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Veröffentlicht am 25.05.2026

Tiefschwarz und böse - ein Lesevergnügen mit Gänsehaut...

She’s a Star!
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Jessamyn St. Germain ist 26 Jahre alt und will schon ihr ganzes Leben lang der Star in einem Musical werden - alles in ihrem Leben hat sie diesem Traum untergeordnet. Als an dem Theater in Vancouver, wo ...

Jessamyn St. Germain ist 26 Jahre alt und will schon ihr ganzes Leben lang der Star in einem Musical werden - alles in ihrem Leben hat sie diesem Traum untergeordnet. Als an dem Theater in Vancouver, wo sie lebt, The Sound of Music aufgeführt werden soll, setzt sie wirklich alles daran, endlich die begehrte Hauptrolle zu spielen. Niemand sonst ist in der Lage, die Maria so gut zu spielen und zu singen wie sie - besonders nicht Samantha, das Mädchen, die die Rolle bekommen hat...
Der Roman nimmt den Lesenden mit in tiefe seelische Abgründe. Jessamyn ist eine Protagonistin, die kein bisschen sympathisch ist und - nicht wirklich verwunderlich - auch keine Freunde und Freundinnen besitzt und auch in Bezug auf Beziehungen eine sehr eigene Vorstellung hat. Der ganze Roman ist aus ihrer Perspektive in Ich-Form geschrieben, so dass man tief in ihren Kopf eintaucht und mit ihren Wahnvorstellungen mitgerissen wird. Stilistisch perfekt schafft die Autorin dennoch immer wieder Situationen oder Gespräche, die den Lesenden (und am Ende auch Jessamyn) die Wahrheit ahnen und die Realität erkennen lassen. Doch erbarmungslos müssen wir Jessamyn bis zum brutalen Ende folgen und mit ihr im wahrsten Sinne des Wortes über Leichen gehen, um ihren Traum endlich zu erreichen.
Ein Buch, das mich absolut begeistert und von der ersten Seite an nicht mehr losgelassen hat. Die Anti-Heldin Jessamyn, deren Schicksal niemanden kalt lassen kann, die sich aber standhaft dagegen wehrt, als hilfsbedürftig wahrgenommen zu werden (oder wie im Originaltitel - als Lamm), ist eine Figur, die mir definitiv nahe gegangen ist und die meisterhaft kreiert wurde. Die Themen, die über das Schicksal ihrer Figur mit-transportiert werden, sind teilweise echt harter Stoff, der aber bewusst nur gestreift wird und dem untergeordnet bleibt, was Jessamyn mehr als alles auf der Welt erreichen will.
Eine tragische Geschichte, eine Geschichte, die satirisch und voll schwarzem Humor ist, eine harte Geschichte - und vor allem, eine Geschichte, die sehr, sehr lesenswert ist! Klare Leseempfehlung von mir!

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Veröffentlicht am 24.05.2026

Ehrlich, authentisch und einfach nur wundervoll!

Wir in zehn Jahren
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Im Jahr 2013 treffen sich die gebürtige Australierin Coralie und der geschiedene Londoner Adam, als sie seine Tochter aus einem Teich rettet. Sie werden zusammen kommen, eine eigene Familie gründen und ...

Im Jahr 2013 treffen sich die gebürtige Australierin Coralie und der geschiedene Londoner Adam, als sie seine Tochter aus einem Teich rettet. Sie werden zusammen kommen, eine eigene Familie gründen und in London ein gemeinsames Leben aufbauen. 

Über zehn Jahre begleitet der Roman diese beiden Menschen aus Coralies Sicht und wie die Politik und die äußeren Umstände auch ihr eigenes persönliches Leben beeinflussen werden. Wir erleben mit ihnen Tod eines Elternteils, Schwangerschaften und Geburten, beginnende Pubertät und Trotzalter genauso wie die unruhigen Zeiten der britischen Politik um den Brexit herum, Angst vor Klimnawandel und die Pandemie, die im Jahr 2020 alles verändert hat. 

Die Geschichte ist so ehrlich und authentisch erzählt, legt auch den Finger auf die Wunde(n), die so viele von uns kennen (vor allem von uns Frauen und Müttern), aber gleichzeitig macht sie Hoffnung, dass Liebe wirklich sehr viel überstehen kann. 

Ohne Kitsch, aber mit viel Gefühl erzählt, hat mich Coralie von Beginn an begeistert und viele Stellen waren humorvoll und wunderschön, andere romantisch und rührend und wieder andere so ehrlich und fast schon hart, dass es weh tat. 

Ein Buch, das ich von ganzem Herzen geliebt habe und uneingeschränkt und begeistert weiter empfehle!

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Veröffentlicht am 23.05.2026

Historischer Roman über Johannes Kunckel

Träume aus Feuer
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Träume aus Feuer ist ein kurzer historischer Roman, der eine Zeit im Leben des Alchimisten Johannes Kunckel zum Thema hat. Kunckel war deutlich mehr Chemiker als Alchimist - doch zu seiner Zeit waren Alchimisten ...

