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Veröffentlicht am 22.02.2025

Station der Unruhigen

König von Albanien
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Als Doktorant einer Irrenanstalt erhält Alois Schilchegger im Jahre 1913 einen neuen Patienten. Ein gewisser Otto Witte behauptet mit aller Überzeugung, er sei für fünf Tage der König von Albanien gewesen. ...

Als Doktorant einer Irrenanstalt erhält Alois Schilchegger im Jahre 1913 einen neuen Patienten. Ein gewisser Otto Witte behauptet mit aller Überzeugung, er sei für fünf Tage der König von Albanien gewesen. Dies wird zunächst stark in Frage gestellt, aber bei der weiteren Behandlung erzählt Otto Witte seine Geschichte, die nicht nur die weiteren Patienten, sondern auch das Personal der Anstalt in denn Bann zieht. Alois Schilchegger erkennt auch im Aufblühen seines Patienten Behandlungsmöglichkeiten, die vermeintlich auch grundsätzlich Anwendung finden können. Ist Otte Witte nun wirklich König gewesen und kann er entlassen werden?

Der deutsche Autor Andreas Izquierdo konnte mich mit seinen Geschichten und Büchern schon mehrfach begeistern, so dass ich mit viel Vorfreude und einer hohen Erwartungshaltung in sein neues Werk "König von Albanien" gestartet bin. Er erzählt die Geschichte in seinem gewohnt bildreichen und hervorragend zu lesenden Schreibstil, der die Geschehnisse lebendig vor Augen führt. Sein Buch beruht auf den historischen Hintergrund des vermeintlichen Hochstaplers Otto Witte, der stets behauptete, für fünf Tage der König von Albanien gewesen zu sein. Wirklich belegt konnten die Erzählungen niemals, aber wenn sie damals so leidenschaftlich und überzeugend vorgetragen wurden, wundert es nicht, dass Otto Witte sogar den Titel in seinen Ausweispapieren notieren ließ. Ob er nun schizophren oder ein Betrüger war mal dahingestellt, aber die abenteuerliche Geschichte konnte mich in den Bann ziehen und Andreas Izquierdo gelingt es, sie mit viel Leben zu füllen.

Insgesamt ist "König von Albanien" ein aus meiner Sicht sehr gelungener historischer Roman, der sehr unterhaltsam eine Reise in die Vorkriegszeit des ersten Weltkriegs ermöglicht. Der Roman überzeugt mit einer lebendigen Geschichte, die man nie so wirklich ernst nehmen kann, aber doch irgendwie stimmen könnte. Gerade dieses Verwirrspiel und das erzählerische Talent des Autors machen das Buch äußerst lesenswert, so dass ich es gerne weiterempfehle und mit den vollen fünf von fünf Sternen bewerte.

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Veröffentlicht am 22.02.2025

Spannender Krimi aus dem Emsland

Vor der Stille
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Im Emsland kommt die einberufene SOKO mit einem Mordfall nicht wirklich weiter. Eine Frau wurde tot aus dem Kanal geborgen, in der Lunge aber Leitungswasser entdeckt, so dass das Opfer scheinbar bereits ...

Im Emsland kommt die einberufene SOKO mit einem Mordfall nicht wirklich weiter. Eine Frau wurde tot aus dem Kanal geborgen, in der Lunge aber Leitungswasser entdeckt, so dass das Opfer scheinbar bereits tot war, als es vom Täter ins Wasser gebracht wurde. Das erfolgreiche Ermittler-Duo Hanna Will und Jan de Bruyn wird hinzugezogen und die Recherchen werden noch einmal verstärkt. Es treten Ungereimtheiten beim Leben des Opfers auf. Die Wohnung macht den Eindruck, als wäre sie teilweise für Filmaufnahmen genutzt worden und lässt vermuten, dass die Frau eventuell von sich selbst Aufnahmen ins Netz gestellt hat...

Ich habe schon viel Gutes von den Kriminalromanen aus der Feder der Autorin Anna Johannsen gehört und bin daher mit viel Vorfreude in ihr neues Werk "Vor der Stille" gestartet. Es ist der dritte Band aus der Reihe um das sympathische Ermittler-Duo Anna und Jan und ich hatte als Quereinsteiger zu keiner Zeit Verständnisprobleme. Anne Johannsen erzählt die Geschichte in einem temperamentvollen und sehr flüssig zu lesenden Schreibstil, der mir sehr gut gefallen hat. Der Spannungsbogen wird mit dem Auffinden der Leiche direkt zu Beginn des Buches gut aufgebaut und über die vielschichtigen Ermittlungsarbeiten auf einem aus meiner Sicht hohen Niveau gehalten. Die Charaktere der beiden Hauptprotagonisten sind interessant gezeichnet, allerdings nimmt ihr privater Bereich schon einen großen Raum in der Geschichte ein. Die Storyline wurde gut konzipiert, so dass ich bis zum Finale gefesselt war.

