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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 30.09.2025

So lustig und doch so realistisch

Der Tag, an dem Max dreimal ins Auto gekotzt hat
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Ich habe das Hörspiel so genossen, das waren die lustigsten 54 Minuten seit langem. Zu schade, dass es nicht länger ging.

Ich kenne die Vorgänger nicht, aber das war überhaupt kein Problem. Es gibt zwar ...

Ich habe das Hörspiel so genossen, das waren die lustigsten 54 Minuten seit langem. Zu schade, dass es nicht länger ging.

Ich kenne die Vorgänger nicht, aber das war überhaupt kein Problem. Es gibt zwar Sidekicks zu anderen Klingschen Werken, die ich deshalb wahrscheinlich nicht alle erkannt habe, das hat das Vergnügen aber kein bisschen geschmälert.

Es ist eine Autofahrt des Grauens, die die Familie angesichts von Tantchens Hochzeit in das weit entfernte Wuppertal auf sich nehmen muss.
Opa wiederholt gebetsmühlenartig, dass er ja den Zug genommen hätte.
Der männliche Teenie leidet unter der etwas zu ausgeprägten Feierei vom Vortag und der weibliche Teenie findet die ganze Fahrt sowieso völlig überflüssig.
Und die Mutter? Die fragt immerzu „Wieso bin ich eigentlich diejenige, die immer alles packen muss?“ Dabei ist die Antwort doch total einfach, findet die Achtjährige. Weil sie hier die Mama war. Wenn sie nicht packen gewollt gehätte, dann hätte sie nicht Mama gewerden gedurft. Logisch, oder?

So geht das die ganze Fahrt und es ist so dermaßen lustig, aber auch so dermaßen realistisch zugleich.
Der Autor liest das Hörbuch selbst und auch das macht er großartig. Mit unterschiedlichen Stimmen, sehr vergnüglich.
Ich habe im Anschluss auch mal in das Buch hineingelesen, finde das Hörbuch aber noch besser. Das hat mich von Anfang an so richtig abgeholt.

Ich wäre gerne noch weiter mit der Familie gereist, leider sind wir irgendwann in Wuppertal angekommen. Aber das nächste Abenteuer kommt bestimmt.

Ach ja, eins noch. Die Geräuscheeinspieler und die Musikeinlagen, die waren fürchterlich. Damit ich hier nicht nur über den grünen Klee lobe.

Veröffentlicht am 17.09.2025

Überraschungs-Highlight

Strandgut
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Bucky ist siebzig, seit einem Jahr Witwer und durch seine kaputte Hüfte und damit verbundenen höllischen Schmerzen medikamentenabhängig geworden.
Er lebt in Chicago und seine Tage sind durch Schmerzmitteleinkäufe ...

Bucky ist siebzig, seit einem Jahr Witwer und durch seine kaputte Hüfte und damit verbundenen höllischen Schmerzen medikamentenabhängig geworden.
Er lebt in Chicago und seine Tage sind durch Schmerzmitteleinkäufe beim Walmart geprägt.
Da bekommt er das Angebot, bei einem Festival im England, in Scarborough aufzutreten. Denn Bucky hatte mit siebzehn Jahren zwei Songs aufgenommen und diese werden auf der anderen Seite des Atlantiks immer noch von den Fans gefeiert, während Bucky in den USA schon lange in Vergessenheit geraten ist.

Und so macht er sich auf und trifft in Scarborough auf Dinah, Mitte 50 mit meinem nichtsnutzigen Ehemann und Sohn gestraft.

Die Zwei lernen sich kennen und so nach und nach erfahren wir, wie Buckys Leben verlaufen ist. Man kann es nur tragisch nennen.
Aber auch Dinahs Lebenssituation rührt an und dann gibt es noch Nebencharaktere, die genauso stark gezeichnet sind, wie die junge Reinigungskraft in dem Hotel, in dem Bucky untergebracht ist.

Das Buch hat so viele schöne Sätze und Wahrheiten.
Ob "Alt zu werden war eindeutig eine einzige große SchXXXX" oder
"Nobel war begehrenswert. Hübsch sah allein das Äußerliche, Ästhetische, "nobel" drückte dagegen auch Stärke, Weisheit und so viel mehr aus. Das Hübsche verblich, brach, alterte, wurde faltig und schlaff, das Noble reichte tiefer. Bis in die Knochen, es lag in den Augen. Es war herrschaftlich, majestätisch."

Manchmal war es mir eine Spur zu viel der Symbolik, wie etwa die immer wiederkehrenden Möwen, aber insgesamt bin ich so tief in das Buch eingetaucht und war völlig fasziniert.
Zugegeben, anfangs hatte ich ein wenig Startschwierigkeiten und bin nicht gleich voll eingetaucht, das hat sich aber nach einigen Kapiteln völlig umgekehrt.

Der Klappentext klang gut, aber ich war trotzdem etwas skeptisch, ob das ein Buch für mich ist. Und dann habe ich eines meiner Lesehighlights 2025 bekommen.

Veröffentlicht am 12.09.2025

Genialer Old-School-Krimi und ein gruseliger Martini

Die Einladung – Mord nur für geladene Gäste
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Der Krimi ist ganz im Stil von Agatha Christie und ich habe das Lesen sehr genossen. Es gibt reiche Leute, ein herrschaftliches Anwesen, Morde und jede Menge Motive. Dazu noch einen Schneesturm und - Überraschung! ...

