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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 13.10.2018

Spannender Krimi mit komplexer und gut durchdachter Story

Alte Feinde
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Bei dem Mord an Albert Gradwohl ergeben die Ermittlungen, dass das Opfer mit einer alten Pistole aus dem amerikanischen Bürgerkrieg er-schossen wurde. Bei den weiteren Recherchen verlaufen immer mehr Spuren ...

Bei dem Mord an Albert Gradwohl ergeben die Ermittlungen, dass das Opfer mit einer alten Pistole aus dem amerikanischen Bürgerkrieg er-schossen wurde. Bei den weiteren Recherchen verlaufen immer mehr Spuren in die Richtung USA, so dass die Staatsanwältin Regina Flint auch dort vor Ort Kontakt mit dem Hauptverdächtigen aufnehmen will. Gleichzeitig ermittelt Bruno Cavalli in Amerika, hat aber seit geraumer Zeit kein Lebenszeichen von sich gegeben. Haben die Fälle miteinander zu tun? Wurde Regina über den Mord nach Amerika gelockt? Schwebt sie selber nun in Gefahr?
"Alte Feinde" ist bereits der achte Band aus der Reihe um die attraktive und engagierte Staatsanwältin Regina Flint. Ich bin nach vielen guten Bewertungen der vorherigen Teile mit hohen Erwartungen in die Serie gestartet und wurde auch nicht enttäuscht. Petra Ivanov erzählt die Geschichte in einem sehr flüssig zu lesenden Schreibstil, der mich schnell fesseln konnte. Ein wenig Schwierigkeiten hatte ich als Quer- einsteiger mit der Vielzahl der Protagonisten, die in den Ermittlungen involviert waren. Nichts desto trotz entwickelt sich zunehmend eine komplexe und von der Autorin sehr clever konzipierte Handlung, die immer wieder die Frage aufwarf, wem denn nun zu trauen ist und wer ein doppeltes Spiel spielt. Die Spannung wird so stets auf einem hohen Niveau gehalten und das für mich überraschende Finale rundet das Buch gut ab. Sehr interessant war für mich auch der Einbezug des historischen Hintergrunds des amerikanischen Bürgerkrieges. Die Fakten wirkten sehr gut recherchiert und bildeten eine gelungene Rahmenhandlung für den packenden Krimi.
"Alte Feinde" hat mir gut gefallen und ich werde mich wohl auch noch mit den vorherigen Bänden auseinandersetzen, um noch tiefer in die Verflechtungen der einzelnen Protagonisten zueinander einsteigen zu können. Insgesamt aus meiner Sicht, eine spannende Serie mit sympathischen und interessanten Hauptprotagonisten, die ich gerne weiterempfehle und mit guten vier von fünf Sternen bewerte.

Veröffentlicht am 13.10.2018

Brennende Autos

Mexikoring
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In Hamburg werden jede Nacht wahllos Autos in Brand gesteckt. Als die Staatsanwältin Chastity Riley zu einem Tatort an den Mexikoring beordert wird, sitzt noch ein junger Mann in dem brennenden Auto. Er ...

In Hamburg werden jede Nacht wahllos Autos in Brand gesteckt. Als die Staatsanwältin Chastity Riley zu einem Tatort an den Mexikoring beordert wird, sitzt noch ein junger Mann in dem brennenden Auto. Er wird zwar von der schnell herbeigerufenen Feuerwehr aus dem Wrack gerettet, stirbt aber kurze Zeit später im Krankenhaus. Nach den beginnenden Ermittlungen stellt sich heraus, dass es sich bei dem Toten um Nouri Saroukhan handelt, ein Mann der seinem eigenen Familienclan den Rücken gekehrt hat. Liegt hier das Motiv für die Tat? Denn nach der Autopsie steht fest, es handelt sich definitiv um Mord...

