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Veröffentlicht am 23.09.2019

Spannende Reise ins 14. Jahrhundert

Die Kräutersammlerin
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Die junge Heilerin Johanna schlägt sich nach dem schmerzlichen Tod ihrer Mutter allein durchs Leben. Ihre erlangten Fähigkeiten sind in der Umgebung von Schiltach im Kinzigtal sehr gefragt. Eines Tages ...

Die junge Heilerin Johanna schlägt sich nach dem schmerzlichen Tod ihrer Mutter allein durchs Leben. Ihre erlangten Fähigkeiten sind in der Umgebung von Schiltach im Kinzigtal sehr gefragt. Eines Tages stößt sie im Wald auf den Leichnam eines jungen Mädchens. Sie ist von Wölfen angefallen worden, aber einige Verletzungen an Armen und Beinen machen Johanna stutzig. Sie stößt allerdings auf eine Mauer der Ablehnung, als sie erste Untersuchungen anstellt du nachdem ihr Gewissen sie weiter antreibt, das Schicksal des jungen Mädchens zu klären, gerät sie selber in immer größere Gefahr...

Die Autorin Heidrun Hurst hat für ihre bisherigen Historischen Romane schon viele gute Bewertungen erhalten, so dass ich mit großer Vorfreude in das Buch gestartet bin. Mit ihrem lebendigen und detailreichen Schreibstil hat sie mich schnell in die damalige Zeit entführt. Die Hauptprotagonistin Johanna wird als engagierte und äußerst hilfsbereite Person charakterisiert und konnte so schon zu Beginn des Buches bei mir Sympathiepunkte sammeln. Der Spannungsbogen wird mit dem tragischen Tod des jungen Mädchens direkt im Prolog aufgebaut und über das raue und enthaltsame Leben der Kräutersammlerin und dem Rätsel um das Verschwinden der jungen Frauen auf einem hohen Niveau gehalten. Einen besonderen Charme erhält das Buch aus meiner Sicht über die sehr gut recherchierten Informationen bezüglich der damaligen Heilkunst und dem gefährlichen Leben der Flößer in dieser Region. So gerät der eigentliche Fall manchmal in den Hintergrund ohne das dem Buch die Spannung verloren geht.

Insgesamt hat mir "Die Kräutersammlerin" als historischer Kriminal-Roman ausgesprochen gut gefallen und ich hoffe, dass man noch von der sympathischen Hauptprotagonistin hören bzw. lesen wird. Ich empfehle das Buch auf alle Fälle sehr gerne weiter und bewerte es mit den vollen fünf von fünf Sternen.

Veröffentlicht am 23.09.2019

Glück auf, der Steiger kommt...

Zechentod
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Die Psychologiestudentin Liesa Kwatkowiak hätte wohl selbst nicht gedacht, dass sie mal in einem Vermisstenfall ermitteln wird. Der ehemalige Bergarbeiter Andy Goretzka ist spurlos verschwunden ...


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Die Psychologiestudentin Liesa Kwatkowiak hätte wohl selbst nicht gedacht, dass sie mal in einem Vermisstenfall ermitteln wird. Der ehemalige Bergarbeiter Andy Goretzka ist spurlos verschwunden und Liesa beschließt sich mit Timo, dem Sohn des Vermissten, auf die Suche zu begeben. Dabei stoßen die Beiden auf den rätselhaften Tod eines Kumpels aus den 90ern. Hatte Andy eventuell etwas mit dem vermeintlichen Unfall zu tun? Ging dort etwas nicht mit rechten Dingen zu?

Die Autorin Sylvia Sabrowski hat mit "Zechentod" ein spannendes Krimi-Debüt mit viel Lokalkolorit veröffentlicht. Sie erzählt die Geschichte in einem temporeichen und gut zu lesenden Schreibstil, der den Leser auch Dank der eingefügten Mundart in die tiefen Regionen des Ruhrgebiets entführt. Man kann schnell erkennen, dass die Autorin weiß wovon sie schreibt, da sie in Bottrop geboren und in einer Bergarbeiterfamilie groß geworden ist. Es gelingt ihr aus meiner Sicht sehr gut, den Charme dieser traditionsreichen Region in die Geschichte zu übertragen. Der Spannungsbogen wird mit dem Verschwinden von Andy Goretzka aufgebaut und nicht über blut-rünstige Taten, sondern über die kurzweiligen Ermittlungen auf einem guten Niveau gehalten. Sylvia Sabrowski gelingt es mit einer wohldosierten Portion Humor die Atmosphäre stets auf einem lockeren Niveau zu halten. Das fulminante Finale konnte mich dann noch einmal überraschen und die Geschichte für mich gelungen abschließen.

