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Maria_12

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 30.07.2025

Anders wie erwartet

Weil es nicht anders sein kann
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Dieser Roman über "Weil es nicht anders sein kann" erzählt die Geschichte, von Addie und Sol, die sich in der Natur wohler fühlen als unter Menschen. Doch als die beiden sich auf der windgepeitschten Insel ...

Dieser Roman über "Weil es nicht anders sein kann" erzählt die Geschichte, von Addie und Sol, die sich in der Natur wohler fühlen als unter Menschen. Doch als die beiden sich auf der windgepeitschten Insel Rokesby vor der Küste Englands zum ersten Mal begegnen, scheint mitten im Sturm alles stillzustehen. Sofort spüren sie, dass sie füreinander geschaffen sind, und wagen eine zaghafte Annäherung.

Zu Beginn hatte ich meine Probleme in die Geschichte zu finden, denn Addie wirkt von Anfang an, von ihrem Wesen und ihren Gedanken her, nicht greifbar. Schnell stellt sich heraus, dass sie ein recht eingeschränktes Leben an der Seite ihrer Mutter auf der Insel Rokesby, lebt. Sie wurde früh von der Schule genommen und konnte keinen Schulabschluß machen, also hat sie auch keine Möglichkeiten um sich beruflich zu entwickeln und das nutzt ihre Mutter aus und lässt sie im Hotel nur für Frauen, arbeiten. Ihre Mutter kümmert sich um die Gäste und den Schriftverkehr, während Addie, Mädchen für alles andere ist und das ohne Bezahlung. Ihr Vater und Bruder leben nicht auf der Insel und kommen nur zwischendurch zu Besuch.

Sol wandelt auf den Spuren seiner verstorbenen Mutter und will all jene dünnen Orte aufsuchen, die ihr etwas bedeutet haben. Das Verhältnis zu seinem Vater gestaltet sich als schwierig, als dieser Sols Ex-Verlobte, heiratetn will. Sols Reise beginnt in Ora, eine Insel, auf dem es gerade mal ein Kloster und ein Retreat gibt und hier begegnet er Addie. Auf eine naive Art kommen sie sich langsam Näher und Addie sieht in Sol ihre einzige Chance, die Insel und die Tyrannei durch ihre Mutter hinter sich zu lassen. In einer stürmischen Nacht flieht sie von zu Hause und Sol rettet sie aus dem Meer und so beginnt ihr gemeinsamer Weg ...

Mit der Wucht die aus ihrer Vergangenheit über sie hereinbricht, haben sie nicht gerechnet um so härter müssen sie dafür kämpfen, zusammen sein zu können – nicht nur gegen äußere Umstände, sondern manchmal auch gegen sich selbst. Woran sie sich festhalten, ist der Pakt, den sie schließen: Sie wollen wie zwei Papageientaucher sein. Denn auch wenn die Vögel einen großen Teil des Jahres getrennt von ihrem Partner leben, bleiben sie einander treu und finden doch immer wieder zueinander.

Fazit:
"Weil es nicht anders sein kann" ist ein unvorhersehbares Buch über gewöhnliche und ungewöhnliche Figuren, mit einer Vielfalt von oft für mich nicht nachvollziehbaren Handlungen. Empfehlen kann ich diesen Roman von Joanna Glen Lesern, die offen sind, sich vorurteilsfrei auf die Handlung einzulassen, die oft überrascht, mit seiner Vielseitigkeit und seiner stetigen Wendungen.

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Veröffentlicht am 29.07.2025

Die Kraft der Literatur

Die Buchhändlerin von Königsberg
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Der Autor Herr Christian Hardinghaus, ist Historiker, Autor und Journalist. In seinem neuen Roman „Die Buchhändlerin von Königsberg“ erzählt der Autor eine Geschichte über eine tapfere und engagierte Buchhändlerin, ...

Der Autor Herr Christian Hardinghaus, ist Historiker, Autor und Journalist. In seinem neuen Roman „Die Buchhändlerin von Königsberg“ erzählt der Autor eine Geschichte über eine tapfere und engagierte Buchhändlerin, als der Krieg immer Näher an ihr geliebtes Königsberg, rückt.

