Profilbild von Mine_B

Mine_B

Lesejury Star
offline

Mine_B ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Mine_B über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 27.09.2020

Die Magierin

Der Orden des geheimen Baumes - Die Magierin
0

Die Autorin Samantha Shannon hat mit „Der Orden des geheimen Baumes – Die Magierin“ den Auftakt einer geplanten Dilogie geschrieben. Die englische Originalausgabe von diesem Fantasy- Buch wurde für die ...

Die Autorin Samantha Shannon hat mit „Der Orden des geheimen Baumes – Die Magierin“ den Auftakt einer geplanten Dilogie geschrieben. Die englische Originalausgabe von diesem Fantasy- Buch wurde für die deutsche Übersetzung in zwei Teile gesplittet.

Klappentext:
Eine Welt voller Drachen, starker Frauenfiguren und politischer Intrigen – umwerfender Fantasy-Stoff grandios erzählt! In ihrem epischen Fantasy-Roman „Der Orden des geheimen Baumes“ hebt Samantha Shannon das Genre auf die nächste Stufe. Mächtige Frauen lenken und beeinflussen das Schicksal ihrer Welt, ob als Königin, Magierin oder Drachenreiterin. Doch die Welt ist geteilt: Während im Westen alle Drachen als absolut böse verdammt werden, werden diese im Osten als göttergleiche Wesen verehrt. Trotz dieser gegensätzlichen Weltanschauungen müssen die Menschen des Ostens und des Westens zusammenarbeiten, als ein riesiger bösartiger Drache aus der Vergangenheit wieder aufersteht. Drei starke Frauen nehmen die Herausforderung an, die Bewohner beider Reiche zu vereinen, um die Menschheit zu retten… In diesen Momenten – wenn Glaubenssysteme kollidieren und eine detailreiche Welt entsteht – ist Samantha Shannon in Bestform.

Dieses Buch wurde im englischsprachigen Raum gehypt. Daher war ich schon sehr auf den Inhalt des Buches gespannt. Der Klappentext klang wirklich vielversprechend – ein Fantasywerk voller Drachen und Magie. Daher habe ich mich voller Vorfreude in dieses Buch gewagt, war bereit Abenteuer zu bestreiten, der Bestie ins Maul zu schauen. Und ich habe etwas anderes bekommen, als ich erwartet hätte. Aber dennoch konnte es mich auf seine Art überzeugen.
Die Aufmachung von diesem High Fantasy Buch ist voller liebevoller Zugaben. Es gibt detailreiche Karten und ein umfangreiches Personenverzeichnis, welches wirklich aus vielen Seiten besteht. Auch ein Glossar wurde beigefügt. Besonders zu Beginn habe ich die Karte gerne zu Rate gezogen, wobei die Darstellung von dieser leider in meinem Kindle unvorteilhaft ist.
Auf den ersten Seiten hatte ich ganz schon zu kämpfen. Ich wurde quasi mit Namen und auch Informationen überflutet und musste erst lernen, mich zu orientieren. Es gab viele Namen, welche auch alle sehr ungewöhnlich waren. Diese musste ich erst einmal sortieren und auch in die verschiedenen Lager einsortieren, auch in welcher Beziehung diese zueinander standen, war nicht immer einfach zu erfassen. Aber auch die Menge an Informationen, zum Beispiel in Bezug auf die Religion oder die Vergangenheit, die Geschichte eines Reiches, muss man erst einmal sortieren. Man muss sich wirklich sehr konzentrieren, damit man all dies aufnehmen und verarbeiten kann. Daher kommen einen die ersten Seiten recht langwierig vor. Ich musste mich durch diese ersten Seiten hindurch beißen, aber dies hat sich gelohnt.
Auch braucht dieser Reihenauftakt einige Seiten, bis Spannung aufgebaut wird. Zu Beginn plätschert die Story recht langsam vor sich hin – man lernt die Welt und die darin wandelnden Personen erst einmal besser kennen. Langsam aber stetig steigt die Spannung und am Ende kann man dieses Buch nicht mehr aus der Hand legen.
Die Welt ist ziemlich komplex. Shannon hat viele Legenden und auch mythologische Erzählungen in diese Geschichte einfließen lassen. Es gibt vielseitige Länder, welche alle eine unterschiedliche Geschichte haben, andere Glaubensfassungen oder Interpretationen der Legenden. Es macht Spaß, diese zu entdecken und die Zusammenhänge zu erkennen. Auch ist dieses Buch mit Magie und auch Drachen ausgestattet. Nicht jeder Drache ist gleich, es gibt verschiedene Unterkategorien. Auch Magie wird nicht in jeder Region gleich behandelt. Es gibt welche, in dem diese Personen als Hexen beschimpft werden. Auch ist diese Welt geprägt von starken Frauen. Die Rollenverteilung ist hier nicht so männerdominant, wie man es aus anderen Büchern gewohnt ist.
Auch die Charakterdarstellung war einfallsreich und komplex. Es gibt mehrere Protagonisten, sodass dieses Buch aus verschiedenen Handlungssträngen erzählt wird. Dadurch bekommt man einen vielseitigeren Einblick in das Geschehen. Ist an mehreren Enden dieser Welt aktiv dabei und kann erfahren, was bei diesen verschiedenen Ecken so los ist. Ead ist eine Kammerzofe am Hofe von Königin Sabran, auch beschützt sie diese heimlich und birgt noch das ein oder andere Geheimnis. Sabran hat ein schweres Schicksal, auf ihren Schultern muss sie ein frauendominierendes Königreich tragen. Sie hat es nicht immer leicht und muss einige Probleme bewältigen. Dann ist da noch Tané, sie wohnt in einem entfernteren Land und ist in einer Ausbildung zur Drachenreiterin. Ihr Schicksal ist noch nicht besiegelt, sie muss sich erst noch beweisen, dass sie die Ehre haben wird, um eine Drachenreiterin zu werden. Und dann gibt es noch Niclay, er lebt im Exil und ist ein Alchimist, welcher früher auch am Hofe von Königin Sabran gelebt hat. Auch sein Part ist für den Verlauf der Geschichte bedeutend, auch wenn man dies zuerst nicht vermuten würde. Loth ist ein weiterer wichtiger Part dieser Story, auch er ist ein Vertrauter der Königin. Er muss einen schweren Weg gehen und dabei seine Grenzen überschreiten.
Dadurch, dass die deutsche Übersetzung gesplittet wurde, ist das Ende ziemlich offen. Daher würde man nur zu gerne sofort weiter lesen. Aber schon bald soll der zweite Teil erscheinen, man muss nicht zu lange warten.

