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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 12.03.2018

Eberhofer ermittelt wieder

Kaiserschmarrndrama
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Treibt ein Serienmörder sein Unwesen in Niederkaltenkirchen? Diese Frage treibt unseren charmanten und erfolgreichen Dorfpolizisten Franz Eberhofer um. Zunächst wird eine junge Frau tot aufgefunden. Sie ...

Treibt ein Serienmörder sein Unwesen in Niederkaltenkirchen? Diese Frage treibt unseren charmanten und erfolgreichen Dorfpolizisten Franz Eberhofer um. Zunächst wird eine junge Frau tot aufgefunden. Sie ist nahezu nackt und allem Anschein nach wurde sie mit einem Stein erschlagen. Bei den Ermittlungen stolpert der Eberhofer über den kleinen Nebenerwerb der toten Frau, sie hat Stripshows im Internet angeboten. Zu ihren Kunden gehörten die gut bekannten Flötzinger, Simmerl und zu guter letzt sein Bruder Leopold. Gleich drei Verdächtige und zu allem Überfluss wird kurze Zeit später eine zweite Leiche entdeckt...

"Kaiserschmarrndrama" ist mittlerweile der neunte Band um den smarten Dorfpolizisten Franz Eberhofer. Der Autorin Rita Falk gelingt es aus meiner Sicht, die Spritzigkeit und den Unterhaltungswert weiterhin aufrechtzuerhalten. Sie erzielt dies mit ihrer lockeren und sehr lebendigen Schreibweise, welche mit gezielt eingesetzter Mundart unterstützt wird. Es handelt sich zwar auch wieder um einen Kriminalfall, den der Franz aufzuklären hat, aber für mich steht weniger die Aufklärung der Morde sondern die schillernden Personen der bayrischen Kleinstadt im Vordergrund. Die Reibereien der Protagonisten untereinander und der Dorftratsch sorgen für eine gute Atmosphäre. Selbst der Spannungsbogen wird gut aufgebaut und die Gegebenheiten, so wie plötzliche und überraschende Wendungen lassen viel Freiraum für den Leser, eigene Überlegungen und Strategien zur Täterschaft aufzustellen. Sehr schön überträgt Rita Falk den Lokalkolorit in ihre Krimis und verleiht den Büchern damit ihren besonderen Charme.

Wer bisher die ersten Teile der Serie gelesen oder gehört und dabei lieb gewonnen hat, wird auch an "Kaiserschmarrndrama" seine Freude haben. Ich empfehle das Buch auf alle Fälle gerne weiter und bewerte es mit den vollen fünf von fünf Sternen.

Veröffentlicht am 04.03.2018

Ein wahrer Schatz!!!

Der Wortschatz
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Es beginnt mit einem Wort, welches sich nicht an seinen Sinn erinnern kann. Um nach diesem Sinn zu forschen macht es sich auf die Reise in das Reich der Worte und stößt dort immer wieder auf neue Ansätze ...

Es beginnt mit einem Wort, welches sich nicht an seinen Sinn erinnern kann. Um nach diesem Sinn zu forschen macht es sich auf die Reise in das Reich der Worte und stößt dort immer wieder auf neue Ansätze und Hinweise, die dem Wort dir Richtung weisen, um seine Bedeutung zu entschlüsseln...


Elias Vorpahl hat mit diesem kleinen, aber auch aus meiner Sicht sehr wertvollen Buch einen wahren Schatz geschaffen. Er erzählt die Geschichte des verlorenen Wortes mit einer bildreichen und immer wieder faszinierenden Schreibweise, die mich an das Reich der Worte fesselte. Geschickt spielt der Autor mit den unterschiedlichen Bedeu-tungen und Verbindungen von Wörtern. Er erschafft tolle und fantasievolle Geschichten mit Tiefgang, die mich als Leser immer wieder zum Nachdenken und Innehalten animiert haben. So lernen wir den Sprachfluss, die Eselsbrücke und die Wortspielerei kennen, um nur einige Beispiele zu nennen. Gleichzeitig gelingt es dem Autor eine enorme Spannung aufzubauen um die wahre Bedeutung des Wortes, welches sich hier auf die Reise begeben hat. Das Finale schließt das Buch dann für mich rund und schlüssig ab und gibt mir das Gefühl, meine Zeit mit dem Buch sinnvoll genutzt zu haben.


