Blick hinter den Zirkusalltag
Wir waren ArtistenInspiriert von ihrer eigenen Familiengeschichte, besonders die der Frauen, beginnt die schwedische Autorin Evelyn Scala Schreiber mit ihrem Debüt und Auftaktband einer Trilogie, ihre persönliche Geschichte ...
Inspiriert von ihrer eigenen Familiengeschichte, besonders die der Frauen, beginnt die schwedische Autorin Evelyn Scala Schreiber mit ihrem Debüt und Auftaktband einer Trilogie, ihre persönliche Geschichte „Wir waren Artisten: Das Mädchen“ zu erzählen.
Ende des 19. Jahrhunderts soll Bertha Lindberg, eine junge Frau der feinen Stockholmer Gesellschaft, endlich standesgemäß heiraten. Doch während ihr Vater nach einem geeigneten Ehemann sucht, träumt Bertha von einer großen Bühnenkarriere.
Als Schauspielerin probt Bertha im Wandertheater für eine Hauptrolle und dann gelingt es ihr, mit auf die Tournee zu gehen. Dann an einem Dezemberabend begegnet sie Baptiste, einem gefeierten Artisten aus Österreich, sie verliebt sich nicht nur in ihn, sondern auch in die schillernde Welt des Zirkus. Obwohl Bertha sich für eine moderne Frau hält, lernt sie hier eine Freiheit kennen, die ihre Vorstellung bei Weitem übersteigt. Nach nur drei Tagen muss sie eine Entscheidung treffen, die ihr Leben für immer verändert ...
Bertha entscheidet sich für Baptiste und lässt ihre Familie und ihr gewohntes Leben hinter sich. Schnell wird der harte Zirkusalltag zur Realität und zerrt an Berthas Kräften. Besonders hart trifft es sie, als ihr deutlich wird, was es heißt aus der Welt der Privaten zu kommen. Baptiste kann sie nur bedingt schützen und trösten bis er den Entschluß fasst, den Zirkus seines Vaters mit ihr, zu verlassen.
Was dann folgt, sind schon dramatische Ereignisse, die den Weg vom Aufstieg und Fall des gefeierten Artisten Baptiste, zeigen.
Nach einem traumatischen Schicksalsschlag erwarten Bertha harte Zeiten, denn sie muss nicht nur für sich sondern auch für ihre Kinder um Anerkennung und deren Ausbildung als Artisten, kämpfen.
Fazit:
Besonders gelungen finde ich die Atmosphäre, die gerade durch die ausführliche Recherche zur Darstellung des harten Zirkusalltags, entstanden ist. Bertha fand ich zum großen Teil doch recht naiv und konnte oft ihren Entscheidungen nicht folgen, erst als sie ums Überleben und die Ausbildung ihrer Kinder kämpfen muss, zeigt sie Stärke. Der Schreibstil ist leicht und flüssig zu lesen aber im Ganzen, fehlten mir schlichtweg, Tiefe und Emotionen.
Wer einen Blick hinter die Kulissen eines Zirkusalltags werfen möchte, dem empfehle ich gerne diesen historischen Roman.