begleiter fehlt jede Spur und ihre Kleidung ist voller Blut. Was ist nur geschehen? Völlig verwirrt kehrt sie in die Wohnung ihres Begleiters zurück, wo sie aber niemanden vorfindet. Am Tag darauf stellt sich heraus, dass die Wohnung einer älteren Dame gehört, die mittlerweile tot in der Offenbacher Schleuse gefunden wurde. Hat Melinda mit dem Tod der Frau zu tun, die sie überhaupt nicht kennt? Ihre Nachbarin und Privatdetektivin Karla Senkrecht nimmt sich der Sache an und versucht die Wahrheit ans Licht zu bringen.

Mit "Blutmain" hat die Autorin Franziska Franz einen raffiniert aufgebauten Kriminalroman geschrieben. Sie erzählt die Geschichte in einem lebendigen und gut zu lesenden Schreibstil. Der Spannungsbogen wird mit der mysteriösen Situation um Melinda zu Beginn des Buches aufgebaut und über die unkonventionellen Ermittlungen von Karla Senkrecht auf einem guten Niveau gehalten. Dabei entwickelt sich eine clever ausgeklügelte Geschichte, die zwar relativ schnell den Täter enttarnt, aber von der schwierigen Überführung desselben lebt. Die Privatermittlerin Karla Senkrecht trägt mit ihrer speziellen und sehr geradlinigen Art zum Gelingen des Kriminalromans bei und verleiht ihm in Verbindung mit ihrer Lebensgefährtin einen besonderen Charme. Als sehr gelungen empfunden habe ich auch einen gesunden Lokalkolorit in dem Buch.

Insgesamt hat mir "Blutmain" als Kriminalroman gut gefallen, es würde mich freuen, noch von weiteren Fällen der charmanten Hauptprotagonistin zu lesen und empfehle das Buch daher sehr gerne weiter. Meine Bewertung fällt mit guten vier von fünf Punkten positiv aus.

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