Insgesamt ist "Vor der Stille" für mich ein gelungener Kriminalroman einer Reihe, die viel Potential verspricht. Ein wohldosierter Lokalkolorit, interessant Fälle in einer durchdachten Story und natürlich das Erzähltalent der Autorin tragen zum Gelingen bei. Ich freue mich auf weitere Fälle, empfehle das Buch gerne weiter und bewerte es mit guten vier von fünf Sternen.

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Veröffentlicht am 22.02.2025

Harter Thriller mit Teifgang

Sing mir vom Tod
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Dios und Florence, genannt Florida, sind Zellengenossinnen im Frauengefängnis. Ihr harter Alltag hat sich abgehärtet und sie bekommen eine neuen Chance, als sie überraschend auf Bewährung entlassen werden. ...

Dios und Florence, genannt Florida, sind Zellengenossinnen im Frauengefängnis. Ihr harter Alltag hat sich abgehärtet und sie bekommen eine neuen Chance, als sie überraschend auf Bewährung entlassen werden. Der folgende Roadtrip, an denen sich die Wege der beiden immer wieder kreuzen entwickelt sich zunehmend zu einem Fiasko. Beide Frauen mit ihren Geschichten und ihrer inneren Härte kollidieren mit dem System und treffen dann auf eine dritte Frau, die ebenfalls über eine erhebliches Gewaltpotential aufwartet und mit viel aufgestauter Wut ihren Ermittlerdienst nachgeht.

Die amerikanische Autorin Ivy Pochoda konnte mich mit ihrem Roman "Diese Frauen" komplett begeistern. Mit viel Vorfreude und einer entsprechenden Erwartungshaltung bin ich in ihr neues Werk gestartet, welches aber das Niveau aus meiner Sicht nicht halten konnte. Ivy Pochoda erzählt die Geschichte in einem harten und sehr vielschichtigen Schreibstil, mit dem sie auf die vorgezeigten Schicksale ihrer Protagonistinnen schonungslos hinweist. Der Spannungsbogen wird um den ungewissen Fortgang der beiden Schicksale von Florence und Dios gut aufgebaut und über den ereignisreichen und gnadenlosen Roadtrip der beiden Frauen auf einem aus meiner Sicht gehoben Niveau gehalten. Die Autorin arbeitet die schon als teilweise hoffnungslos zu beschreibende Situation der beiden Frauen gut heraus und versucht durch die mit den Kapiteln verbundenen Perspektivwechseln einen tieferen Einblick in das bestehende Milieu zu geben. Das Ganze wies aber für mich einige Längen auf und verwirrte zum Teil mit nicht ganz eindeutig zuzuordnende Perspektiven. Nichts desto trotz wirkt das Buch sehr wertig und hat mich auch noch im Nachgang länger beschäftigt.

Insgesamt ist "Sing mir vom Tod" sicherlich ein lesenswertes und durchaus anspruchsvoller Roman, der aber für mich nur wenig die Titulierung eines Thrillers verdient hat. Die gut integrierte Gesellschaftskritik und der gehobene Erzählstil der Autorin lassen mich das Buch weiterempfehlen und mit guten vier von fünf Sternen bewerten.

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Veröffentlicht am 22.02.2025

Franz Gasperlmaier ermittelt wieder

Letztes Glückskeks
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Altaussee bekommt internationalen Besuch. Eine chinesische Delegation hat sich eingefunden und überdenkt eine Investition auf der Grundlage des Tourismus in Altaussee. Kein Wunder, dass der neue Vorsteher ...

Altaussee bekommt internationalen Besuch. Eine chinesische Delegation hat sich eingefunden und überdenkt eine Investition auf der Grundlage des Tourismus in Altaussee. Kein Wunder, dass der neue Vorsteher des Tourismusbüros Feuer und Flamme ist, winken doch vielleicht lukrative Kooperationen. Leider treibt kurze Zeit später einer der Delegierten tot im Hotelpool und die Frage, die sich schnell auftut, war es ein zwischenmenschliches Drama oder vielleicht schon ein Mord mit hochpolitischem Hintergrund. Franz Gasperlmaier und sein Team nehmen mit viel Charme und einem sympathischen Spürsinn die Ermittlungen auf...