Die ersten beiden Bände um die außergewöhnliche und vielleicht auch ein wenig gewöhnungsbedürftige Staatsanwältin Chstity Riley wurden bereits mit Buchpreisen versehen. Meine Neugier auf das neue Buch der Autorin Simone Buchholz war nun groß und ich bin mit "Mexikoring" in die Serie gestartet. Ich hatte keine Probleme in die Handlung zu finden und mir wurde auch schnell klar, was die Aufmerksamkeit der Juroren hervorgerufen hatte. Simone Buchholz erzählt die Geschichte in einem eigenen unverkennbaren Schreibstil. Sie arbeitet mit vielen kurzen Sätzen und Kapiteln, wobei ihre Gedanken- und Zeitsprünge durchaus schon die volle Aufmerksam-keit verlangen. Der Charakter ihrer schnoddrigen und engagierten Hauptprotagonistin hat mir richtig gut gefallen, obwohl sie, oder vielleicht auch gerade weil sie nicht den üblichen Klischees entspricht. Bei der Lösung des Falls geht Simone Buchholz auch intensiv auf die organisierte Kriminalität und die teilweise haar-sträubenden Lebensumstände einige Familienclans ein. Der Wert einer Frau spielt hier nur eine sehr untergeordnete Rolle und das vorherrschende Rechtssystem wird achselzuckend ignoriert. Es entwickelt sich eine spannende und auch tiefgehende Story, die mich gepackt hat und das Buch viel zu schnell an mir vorbeirauschen ließ.

Mich hat das Buch sowohl vom Thema, als auch vom Schreibstil beeindruckt. Es sticht so aus der Vielzahl der Kriminalromane heraus und macht es aus meiner Sicht lesenswert. Ich empfehle das Buch daher sehr gerne weiter und bewerte es mit den vollen fünf von fünf Sternen.

Veröffentlicht am 13.10.2018

Ein Buch, das sich entwickelt...

Der Abgrund in dir
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Rachel Childs ist eine engagierte und mutige Frau und erlangt in ihrem Beruf als Journalistin immer mehr Anerkennung. Ihr Einsatz im Krisengebiet Haiti, wohin sie nach einem verheerenden Erdbeben beordert ...

Rachel Childs ist eine engagierte und mutige Frau und erlangt in ihrem Beruf als Journalistin immer mehr Anerkennung. Ihr Einsatz im Krisengebiet Haiti, wohin sie nach einem verheerenden Erdbeben beordert wird, verändert ihr Leben allerdings nachhaltig. Von den Ereignissen vor Ort schwer erschüttert, misslingt ihre Liveüber-tragung vor Millionen von Zuschauern. Sie verliert ihren gefeierten Status und ihr Karriere zerfällt so schnell, wie sie entstand. Kurz darauf trifft sie Brian, einen Mann, der ihrem Leben eine ganz neue Richtung gibt...

Dennis Lehane hat sich als Autor unter anderen schon einen Namen mit seinen Büchern "Mysric river" und "Shutter Island" gemacht, gelesen hatte ich bisher allerdings noch keines seine Werke. Mit einer entsprechend hohen Erwartung bin ich in seinen neuen Thriller gestartet und wurde insgesamt auch nicht enttäuscht. Er erzählt die Geschichte in einem sehr gut zu lesenden Schreibstil, der das Geschehen lebendig und bildreich vor Augen führt. Die Story braucht allerdings ein wenig, bis sie wirklich in Fahrt kommt. Auf den ersten 200 Seiten stellte sich doch für mich die ein oder andere Länge ein, die ein wenig Durchhaltevermögen erforderten. Der zweite Teil tröstet aber über den schleppenden Beginn hinweg und baut mit überraschenden und für mich unvorhersehbaren Entwicklungen zunehmend die Spannung und Dramatik auf. Hier fiel es mir dann immer schwerer, das Buch zur Seite zu legen und war in der spannenden Handlung gefangen.

"Der Abgrund in dir" ist für mich ein gelungener Thriller, der zu Beginn vielleicht um ein paar Seiten kürzer hätte sein können, insgesamt aber mit einer clever konzipierten und schwer durch-schaubaren Story überzeugt. Ich empfehle das Buch daher gerne weiter und bewerte es mit guten vier von fünf Sternen.

Veröffentlicht am 13.10.2018

Die Folgen eines Betrugs

Wie ich fälschte, log und Gutes tat
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Benedikt Jäger ist 16 Jahre alt und lebt in der kleinen Gemeinde Weiden. Er ist der Sohn eines vermögenden Arztes und seine Mutter vergnügt sich auf gesellschaftlichen Treffen und bei den Lions, um den ...

Benedikt Jäger ist 16 Jahre alt und lebt in der kleinen Gemeinde Weiden. Er ist der Sohn eines vermögenden Arztes und seine Mutter vergnügt sich auf gesellschaftlichen Treffen und bei den Lions, um den guten Ruf zu wahren. Aktuell ist Benedikt sehr erfolgreich im Tennis und die Mannschaft konnte die Meisterschaft erkämpfen. Weniger erfolgreich verläuft allerdings zur Zeit seine Schullaufbahn und so ist seine Kreativität gefordert, um den Hausfrieden in seiner Familie aufrecht zu erhalten. Er fälscht sowohl die Klausuren, die er seinen Eltern vorlegt als auch die Unterschriften unter den echten Prüfungen. Es beginnt ein Kreislauf, aus dem es kein Entkommen zu geben scheint...

