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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 08.06.2025

Netter Inselkrimi mit Luft nach oben

Tod im Friesenhaus
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„Tod im Friesenhaus“ von Eric Weißmann ist ein gemütlicher Inselkrimi mit viel Sylt-Flair und einer sympathischen Hauptfigur. Kristan Dennermann soll ein Antiquitätengeschäft übernehmen, doch statt einer ...

„Tod im Friesenhaus“ von Eric Weißmann ist ein gemütlicher Inselkrimi mit viel Sylt-Flair und einer sympathischen Hauptfigur. Kristan Dennermann soll ein Antiquitätengeschäft übernehmen, doch statt einer leeren Immobilie findet er die ermordete Inhaberin. Zusammen mit dem Inselkommissar deckt er dunkle Geheimnisse auf und muss sich seinen eigenen Ängsten stellen. Sylt wird sehr atmosphärisch beschrieben, und Kristan ist ein vielschichtiger Charakter. Der Humor und die kleinen Alltagsszenen machen das Lesen leicht, aber die Spannung entwickelt sich nur langsam, und die Handlung wirkt manchmal etwas konstruiert. Außerdem nimmt das Thema mit den Ängsten des Protagonisten für mich zu viel Raum ein. Der Name des Hundes hat mich genervt, und das Ende war nicht wirklich überraschend. Ohne den Sylt-Bezug hätte ich das Buch wohl nicht gelesen, insgesamt war es für mich eher ein okayes Buch für zwischendurch.

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Veröffentlicht am 04.06.2025

Spannender Krimi zwischen Klasse, Gefühl und England

Denn bitter ist der Tod
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Trotz einiger Schwächen in der Konstruktion des Kriminalfalls von „Denn bitter ist der Tod“ bin ich ein großer Fan der Elizabeth-George-Reihe. Die Geschichte um den Mord an einer Studentin in Cambridge ...

Trotz einiger Schwächen in der Konstruktion des Kriminalfalls von „Denn bitter ist der Tod“ bin ich ein großer Fan der Elizabeth-George-Reihe. Die Geschichte um den Mord an einer Studentin in Cambridge entwickelt sich zwar stellenweise etwas langatmig, bietet aber eine vielschichtige und stimmungsvolle Atmosphäre, die perfekt zum nebligen November in England passt. Für mich liegt der Reiz nicht nur im eigentlichen Fall, sondern vor allem in der spannenden Dynamik des Ermittlerduos. Die sozialen Gegensätze zwischen dem adeligen Thomas Lynley und der bodenständigen Barbara Havers sorgen immer wieder für interessante Reibungen und Tiefe. Besonders beeindruckt mich die ehrliche und realitätsnahe Darstellung von Havers’ Privatleben, in dem Themen wie Tod, Demenz und Einsamkeit sensibel behandelt werden. Und nicht zuletzt fasziniert mich das typisch britische Setting – ob das traditionsreiche Cambridge, London oder andere Ecken Englands – das den Büchern ihren besonderen Charme verleiht. Diese Mischung aus Krimi, Charakterentwicklung und Atmosphäre macht „Denn bitter ist der Tod“ für mich zu einem besonderen Leseerlebnis.

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Veröffentlicht am 31.05.2025

Spannendes Familiendrama zwischen Vergangenheit und Gegenwart

Die unsichtbare Hand
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„Die unsichtbare Hand“ von Julie Clark überzeugt mit einer vielschichtigen Familiengeschichte und einem düsteren Geheimnis. Die Handlung spielt in zwei Zeitebenen und bringt durch die wechselnden Perspektiven ...

„Die unsichtbare Hand“ von Julie Clark überzeugt mit einer vielschichtigen Familiengeschichte und einem düsteren Geheimnis. Die Handlung spielt in zwei Zeitebenen und bringt durch die wechselnden Perspektiven Abwechslung und Tiefe in die Erzählung. Der Schreibstil ist klar und flüssig, sodass sich das Buch leicht lesen lässt. Zwar fehlte mir an manchen Stellen der mitreißende Sog, den ich von den früheren Thrillern der Autorin gewohnt bin, und einige Figuren blieben für mich etwas blass, doch insgesamt ist „Die unsichtbare Hand“ ein gut konstruierter Roman mit einem atmosphärischen Setting und vielen Konflikten. Wer Familiendramen mit leiser Spannung und Rückblicken in die 1970er Jahre mag, wird hier eine stimmige und lohnenswerte Lektüre finden.

