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Veröffentlicht am 24.03.2019

Widerstand

Die Spionin der Charité
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Die Gedenken an das gescheiterte Attentat auf Adolf Hitler wühlen die 56-jährige Lily Kolbe auf. Sie war selber Mitglied einer kleinen und bisher recht unbekannten Widerstandsgruppe, dem "Donnerstags-Club". ...

Die Gedenken an das gescheiterte Attentat auf Adolf Hitler wühlen die 56-jährige Lily Kolbe auf. Sie war selber Mitglied einer kleinen und bisher recht unbekannten Widerstandsgruppe, dem "Donnerstags-Club". Damals hatten sich alle Beteiligten geschworen, Stillschweigen über die damaligen Aktivitäten zu bewahren, aber Lily drängt es, auch in Gedanken an ihren mittlerweile verstorbenen Mann, Fritz Kolbe, das Schweigen zu brechen. Sie kontaktiert einen amerika-nischen Journalisten und signalisiert ihm, die ganze Geschichte offen legen zu wollen...

Der Autor Christian Hardinghaus sorgte im letzten Jahr mit dem aus meiner Sicht beeindruckenden Zeitdokument "Wofür es lohnte sein Leben zu wagen" für eines meiner absoluten Lesehighlights. Gerade die umfassende und herausragende Recherchearbeit für ein historisches Thema konnte mich in den Bann schlagen. Meine Freude war groß, als ich las, dass sich der Autor sich eines neuen Themas verschrieben hatte, das Leben des Dr. Ferdinand Sauerbruch. Er verarbeitet dieses Thema erneut in Form eines Sachbuches und eines Romans. In "Die Spionin der Charite" verbindet er die historischen Fakten mit eigenen Fiktionen zu einer packenden und spannenden Geschichte aus der dunklen Zeit Deutschlands.

Dr. Sauerbruch war unumstritten ein hervorragender Mediziner, der in der Berliner Charite revolutionäre Erfolge in diesem Bereich erzielen konnte. Unklar hingegen ist seine Rolle in der Zeit der Nationalsozialisten. Hegte er Sympathie gegenüber der damaligen Führung Deutschlands oder arbeitete er gar mit ihnen zusammen? Christian Hardinghaus hat sich intensiv mit dem Thema beschäftigt und zeigt Dr. Sauerbruch als Mitglied des "Donnerstags-Clubs" einer kleinen Widerstandsbewegung gegen das damalige Regime. In einem teils sachlichen aber auch hervorragend zu lesenden Schreibstil führt er dem Leser die dramatischen Gegebenheiten der damaligen Zeit lebendig vor Augen. Obwohl mir die grundlegenden Fakten bekannt sind haben mich die Geschehnisse in dem Buch doch sehr berührt und stellenweise fassungslos zurückgelassen.

"Die Spionin der Charite" ist für mich ein äußerst lesenswerter Roman mit einem sehr gut recherchierten historischen Hintergrund um den bekannten Dr. Sauerbruch und seiner Charite. Ein für die heutige Zeit wichtiges Buch, welches ich sehr gerne weiterempfehle und welches nicht nur bei den Sehern der aktuellen Fernsehserie um das berühmte Berliner Krankenhaus Freunde finden wird. Meine Bewertung fällt dementsprechend mit fünf von fünf Sternen positiv aus!!!

Veröffentlicht am 24.03.2019

In the Ghetto

Lola
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In South Central LA haben Gangs die Stadt unter sich aufgeteilt. Eine kleine eher unbedeutende Gang ist die Crenshaw Six. Das Besondere an ihr ist, dass sie eigentlich von einer Frau, nämlich Lola, angeführt ...

In South Central LA haben Gangs die Stadt unter sich aufgeteilt. Eine kleine eher unbedeutende Gang ist die Crenshaw Six. Das Besondere an ihr ist, dass sie eigentlich von einer Frau, nämlich Lola, angeführt wird. Nach außen hin gibt ihr Freund Garcia vor, die Gang zu leiten und ihr Credo ist die Unauffälligkeit. Bescheiden versuchen sie mit ihren Deals Geld zur Seite zu schaffen und damit dem dreckigen Leben in der Gegend entkommen zu können. Als sie eines Tages die Chance auf ein größeres Gebiet bekommen, vermasseln sie eine Aktion und bringen die mächtigen Bandenbosse gegen sich auf. Kann Lola sich in dieser Welt behaupten?

