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Veröffentlicht am 05.04.2025

Spannende Welt, Magie und Figuren, leider kam vieles zu kurz

A Fragile Enchantment
3

Der Titel der Rezension ist für mich Programm: Niamh als Hauptfigur habe ich sehe schnell ins Herz geschlossen, ebenso wie Kit als beständigen Charakter an ihrer Seite, und eigentlich alle Nebenfiguren. ...

Der Titel der Rezension ist für mich Programm: Niamh als Hauptfigur habe ich sehe schnell ins Herz geschlossen, ebenso wie Kit als beständigen Charakter an ihrer Seite, und eigentlich alle Nebenfiguren. Für mich hat Niamh sich mit ihrer Magie und ihren Zielen und Ansichten durchaus wie ein echter Mensch angefühlt, und ich fand, dass man generell sehr gut gemerkt hat, dass alle Figuren ihre eigenen Ziele und Motivation hatten, und an keiner Stelle waren die Charaktere nur „Pappaufsteller“ oder so. Für mich hat das wirklich gut funktioniert.
Ähnlich sieht es mit der Welt aus, die ich sehr magisch fand und mit der ich super leben konnte, und der Magie. Es wird zwar nicht alles total detailliert erklärt, aber das, was erklärt wird, war für mich vollkommen ausreichend, um das Gefühl zu haben, dass es sich um ein echtes Setting handelt, in das ich mich einfach hineindenken konnte. Könnte ich Fragen zu allem und jedem beantworten? Nein. Aber das muss ich auch nicht, es war trotzdem echt genug in meinen Augen.
An der Magie finde ich besonders Niamhs Kräfte immer noch sehr spannend, denn Emotionen/Gefühle in Kleidungsstücke hineinweben zu können finde ich als Ausgangspunkt einfach eine echt tolle Idee, und sowas lese ich wirklich immer wieder gern.

Leider gibt es aber auch einiges, was mir nicht so gut gefallen hat. So fand ich die Geschichte anfangs echt schön und spannend, zum Ende hin ging es mir dann aber zu sehr um die Romanze und alles andere fiel irgendwie einfach weg/war dann plötzlich okay, ohne dass es da Auflösungen gegeben hätte. Ganz viele Probleme werden in dem Buch eröffnet, die am Ende dann nur mit einem „man kümmert sich drum/arbeitet dran“ abgehakt werden (wenn überhaupt, einige Dinge werden auch einfach vergessen).
Die Romanze ist zwar ganz nett geschrieben, nimmt für mich allerdings zu viel Raum ein, der anderen Dingen diesen Raum dann nimmt, und leider war das nicht nach meinem Geschmack. Auch startet Niamh zwar als echt sympathische Figur für mich, wandelt irgendwann aber eher in Richtung „(emotional) übergriffig“, weshalb ich da leider ein wenig genervt von ihr war.
Und ich war richtig glücklich über die queeren Figuren im Buch, nur leider ist die queerness bei einigen Figuren auch eher wie so ein Nebengedanke, der überhaupt nichts mit der Figur zu tun hat. Also es wird einem zwar gesagt, dass Figuren queer sind, wirklich davon Merken tut man aber nie was und es beeinflusst an keiner Stelle irgendetwas in der Story. Trifft nicht auf alle Figuren zu, aber auf einige, und gerade weil es eigentlich so viele gibt, hätte man es für mich dann bei denen, für die es absolut unrelevant war, auch weglassen können. (Damit meine ich nicht, dass es einen Grund für queere Figuren braucht, bitte macht alle Figuren queer, ich wäre begeistert, aber wenn eine Figur darüber spricht, dass zwischen ihr und ihrer besten Freundin was lief/läuft, dann will ich nicht, dass die beste Freundin danach nie wieder erwähnt wird/die Figur absolut keinen Gedanken daran verschwendet.)

Für mich persönlich hätten die einzelnen Inhalte der Geschichte sehr gerne eine größere Rolle spielen dürfen, da ich auch an allem um die Romanze herum großes Interesse hatte und das in meinen Augen einfach zu kurz kam, für alle Leute, die hauptsächlich an Romanze und ein bisschen Worldbuilding interessiert sind, ist das Buch aber vermutlich schon was, kann ich mir vorstellen, denn die Figuren waren schon ganz süß und die Beziehung auch (wenn auch an einigen Stellen etwas zu kitschig und zu schnell für mich).