Insgesamt ist "Zechentod" aus meiner Sicht ein spannender und unterhaltsamer Regionalkrimi, der dem Leser das Ruhrgebiet etwas näher bringt und Lust auf weitere Fälle gemacht hat. ICh empfehle das Buch daher gerne weiter und bewerte es mit guten vier von fünf Sternen.

Veröffentlicht am 23.09.2019

Wenn das Eichhörnchen winkt...

Wir von der anderen Seite
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Das Leben der Komödienautorin Rahel Wald ist von einem Moment auf den anderen völlig aus dem Ruder gelaufen. Eine Infektion hat ihren Körper inclusive ihres Herzens so sehr geschwächt, dass die Ärzte sich ...

Das Leben der Komödienautorin Rahel Wald ist von einem Moment auf den anderen völlig aus dem Ruder gelaufen. Eine Infektion hat ihren Körper inclusive ihres Herzens so sehr geschwächt, dass die Ärzte sich gezwungen sehen, sie ins Künstliche Koma zu versetzen. Als sie daraus wieder aufwacht muss sie alle ihre Kraft aufwenden, um den Versuch zu starten, wieder in ihr Leben zu finden. Sie kann sich kaum an die letzten Momente vor dem Krankenhaus erinnern und ihr Körper verlangt ihr bei der Genesung alles ab. Gut, dass sie sich auf die bedingungslose Unterstützung ihrer etwas verrückten Familie verlassen kann...

Die Autorin Anika Decker schreibt so wie ihre Hauptprotagonistin in erster Linie Drehbücher für Film und Fernsehen. Mit "Wir von der anderen Seite" hat sie ihren ersten Roman veröffentlicht und dabei auch ein wenig ihre eigene schwere Krankheit einfließen lassen. Das Buch entwickelt trotz des ernsten Themas aufgrund der lockeren und lebendigen Schreibweise eine angenehmen Atmosphäre. Rahel Wald kämpft eigentlich ständig gegen ihre Krankheit an und will unbedingt wieder in ihr altes Leben zurück, wird aber bei ihrem Kampf mit genau diesem konfrontiert und beginnt es nach und nach auch in Frage zu stellen. Anika Decker erzählt die Geschichte sehr gefühlvoll und emotional und lässt dabei ihre Erfahrungen, die sie im Krankenhaus in der Rolle des schwerkranken Patienten gesammelt hat, einfließen. Das Ganze wirkt daher sehr authentisch und ich konnte so gut nachvollziehen, was im Kopf von Rahel vor sich ging. Angetrieben von ihrer Familie und dem Erreichen einiger Meilensteine bietet sie der anschließenden Depression Paroli und der wohldosierte Humor verleiht dem Buch eine Leichtigkeit, die man bei dem Thema nicht erwartet.

Aus meiner Sicht ist "Wir von der anderen Seite" ein gelungener und unterhaltsamer Roman über ein ernstes Thema, der Mut machen kann. Ich empfehle das Buch gerne weiter und bewerte es mit guten vier von fünf Sternen.

Veröffentlicht am 21.09.2019

A wie das Alphabet des Bösen

Vergesst unsere Namen nicht
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Der aus meiner Sicht sehr ergreifende Roman "Vergesst unsere Namen nicht" erinnert an das Schicksal einiger norwegischer Familien im Rahmen des Zweiten Weltkrieges. So wird ein Licht auf die Opfer, aber ...

Der aus meiner Sicht sehr ergreifende Roman "Vergesst unsere Namen nicht" erinnert an das Schicksal einiger norwegischer Familien im Rahmen des Zweiten Weltkrieges. So wird ein Licht auf die Opfer, aber auch auf die Täter geworfen. Wie ist es ihnen in der Zeit ergangen, was hat sie zu ihren Handlungen bewegt und was geschah zu der Zeit in ihrem Umfeld.

