Spannende Welt, Magie und Figuren, leider kam vieles zu kurz
A Fragile EnchantmentDer Titel der Rezension ist für mich Programm: Niamh als Hauptfigur habe ich sehe schnell ins Herz geschlossen, ebenso wie Kit als beständigen Charakter an ihrer Seite, und eigentlich alle Nebenfiguren. ...
Der Titel der Rezension ist für mich Programm: Niamh als Hauptfigur habe ich sehe schnell ins Herz geschlossen, ebenso wie Kit als beständigen Charakter an ihrer Seite, und eigentlich alle Nebenfiguren. Für mich hat Niamh sich mit ihrer Magie und ihren Zielen und Ansichten durchaus wie ein echter Mensch angefühlt, und ich fand, dass man generell sehr gut gemerkt hat, dass alle Figuren ihre eigenen Ziele und Motivation hatten, und an keiner Stelle waren die Charaktere nur „Pappaufsteller“ oder so. Für mich hat das wirklich gut funktioniert.
Ähnlich sieht es mit der Welt aus, die ich sehr magisch fand und mit der ich super leben konnte, und der Magie. Es wird zwar nicht alles total detailliert erklärt, aber das, was erklärt wird, war für mich vollkommen ausreichend, um das Gefühl zu haben, dass es sich um ein echtes Setting handelt, in das ich mich einfach hineindenken konnte. Könnte ich Fragen zu allem und jedem beantworten? Nein. Aber das muss ich auch nicht, es war trotzdem echt genug in meinen Augen.
An der Magie finde ich besonders Niamhs Kräfte immer noch sehr spannend, denn Emotionen/Gefühle in Kleidungsstücke hineinweben zu können finde ich als Ausgangspunkt einfach eine echt tolle Idee, und sowas lese ich wirklich immer wieder gern.
Leider gibt es aber auch einiges, was mir nicht so gut gefallen hat. So fand ich die Geschichte anfangs echt schön und spannend, zum Ende hin ging es mir dann aber zu sehr um die Romanze und alles andere fiel irgendwie einfach weg/war dann plötzlich okay, ohne dass es da Auflösungen gegeben hätte. Ganz viele Probleme werden in dem Buch eröffnet, die am Ende dann nur mit einem „man kümmert sich drum/arbeitet dran“ abgehakt werden (wenn überhaupt, einige Dinge werden auch einfach vergessen).
Die Romanze ist zwar ganz nett geschrieben, nimmt für mich allerdings zu viel Raum ein, der anderen Dingen diesen Raum dann nimmt, und leider war das nicht nach meinem Geschmack. Auch startet Niamh zwar als echt sympathische Figur für mich, wandelt irgendwann aber eher in Richtung „(emotional) übergriffig“, weshalb ich da leider ein wenig genervt von ihr war.
Und ich war richtig glücklich über die queeren Figuren im Buch, nur leider ist die queerness bei einigen Figuren auch eher wie so ein Nebengedanke, der überhaupt nichts mit der Figur zu tun hat. Also es wird einem zwar gesagt, dass Figuren queer sind, wirklich davon Merken tut man aber nie was und es beeinflusst an keiner Stelle irgendetwas in der Story. Trifft nicht auf alle Figuren zu, aber auf einige, und gerade weil es eigentlich so viele gibt, hätte man es für mich dann bei denen, für die es absolut unrelevant war, auch weglassen können. (Damit meine ich nicht, dass es einen Grund für queere Figuren braucht, bitte macht alle Figuren queer, ich wäre begeistert, aber wenn eine Figur darüber spricht, dass zwischen ihr und ihrer besten Freundin was lief/läuft, dann will ich nicht, dass die beste Freundin danach nie wieder erwähnt wird/die Figur absolut keinen Gedanken daran verschwendet.)
Für mich persönlich hätten die einzelnen Inhalte der Geschichte sehr gerne eine größere Rolle spielen dürfen, da ich auch an allem um die Romanze herum großes Interesse hatte und das in meinen Augen einfach zu kurz kam, für alle Leute, die hauptsächlich an Romanze und ein bisschen Worldbuilding interessiert sind, ist das Buch aber vermutlich schon was, kann ich mir vorstellen, denn die Figuren waren schon ganz süß und die Beziehung auch (wenn auch an einigen Stellen etwas zu kitschig und zu schnell für mich).