"Der Wortschatz" ist für mich ein außergewöhnliches Buch, welches mich wirklich begeistern konnte. Allein der geschickte Umgangs mit den Wörtern macht den Roman zu etwas Besonderem, was mich eine uneingeschränkte Leseempfehlung aussprechen lässt. Die Bewertung fällt daher folgerichtig mit den vollen fünf von fünf Sternen möglichst positiv aus!!!

Veröffentlicht am 04.03.2018

Temporeich und spannend erzählt

Das dunkle Netz
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Feldjäger Mark Becker erhält von seinem ehemaligen Kameraden Kai Jäger eine merkwürdige Nachricht. Er hätte Beweismaterial, welches er ihm unbedingt zeigen wolle. Die Kontaktaufnahme mit seinem ehemaligen ...

Feldjäger Mark Becker erhält von seinem ehemaligen Kameraden Kai Jäger eine merkwürdige Nachricht. Er hätte Beweismaterial, welches er ihm unbedingt zeigen wolle. Die Kontaktaufnahme mit seinem ehemaligen Kameraden misslingt aber und Mark Becker wundert sich, ihn selbst zu Hause nicht anzutreffen. Kurze Zeit später wird eine verkohlte Leiche als Kai Jäger identifiziert. Mark Becker ist geschockt, kann aber aufgrund der Möglichkeit, dass die Tat mit der Bundeswehr zu tun haben könnte, an den Ermittlungen teilnehmen. Seine Partnerin bei der Polizei ist Lisa Jäger, die er in unangenehmer Erinnerung von seinem letzten gemeinsamen Fall hat...

Ich habe bereits mehrere Bücher von Silvia Stolzenburg gelesen und jedes mal war ich begeistert von ihrem temporeichen und lebendigen Schreibstil, der mich als Leser schnell in die Handlung zieht. "Das dunkle Netz" steht den vorherigen Büchern diesbezüglich in nichts nach und konnte mich wieder nach nur einigen Seiten packen. Der Hauptprotagonist Mark Becker war mir nach seinem ersten Einsatz in "Blutfährte" bereits vertraut und konnte mich wieder überzeugen. Sicherlich als Feldjäger ein ungewöhnlicher Ermittler, dessen unfreiwillige Begegnung mit der ermittelnden Kommissarin Lisa Jäger dem Buch einen zusätzlichen Charme verleiht. Der Spannungsbogen wird direkt mit Beginn des Buches aufgebaut und durch die sehr ereignisreiche Handlung auf hohem Niveau gehalten. Das fulminante Finale war für mich schlüssig und gut nachvollziehbar und hat mir mit einem Cliffhanger zum Ende Lust auf den dritten Fall von Mark Becker gemacht.

Aus meiner Sicht ist Silvia Stolzenburg mit "Das dunkle Netz" ein spannender und fesselnder Nachfolger ihrer neuen Thriller-Reihe um den sympathischen und eigenwilligen Feldjäger Mark Becker gelungen. Wie schon den ersten Teil empfand ich den Thriller als sehr lesenswert für Liebhaber spannungsgeladener Literatur. Von mir erhält das Buch die vollen fünf von fünf Sterne!!!

Veröffentlicht am 24.02.2018

Schlechte Zeiten für die Männer...

Die Königin von Lankwitz
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Bea und Irene haben sich im Knast kennengelernt und werden nun entlassen. Sie denken natürlich darüber nach, was sie nun mit ihren fünfzig Jahren in der Freiheit erwartet. Womit sollen sie ihren Lebensunterhalt ...

Bea und Irene haben sich im Knast kennengelernt und werden nun entlassen. Sie denken natürlich darüber nach, was sie nun mit ihren fünfzig Jahren in der Freiheit erwartet. Womit sollen sie ihren Lebensunterhalt verdienen? Bei ihren Überlegungen kristallisiert sich immer mehr die Idee einer Ich-AG zum Favoriten heraus. Die beiden wollen anderen Frauen die Möglichkeit geben, sich per Auftrag an ihren Männern zu rächen. Die ausgewiesene Spezialität der beiden neuen Unternehmerin ist das Anfahren der Männer, bei dem sie auf Wunsch gezielt bestimmte Körperpartien verletzen können. Das Geschäft läuft gut an, bis eines Tages überraschend Konkurrenz auf dem Markt auftaucht...