Inhalt:
Frieda ist Buchhändlerin mit Leib und Seele. Der Krieg hat ihr schönes Königsberg bisher kaum erreicht, aber die Spannungen sind deutlich spürbar. Ihre Lieblingsbücher werden verboten, in der Buchhandlung, dem Ort der freien Gedanken, trauen die Leute sich nicht, offen zu sprechen. Und dann musste auch ihr Verlobter an die Front. Frieda klammert sich an die Bücher, bis Königsberg angegriffen wird und die Bomben fallen. In diesen dunklen Stunden sucht Frieda nach Hoffnung zwischen den Seiten. Doch wie weit können Worte durch schwere Zeiten tragen?

Königsberg 1940. Frieda lebt ein unbeschwertes Leben im Haus ihrer Eltern und liebt Bücher über alles. Am liebsten würde sie in einer Bibliothek arbeiten anstatt im Tabakwarengeschäft ihres Vaters, dass sie später einmal übernehmen soll. Frieda bekommt ihre Gelegenheit und mit List überredet ihr neuer Chef ihren Vater, dass seine Tochter bei ihm in der Buchhandlung ihre Ausbildung macht. Frieda lebt nur noch für diese Buchhandlung, blüht regelrecht auf bis ihr Chef sie gezwungenermaßen in den Urlaub schickt. In Rauschen lernt sie ihre große Liebe, den Soldaten Hans kennen, der jedoch wieder zurück an die Front muss. Frieda ist glücklich und fährt nach Hause.

Doch dann geschieht das Unglück, der Krieg zerbombt ihr geliebtes Königsberg und die Stadt liegt in Schutt und Asche. Frieda blendet alles Schreckliche um sich heraum aus und flüchtet in eine realitätsfremde Welt. Für jeden und in jeder Lage, fällt ihr immer wieder eine wundervolle Geschichte ein, um die Mitmenschen in ihrer Nähe, in ihre Welt eintauchen zu lassen. Ob ihr das gelungen ist?

Die Beweggründe von Frieda mit der Kraft der Worte, hungernde Kinder und Erwachsene am Leben erhalten zu wollen, fand ich nicht nachvollziehbar und authentisch.

Fazit:.
Der Schreibstil des Autors ist flüssig aber für die 1940er Jahre ziemlich modern gehalten. Das Zusammenspiel zwischen Fiktion und Realität, konnte ich trotz gut recherchierter Tatsachenberichte, nicht ganz nachvollziehen.

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Veröffentlicht am 27.07.2025

Moses und die Wellenkinder

Das Geschenk des Meeres
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Im ihrem Debütroman „Das Geschenk des Meeres", erzählt die Autorin Julia R. Kelly eine atmosphärische und berührende Geschichte über Liebe, Verlust und Vergebung.

Schottland, Winter 1900. An dem Strand ...

Im ihrem Debütroman „Das Geschenk des Meeres", erzählt die Autorin Julia R. Kelly eine atmosphärische und berührende Geschichte über Liebe, Verlust und Vergebung.

Schottland, Winter 1900. An dem Strand des kleinen Fischerdorfes Skerry findet der Fischer Joseph einen leblosen Jungen, der dem Sohn der Lehrerin Dorothy, der vor vielen Jahren in einer stürmischen Nacht ans Meer ging und nie mehr gesehen wurde, sehr ähnlich sieht. Die Dorfbewohner sind geschockt über diese Ähnlichkeit und Verdrängtes aus der Vergangenheit, kommt langsam an die Oberfläche.

Auf zwei Zeitebenen und aus jeweils unterschiedlichen Perspektiven, die in „Jetzt“ und „Damals“ bezeichnet sind, erzählen die Protagonisten und Dorfbewohner, aus ihrem Leben und ihren Erinnerungen.

Als Dorfschulleherin wagt Dorothy nach dem Tod ihrer lieblosen Mutter einen Neuanfang in dem kleinen Fischerdorf Skerry, doch ihre Unsicherheit und Schüchternheit wird ihr schnell bei der eingeschworenen Dorfgemeinschaft, als Arroganz vorgeworfen. Ihr einziger Lichtblick scheint der Fischer Joseph zu sein. Doch ihre Gefühle für Joseph bleiben von den Dorfbewohnern nicht unbemerkt und schnell verbreiten sich Eifersucht zu Missverständnisse, die zu einer Reihe falscher Entscheidungen, führen.

Weshalb war Joseph sowohl an dem Tag am Strand, als der fremde Junge angespült wurde, als auch in der Nacht, als Dorothys Kind verschwand? Worüber haben Dorothy und Joseph damals so erbittert gestritten? Und warum wurden sie nie ein Paar, obwohl sie sich für jedermann offensichtlich liebten?

