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Veröffentlicht am 10.04.2020

Gelungener Auftakt

Feuerland
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Für die Kriminalinspektorin der Sonderkommission Nova Vanessa Frank läuft es gerade nicht so rund. Sie wurde alkoholisiert am Steuer erwischt, muss mit einem Disziplinarverfahren rechnen und zu allem ...

Für die Kriminalinspektorin der Sonderkommission Nova Vanessa Frank läuft es gerade nicht so rund. Sie wurde alkoholisiert am Steuer erwischt, muss mit einem Disziplinarverfahren rechnen und zu allem Überfluss auch noch in eine psychologische Untersuchung. Um sich abzulenken stürzt sie sich in die Ermittlungen eines rätselhaften Falls. Es werden vermögende Unternehmer entführt und nach der Zahlung von hohen Lösegeldern wieder unversehrt freigelassen. Ihre Gemeinsamkeit ist, dass sie nach der Tat eisern schweigen und so die Ermittlungen nicht wirklich vorankommen. Die vermeintlichen Einzeltaten entwickeln sich aber zu einem umfangreichen Fall, der der Kriminalinspektorin alles abverlangt.
Nach den guten Kritiken zu dem Thriller "Der Patriot" vom Autor Pascal Engmann war ich nun sehr gespannt auf sein neues Werk "Feuerland", dem Auftakt einer neuen Reihe um die Kriminalinspektorin Vanessa Frank. Der Thriller forderte aber zu Beginn ein wenig Durchhaltevermögen, denn die unterschiedlichen Handlungsstränge wollten sich mir zunächst nicht erschließen und ich kam so nicht richtig in die Geschichte hinein. Im Verlauf bekamen die Protagonisten aber immer mehr Struktur und die sehr komplexe Handlung wurde von Kapitel zu Kapitel nachvollziehbarer. Der Spannungsbogen litt dadurch anfangs ein wenig, konnte aber im zweiten Teil des Buches ordentlich zulegen. Es entwickelte sich ein actiongeladener und packender Thriller um das organisierte Verbrechen Im Bereich von Kindesentführungen und Organhandel. Pascal Engmann hat eine clevere und vielschichtige Story aufgebaut, die wahrscheinlich gar nicht so weit von der Realität entfernt ist und somit auch ein wenig nachdenklich stimmt.
Die Umsetzung des Hörbuchs mit der ausdrucksstarken Stimme von Frank Stieren hat mir ausgesprochen gut gefallen. Mit seiner Ruhe und Besonnenheit führt er durch die komplizierte Handlung und hilft dem Hörer den roten Faden nicht zu verlieren.
Insgesamt ist "Feuerland" aus meiner Sicht ein gelungener Start einer neuen Thriller-Reihe um eine interessante und sympathische Ermittlerin, der Lust auf weitere Folgen gemacht hat. Ich empfehle das Hörbuch daher sehr gerne weiter und bewerte es mit guten vier von fünf Sternen.

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Veröffentlicht am 10.04.2020

Verschwiegenheitsverpflichtung

Echo des Schweigens
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Für den Rechtsanwalt Hannes scheint sich das Leben zum Guten zu wenden, er hat seinen ersten "Großen Fall" bekommen und kurze Zeit später lernt er die attraktive und lebensfrohe Gerichtsmedizinerin Sophie ...

Für den Rechtsanwalt Hannes scheint sich das Leben zum Guten zu wenden, er hat seinen ersten "Großen Fall" bekommen und kurze Zeit später lernt er die attraktive und lebensfrohe Gerichtsmedizinerin Sophie kennen. Eigentlich ist alles perfekt, aber der lang herbeigesehnte Fall birgt ein Geheimnis, welches die Beziehung der beiden auf die Probe stellen wird. Es wird zur großen Frage um die vielzitierte Gerechtigkeit und um die Bewältigung der Vergangenheit in der eigenen Familie.
Der Autor Markus Thiele hat mit "Echo des Schweigens" einen tiefgründigen und fesselnden Roman geschrieben. Er bezieht sich in seine Geschichte auf einen realen ungelösten Fall, den er fiktiv aufarbeitet und weitererzählt. Dabei konnte er mich mit seinem lebendigen und sehr flüssig zu lesenden Schreibstil überzeugen und im Verlauf des Buches mit der Entwicklung überraschen. Hier wird neben der Aufarbeitung eines Justiz-skandals auch ein packendes Familiendrama im dunklen historischen Hintergrund des 2. Weltkriegs thematisiert. Geschickt erzählt Markus Thiele die beiden Handlungsstränge parallel und verbindet sie nach und nach zu einer komplexen Geschichte. Grundtenor sind dabei der Umgang mit Gerechtigkeit und den Gewissenskonflikten eines pflichtbewussten Anwalts. Es entwickelte sich so ein Spannungsbogen, der mich zunehmend in den Bann zog und mich das Buch nicht mehr aus der Hand legen ließ. Das durchdachte Finale rundet das Ganze dann aus meiner Sicht sehr gelungen ab
Insgesamt hat mir "Echo des Schweigens" sehr gut gefallen. Der auch als Rechtsanwalt tätige Schriftsteller Markus Thiele kann die tiefgründigen Fragen aus der Juristerei authentisch und glaubwürdig aufarbeiten und hebt das Buch auf diesem Wege aus dem Masse des Genres heraus. Ich empfehle den Roman gerne weiter und bewerte ihn mit den vollen fünf von fünf Sternen