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Veröffentlicht am 04.04.2025

Schöne weitere Eichhorn-Geschichte (wenn auch nicht so gut wie viele andere der Reihe)

Herr Eichhorn: Herr Eichhorn und der König des Waldes
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Das Buch ist ausnahmsweise einmal eine Mischung aus Meschenmosers üblichem Zeichenstil und ganz neuen Illustrationen für die Geschichte innerhalb der Geschichte, was mich echt überrascht hat. Der übliche ...

Das Buch ist ausnahmsweise einmal eine Mischung aus Meschenmosers üblichem Zeichenstil und ganz neuen Illustrationen für die Geschichte innerhalb der Geschichte, was mich echt überrascht hat. Der übliche Stil sagt mir persönlich mehr zu, das ändert aber nichts daran, dass der andere Stil sich auch ziemlich gut in der Geschichte gemacht hat und beides durchaus ansprechend war. Ich fand die "neuen Bilder" nur nicht ganz so lebendig wie die bekannten, die wie immer voller Leben steckten.
Inhaltlich nicht ganz meine Art von Kinderbuch, weil ich Ausscheidungen in Büchern noch nie was abgewinnen konnte, aber Kinder hätten ganz sicher ihre Freude daran, und die Geschichte insgesamt fand ich tatsächlich recht süß wieder einmal, also hat es großteils doch wieder gepasst.
Wird nicht mein Lieblingsbuch von ihm, den Platz dürfen andere Bücher behalten, aber war trotzdem ein schönes Buch und hat mir gefallen!

Veröffentlicht am 23.03.2025

Intensive Geschichte und Figuren

She Who Became the Sun
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She Who Became The Sun hat mir wirklich gut gefallen. Ich brauchte zwei Anläufe für das Buch, weil ich beim ersten Mal festgestellt habe, dass ich nicht in der Stimmung/Verfassung bin/die Geduld habe, ...

She Who Became The Sun hat mir wirklich gut gefallen. Ich brauchte zwei Anläufe für das Buch, weil ich beim ersten Mal festgestellt habe, dass ich nicht in der Stimmung/Verfassung bin/die Geduld habe, es richtig zu lesen, aber jetzt beim zweiten Anlauf hat's funktioniert, und ich hatte eine gute Zeit mit der Geschichte und den Figuren.
Es war trotzdem teils echt anstrengend zu lesen, was vielleicht auch daran liegt, dass ich üblicherweise nicht wirklich historische Romane lese, sodass es teils einfach eine ganze Weile gedauert hat, bis ich durch abschnitte durch war, aber in der Mischung mit den Figuren, die ich wirklich gelungen fand, und dem Fantasy-Aspekt hat das für mich trotzdem echt gut funktioniert.
Und ich würde zwar nicht behaupten, dass ich die Figuren alle total mögen würde (dafür passiert einfach zu viel), aber als Figuren für diese Geschichte sind sie wirklich spannend, und ich habe doch gerne über sie gelesen/fand, dass sie super gepasst haben. Und gerade die Zwischenmenschlichen Momente oder alles, was mit Geschlechterrollen zu tun hatte, hat Parker-Chan in meinen Augen echt gut hinbekommen, und war richtig interessant zu lesen und hat auch viel zum Nachdenken angeregt. Und mir hat auch sehr gefallen, wie deutlich wurde, was die Ansichten der einzelnen Figuren waren. Also es kommen ein paar Mal Ansichten auf, was Rollenbilder und so angeht, die heutzutage natürlich absolut überholt sind, aber in einem historischen Roman der in China spielt ist es dann wieder absolut passend, und für mich hat es echt gut funktioniert, wie Parker-Chan damit umgegangen ist, dass Figuren diesen Rollenbildern/Erwartungen widersprechen, sie aber trotzdem in dem Denken gefangen sind.
Insgesamt ein echt spannendes Buch, und ich bin froh, dass ich endlich zum Lesen gekommen bin, und bin mir außerdem echt sicher, dass ich Band 2 auch noch irgendwann lesen werde, einfach weil ich wirklich gespannt bin, wie es mit allen weitergeht und vor allem, wie die Geschichte ausgeht, denn ehrlicherweise erwarte ich nichts gutes. Könnte auch am Titel des nächsten Bandes liegen (der Titel dieses Bandes ist ja auch extrem passend zur Story, was ich wirklich cool finde), ich weiß es nicht, aber aktuell habe ich nicht wirklich das Gefühl, dass das alles ein gutes Ende nehmen wird. Ich lasse mich aber auch gerne eines besseren belehren, also mal sehen, was da noch kommt!