Ich habe bereits viele Kriminalromane vom österreichischen Autor Herbert Dutzler gelesen und er hat mich eigentlich noch nie enttäuscht. So bin ich mit viel Vorfreude und einer hohen Erwartungshaltung in den zwölften Fall für den sympathischen und sehr bodenständigen Ermittler Franz Gasperlmaier gestartet. Der Autor erzählt die Geschichte in seinem gewohnt lebendigen und sehr gut zu lesenden Schreibstil, der mich schnell in die österreichische Region entführt hat. Der Spannungsbogen wird mit dem Auffinden der Leiche des Delegierten zu Beginn des Buches gut aufgebaut und über die immer komplexer werdenden Ermittlungen auf einem aus meiner Sicht hohen Niveau gehalten. Sehr gut gefallen hat mir wieder einmal die toll gezeichneten Protagonisten und deren hervorragendes Zusammenspiel. Auch deren Weiterentwicklung trägt zum Gelingen des Buches bei. Das Finale kann dann mit einer für mich völlig überraschenden Auflösung überzeugen und rundet den Kriminalroman gelungen ab.

Insgesamt ist "Letztes Glückskeks" die gelungene Fortsetzung einer tollen Krimi-Reihe, die sich mit clever inszenierten Fällen, mehr als sympathisch charakterisierten Protagonisten, einem wohldosierten Lokalkolorit und natürlich dem Erzähltalent des Autors von der Menge des Genres abhebt. Ich empfehle daher den vorliegenden Kriminalroman gerne weiter und bewerte ihn mit den vollen fünf von fünf Sternen.

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Veröffentlicht am 22.02.2025

Ausbruchsversuch

Achtzehnter Stock
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Wanda träumt vom Leben im Glamour der Filmbranche, doch ihre Realität sieht leider ganz anders aus. Sie lebt mit ihrer Tochter Karlie auf der Berliner Platte, im achtzehnten Stock eines Wohnblocks und ...

Wanda träumt vom Leben im Glamour der Filmbranche, doch ihre Realität sieht leider ganz anders aus. Sie lebt mit ihrer Tochter Karlie auf der Berliner Platte, im achtzehnten Stock eines Wohnblocks und kämpft in großer Geldnot ums Überleben. Eines Tages bekommt sie die Chance in die vermeintlich erstrebenswerte Welt zu wechseln, da ein lukrativer Schauspieljob in Aussicht steht. Sie ergreift die Gelegenheit und taucht in ihren Traum ein, muss dabei aber Abstriche in ihrem normalen Leben machen, da sie nur noch wenig Zeit für Freunde und ihre Tochter hat. Gelingt Wanda der Spagat zwischen zwei Welten?

Die Autorin Sara Gmuer hat mit "Achtzehnter Stock" einen aus meiner Sicht zeitkritischen und lesenswerten Roman veröffentlicht. Sie erzählt die Geschichte in einem manchmal etwas rau anmutenden, aber dadurch sehr passenden Schreibstil, der direkt und mit klarer Kante auf die gesellschaftlichen Probleme hinweist. Im Mittelpunkt steht eine authentische junge Frau, die sich an ihrem großen Traum einer erfolgreichen Schauspielerin festhält und eines Tages versucht, diesen auch zu leben. Es zeigt, wie schwierig es ist in eine neue Welt einzutauchen und gleichzeitig stellt sich die Frage, ob es immer so erstrebenswert ist, seine Wurzeln zu verlassen. Dieser innere Konflikt der Hauptprotagonistin wird aus meiner Sicht sehr gut dargestellt und regt zum Nachdenken an. Es baut sich um Wandas Schicksal eine Spannung auf, die mich bis zum Finale fesseln konnte.

Insgesamt ist "Achtzehnter Stock" ein gelungener Roman, der eine authentische Milieustudie abgibt, die in erster Linie von einer interessant gezeichneten Hauptprotagonistin, den zahlreichen und zielgenauen gesellschaftlichen Seitenhieben und natürlich der mehr als gelungenen Sprache der Autorin getragen wird. Ich empfehle das Buch daher sehr gerne weiter und bewerte es mit guten vier von fünf Sternen.

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