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Veröffentlicht am 01.09.2025

Amüsanter Kinder-Krimi

Rico, Oskar und das Herzgebreche (Rico und Oskar 2)
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Ich hatte wieder einmal eine Menge Spaß mit Rico und Oskar, und ihrem neuen Fall. Der erste damals hat mir auch schon gut gefallen, ich glaube diesen hier fand ich sogar noch etwas besser. Ich finde besonders ...

Ich hatte wieder einmal eine Menge Spaß mit Rico und Oskar, und ihrem neuen Fall. Der erste damals hat mir auch schon gut gefallen, ich glaube diesen hier fand ich sogar noch etwas besser. Ich finde besonders schön, wie man so sehr in Ricos Kopf bleibt, und alles durch seine Augen sieht, man mit einem gewissen Verständnis für die Situationen aber wesentlich schneller erfasse kann, was genau Sache ist. Nicht immer natürlich, dafür sind die Geschichten teils auch zu chaotisch, aber ich hatte schon an so einigen Stellen das Gefühl, dass ich als erwachsene Person vielleicht sogar mehr von der Geschichte hatte, als wenn ich sie als Kind gelesen hätte, und da mein Humor tatsächlich großteils einfach Chaos ist, haben die Witze mich ganz oft auch überzeugen können.
Und ich mochte auch, dass teils sehr differenziert auf erwachsenen-Themen eingegangen wird, wenn auch gleichermaßen Gefühl zu viel oder zu wenig. Für ein Kinderbuch finde ich es eher schon zu viel, auch wenn der Begriff Prostitution nie fällt und Kinder entsprechend mit den ganzen Andeutungen vermutlich nichts anfangen können, für wie sehr es thematisiert wurde fand ich es dann aber auch schon fast wieder etwas zu wenig, weil zwar einmal die Erwähnung fällt, dass die Mutter nichts gegen ihren Willen tut und auch nichts tun muss, das scheint aber auch recht viel damit zusammenzuhängen, dass sie eher als Geschäftsführerin arbeitet als irgendwas anderes, an sich trifft die Aussage ja aber zu (bzw. sollte theoretisch zutreffen). Es hat mir aber auf jeden Fall gut gefallen, dass Oskar da Konter gegeben wird, als er ursprünglich was anderes behauptet.
Die Figuren waren auch alle wieder sehr schön lebendig und liebenswürdig gestaltet, und für die Geschichte auch wieder äußerst realistisch. In einem ernsteren Buch hätte ich sie vielleicht nicht so schnell akzeptiert, aber in dieser Geschichte wirkten sie vollkommen richtig am Platz.
Das Ende hat mich ebenfalls überzeugen können, und auch wenn nicht alles mir total gut gefallen hat, kommt es mir doch realistisch vor, und ich mochte die Auflösungen, bzw. wie sich alles ergeben hat. War wieder sehr unterhaltsam das Buch, und ich freue mich schon auf's nächste.

Veröffentlicht am 31.08.2025

Überraschend düster und ich hab's geliebt

Das Labyrinth des Fauns
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Ich habe absolut nicht damit gerechnet, wie düster dieses Buch werden würde, aber angesichts dessen, dass ich dieses Jahr festgestellt habe, dass ich Horror erstaunlich viel abgewinnen kann, hat mich das ...