Max Urlacher setzt in "Die Königin von Lankwitz" eine witzige Idee locker und unbeschwert um. Er überzeugt mit seinem sehr lebendigen und angenehm zu lesenden Schreibstil, der mit viel schwarzem Humor versetzt ist. Auch hat er aus meiner Sicht mit Berlin eine passende Umgebung für die verrückte Idee gewählt, denn in der Stadt kann man sich wirklich vorstellen, dass die Ich-AG erfolgreich geführt werden kann, an Interessenten wird es zumindest nicht mangeln. Auch die teilweise makabren Aufträge werden so locker erzählt, dass man den Hauptprotagonistinnen nicht wirklich böse sein kann. Mit 200 Seiten wird allerdings aus meiner Sicht das Potential der Geschichte nicht voll ausgeschöpft. Gerade das Finale kommt mir ein wenig zu rasch erzählt vor, so dass ich mir hier eine etwas stimmigere Auflösung gewünscht hätte.


Insgesamt ist "Die Königin von Lankwitz" aber für mich ein lustiges und unterhaltsames Buch für zwischendurch, so wie es wahrscheinlich auch gedacht war. Ich empfehle es daher gerne weiter und bewerte es mit vier von fünf Sternen.

Veröffentlicht am 24.02.2018

Wenn der schwarze Drache aufsteigt...

Sturm
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Weltweit mehren sich die unerklärlichen Klimaphänomäne, die sich kaum jemand erklären kann. So trocknet in Australien ein See aus, in Sibirien schmilzt der Permafrostboden mehrere Meter tief und in Berlin ...

Weltweit mehren sich die unerklärlichen Klimaphänomäne, die sich kaum jemand erklären kann. So trocknet in Australien ein See aus, in Sibirien schmilzt der Permafrostboden mehrere Meter tief und in Berlin wütet ein unglaublicher Sturm, der große Teile des Olympiastadions verwüstet. Auch in Hannover kommt es von einem Moment auf den anderen zu einem Unwetter mit Tennisballgroßen Hagelkörnern. Laura, deren Sohn Robin bei diesem Unwetter durch den Hagel verletzt wird, gerät, ohne dass sie es eigentlich will, in die Mühlen der unterschiedlichen Regierungen, die einen Klimaskandal und Wettermanipulationen vermuten...

Uwe Laub hat mit "Sturm" einen absolut fesselnden und spannenden Wissenschafts-Thriller geschrieben, der mich schon nach kurzer Zeit in den Bann gezogen hat. Er erzählt die Geschichte in einem bild-reichen und sehr flüssig zu lesenden Schreibstil, wobei es ihm gelingt auch kompliziertere naturwissenschaftliche Gegebenheiten verständlich und nachvollziehbar zu beschreiben. Mit der Wettem-anipulation hat er sich einem brisanten und durchaus aktuellen Thema gewidmet, und dieses aus meiner Sicht hervorragend und umfassend recherchiert. Die Kunst bei einem solchen Buch liegt sicherlich in der ausgewogenen Mischung aus Fakten und Fiktion, was Uwe Laub hier außerordentlich gut gelingt. So baut er mit dem zerstörerischen Wirbelsturm zu Beginn des Buches direkt einen hohen Spannungsbogen auf und hält diesen über die gesamte Länge des Buches aufrecht. Das fulminante Finale lässt dann auch keine Wünsche offen , ohne aber zu konstruiert zu wirken.

Bei "Sturm" handelt es sich aus meiner Sicht um einen äußerst gut gelungen Wissenschafts-Thriller mit einem spannenden und aktuellen Thema, Die Umsetzung gelingt dem Autor so gut, dass die Szenerie sehr realistisch wirkt und mich so am Ende nachdenklich zurückgelassen hat. Für mich eine absolute Leseempfehlung, welche ich gerne mit den vollen fünf von fünf Sternen bewerte.