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Veröffentlicht am 04.01.2022

Fast schon realistisch

Das Geheimnis der Talente
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Bei diesem Buch handelt es sich um eine neu lektorierte und überarbeitete Fassung, die ursprünglich 2016 im Verlag Carlsen/Impress erschienen ist und dem ersten Teil einer Serie.
Das Geheimnis der Talente ...

Bei diesem Buch handelt es sich um eine neu lektorierte und überarbeitete Fassung, die ursprünglich 2016 im Verlag Carlsen/Impress erschienen ist und dem ersten Teil einer Serie.
Das Geheimnis der Talente ist oberflächlich gesehen sehr unaufgeregt und fast schon als realistisch zu sehen. Für den talentlosen sind Dschinns nicht zu sehen und nerdige Liverollenspieler sieht man auch hin und wieder (oder andere seltsame gekleidete Gestalten, die vielleicht ein Kopfschütteln hervorrufen, aber von denen man nicht annimmt, dass sie tatsächlich die Menschheit beschützen). Von daher kann man den Auftakt zu dieser Urban Fantasy Serie schon fast als realistisch sehen. Die Protagonisten sind trotz (oder gerade wegen) ihrer Eigenheiten sehr authentisch, ihre Gefühle und Handlungen nachvollziehbar.
Und sieht man von den Charakteren und dem Setting ab, so kann auch der Rest überzeugen. Sehr oft darf sich der Leser die Frage stellen, was Gut und was Böse ist, wer die Wahrheit sagt, wer lügt und welche mehr oder weniger aufrichtigen Pläne die Charaktere (Prota- und Antagonisten) haben. Es bleibt spannend von Anfang bis zum Schluss, egal ob man sich in der Schule, in Wohnungen, in Clubs oder im Wald befindet. Und das Ende ist nicht vorhersehbar und sehr überraschend, jedenfalls brach es so über mich herein.
Ganz perfekt fand ich die Geschichte allerdings nur deshalb nicht, weil es doch einige Charaktere gab, die ich oberflächlich, stereotyp und dadurch mehr nervend fand (Meleks Mutter und anfangs auch Eric), aber vielleicht braucht so eine Geschichte auch solche Charaktere.
Abgesehen davon macht DAS GEHEIMNIS DER TALENTE Lust auf mehr ... eine Empfehlung von Freunden von Urban Fantasy und verworrenen Liebesgeschichten (die ich allerdings sehr amüsant fand und nicht nervig, wie es manchmal vorkommt und für manche auch eher ein Grund wäre ein Buch zu lesen)

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Veröffentlicht am 03.01.2022

Überzeugender als Animant Crumb

Elisa Hemmiltons Kofferkrimi
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Nachdem ich wohl etwas vorschnell nach dem Rezensionsexemplar geschrien habe, und erst später gesehen habe dass es ein Roman aus dem mich bisher nicht überzeugenden Staubchronik-Universum waren meine Erwartungen ...

Nachdem ich wohl etwas vorschnell nach dem Rezensionsexemplar geschrien habe, und erst später gesehen habe dass es ein Roman aus dem mich bisher nicht überzeugenden Staubchronik-Universum waren meine Erwartungen eher gering und ich habe mich schon seelisch darauf vorbereitet mehrere hundert Seiten gelangweilt zu werden (ein Abbruch kam nicht in Frage). Genug der negativen Worte. Ich wurde angenehm überrascht. Ich würde Elisa Hemmiltons Kofferkrimi nicht unbedingt als Highlight bezeichnen, aber es ist um Längen besser als der Vorgänger (den man auch nicht unbedingt kennen muss, beide Bände lassen sich problemlos unabhängig voneinander lesen und ich würde nach wie vor davon abraten, Animant Crumbs Staubchronik zu lesen. Die Kurzgeschichte aus dem "Staubchronik-Universum" kenne ich nicht, habe aber nicht den Eindruck, sie auch kennen zu müssen, um den Kofferkrimi zu verstehen). Das, was sich im Vorgänger nur als Randnotiz erweist (der Sturz eines Koffers vom Himmel) wird im Kofferkrimi zu einem teilweise sehr spannenden Krimi weitergesponnen. Man könnte die Meinung vertreten, dass Lin Rina langsam auf den Weg zur Höchstform ist und es schafft dem Leser ihre Staubchronik schmackhaft zu machen.
Die Geschichte ist wenig vorhersehbar, es gibt immer wieder Überraschungen, aber die Protagonisten können überzeugen und zeigen mehr Entwicklung als es bei Animant Crumb der Fall ist.
Der Focus liegt nicht in der Entwicklung einer Liebesgeschichte zwischen Elisa und Jamie (wie man es vielleicht vermuten mag, aber ... Schweigen), sondern eher im Krimi. Ganz ohne Liebe kommt dieser Roman zwar auch nicht aus, aber diese hält sich angenehm im Hintergrund.
Allerdings hat auch der Kofferkrimi seine Längen und so ganz war der Fall auch nicht überzeugend. Aber Lin Rina ist auf dem richtigen Weg und ich bin zumindest nicht abgeneigt zu sehen wie sich die Staubchronik noch entwickelt.