Thomas Klupp hat einen Roman aus der Sicht eines sechzehn-jährigen Jugendlichen geschrieben. Wir werden in die Schul- und Entwicklungszeit von Benedikt entführt, welche mich des Öfteren auch an meine eigene Vergangenheit erinnert hat. Thomas Klupp erzählt die Geschichte in einem sehr lockeren und lebhaften Schreibstil, der sehr unterhaltsam ist und sich auch flüssig lesen lässt. Bei den beschriebenen Erlebnissen ist immer wieder ein gesellschaftlicher Seitenhieb zwischen den Zeilen zu erkennen, was mir gut gefallen hat. Insgesamt hatte das Buch aus meiner Sicht aber nicht genug Tiefe. Es kam mir vor, wie die Aneinanderreihung unterhaltsamer Abenteuer, ohne aber wirklich eine Aussage zu treffen. Erst zum Ende hin konnte mich die Geschichte packen und wartete noch einmal mit Spannung auf.

Insgesamt hat mir der Schreibstil von Thomas Klupp sehr gut gefallen, aber das Buch erschien mir dennoch wenig aussagekräftig und konnte mich nicht wirklich fesseln, so dass ich "Wie ich fälschte, log und Gutes tat" lediglich mit drei Sternen bewerte.

Veröffentlicht am 05.10.2018

Nährboden für blinden Hass

Mit der Faust in die Welt schlagen
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Phillip und Tobias wachsen in einer jungen Familie im sächsischen Neschwitz auf. Ihr Leben verläuft zunächst klassisch, die Eltern bauen ihr Eigenheim und die Familie verbringt viel Zeit miteinander. Aber ...

Phillip und Tobias wachsen in einer jungen Familie im sächsischen Neschwitz auf. Ihr Leben verläuft zunächst klassisch, die Eltern bauen ihr Eigenheim und die Familie verbringt viel Zeit miteinander. Aber im Verlauf verlieren die Familienmitglieder ihren Zusammenhalt. Der Vater verlässt nach einer Liebschaft mit der Nachbarin die Familie und die Mutter zieht sich in ihre deprimierende Welt zurück. Die beiden Brüder gehen nun ihren Weg und werden von ihrem sozialen Umfeld stark geprägt. Ein Umstand der ohne fürsorglichen Zuspruch auch in eine falsche Richtung gehen kann...
Lukas Rietzschel hat aus meiner Sicht mit "Mit der Faust in die Welt schlagen" einen mutigen und brisanten Roman geschrieben, der den Leser nachdenklich zurücklässt. Er beschreibt die Entwicklung der beiden Brüder Phillip und Tobias in ihrer sächsischen Heimat und zeigt dabei auf, warum gerade in den strukturschwächeren Regionen der Rechtsradikalismus einen so guten Nährboden hat. Es gelingt ihm hervorragend die häufig anzutreffende Trost- und auch Hoffnungs-losigkeit einzufangen, mit der viele Menschen zu kämpfen haben. Gerade seine außergewöhnliche Schreibweise, die mir sehr gut gefallen hat, trägt hierzu bei. Er arbeitet mit vielen kurzen Hauptsätzen und lässt damit vieles unausgesprochen. Was anfangs als einfacher Schreibstil gewertet werden kann, erfordert aber dennoch die volle Aufmerksamkeit, da vieles zwischen den Zeilen zu lesen ist und somit für mich sehr passend erscheint, eine Geschichte mit viel Tiefgang zu erzählen. Wer eine Szenebeschreibung Rechtsradikaler im Osten erwartet, wird wohl enttäuscht werden, da Lukas Rietzschel komplett auf spektakuläre oder gewalttätige Situationen verzichtet, viel mehr setzt er sich mit der Beweggründen auseinander, welche gerade Jugendliche anstreben, einer solchen Gruppe anzugehören.
"Mit der Faust in die Welt schlagen" ist für mich ein unaufgeregter aber gleichzeitig auf seine Art ein sehr aussagekräftiger Roman, dem ich eine große Aufmerksamkeit wünsche, um so in die Diskussion zu diesem gesellschaftlich wichtigen Thema zu kommen. Gerade auch aufgrund seiner besonderen Erzählweise bewerte ich ihn mit guten vier von fünf Sternen und empfehle ihn als lesenswert sehr gerne weiter.