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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 03.03.2019

Regretting motherhood?

Frau im Dunkeln
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Dieses Buch ist von der geheimnisvollen Autorin Elena Ferrante bereits vor der neopolitanischen Saga geschrieben worden und keine ganz einfache Kost.

Leda , fast 50 und an der Uni in Florenz unterrichtend, ...

Dieses Buch ist von der geheimnisvollen Autorin Elena Ferrante bereits vor der neopolitanischen Saga geschrieben worden und keine ganz einfache Kost.

Leda , fast 50 und an der Uni in Florenz unterrichtend, verbringt ihren Sommerurlaub alleine in einem italienischen Urlaubsort. Ihre beiden Töchter sind erwachsen und leben inzwischen bei ihrem Ex-Mann in Kanada.
Am Strand sind jeden Tag die gleichen Urlauber, hier beobachtet Leda eine italienische Großfamilie. Von einer jungen Frau und ihrer kleinen Tochter ist sie regelrecht besessen. Aber allmählich schlägt die positive Grundstimmung um.

Leda ist keine Sympathieträgerin und ihre Handlungsweisen – sowohl in der Vergangenheit als auch in der Gegenwart - lassen einen den Kopf schütteln. Doch dann begann ich nachzudenken. Warum wird von Müttern in unserer Gesellschaft so viel mehr erwartet als von Vätern? Das identische Verhalten wäre bei einem Vater auch bei mir ganz anders gewertet worden als bei Leda als Mutter.
Wirklich spannend, was die Autorin hier ziemlich schonungslos beleuchtet.

Aber nicht nur die Rolle Ledas, auch die der jungen Mutter vom Strand, auch im Zusammenhang mit dem italienischen Familienverbund fand ich überzeugend geschildert. Generell hat mir der Schreibstil gut gefallen, das Buch liest sich sehr flüssig, die Sprache ist klar und bildhaft.

Das Motiv einer Puppe ist mir nun schon zum zweiten Mal in einem Werk von Ferrante begegnet, es gibt auch ein Kinderbuch über eine Puppe, immer verstörend.

Kein Buch über italienische Urlaubsidylle, aber sehr lesenswert.

Veröffentlicht am 02.03.2019

Ein Hoch auf die Freundschaft - und den britischen Humor

Alles, was ich weiß über die Liebe
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Das Buch ist als Sachbuch eingeordnet, das hat mich anfangs verwundert, ich habe erst im Laufe des Lesens verstanden, dass es tatsächlich die Geschichte der Autorin ist.

Das Buch beginnt sehr witzig ...

Das Buch ist als Sachbuch eingeordnet, das hat mich anfangs verwundert, ich habe erst im Laufe des Lesens verstanden, dass es tatsächlich die Geschichte der Autorin ist.

Das Buch beginnt sehr witzig mit den Teenie-Jahren. Selbstironisch und mit schrägem britischem Humor startet eine kleine Zeitreise zurück in das Jahr 2002 und die Modem-Einwahlgeräusche von damals werden wiederbelebt, sofort hat man den Ton wieder im Ohr…
Doch neben all den lustigen Listen, Gags und Witzeleien (die übrigens großartig sind! Ich liebe den Humor der Autorin) kehren dann nach und nach auch ernste Zwischentöne ein, denn das Leben ist nicht nur Party, chatten und Jungs daten, es ufert auch aus mit Alkohol- und Drogenexzessen und Essstörungen.

Und je älter Dolly wird, desto mehr zeigt das Leben, dass es eben keine endlose Party ist, sondern auch schlimme Schicksalsschläge bereithalten kann…

Ich hatte von dem Buch eigentlich eher eine witzige Zeitreise in die Jugend zurück erwartet – gespickt mit britischem Humor, den ich meist sehr gerne mag und eine eher leichte Lesekost.
Tatsächlich habe ich das zwar bekommen, dazu aber auch viele ernste Seiten und sehr persönliche Einblicke in Dollys Leben.
Die Mischung hat mir überraschend gut gefallen, zwischendrin gibt es immer bitterböse Abrechnungen, beispielsweise zu einer Junggesellinen-Abschiedsparty oder einer Babyparty einer Freundin. Diese Kolumnen gehören zu meinen Lieblingsstellen im Buch.

Fazit: Lustig, witzig, aber auch traurig und nachdenklich stimmend – und ein Hoch auf Freundschaft!

Veröffentlicht am 28.02.2019

Mit Galopp durch ein wunderschönes Pferdebuch

Die Pferde von Eldenau - Galopp durch die Brandung
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Der zweite Band der Pferdebuchreihe „Die Pferde von Eldenau“ liegt vor. Ich kenne Band eins nicht, das war aber gar kein Problem, ich konnte trotzdem sofort in die Geschichte einsteigen und habe mich sofort ...

Der zweite Band der Pferdebuchreihe „Die Pferde von Eldenau“ liegt vor. Ich kenne Band eins nicht, das war aber gar kein Problem, ich konnte trotzdem sofort in die Geschichte einsteigen und habe mich sofort wohlgefühlt (und Band eins wartet schon auf mich).

Um was geht es?
Gut Eldenau geht es alles andere als gut. Erst wird dort ein Mädchen bei einem Reitunfall verletzt, immer mehr Gäste bleiben aus, dann wird das jährliche Strandderby nicht genehmigt, so viel Pech kann man doch gar nicht haben?