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Veröffentlicht am 04.04.2020

Auf der Suche nach einer Perspektive

Fehlstart
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Als die 19-jährige Aurelie von ihrer ersten großen Liebe, dem kolumbianischen Studenten Alejandro, von einem Tag auf den anderen verlassen wird, beschließt sie, ihr bisher fremdbestimmtes Leben selber ...

Als die 19-jährige Aurelie von ihrer ersten großen Liebe, dem kolumbianischen Studenten Alejandro, von einem Tag auf den anderen verlassen wird, beschließt sie, ihr bisher fremdbestimmtes Leben selber in die Hand zu nehmen. Sie zieht sich aus dem Einflusskreis ihrer Eltern heraus und will in Paris ein Jurastudium beginnen. Aber hier stößt sie mit ihren gesparten siebenhundert Euro auf eine wenig soziale und gnadenlose Welt. Anstatt das Studium anzutreten übernimmt sie einen Hostessjob um sich damit über Wasser zu halten. Die Illusion einer 180-Grad-Wende in ihrem Leben, scheint sich nicht zu erfüllen...
Der Debüt-Roman der jungen französischen Autorin Marion Messina hat für viel Aufsehen gesorgt, so dass ich mit hohen Erwartungen in das Buch gestartet bin. Der außergewöhnliche und nicht immer leicht zu lesende Schreibstil verleiht dem Buch sicherlich schon einmal einen besonderen Charakter, die Handlung kann da aber aus meiner Sicht nicht ganz mitziehen. Natürlich nimmt Marion Messina in ihrem Roman die oberflächliche und egomanische Gesellschaft der heutigen Zeit aufs Korn. Ohne einen gewissen finanziellen Hintergrund besteht für einen jungen Menschen kaum die Möglichkeit aus seinem Sozialstatus zu entfliehen und sich selbst zu entfalten. Dies verleiht dem Buch aber auch eine sehr depressive Stimmung, die nicht immer leicht zu ertragen ist. Das Ganze wirkt dann zwar auch mit einem fehlenden Happy-End authentisch, konnte mich aber nicht vollends überzeugen.
Nichts desto trotz halte ich den Roman "Fehlstart" für durchaus lesens-wert, in erster Linie aber aufgrund des außerordentlichen Erzähltalents der Autorin. Man wird sicherlich nach folgenden Werken von Marion Messina die Augen offen halten müssen und darf darauf gespannt sein. Ich bewerte das Buch mit vier von fünf Sternen.

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Veröffentlicht am 04.04.2020

Grandiose Fortsetzung

Finsterthal
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Eigentlich will Ex-Polizist Alexander Born den Auftrag seines Freundes Dimitri nicht annehmen, als er aber den Vater des vermissten Mädchens und deren persönliches Umfeld gesehen hat kann er nicht mehr ...

Eigentlich will Ex-Polizist Alexander Born den Auftrag seines Freundes Dimitri nicht annehmen, als er aber den Vater des vermissten Mädchens und deren persönliches Umfeld gesehen hat kann er nicht mehr anders und macht sich auf die Suche nach dem Täter. Dabei stößt er auf einen sehr ähnlich gelagerten Fall und vermutet, dass die beiden Väter ein gemeinsames Geheimnis verbindet, über dass sie aber trotz ihres Verlustes nicht sprechen wollen. Als dann auch noch ein drittes Mädchen vermisst wird, beginnt ein Wettlauf mit der Zeit...
Ich habe bereits mehrere Bücher des Autors Linus Geschke gelesen und jedes mal konnte er mich bisher begeistern. Ich bin also mit viel Vorfreude und einer hohen Erwartungshaltung ins Buch gestartet und mir war schon nach nur wenigen Seiten klar, dass er mich auch diesmal nicht enttäuschen wird. Er erzählt die Geschichte wieder einmal in seinem äußerst lebendigen und temperamentvollen Schreibstil, der den Leser schnell in die Handlung zieht und das Buch zu einem echten Page-Turner macht. Der Spannungs-bogen wird direkt zu Beginn des Buches mit der Entführung gut aufgebaut und über die packenden Ermittlungsarbeiten von Born und der Berliner Kommissarin Carla Diaz auf einem ständig hohen Niveau gehalten. Es entwickelt sich im Verlauf des Thrillers eine immer komplexere Geschichte, die auch gute Einblicke in die Täterwelt erlaubt und den Leser zunehmend in den Bann zieht. Die Protagonisten sowohl auf der Täter- als auch auf der Ermittlerseite sind interessant und vielschichtig gezeichnet und sorgen so für den besonderen Charme in diesem Thriller.
Insgesamt ist "Finsterthal" für mich ein rundum gelungener Thriller, der mich schon jetzt sehnsüchtig auf den abschließenden Band der angedachten Trilogie warten lässt. Von mir gibt es daher eine absolute Leseempfehlung an die Freunde der Spannungsliteratur und meine Bewertung fällt mit vollen fünf von fünf Sternen natürlich absolut positiv aus.