Zur Übersetzung muss ich sagen, das die mir teils nicht ganz richtig vorkam, weil da einfach mit dem Deutschen manchmal ein etwas anderes Bild vermittelt wurde als im Englischen, im großen und Ganzen ist sie aber ganz gut, denke ich, und lässt sich auch schön lesen. Buch war zumindest für mich also ein ziemliches Highlight!

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Veröffentlicht am 22.03.2025

Weiterhin fantastisch

Vier Farben der Magie - Der stählerne Prinz (Weltenwanderer Comics)
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Was für ein super zweiter Band der Reihe!
Ich glaube, ich habe ihn sogar noch mehr geliebt als den ersten. Die Geschichte ist sehr intensiv, alle Charaktere wirklich interessant, und ich liebe es, wie ...

Was für ein super zweiter Band der Reihe!
Ich glaube, ich habe ihn sogar noch mehr geliebt als den ersten. Die Geschichte ist sehr intensiv, alle Charaktere wirklich interessant, und ich liebe es, wie alle Motivationen so klar sind, und dass man so viel erfährt, auch wenn nichts gesagt wird, einfach durch die Art, wie jeder handelt. Es ist einfach richtig gut. Und ich liebe es, wie die Kämpfe gezeichnet sind, und sobald ich angefangen habe, habe ich nicht einmal daran gedacht, eine Pause zu machen, weil alles so gut zusammenpasst und die Geschichte so gut fließt, dass es wirklich nicht nötig ist. (Und natürlich ist es wirklich schnell zu lesen, so dass es auch außerhalb des Buches keinen Grund gibt, aufzuhören.)
Maxim war wieder ein sehr sympathischer Charakter, ebenso wie Isra und die ganzen Nebenrollen, und ich mag es sehr, wie jeder wieder seine Stärken, aber auch Probleme hat.
Und die Geschichte funktioniert einfach. Es fühlte sich logisch an, dass Maxim versucht, Respekt zu gewinnen, aber es fühlte sich auch richtig an, wie er das angeht, und wie Isra damit und mit ihm umgeht.
Es fühlt sich so an, als könnten sie einander vertrauen, und als seien sie sich dessen auch bewusst und hätten das vertrauen wirklich, und ich mag die Darstellung der Kameradschaft und habe auch hier wieder gerne mehr über die Welt gelernt. Und die Art und Weise, wie diese ganze Geschichte erzählt wird, gefällt mir wirklich sehr gut. Richtig schöne Reihe!

Veröffentlicht am 22.03.2025

Emotional, nachdenklich, real

Fremde Erde
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Ich hatte keine Erwartungen an dieses Buch, vor allem, weil ich nicht wusste, worum es gehen würde, ich fand nur das englische Cover wirklich hübsch. Dann habe ich angefangen zu lesen und wusste nicht, ...

Ich hatte keine Erwartungen an dieses Buch, vor allem, weil ich nicht wusste, worum es gehen würde, ich fand nur das englische Cover wirklich hübsch. Dann habe ich angefangen zu lesen und wusste nicht, was ich davon halten sollte. Dann war ich am Ende der ersten Geschichte (von acht), und plötzlich verdammt sicher, dass ich das Buch liebe (und so war es dann auch).
In den Kurzgeschichten geht es um viele Emotionen, um Erfahrungen als Einwanderer, um Romantik, um Ehe und Familie, und obwohl keine dieser Erfahrungen mit meinem Leben vergleichbar ist, weil ich nichts davon erlebt habe, hat Lahiri es so geschrieben, dass ich mich allen Figuren sehr nahe fühlte, und ich liebe es, wie sie mit Worten Bilder malt. Nicht immer die schönsten Bilder, aber auch nicht die schlechtesten, sondern einfach... einfach Bilder. Alle Geschichten fühlten sich real und nah an, mit Höhen und Tiefen, mit Verständnis und Unverständnis, mit großen und kleinen Problemen und deren Überwindung (oder manchmal auch nicht), und ich mochte einfach die Art und Weise, wie das alles geschrieben war.
Die ersten fünf Geschichten sind auch fünf verschiedene Geschichten (wenn ich nicht etwas übersehen habe), während die letzten drei miteinander verbunden sind, und das hat mich wirklich überrascht, aber ich fand es auch toll, so viel von diesen Leben zu lesen.
Die Geschichten sind nicht immer nett, aber so wie sie geschrieben sind, sind sie trotzdem schön, genau wie das (englische) Cover, und ich habe jede einzelne Geschichte absolut geliebt. (Nicht alle auf dieselbe Art und Weise, aber sie waren alle toll.)