Dorothy wird vom Pfarrer gebeten sich um den Jungen aus dem Meer zu kümmern, doch sie fühlt sich verunsichert. Dann überwindet sie sich und öffnet ihr Herz für diesen fremden Jungen, der doch ihr Sohn Moses sein könnte.

Im „Damals“ und „Jetzt“, ist Moses immer gegenwärtig aber nur in Andeutungen ohne den genauen Hintergrund zu kennen und dies hat eine wunderbare Sogwirkung, diese Geschichte, schnell weiter lesen zu wollen.

In einem eigenen Kapitel und einer faszinierenden Mischung aus Geschichte und Mythologie wird von Moses letzten schicksalhaften Stunden erzählt, die mich tief berührt und Emotional, abgeholt haben.

Zum Ende der Geschichte sind alle offenen Fragen gelungen miteinander verwoben. Selbst Joseph hat endlich begriffen, was in all den Jahren in Dorothy, vor sich ging! Ein schöner Abschluss mit dem ruhigen und gleichmäßigen Klopfen an Dorothys Tür ...

Fazit:
Das Cover zeigt einen gelungen Holzschnitt, der Künstlerin Franziska Neubert, passend zum Titel und Inhalt des Debütromans. Die Geschichte ist sowohl dramatisch wie spannend aufgebaut und die Atmosphäre Ende/Anfang des 19./20. Jahrhunderts, gelungen eingefangen. Die Gegenwart und die Vergangenheit werfen viele Fragen auf, die berührend und gefühlvoll, bis zum Ende erzählt werden. Die Autorin ist eine wunderbare Erzählerin, von der ich gerne mehr lesen möchte.
Von mir 5 Sterne und eine absolute Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 20.07.2025

Nichts ist so wie es scheint

Wohin du auch gehst
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Christina Fonthes, geboren in Kinshasa, Kongo, lebt heute in London als Autorin und als Gründerin von Rewrite, einer Schreibakademie für PoC-Autorinnen. In ihrem Debüt „Wohin du auch gehst“ erzählt sie ...

Christina Fonthes, geboren in Kinshasa, Kongo, lebt heute in London als Autorin und als Gründerin von Rewrite, einer Schreibakademie für PoC-Autorinnen. In ihrem Debüt „Wohin du auch gehst“ erzählt sie die Geschichte der beiden unterschiedlichen Frauen Mira und Bjoux und deren Leben zwischen dem Kongo und London.

Der Einstieg in die Geschichte mit den vielen afrikanischen Begriffen und der oft wechselnden Handelstränge, ist schon gewöhnungsbedürftig und verlangt eine Menge Aufmerksamkeit.

Kinshasa, 80er-Jahre: Mira und Ya Eugénies sind die Töchter einer aufstrebenden Familie. Während Mira sehr lebensfroh ist und gerne auch mal die Regeln bricht, wird ihre Schwester schon bald als Ärztin in einem Krankenhaus arbeiten. Als Mira sich in einen mittellosen Musiker verliebt, sind ihre Eltern davon gar nicht begeistert und verbieten ihr den Umgang mit ihm. Miras weiteres Leben gestaltet sich ziemlich kompliziert und auf Umwegen gelangt sie nach London, lebt ärmlich und wird zu einer sehr religiösen Frau. Selbst ihr Verhalten wird noch immer sehr stark von ihrer Herkunft geprägt.

Nach Unruhen in Kinshasa wird die 12jährige Bijoux aus ihrem Geburtsort nach London zu ihrer strengen, religiösen Tante Mirelle gebracht. In London fehlen ihr ihre Heimat und ihre Eltern; ihre Tante kennt sie überhaupt nicht. Das Leben ist geprägt von Armut, Einsamkeit und den strengen Regeln der evangelikalen Kirchengemeinde „The Mountain“, zu der ihre Tante sie ständig mitschleppt. Zwischen ihr und ihrer Tante Mirelle scheinen trotz gleicher Wurzeln Welten zu liegen.

2004 ist Bijoux ist Mitte zwanzig und verliebt sich zum ersten Mal - in eine Frau. Das darf ihre religiöse Tante unter keinen Umständen erfahren. Sie ahnt ja nicht, dass auch diese ein Geheimnis vor ihr hat: Den wahren Grund dafür, dass sie vor vielen Jahren von Afrika nach Europa kam, wo sie sich immer noch nicht zu Hause fühlt. So wie ihre Tante möchte Bioux nicht enden und trifft ihre eigene Entscheidung: „Wohin du auch gehst, dahin gehe ich auch“.