Ich habe absolut nicht damit gerechnet, wie düster dieses Buch werden würde, aber angesichts dessen, dass ich dieses Jahr festgestellt habe, dass ich Horror erstaunlich viel abgewinnen kann, hat mich das eher positiv überrascht als irgendwas anderes.
Die Geschichte ist sehr Märchenhaft geschrieben, mit zu großen Teilen eher dem Eindruck, dass es sich einfach um ein kleines Fantasy-Abenteuer handeln würde (nicht, dass der Ton das wirklich bestärken würde, aber wäre der Ton nur ein wenig leichter, hätte es für mich eindeutig in die Richtung gehen können), und dann zwischendurch gibt es durch die älteren Figuren immer auch ein Stückchen die Wahrheit zu sehen, und dass gerade "eigentlich" Krieg herrscht, und wie die Menschen darunter zu leiden haben.
Es ist trotzdem ein Fantasy-Buch, allerdings trotz aller vermeintlichen Magie in einer eher sehr trostlosen und realistischen Welt angesiedelt, und für mich persönlich war die Mischung aus "Märchen-Geschichte" und "Menschen leiden im Krieg" sehr gut gelungen. Habe das Buch auch in einem Rutsch durchgelesen, weil ich gar nicht aufhören konnte, wissen zu wollen, wie es mit den Figuren weitergeht, und das Ende hat mich gleichermaßen zufrieden als auch vollkommen sprachlos zurückgelassen.
Für mich persönlich ein wirklich fantastisches Buch, und ich wünschte gerade, Cornelia Funke hätte mehr Bücher in so eine düstere Richtung, weil aktuell komme ich "nur" auf Tintenherz, und ich glaube selbst da fand ich dieses hier doch etwas dunkler, und ich glaube, mit ihrem magischen Schreibstil könnte ich so einiges an Horror lesen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 30.08.2025

Tolle Fortführung von Band 1

Silber - Das zweite Buch der Träume
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Band 2 hat mich auf jeden Fall noch mal mehr abgeholt, als Band 1. Liv fand ich hier einen sehr viel stärkeren Charakter, auch wenn sie immer mal wieder trotzdem zu leicht einknickt meiner Meinung nach, ...

Band 2 hat mich auf jeden Fall noch mal mehr abgeholt, als Band 1. Liv fand ich hier einen sehr viel stärkeren Charakter, auch wenn sie immer mal wieder trotzdem zu leicht einknickt meiner Meinung nach, die Geschichte fand ich noch mal spannender, und die Plottwists fand ich auch gut gelungen. Nicht zwingend so, dass ich das Gefühl hatte, ich hätte sie vorhersehen können, aber ich war auch absolut nicht überrascht von allem, was passiert ist, und entsprechend stimmig kam die ganze Geschichte mir vor.
Ich mag die Zusammenarbeit der Hauptfiguren, und die Konflikte zwischen allen Charakteren, und ich sehe auf jeden Fall auch so einiges in Band 3 auf uns zukommen, auf das ich mich sehr freue. Außerdem mochte ich, wie sehr die (oder zumindest ein Teil der) Familie hier zusammengehalten hat, auch unabhängig von Blutsverwandtschaft, hat mich sehr glücklich gemacht.
Etwas irritiert war ich davon, dass das Ende praktisch identisch zu Band 1 war (bzw. ich glaube der letzte Satz sogar fast wortwörtlich einfach wiederholt wird), was für mich hier leider nicht das Gefühl von "in sich geschlossen" gegeben, sondern eher die Wirkung der ganzen Szene gemindert hat, abgesehen davon hatte ich aber glaube ich nicht wirklich was auszusetzen an dem Buch (außer vielleicht, dass ein bisschen mehr Kommunikation niemandem schaden würde, auch wenn ich in diesem Fall zu 100% nachvollziehen kann, warum es die nicht gab, und es auch durchaus zu den Figuren passte, entsprechend war ich nicht zu frustriert davon), und bin einfach insgesamt jetzt nach dem Lesen ziemlich zufrieden.
Ich bin auf jeden Fall gespannt, wie alles ausgeht (und wann ich's erfahre, bisher bin ich nämlich noch nicht im Besitz des letzten Bandes).

Veröffentlicht am 30.08.2025

Tolle individuelle Story, insgesamt nicht ganz die richtige Botschaft

The Gender of Mona Lisa 8
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Ich gebe zu, dass am Ende sogar ein paar kleine Tränchen flossen, weil ich mich so für Hinase gefreut habe, und wie sier sich entwickelt hat. Tatsächlich ist Hinases ganze Geschichte tatsächlich sehr bewegend, ...