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Veröffentlicht am 31.12.2021

Langweilig

In Vino Veritas
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Manchmal trügt mich mein Gedächtnis schon ziemlich. Und manchmal sollte ich auf ihm vertrauen, vor allem wenn es um Vergessen geht. Als ich den Klappentext von In Vino Veritas gelesen habe konnte ich mit ...

Manchmal trügt mich mein Gedächtnis schon ziemlich. Und manchmal sollte ich auf ihm vertrauen, vor allem wenn es um Vergessen geht. Als ich den Klappentext von In Vino Veritas gelesen habe konnte ich mit dem Namen Fox nichts anfangen, aber düster waren die Erinnerungen in Bezug auf die Autorin Amalia Zeichnerin. Vielleicht hätte ich erst den Blog durchsuchen sollen, bevor ich das Rezensionsexemplar angefragt habe.
In Vino Veritas ist nach Post Mortem der zweite Fall für das Ehepaar Fox, ein historischer Krimi im London des 19. Jahrhunderts. Das Setting ist interessant, aber leider konnte mich der zweite Fall des Ehepaars gar nicht überzeugen. Den Kriminalfall fand ich an den Haaren herbeigezogen und minder interessant, die atmosphärische Beschreibung der Gesellschaft und die Stadtbeschreibung aus dem ersten Teil gerät in den Hintergrund, so dass mir am Ende eigentlich nicht viel übrig blieb als eine zähe, wenig interessante Geschichte, die zwar einen interessanten Hintergrund aufweisen kann, aber für mich doch stark konstruiert klingt. Was mich, das gebe ich zu, allerdings nicht stört, wenn ich gut unterhalten werde.
Bei In Vino Veritas war das nicht der Fall und ich hoffe mich beim nächsten Mal daran zu erinnern, dass ich die Hände von Fox und Fox lasse. Es gibt zahlreiche bessere historische Krimis.

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Veröffentlicht am 30.12.2021

Wien in den 20ern

Mord auf dem Eis
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Mord auf dem Eis ist bereits der sechste Fall mit Ernestine Kirsch und Anton Böck.Wie so oft muss man die Vorgänger nicht kennen, jedenfalls hatte ich nicht das Gefühl, dass ich die früheren Bände kennen ...

Mord auf dem Eis ist bereits der sechste Fall mit Ernestine Kirsch und Anton Böck.Wie so oft muss man die Vorgänger nicht kennen, jedenfalls hatte ich nicht das Gefühl, dass ich die früheren Bände kennen muss. Und in mir wurde auch nicht das Interesse geweckt, die anderen Teile kennen zu lernen. Beate Maly hat einen leichten, flüssigen Schreibstil und schafft es mühelos, das Wien der 20er Jahre auch für Nichtwiener lebendig werden zu lassen. Gesellschaftliche Unterschiede, Antisemitismus und die allgemeine Stimmung nach dem Krieg werden gut in Szene gesetzt.br Was mich aber nicht überzeugen konnte waren die Protagonisten und der Kriminalfall. Zu seicht zu langsam plätscherten die Ermittlungen vor sich hin. Weder spannend noch auf andere Weise interessant und obwohl der Roman nicht sehr seitenstark ist fällt das Lesen schwer.
Mord auf dem Eis bietet einen schönen Blick auf das Wien der 20er, aber als Krimi kann er nicht überzeugen. "Wunderbarer Schmökerkrimi" geht anders.

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Veröffentlicht am 27.12.2021

Unterhaltsamer Krimi

Inspector Swanson und das Geheimnis der zwei Gräber
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Inspector Swanson und die zwei Gräber ist bereits der achte Fall des Ermittlers. Ich kenne erst die Serie erst seit Band sechs, aber es fällt nicht schwer jederzeit in die Reihe einzusteigen (ein Vorteil ...

Inspector Swanson und die zwei Gräber ist bereits der achte Fall des Ermittlers. Ich kenne erst die Serie erst seit Band sechs, aber es fällt nicht schwer jederzeit in die Reihe einzusteigen (ein Vorteil von vielen Krimiserien). Ich mag die Serie sehr. Robert C. Marley schafft es problemlos den Leser in die Vergangenheit zu versetzen, fast glaubt man direkt dabei zu sein. Die Protagonisten sind sympathisch und authentisch und auch der Kriminalfall kann überzeugen. Jedenfalls in diesem Fall und ich hatte nach dem schwachen Vorgänger (Inspector Swanson und die Bibliothek des Todes) die Befürchtung, dass die Luft aus der Reihe gewichen wäre und das Niveau nicht mehr gehalten wurde. Aber diese Befürchtung bestätigte sich nicht.
Marley erschafft einen atmosphärisch dichten Krimi, der einige überraschende Wendungen aufweist, am Ende aber nachvollziehbar zu seiner Auflösung findet Die Londoner Atmosphäre Ende des 19. Jahrhunderts kommt sehr schön rüber und die Krimihandlung fügt sich wunderbar darin ein. Besonders gefallen haben mir die Andeutungen von zukünftigen Möglichkeiten und Erfindungen, die damals noch allgemein belächelt wurden und das Auftauchen/Erwähnen berühmter Zeitgenossen (wie der allgegenwärtige fiktive Sherlock Holmes und sein Schöpfer Arthur Conan Doyle). Der Fall hat einige überraschende Wendungen, bevor er am Ende nachvollziehbar aufgeklärt wird. Unterhaltsam und spannend, so darf es gerne weitergehen.

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