Fazit:
Auf zwei wechselnden Zeitebenen und aus den unterschiedlichen Perspektiven von Mira und Bijoux, erzählen sie ihre Lebensgeschichte und dabei rücken die Geheimnisse aus der Vergangenheit, immer mehr ins Licht. Die Figuren sind nahbar, ihre Handlungen nicht immer ganz nachvollziehbar, aber am Ende löst sich alles schlüssig auf. Dabei sind einige Überraschungen nicht ausgeschlossen!

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Veröffentlicht am 16.07.2025

Auftakt einer gelungenen Trilogie zur Zeit Dschingis Khans

Die Truhe der Schamanin
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Die Autorin Yasemin Schreiber Pekin, erzählt in ihrem ersten Teil „Die Truhe der Schamanin“ der Trilogie – Die Hexe, der Mönch und der Spion - eine abenteuerliche Geschichte, eingebettet in die Welt Zentralasiens ...

Die Autorin Yasemin Schreiber Pekin, erzählt in ihrem ersten Teil „Die Truhe der Schamanin“ der Trilogie – Die Hexe, der Mönch und der Spion - eine abenteuerliche Geschichte, eingebettet in die Welt Zentralasiens zur Zeit Dschingis Khans.

Im Jahr der Schlange 1209 wächst das Reich Dschingis Khans unaufhaltsam. Zur Hochzeit seiner Tochter mit dem Fürsten der Uiguren strömen Stämme, Händler, Pilger, Krieger und Gesandte aus allen Richtungen entlang der Seidenstraße nach Karakorum.

Am Rande der Wüste Gobi ist der Mongole Khünbish auf der Suche nach dem Mädchen, dass ihm das Gesicht zerschnitten hat und nicht weit entfernt lehnt Asena an der Wand einer Höhle, die von außen kaum erkennbar ist. Der Mongole reitet weg und Asena will gerade die Höhle erkunden als sie gedämpfte Stimmen hört …

Rana, die temperamentvolle Heilerin, Schamanin – und bei Bedarf auch Hexe – ist mit ihrer schwangeren Tochter Ak-Su auf der Flucht vor einer rachsüchtigen Fürstin. Rana kennt die abgelegene Höhle und bringt sich und ihre Tochter erstmal in Sicherheit. Die Anwesenheit von Asena bleibt Rana nicht verborgen und so helfen beide der Schwangeren ihr Kind zur Welt zu bringen und das verbindet die Frauen.

Währenddessen entdeckt der Mongole Khünbish Ranas Wagen und raubt ihre Truhe – ein wertvolles Erbstück voller ritueller Gegenstände und geheimer Manuskripte. Als Rana den Diebstahl bemerkt, nimmt sie mit ihrer Tochter AK-Su, deren Tochter Su und Asena, die Verfolgung quer durch die Steppe auf. Aber sie sind nicht alleine unterwegs …

Den der irische Spion Lewellyn, als Derwisch verkleidet und mit dem sprechenden Schädel seines verstorbenen Druiden-Großvaters im Gepäck, ist ebenfalls unterwegs. Lewellyns Gespräche mit dem sprechenden Schädel seines Großvaters, konnten mich herrlich unterhalten und haben mich oft zum Schmunzeln gebracht.
Dann ist da noch aus dem fernen Tibet der gelehrte Mönch und Kämpfer Dawa Rinpoche auf dem Weg – konfrontiert mit alten Gefühlen und Rivalitäten.
Die Wege der Männer kreuzen sich, beide kennen Rana und fühlen sich unweigerlich zu ihr hingezogen. Ihre Erinnerungen an Rana kommen nur bruchstückartig zum Vorschein und lassen noch viel Raum für weitere tiefe Einblicke in diese lebhafte Geschichte.

Fazit:
Der Autorin ist mit ihrem leichten und lockeren Schreibstil ein schöner Auftakt über Macht, Herkunft und das Ringen zwischen Spiritualität und Weltlichkeit – mit feinem Humor, mystischen Elementen und einem tiefen Einblick in eine faszinierende Epoche, hervorragend gelungen. Hilfreich und besonders gut gefallen hat mir auch der ausführliche Anhang, in dem ich unbekanntes, leicht nachschlagen konnte. Gespannt warte ich auf die Fortsetzung, denn es gibt noch viel zu erzählen …

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