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Veröffentlicht am 29.05.2025

Mit einem Augenzwinkern in den Urlaub

Lieber im Meer schwimmen als in Arbeit untergehen
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In „Lieber im Meer schwimmen als in Arbeit untergehen“ nimmt Silke Neumayer uns mit auf eine humorvolle Reise durch die kleinen und großen Katastrophen des Urlaubsalltags. Ob es ums Packen geht, das Gewusel ...

In „Lieber im Meer schwimmen als in Arbeit untergehen“ nimmt Silke Neumayer uns mit auf eine humorvolle Reise durch die kleinen und großen Katastrophen des Urlaubsalltags. Ob es ums Packen geht, das Gewusel am Flughafen oder unerwartete Hotelüberraschungen – wer schon mal verreist ist, wird sich hier garantiert wiedererkennen. In kurzen, pointierten Kapiteln erzählt die Autorin von all den Dingen, die schiefgehen können – oder einfach nur absurd komisch sind.
Dabei besticht der Schreibstil durch Leichtigkeit und Witz, ohne ins Alberne abzurutschen. Besonders gefallen haben mir der hohe Wiedererkennungswert und die charmanten Beobachtungen, die oft genau ins Schwarze treffen. Die Geschichten eignen sich ideal zum Zwischendurchlesen – ob auf dem Balkon, im Zug oder direkt am Strand. Gerade die Kürze der Kapitel macht das Buch zu einem perfekten Reisebegleiter.
Allerdings hätte ich mir an einigen Stellen ein bisschen mehr Tiefe gewünscht. Manche Anekdoten sind sehr kurz geraten und erinnern eher an Kolumnen – das ist Geschmackssache. Außerdem wird mit bekannten Urlaubsklischees nicht gespart, was zwar oft für Lacher sorgt, aber manchmal auch etwas vorhersehbar wirkt.
Trotzdem: Wer Lust auf leichte, augenzwinkernde Unterhaltung hat und sich gern über die ganz normalen Urlaubspannen amüsiert, wird mit diesem Buch bestens bedient. Silke Neumayer schafft es, mit einem liebevollen Blick auf den Wahnsinn des Reisens zu schauen – ehrlich, unterhaltsam und wunderbar nah an der Realität.

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Veröffentlicht am 23.05.2025

Dunkle Seiten der englischen Eliteschule

Auf Ehre und Gewissen
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„Auf Ehre und Gewissen“ war für mich ein besonders stimmungsvoller Band der Inspector Lynley Reihe. Die Kulisse eines altehrwürdigen englischen Eliteinternats hat mich sofort gepackt. Ich mag dieses leicht ...

„Auf Ehre und Gewissen“ war für mich ein besonders stimmungsvoller Band der Inspector Lynley Reihe. Die Kulisse eines altehrwürdigen englischen Eliteinternats hat mich sofort gepackt. Ich mag dieses leicht unterkühlte, traditionsreiche Setting, in dem unter der Oberfläche oft ganz andere Dinge brodeln. Die Kombination aus Mordfall und dem hermetisch abgeschlossenen Schulmilieu mit seinen eigenen, teils unausgesprochenen Regeln hat für eine dichte, spannungsgeladene Atmosphäre gesorgt. Besonders beeindruckt haben mich die fein gezeichneten Charaktere sowohl unter den Schülern als auch im Kollegium und natürlich bei den Ermittlern. Barbara Havers persönliche Entwicklung empfand ich diesmal als besonders berührend. Es sind genau diese leisen, menschlichen Töne, die Elizabeth George so gut beherrscht. Auch die ernsten Themen wie Gewalt, Rassismus oder Ausgrenzung wurden sensibel, aber deutlich aufgegriffen. Einige Passagen waren für meinen Geschmack etwas zu ausführlich, doch insgesamt hat mich das Buch sehr überzeugt. Ich konnte mir genau solche Entwicklungen hinter den Mauern einer elitären Bildungseinrichtung vorstellen, dort wo nach außen hin alles sauber wirkt, sich aber genauso menschliche Dramen abspielen wie überall sonst.

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