Der für den Roman ausgezeichnete Autor Simon Stranger erzählt die Geschichten in einem manchmal sehr nüchternen und unverblümten Schreibstil, der die grausamen Geschehnisse der Vergangenheit noch erschreckender erscheinen lässt. Besonderes Augenmerk richtet er dabei auf die Person Henry Rinnan, einen in seiner Kindheit oftmals gehänselten Jungen, der in der Nazizeit seine Zeit gekommen sieht, eine andere Stellung in der Gesellschaft einzunehmen. Getrieben von dem Wunsch nach Anerkennung für sein Tun, begibt er sich in die Hände der deutschen Nazis und verrät, foltert und tötet mit kalt-blütiger Präzision seine Landesgenossen. Die Tatsache, dass es sich hierbei um keine fiktive Person handelt, ließ mich als Leser immer wieder fassungslos zurück. Geschickt erzählt Simon Stranger die damaligen Geschehnisse aber auch aus anderen Perspektiven und spickt das Ganze mit rationalen Fakten der damaligen Zeit. Eine beeindruckende Mischung, die beim Leser nicht spurlos vorübergeht.
Bemerkenswert war für mich die interessante Strukturierung der sich der Autor bedient. Er hangelt sich in seinen Erzählungen durch das Alphabet und nimmt so Stichpunkte mit dem jeweiligen Anfangs-buchstaben auf, um die Verbindung zwischen seinen Erzählsträngen herzustellen.

"Vergesst unsere Namen nicht" ist ein Buch, welches den Leser nicht mehr so schnell loslässt. Die schrecklichen Geschehnisse dieser Zeit sind zwar bekannt, aber wenn die Opfer und Täter Namen erhalten, wirkt alles noch viel unfassbarer. Ein wichtiges Buch, welches ich für äußerst lesenswert halte, so dass ich es sehr gerne weiterempfehle und mit den vollen fünf von fünf Sternen bewerte.

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  • Geschichte
Veröffentlicht am 18.09.2019

Es geht immer weiter...

Laufen
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Die Ich-Erzählerin in diesem Roman hat einen schweren Schicksals-schlag erlitten, sie hat den plötzlichen Verlust ihres Lebensgefährten zu verkraften. In ihrer Trauerbewältigung beschließt sie mit dem ...

Die Ich-Erzählerin in diesem Roman hat einen schweren Schicksals-schlag erlitten, sie hat den plötzlichen Verlust ihres Lebensgefährten zu verkraften. In ihrer Trauerbewältigung beschließt sie mit dem Laufen zu beginnen, ein Vorhaben, das viel Kraft und Durchhalte-vermögen erfordert. "Unterwegs" setzt sie sich mit ihrem bisherigen Leben und der anstehenden Zukunft auseinander und stößt dabei immer wieder auf eine Wand aus Selbstzweifeln und niemals endenden Vorwürfen. Wird sie wieder in ein geregeltes Leben finden können?

Die Autorin Isabel Bogdan hat für ihren letzten Roman "Der Pfau" viel Aufmerksamkeit und positive Resonanz erhalten. Dies ließ mich mit hohen Erwartungen in ihr neues Werk "Laufen" starten, die auch zu keiner Zeit enttäuscht wurden. In ihrem Buch verfolgt sie die Ich-Erzählerin und Hauptprotagonisten auf ihren Weg zurück in ihr eigens Leben. Der Tod ihres Lebensgefährten hat sie völlig aus der Bahn geworfen. Über das Laufen scheint sie sich anfangs selbst bestrafen zu wollen, da sie sich auch selbst eine Schuld an dem Tod eingesteht. Sie kämpft sich von Meilenstein zu Meilenstein und leidet zwischenzeitlich, da sie beim Laufen immer wieder ihre Leistungs-grenze testet. Aber es stellen sich übertragen gesehen auch Erfolge ein und so kommt sie nach und nach ihrem Ziel immer näher. Isabel Bogdan erzählt die Geschichte in einem sehr angenehm zu lesenden Schreibstil und arbeitet in einem ständigen Monolog der Haupt-protagonistin mit sich selbst. Das Laufen stellt dabei aus meiner Sicht ein passendes Szenario für das Buch dar, denn wer einmal gelaufen ist weiß, wieviel Gedanken einem dabei durch den Kopf gehen.

"Laufen" ist für mich ein sehr gelungener Roman, der aus dem Leben gegriffen ist und das Potential hat, Mut zu machen. Mich hat das Buch begeistert, so dass ich es gerne weiterempfehle und mit den vollen fünf von fünf Sternen bewerte.