Träume aus Feuer ist ein kurzer historischer Roman, der eine Zeit im Leben des Alchimisten Johannes Kunckel zum Thema hat. Kunckel war deutlich mehr Chemiker als Alchimist - doch zu seiner Zeit waren Alchimisten im Grunde nichts anderes. Er steht hoch in der Gunst des Kurfürsten von Brandenburg und seiner 2. Frau Dorothea, erhält sogar die Pfaueninsel geschenkt, auf der er nun in völliger Ruhe und sehr geheim seine Experimente fortführen kann und dem Kurfürsten regelmäßig wunderschönes Glas herstellen kann.

Doch die Zeiten bleiben nicht ruhig und friedlich...

Florian Illies erzählt in dem Roman mit ruhigem Ton von einer lange vergangenen Zeit und einem Mann mit Visionen. Ich habe das Buch wirklich gern gelesen und viel neues erfahren - nicht zuletzt, dass es die Pfaueninsel wirklich gibt, die dem Verlag Pfaueninsel ihren Namen gibt.

Eine Leseempfehlung für alle, die gerne über historische Figuren lesen und sich auf diese Weise nebenbei Wissen aneignen - ich liebe das sehr!

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Veröffentlicht am 22.05.2026

Verworren und leider nichts für mich

Chaos
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Chaos handelt - wie es die Triggerwarnung am Anfang des Buches bereits zum Glück klarstellt - vor allem von einer Fehlgeburt.

Hedda, die mit ihrem Freund Björn ein Kind erwartet, kommt aus einer schwierigen ...

Chaos handelt - wie es die Triggerwarnung am Anfang des Buches bereits zum Glück klarstellt - vor allem von einer Fehlgeburt.

Hedda, die mit ihrem Freund Björn ein Kind erwartet, kommt aus einer schwierigen Familie. Der Vater hat einen sehr unsteten Lebenswandel gehabt und die Familie hat entweder märchenhaften Reichtum oder drohende Zwangsvollstreckung erlebt.

Während Hedda nun in der schlimmsten Krise ihres Lebens ist und sich dabei leider von niemandem helfen lässt, wird immer wieder bruchstückhaft aus ihrer Vergangenheit erzählt.

Für mich war der Roman leider gar nichts. Die Erzählweise war sehr sprunghaft, viel zu sprunghaft für mich - ich habe einfach keinen roten Faden erkennen können. Zudem blieben die meisten Nebenfiguren für mich nicht richtig greifbar und auch das, was geschehen ist oder gerade geschah, habe ich sehr häufig nicht ganz oder nur teilweise erfassen können. Der Schreibstil war passend zum Thema sehr düster und Hedda tat mir zwar oft wirklich Leid, aber ich habe trotzdem nicht wirklich mit ihr fühlen können und ihr Verhalten absolut nicht nachvollziehen können.

Bis zum für mich leider viel zu düsteren Schluss habe ich mich durch das Buch gekämpft, das für mich nur einen einzigen Vorteil besitzt: Es ist nicht sehr umfangreich.
Leider keine Leseempfehlung von mir.

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Veröffentlicht am 22.05.2026

Pilgerroman einer sehr sympathischen Autorin

Nach Santiago wollte ich nie
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Cornelia Koch ist 57 Jahre alt, als sie im Mai 2023 ihre Pilgertour von Potsdam nach Santiago de Compostela, den berühmten Jakobsweg, beginnt. Sie wird etwa 6 Monate unterwegs sein und 3348 km laufen. 

Der ...

Cornelia Koch ist 57 Jahre alt, als sie im Mai 2023 ihre Pilgertour von Potsdam nach Santiago de Compostela, den berühmten Jakobsweg, beginnt. Sie wird etwa 6 Monate unterwegs sein und 3348 km laufen. 

Der Erfahrungsbericht ist wirklich sehr lesbar! Die sympathische Autorin schreibt authentisch und bewegend, wie sie sich gefühlt hat, was sie erlebt hat und was sie durch die Pilgerfahrt für sich mitgenommen hat. Sie schreckt nicht davor zurück, auch die schwierigen Zeiten und Situationen ehrlich zu beschreiben, seien es wunde Füße, schmerzende Knie, Blasen, Unterkünfte, die wirklich sehr bescheiden sind oder auch schlicht Hunger, Durst, Kälte und Hitze. Gerade das hat mir am Buch wirklich am besten gefallen - die schonungslose Ehrlichkeit! Aber auch die tiefgründigen Themen kamen nicht zu kurz und man erfährt einiges über das Leben der Autorin und ihre Gefühle. 

Ich bin absolut zufrieden mit dem Roman und empfehle ihn sehr gerne weiter!

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