Das temporeiche Buch mit ganz vielen Spannungselementen macht es einem wirklich nicht leicht, es überhaupt mal wieder aus der Hand zu legen, da man einfach immer weiterlesen möchte.
Besonders schön fand ich, dass es so abwechslungsreich war, neben den actionreichen Szenen gab es auch ganz viele innige Momente zwischen Pferd und Reitenden, hier merkt man, dass die Autorin Pferde sehr mag und respektiert. Die tiefe Beziehung, die sich zwischen Mensch und Pferd entwickeln kann, aber auch wie schrecklich es ist, wenn eben diese Beziehung gestört ist, wurde für mich sehr schön transportiert. Für das Buch muss man deshalb m. E. auch gar nicht der ultimative typische Pferdebuchfan sein, da es um so viel mehr geht als nur um einen Turniergewinn.
Die beiden vierzehnjährigen Hauptpersonen (neben den Pferden, die genauso wichtig sind) mochte ich auch sehr. Jannis und Frida sind total unterschiedlich und so unsicher, impulsiv, süß, mutig, tapfer, bockig, starrsinnig und liebenswert, wie man eben in dem Alter so ist.

Ein wunderschönes Buch mit einem Ende, das zu einem glücklichen „Hach“ Seufzer führt.
Für alle, die mehr von einem Pferdebuch erwarten – große Leseempfehlung.


Veröffentlicht am 25.02.2019

Spannender Reihenauftakt

Eisige Tage
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Zuerst hat mich das sehr stimmiges Cover begeistert, es sieht so aus, als ob das Buch von zarten Eiskristallen überzogen wurde, sie sind sogar leicht plastisch, so dass man sie fühlen kann. Gefällt mir ...

Zuerst hat mich das sehr stimmiges Cover begeistert, es sieht so aus, als ob das Buch von zarten Eiskristallen überzogen wurde, sie sind sogar leicht plastisch, so dass man sie fühlen kann. Gefällt mir gut!

Hanna Seiler und Milo Novic sind Ermittler bei der Leipziger Mordkommission. Zuerst scheint es, dass es ein Routinefall ist, zu dem sie gerufen werden, doch nach und nach tauchen sie immer tiefer ein in den Sumpf der Leipziger Unterwelt…

Beide Ermittler haben eine Vergangenheit, an der sie zu knabbern haben, beide sind interessante Charaktere. Der Leser erfährt (noch) nicht alles aus dem Privatleben der beiden, aber doch genug, um Mitgefühl und Verständnis zu haben.
Überhaupt sind fast alle Darsteller im Buch überragend gut skizziert – ich fand sie sehr überzeugend und in sich schlüssig. und sehr real.
Verschiedene Zeitebenen machen das Lesen abwechslungsreich, fordern manchmal aber auch.

Das wichtigste an einem Kriminalroman ist jedoch der Spannungsbogen - und der ist ebenfalls top! Das war mal wieder ein Buch, das ich nicht aus der Hand legen konnte, weil ich immer weiter lesen musste.

Gut gefallen hat mir auch das Leipziger Lokalkolorit, nicht aufdringlich, so dass man auch als Ortunkundiger Spaß beim Lesen hat.

Mein Fazit: Ein echter Fünf-Sterne-Krimi, der mich gefesselt hat und der zu meinen Krimi-Highlights 2019 gehört. Hoffentlich dauert es nicht zu lange, bis der zweite Band erscheint.

Veröffentlicht am 24.02.2019

EIn ungewöhnliches Kinderbuch

Onkel Stan und Dan und das ungeheuerlich ungewöhnliche Abenteuer
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Das Cover verrät es schon, hier erwartet uns ein etwas anderes Buch. Es gibt Onkel Stan und Dan, den pfannkuchenbackenden Dachs, ein unsichtbares Mädchen und ein verkleidetes Lama.
Und das sind lange ...

Das Cover verrät es schon, hier erwartet uns ein etwas anderes Buch. Es gibt Onkel Stan und Dan, den pfannkuchenbackenden Dachs, ein unsichtbares Mädchen und ein verkleidetes Lama.
Und das sind lange nicht alle Bewohner des kleinen schottischen Örtchens mit dem seltsamen Namen Pandrumdroochit.
Dort leben alle in fröhliche Eintracht (naja, fast alle…zwei Lamas gibt es, die sich ständig streiten…) bis eines Tages der böse Dr. P’Krall dort auftaucht und sämtliche Ungewöhnlichkeit und Fröhlichkeit aus der Welt verbannen will.
Ob er das schaffen wird? Oder kann eventuell der Weltverband der Spinnen (Ortsgruppe Pandrumdroochit) helfen? Und wird der hässliche Graf Mephisto Lama wirklich seinen Stock dazu verwenden, die Zahnfee zu pieksen? Oder hat das eher nichts mit der Geschichte zu tun? Haben Lamas wirklich Angst vor Dienstagen, langen Rechenaufgaben und Sumpfungeheuern?
Tja… das wird hier natürlich nicht verraten!

Nur so viel: das Buch ist wirklich ungewöhnlich und hat einen völlig schrägen, herrlich absurden Humor. Das muss man mögen, wenn man es aber mag (JAAAA!), dann liebt man das Buch.
Und im Anschluss kann man das Wort „ungewöhnlich“ nicht mehr hören, dafür weiß man, was EMERGENCIA bedeutet. Versprochen!
Zudem ist die Botschaft wunderbar: Ungewöhnlichkeit ist toll, zum Glück sind wir nicht alle gleich!

Empfohlen wird das Buch ab neun Jahre, das passt gut und ist durchaus zum Lesen fordernd, da die Orts- und Tiernamen wie Ginalollobrigida gar nicht so einfach zu lesen sind.

Auf keinen Fall unerwähnt bleiben dürfen die Illustrationen, diese sind einfach herrlich und bringen noch zusätzlichen Witz in die Geschichte.

Hier noch O-Ton der neunjährigen Mitleserin: 5 Sterne, ich mag das Buch, weil es sooo lustig ist. Dem kann ich mich nur anschließen. Ein wirklich ungewöhnliches - äh - außergewöhnliches Buch!