Melissa Scrivner Love hat aus meiner Sicht mit "Lola" einen außer-gewöhnlichen Thriller mit Tiefgang geschrieben. Sie erzählt die Geschichte in einer detailverliebten und eindringlichen Sprache, die mich in das ungewöhnliche Leben der Hauptprotagonistin Lola entführt hat. Sie wird von der Autorin sehr interessant und aus-führlich charakterisiert. Mit Scharfsinn und Klugheit gewappnet hat das harte Leben ihrer Kindheit sie gezeichnet, in der sie von der Mutter an Männer verkauft wurde, um an das Geld für die Drogen zu kommen. Sie setzt sich für schwächere und vor allem für Kinder ein und hat aber auch gleichzeitig kein Problem damit, wenn es von ihrer Stellung verlangt wird, einen Menschen eiskalt zu töten. So entwickelt sie sich im Laufe des Buches für mich zur Anti-Heldin, der ich aber immer mehr Sympathiepunkte zusprechen konnte und in mein Herz geschlossen habe. Gerade diese Symbiose und ihre Entwicklung verleihen dem Thriller seinen besonderen Charme. Der Spannungs-bogen wird mit dem fatalen Scheitern einer Drogen- und Geldüber-gabe klassisch aufgebaut und über das gesamte Buch auf einem hohen Niveau gehalten.

Insgesamt war "Lola" für mich ein lesenswerter Thriller, da er mit seiner Heldin und einer authentischen Milieustudie überzeugen kann. Ich empfehle das Buch daher sehr gerne weiter und bewerte es mit guten vier von fünf Sternen.

Veröffentlicht am 23.03.2019

Der Hauch von Myrrhe

Die Akte Rosenrot
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Ibsen Bach war einmal ein vielbeachteter und äußerst erfolgreicher Profiler. Nach einem Unfall vor fünf Jahren wurde sein Leben allerdings mit einem Schlag auf den Kopf gestellt. Seine Frau überlebte diesen ...

Ibsen Bach war einmal ein vielbeachteter und äußerst erfolgreicher Profiler. Nach einem Unfall vor fünf Jahren wurde sein Leben allerdings mit einem Schlag auf den Kopf gestellt. Seine Frau überlebte diesen Schicksalsschlag nicht und Ibsen zog sich in eine Depression zurück, die ihn letztendlich zum Datenpfleger im Innen-ministerium machte. Ein persönlicher Bezug zu einem grausamen Verbrechen in Russland bringt ihn wieder in den Fokus und in den aktiven Polizeidienst zurück. Neben den sehr mysteriösen und blutrünstigen Taten muss er sich aber bei den Ermittlungen auch seiner eigenen Vergangenheit stellen...

Die Autorin Astrid Korten konnte mich mit ihren Thrillern schon einige Male begeistern so dass ich mit hohen Erwartungen in ihr neues Werk "Rosenrot" gestartet bin. Ihr äußerst temperamentvoller und lebendiger Schreibstil hat mich schnell wieder an das Buch gefesselt. Die Hauptprotaginsten Ibsen Bach und Leonela Sorokin werden interessant und spannend charakterisiert, so dass sie dem Buch einen besonderen Charme verleihen. Gerade die rätselhafte Vergangenheit und die außergewöhnlichen Fähigkeiten von Ibsen Bach heben den Unterhaltungswert von "Rosenrot" und sorgen sogar für einen Hauch Mystik. Der Spannungsbogen dieser komplexen und sehr clever konzipierten Geschichte wird schon gleich im Prolog aufgebaut und über viele unvorhersehbare und plötzliche Wendungen auf einem hohen Niveau gehalten. Es erfordert schon die volle Konzentration, den unterschiedlichen Handlungssträngen zu folgen und eine Übersicht über das schwer zu durchschauende Geflecht zu behalten, aber der Leser wird mit einem aus meiner Sicht völlig überzeugenden und fulminanten Finale belohnt. Eines fügt sich zum anderen und dem Leser wird einer lange nicht für mögliche gehaltene Auflösung des Ganzen nachvollziehbar präsentiert.

Wie von ihr im Nachwort erwähnt wurde Astrid Korten für ihren neuen Thriller von den tragischen Geschehnissen um das Attentat auf den russischen Doppelagenten Sergej Skripal motiviert. Sie setzte sich mit den Gedanken auseinander, was einen Menschen antreiben kann, ein solch kaltblütiges Attentat zu begehen und behandelte so ein sehr brisantes Thema, was bei mir im Nachgang auch noch länger nachwirkte. Ich halte daher "Rosenrot" für einen sehr lesenswerten Thriller, der von der Ezählkunst der Autorin, den außergewöhnlichen Protagonisten und einer guten Recherche lebt. Sehr gerne empfehle ich daher das Buch weiter und bewerte es folgerichtig mit den vollen fünf von fünf Sternen!!!

