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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 17.07.2025

Ein überladener Abschluss, der mich nicht ganz überzeugen konnte

Auris. Puls der Angst
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Ich habe alle Bände der "Auris"-Reihe gelesen und war daher natürlich gespannt auf das große Finale. Leider konnte mich "Auris. Puls der Angst" nicht so mitreißen wie die Vorgänger. Die Handlung wirkt ...

Ich habe alle Bände der "Auris"-Reihe gelesen und war daher natürlich gespannt auf das große Finale. Leider konnte mich "Auris. Puls der Angst" nicht so mitreißen wie die Vorgänger. Die Handlung wirkt dieses Mal sehr überladen: Terrorismus, vergiftete Eltern, überraschende Familiengeheimnisse, eine angeblich demente Mutter, die plötzlich glasklar denkt. Das war mir persönlich einfach zu viel des Guten. Die Geschichte hat sich dadurch zunehmend unglaubwürdig angefühlt.
Obwohl ich die Reihe kenne, hatte ich viele Details aus den früheren Bänden nicht mehr vollständig präsent, was das Verstehen mancher Zusammenhänge erschwert hat. Ohne Vorkenntnisse dürfte man hier komplett den Faden verlieren. Zudem spielt die forensische Phonetik, die ich an den vorherigen Teilen so interessant fand, kaum noch eine Rolle. Dabei war sie eigentlich das Alleinstellungsmerkmal der Reihe.
Der Schreibstil ist wie gewohnt flüssig und durch die kurzen Kapitel bleibt das Tempo hoch. Dennoch habe ich das Buch eher gehetzt zu Ende gelesen, nicht aus Begeisterung, sondern weil ich einfach wissen wollte, wie es ausgeht. Wirklich gefesselt war ich dabei allerdings nicht. Einige Fragen werden beantwortet, andere bleiben offen, und insgesamt wirkt das Finale eher überstürzt als rund.
Für eingefleischte "Auris"-Fans ist es sicher ein Muss, aber für mich persönlich war es ein enttäuschender Abschluss einer Reihe, die stark begonnen hat.

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Veröffentlicht am 12.07.2025

Nicht Georges stärkster Band, aber solide für Fans der Reihe

Asche zu Asche
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Ich lese gerade alle Inspektor-Lynley-Romane in Reihenfolge und war bei Asche zu Asche etwas enttäuscht. Die Grundidee des Falls ist spannend und ungewöhnlich, es gibt viele falsche Fährten und interessante ...

Ich lese gerade alle Inspektor-Lynley-Romane in Reihenfolge und war bei Asche zu Asche etwas enttäuscht. Die Grundidee des Falls ist spannend und ungewöhnlich, es gibt viele falsche Fährten und interessante Charaktere. Auch Elizabeth Georges typische, detailreiche Sprache und die psychologische Tiefe ihrer Figuren sind wie gewohnt stark.
Trotzdem zieht sich die Handlung über weite Strecken, die Spannung kommt erst im letzten Drittel richtig auf. Einige Passagen wirkten selbst für mich als langjähriger Fan zu lang und ausschweifend. Das private Drama rund um Lynleys Liebesleben war mir diesmal etwas zu viel.
Als Fan der Reihe und besonders der unkonventionellen Barbara Havers habe ich natürlich bis zum Ende gelesen – auch wenn es sich in meinem Fall um einen Re-Read handelte. Insgesamt kein Highlight, aber solide. Ich weiß: Bessere Bände folgen.

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Veröffentlicht am 11.07.2025

True-Crime-Fälle mit juristischem Einordnung

Angeklagt! Schuldig oder nicht?
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„Angeklagt! Schuldig oder nicht?“ hat mich sofort gefesselt, da ich True Crime mit echtem juristischen Hintergrund sehr mag. Dr. Alexander Stevens und Constantin Schreiber erzählen sieben reale Kriminalfälle ...

„Angeklagt! Schuldig oder nicht?“ hat mich sofort gefesselt, da ich True Crime mit echtem juristischen Hintergrund sehr mag. Dr. Alexander Stevens und Constantin Schreiber erzählen sieben reale Kriminalfälle aus der Sicht von Anklage und Verteidigung. Dabei wird nicht nur die Faktenlage spannend aufbereitet, sondern auch psychologische Tiefe und überraschende Wendungen gezeigt.
Mir gefiel besonders, dass ich aktiv miträtseln konnte und rechtliche Grundbegriffe verständlich erklärt wurden. Einige Abschnitte waren allerdings etwas trocken und juristisch, was ohne Vorwissen schwerer zu folgen ist. Einige Fälle waren mir zudem schon bekannt.
Insgesamt fand ich das Buch lehrreich und anregend, ideal für alle, die sich für True Crime und die juristische Seite von Kriminalfällen interessieren.