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Veröffentlicht am 04.04.2020

Gegen das Vergessen

Die verdammte Generation
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Das Ende des 2. Weltkriegs jährt sich in diesem Jahr zum fünfundsiebzigsten mal. Eine lange Zeit, in der die Menschheit von solch verheerenden Kriegen verschont geblieben ist. Die Gefahr des Vergessens ...

Das Ende des 2. Weltkriegs jährt sich in diesem Jahr zum fünfundsiebzigsten mal. Eine lange Zeit, in der die Menschheit von solch verheerenden Kriegen verschont geblieben ist. Die Gefahr des Vergessens nimmt jedoch mit fortlaufender Dauer immer zu, so dass es aus meiner Sicht unendlich wertvoll ist, den noch wenigen Zeitzeugen dieser dunklen Stunden, Gehör zu verschaffen. Aus diesem Grunde hat sich auch der Historiker und Autor dieses Buches Christian Hardinghaus aufgemacht, um den spannenden und oft erschreckenden Geschichten zu lauschen und sie so für die Nachwelt festzuhalten.
Insgesamt hat er Gespräche mit 13 Zeitzeugen geführt, von denen seit den Recherchen zum Buch mittlerweile schon sechs gestorben sind. Desto wertvoller erscheint mir der Inhalt von "Die verdammte Generation". In den einzelnen Kapiteln kommen sehr unterschiedliche Personen zu Wort, die während des 2. Weltkriegs in verschiedenen Regionen und Funktionen eingesetzt waren. Eines haben die Berichte aber gemeinsam, sie lassen den Leser nie kalt und führen die Schrecken der damaligen Zeit manchmal unbarmherzig vor Augen. Für mich sehr nachhaltig die Schilderung eines Angriffs der russischen Übermacht, wo sich der Soldat vorher eingegraben hat und mit viel Glück überlebt, da der ihn überrollende Panzer nicht dreht. Wie schrecklich muss der Umgang mit einer solchen Erfahrung auch für den Rest des Lebens sein. Geschildert werden so die Geschehnisse vor während und nach dem Krieg. Gerade die Tatsache, dass es sich bei den Schilderungen um persönliche Einzelschicksale handelt verleiht dem Buch eine unglaubliche Authentizität.
Sehr geschickt verbindet Christian Hardinghaus die Aussagen dieser Zeitzeugen mit den historischen Fakten, die die Geschehnisse beschreiben. Es bleibt auf diesem Wege stets sehr lehrreich und emotional ergreifend. Eine Kombination, die für einen langen Nachhall sorgt. Sehr gut gefallen hat mir ebenfalls, dass der Autor den jeweiligen Zeitzeugen im Anschluss noch drei Fragen stellt. Eine immer wiederkehrende Frage ist dabei, wann die jeweilige Person vom Holocaust erfahren hat. Gerade um diese Frage rankt sich in der heutigen Zeit viel Unverständnis, wie die deutschen Soldaten solche Gräueltaten billigen konnten. Schaut man auf die glaubwürdigen Antworten, erfährt man von tiefer Betroffenheit und zu Kriegszeiten einheitlicher Unkenntnis. was diese menschenverachtenden Taten anbetrifft. Dies kann vielleicht auch mit dem verallgemeinerten Vorurteil aufräumen, dass es sich bei den deutschen Soldaten des 2. Weltkriegs grundsätzlich um Nazis gehandelt hat. Das Gegenteil ist der Fall, die meisten Betroffenen sind aus Irrglaube einer imaginären Gefahr von außerhalb und oft auch einer Alternativlosigkeit in den Krieg gezogen, ohne jemals das Nazi-Gedankengut gutgeheißen zu haben.
Insgesamt ist "Die verdammte Generation" für mich ein sehr wichtiges Buch, welches uns die Schrecken eins solchen Krieges vor Augen führt. Wenn man die heutige Welt betrachtet, kommt man leider zu dem Schluss, dass einige Personen diesbezüglich deutlichen Nachholbedarf haben. Da kann das Lesen eines solchen Buches nur nützlich sein, was ich auch jeden ans Herz legen möchte. Auch wenn die Schilderungen nicht immer leicht zu ertragen sind, verfehlen sie so auch niemals ihre Wirkung. Ein tolles Buch, welches ich mit den vollen fünf von fünf Sternen bewerte.

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