Ich gebe zu, dass am Ende sogar ein paar kleine Tränchen flossen, weil ich mich so für Hinase gefreut habe, und wie sier sich entwickelt hat. Tatsächlich ist Hinases ganze Geschichte tatsächlich sehr bewegend, und wie sier mit all den Schwierigkeiten umgeht und siehre Gefühle betrachtet und reflektiert fand ich wirklich schön gemacht.
Leider ändert das natürlich auch weiterhin nichts daran, dass ich trotzdem meine Schwierigkeiten mit der Welt habe, und so sehr ich die individuelle Geschichte von Hinase auch mag, so sehr stößt es mir doch sauer auf, dass es in der Welt der Bücher scheinbar trotz aller Geschlechtslosigkeit in Kinderjahren keine einzige nicht binäre Person gibt. Das verursacht trotz allem doch das Gefühl, dass Binärität die Norm sei, und alles andere irgendwie merkwürdig, und damit stimme ich einfach nicht überein. Aus gerade dieser Perspektive muss ich leider auch sagen, dass die ganze Reihe an Qualität für mich abnimmt. Als individuelle Geschichte, die zeigt, wie eine Person letztendlich feststellt, dass sie doch ein binäres Geschlecht hat, finde ich sie zwar toll, aber angenommen jemand nicht binäres liest die Reihe: Die Person kriegt doch eigentlich ununterbrochen gesagt, dass das nur eine Phase ist, und sollten wir solche Aussagen und Botschaften nicht eigentlich längst hinter uns gelassen haben?
Ich werde trotzdem beide Enden lesen, einfach weil mich Hinases Geschichte weiterhin interessiert, nur insgesamt ist die Reihe eigentlich nur ein ganz langes "in Wirklichkeit sind wir alle binär"-Ding, egal wie sehr das Buch teilweise Ansätze zeigt, dass es eigentlich etwas anderes sagen möchte, und damit ist es für mich leider auch immer mit einem sehr miesen Beigeschmack verbunden.

Veröffentlicht am 30.08.2025

Weiterer schöner Band, bei dem ich ein paar Dinge aber wieder fragwürdig fand

The Gender of Mona Lisa 7
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Wieder ein einerseits schöner Band, der mich andererseits aber auch wieder auf so einige Logiklücken hingewiesen hat. Zum Beispiel die Tatsache, dass Frankreich komplett in einer Sprache lebt, in der alles ...

Wieder ein einerseits schöner Band, der mich andererseits aber auch wieder auf so einige Logiklücken hingewiesen hat. Zum Beispiel die Tatsache, dass Frankreich komplett in einer Sprache lebt, in der alles männlich/weiblich ist, weil das in unserer Welt auch so ist/war, aber wenn in Frankreich die Geschlechtsreife ja aber auch erst ab einem gewissen Punkt eintritt, dann muss die Sprache für davor ja auch existieren, theoretisch kann es also nicht (fast) alles männlich/weiblich sein. Also ich verstehe natürlich, dass man die Sprache nicht neu schreiben kann, aber das ergibt doch für diese Welt hier dennoch keinen Sinn.
An sich der größte Teil der Story hat mir aber wieder gut gefallen. Es gibt immer noch viele Stereotypen und eine heteronormative Welt, so mehr oder weniger, aber gleichzeitig wird auch aufgegriffen, dass es nicht alles so ist, wie die Stereotypen es einen vielleicht glauben lassen, und das fand ich wiederum richtig schön gemacht. Ich glaube, die Reihe könnte einfach bis zum Ende eine Mischung aus "voll gute Ideen" und "Worldbuilding wirkt nicht ganz stimmig" sein ... aber das werde ich ja bestimmt noch feststellen.