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Veröffentlicht am 03.07.2025

Mord, Mindset und Menopause

Morden in der Menopause mit dem richtigen Mindset
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„Morden in der Menopause – Mit dem richtigen Mindset“ von Tine Dreyer ist bereits der zweite Band rund um Liv, 48 Jahre alt, Ehefrau, Mutter, Küchenplanerin – und seit einem fatalen Vorfall während einer ...

„Morden in der Menopause – Mit dem richtigen Mindset“ von Tine Dreyer ist bereits der zweite Band rund um Liv, 48 Jahre alt, Ehefrau, Mutter, Küchenplanerin – und seit einem fatalen Vorfall während einer Hitzewallung auch Mörderin. Schlaflose Nächte hat sie nun nicht nur wegen der Hormone, sondern auch wegen ihrer Schuldgefühle. Ins Gefängnis zu gehen kommt für sie nicht infrage, denn sie muss sich weiterhin um ihre pubertierenden Kinder, ihren Mann Jörn und die betagten Schwiegereltern kümmern. Um wieder ins Gleichgewicht zu kommen, versucht Liv, ihr Denken zu verändern. Dabei bekommt sie Unterstützung von ihrer Schwiegermutter und einer Ex-Prostituierten. Gemeinsam arbeiten sie an einem positiven Mindset, auch wenn es dabei nicht bei einem Mord bleibt.
Ich habe das Buch gern gelesen und kannte bereits den ersten Band der Reihe. Der Einstieg war für mich damals besonders originell, das frische Thema und das ungewöhnliche Setting haben mir sehr gefallen. Auch wenn ich den ersten Teil noch etwas unterhaltsamer fand, bietet auch dieser zweite Band gute Leseunterhaltung. Die Figuren sind wieder herrlich überzeichnet, und der trockene, teils schwarze Humor sorgt für viele amüsante Momente. Der Ton ist selbstironisch, der Schreibstil frech und unterhaltsam, die Geschichte eine gelungene Mischung aus Alltagschaos, Frauenpower und Gesellschaftssatire.
Manche Szenen wirkten für meinen Geschmack ein wenig überdreht oder konstruiert, und nicht jeder Witz hat bei mir gezündet. Trotzdem mochte ich das Buch insgesamt sehr gern. Es ist kein klassischer Krimi, sondern vielmehr eine humorvolle und kluge Auseinandersetzung mit den Themen Hormone, Erwartungen und dem täglichen Wahnsinn in der Lebensmitte. Wer schrägen Humor, starke Heldinnen und etwas andere Geschichten liebt, ist hier bestens aufgehoben.

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Veröffentlicht am 27.06.2025

Wieder mal auf Sylt mit Mamma Carlotta

La Paloma (Mamma Carlotta 19)
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Ich habe bereits alle Bände der Mamma-Carlotta-Reihe gehört und freue mich jedes Mal, auf „meine“ Insel zurückzukehren. Wenn man die Figuren und Orte kennt, ist man sofort wieder mittendrin – das macht ...

Ich habe bereits alle Bände der Mamma-Carlotta-Reihe gehört und freue mich jedes Mal, auf „meine“ Insel zurückzukehren. Wenn man die Figuren und Orte kennt, ist man sofort wieder mittendrin – das macht für mich den besonderen Charme dieser Reihe aus.

Auch in diesem Fall ist Mamma Carlotta zu Besuch bei ihrem Schwiegersohn Erik, der als Hauptkommissar auf Sylt arbeitet, und ihren inzwischen erwachsenen Enkelkindern. Mit ihrer typisch italienischen Herzlichkeit umsorgt sie die Familie und stürzt sich zugleich in die Ermittlungen rund um zwei rätselhafte Todesfälle: ein Mann stirbt bei Fahrerflucht, eine Sängerin scheinbar durch Suizid. Doch Mamma Carlotta hat Zweifel – und beginnt wie gewohnt auf eigene Faust zu recherchieren, unterstützt von Enkelin Carlotta, Freunden und natürlich Erik.

Die Mischung aus familiärem Alltag, kulinarischen Einblicken und Krimihandlung funktioniert wie immer gut. Auch wenn Mamma Carlotta manchmal etwas übermenschlich wirkt, was Energie und Zeit betrifft, macht gerade das ihren Charme aus.

Julia Fischer liest gewohnt souverän. Ihre Stimmenvielfalt macht jede Figur lebendig. Für mich ist das Hörbuch die ideale Begleitung beim Autofahren oder im Haushalt.

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