Der Krimi ist ganz im Stil von Agatha Christie und ich habe das Lesen sehr genossen. Es gibt reiche Leute, ein herrschaftliches Anwesen, Morde und jede Menge Motive. Dazu noch einen Schneesturm und - Überraschung! Alle werden eingeschneit und können der Situation nicht entkommen.
Statt Miss Marple gibt es hier Mimi, 77 Jahre alt und sie hat Unterstützung durch ihre Enkelin Addie, einer Spieleerfinderin und mit dem erfrischenden Ansatz, den Fall wie ein Computerspiel zu lösen.

Ich mochte den altmodischen Stil gepaart mit der Gaming-Welt Addies (dezent und erklärt, ich kenne mich damit Null aus, war aber überhaupt kein Problem, im Gegenteil).
Überhaupt sind die zwei Hobby-Detektivinnen super Charaktere.
Außerdem hat das Buch auch ein paar sehr witzige Stellen. Mein Lieblingssatz ist der über einen bestimmten Wein im Buch: „schmeckt wie fermentiertes Wick Medinait.“

Ach ja, noch zu meiner Überschrift.
Mimi trinkt liebend gerne Gibson Martini und hinten im Buch ist das Rezept. Davon abgesehen, dass ich Gin nicht mag, hat mir Silberzwiebelsaft in der Zutatenliste den Rest gegeben…

Mein Fazit:
Großer Lesespaß für alle, die den Stil Agatha Christies mögen. Gerne mehr davon.

Veröffentlicht am 09.09.2025

Bitte keinen Pumpkin Spice Latte mehr

Copenhagen Cinnamon 1. Delicate
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Ich liebe den Herbst und das Buch versprach die passende gemütliche Lesestimmung.
Oder „cosy“ und „hygge“, wie man jetzt sagt.
Das Versprechen wird auch absolut eingehalten.

Die Handlung spielt überwiegend ...

Ich liebe den Herbst und das Buch versprach die passende gemütliche Lesestimmung.
Oder „cosy“ und „hygge“, wie man jetzt sagt.
Das Versprechen wird auch absolut eingehalten.

Die Handlung spielt überwiegend in einem Café in Kopenhagen, dem Copenhagen Cinnamon.
Dort treffen die impulsive Jonna und der attraktive Mads aufeinander.
Es knistert sofort, doch Mads verhält sich seltsam. Einmal ist er so süß, dann wieder völlig verschlossen.

Mir war das alles leider alles etwas zu überdosiert. Die Zimtschnecken und Kürbismus-Kaffees, die Familendramen - und die eigentliche Handlung dafür zu uninteressant. Es hat sich - für mich - gezogen und immer um das nicht Ausgesprochene gedreht.
Bis etwa zum letzten Viertel, dann hat die Handlung Dynamik aufgenommen, ab dann habe ich es wieder gerne weitergelesen.

Für Herbst-Vibes mit Kuscheldecke am Sofa die passende Lektüre. Und so hübsch gestaltet, das Buch.
Aber ob ich die Fortsetzung noch lesen, ich weiß es noch nicht.

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Veröffentlicht am 07.09.2025

Fängt stark an und lässt dann leider stetig nach

I Know Where You Buried Your Husband
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Das erste Viertel des Buches wurde ich gut unterhalten. Es geht um Sofia und ihre Freundinnen.
Sofias Ehemann ist fürchterlich und Sofia schmiedet seit geraumer Zeit Pläne, wie sie ihn ohne Scheidung ...

Das erste Viertel des Buches wurde ich gut unterhalten. Es geht um Sofia und ihre Freundinnen.
Sofias Ehemann ist fürchterlich und Sofia schmiedet seit geraumer Zeit Pläne, wie sie ihn ohne Scheidung elegant loswerden kann.
Doch eines Abends kommt sie nach einem Mädels-Abend mit ihren Freundinnen nach Hause und findet ihren Ehemann tot vor. Offenbar wollte nicht nur sie ihn loswerden.
Die Frauen beschließen ihn zu vergraben, die Beweggründe nicht die Polizei zu rufen waren gerade noch so nachvollziehbar.

Ab etwa dem ersten Viertel des Buches geht es aber dann leider steil bergab. Alle Freundinnen werden ausgiebig vorgestellt, die Handlung immer schleppender und vom erhofften schwarzen Humor konnte ich leider auch nichts erkennen. Zumindest war es nicht mein Humor.

Zudem war eine der Frauen noch von Magie überzeugt, weswegen es Ausflüge auch dorthin gab. Damit konnte ich null anfangen, es war jetzt aber glücklicherweise nicht besonders ausgeprägt.

Die Freundinnen an sich fand ich gut beschrieben, ihr aktuelles Leben und ihre Unzufriedenheit damit konnte ich nachvollziehen.

Das Handeln der Charaktere und der Verlauf war für mich aber auch überhaupt nicht realistisch.
Mir ist schon klar, dass es da für einen spannenden Verlauf auch gewisse schriftstellerische Freiheiten braucht, hier konnte ich es aber halt so gar nicht nachvollziehen.

Zu guter Letzt das Ende: ich fand die Auflösung auch schwach und sehr vorhersehbar, da hatte ich ja noch ein wenig auf einen Paukenschlag gehofft.

Insgesamt laste ich dem Buch aber vor allem eines an: habe ich mich beim Lesen sehr gelangweilt.
Ach ja: den englischen Titel finde ich auch doof.

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