Veröffentlicht am 23.03.2019

Aus einem WG-Leben

Goldschatz
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Trixis Mutter hat ein altes Haus geerbt. Ihre Tochter möchte dieses gerne erhalten und bittet ihre Mutter, dass sie dort mit vier anderen jungen Leuten eine WG gründen darf. Ihr Leitmotto soll der Konsum-verzicht ...

Trixis Mutter hat ein altes Haus geerbt. Ihre Tochter möchte dieses gerne erhalten und bittet ihre Mutter, dass sie dort mit vier anderen jungen Leuten eine WG gründen darf. Ihr Leitmotto soll der Konsum-verzicht sein und um einige notwendige Renovierungsarbeiten bezahlen zu können, stöbern die fünf im alten Hausrat, um diesen auf einem Flohmarkt zu Geld machen zu können. Auf ihrer Suche stoßen sie auf ein paar Goldmünzen und den kauzigen Nachbarn, der so einiges von der verstorbenen Tante zu berichten weiß...

"Goldschatz" ist das erste Buch, welches ich von der erfahrenen und erfolgreichen Autorin Ingrid Noll gelesen habe. Die vielen lobenden Worte bezüglich ihres bisherigen Schaffens haben mich mit hohen Erwartungen in das Buch starten lassen. Leider muss ich sagen, dass der Roman diese für mich nicht erfüllen konnte. Dabei hat mir der Schreibstil von Ingrid Noll zunächst sehr gut gefallen. Sie erzählt die Geschichte in einer bildreichen Sprache, die sich sehr flüssig lesen lässt. Die Charakter ihrer Protagonisten und die Handlung hingegen konnten mich leider nicht wirklich mitreißen. Es baut sich eine durchaus spannende und geheimnisvolle Geschichte auf, aber der Funke konnte bei mir nie so ganz überspringen und das Finale ließ mich dann auch noch ein wenig enttäuscht zurück. Gerade die Konflikte, die sich zwischen den Protagonisten aufgebaut hatten, wurden von der Autorin zum Ende hin im Schnellgang abgearbeitet, so dass aus meiner Sicht einiges Potential dieses Buches auf der Strecke blieb.

Da mir der Schreibstil der Autorin gut gefallen hat, vermute ich einfach mal, dass ich mit dem falschen Buch bei ihr begonnen habe und werde einen weiteren Versuch starten. Ich kann "Goldschatz" daher nicht wirklich weiterempfehlen und bewerte es mit drei von fünf Sternen.

Veröffentlicht am 15.03.2019

Gefangen im Nebelreich

Das gefälschte Siegel
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Vor mehr als tausend Jahren wurde die Gegend um Nevaral von einem Dämonen befreit. Der Held Damar und die Zauberin Illiane bannten den Dämon in einer Schriftrolle und versiegelten diese für alle Ewigkeiten. ...

Vor mehr als tausend Jahren wurde die Gegend um Nevaral von einem Dämonen befreit. Der Held Damar und die Zauberin Illiane bannten den Dämon in einer Schriftrolle und versiegelten diese für alle Ewigkeiten. Es kommt aber nun Ungewissheit auf, ob das Siegel nicht zerbrochen ist und der Dämon so seinem Bann entkommen konnte. Prinz Tymur sucht sich gerade den eher faulen und nichtsnutzigen Kevron aus, um ihn auf den Weg in das Nebelreich zu begleiten, denn dort liegt die Schriftrolle, streng bewacht von den Steinernen.

"Das gefälschte Siegel" ist ein aus meiner Sicht gelungener Start in eine neu Fantasy-Welt. Die deutsche Autorin Maja Ilisch erzählt die Geschichte in einem sehr kreativen und lebendigen Schreibstil, der mich schnell in die fremde Welt entführte. Mit den Protagonisten hat sie eine gute Mischung zusammengestellt und es machte trotz einiger Längen im Verlauf des Buches Spaß, ihnen auf ihrem Weg zu folgen. Gerade das sehr überraschende und fulminante Finale des ersten Bandes hat definitiv Lust auf den Nachfolger gemacht.

Es war schön auch mal eine High-Fantasy-Geschichte aus einer deutschen Feder zu lesen. Der erste Band hat bei mir auch aufgrund der nicht zu komplexen Geschichte gepunktet, auch wenn er noch ein wenig Luft nach oben hat. Ich empfehle das Buch sehr gerne weiter und bewerte es mit guten vier von fünf Sternen!!!