Insgesamt konnte mich Samantha Shannon mit ihrem High- Fantasy- Buch „Der Orden des geheimen Baumes – Die Magierin“ ein eher ruhiger Auftakt. Man muss erst einmal die komplexe Welt und auch die vielschichtigen Charaktere kennen lernen. Der Einstieg in dieses Werk ist mir nicht so leicht gefallen, aber es hat sich gelohnt, sich durch diese ersten Seiten durchzukämpfen. Danach war ich von der Handlung gebannt und wollte einfach nur noch wissen, wie es weitergeht. Daher möchte ich 4 Sterne vergeben.

Veröffentlicht am 10.09.2020

Jigsaw Man

Jigsaw Man - Im Zeichen des Killers
3

Die Autorin Nadine Matheson hat mit dem Thriller „Jigsaw Man – Im Zeichen des Killers“ ihren Debütroman geschrieben. Dieser spielt in London und die Ermittlerin Anjelica Henley ist darin die tragende Hauptrolle.

Klappentext:
Der ...

Die Autorin Nadine Matheson hat mit dem Thriller „Jigsaw Man – Im Zeichen des Killers“ ihren Debütroman geschrieben. Dieser spielt in London und die Ermittlerin Anjelica Henley ist darin die tragende Hauptrolle.

Klappentext:
Der menschliche Körper ist ein wunderbares Puzzle, einzigartig in seiner Präzision und seiner aufeinander abgestimmten Perfektion! Der Jigsaw Man liebt Puzzles über alles. Doch ein perfektes Puzzle ist nur eines, das in seine Einzelteile zerlegt ist. Nur so kann er die wahre Schönheit erkennen - indem er jedes Teil für sich betrachtet. Hände, Füße, Beine, Arme, Köpfe. Welche Freude! Und wahre Freude muss man teilen, nicht wahr? In der ganzen Stadt...

Nachdem ich die Leseprobe gelesen habe, waren meine Erwartungen an dieses Buch doch relativ hoch. Ich habe mir einen blutigen und zugleich nervenaufreibenden Thriller erhofft, gespickt mit spannenden Details und vielseitigen Einblicken in den Täter. Doch leider wurden diese Hoffnungen nicht vollständig erfüllt, sodass ich doch ein bisschen enttäuscht wurde.
Der Einstieg hat mir auf der einen Seite recht gut gefallen. Man wird sofort mitten in das Geschehen hineingeworfen. Es werden an unterschiedlichen Orten innerhalb Londons Leichenteile gefunden und die Ermittlerin Anjelica Henley wird aus einer Sondereinheit für Serienmörder auf diesen Fall eingesetzt. Es beginnt eine Suche nach ersten Hinweisen, was es mit diesen Leichenteilen auf sich hat, wer hinter diesem Verbrechen steckt. Eine gewisse Vorfreude auf den weiteren Verlauf der Story stellte sich bei mir ein – ich freute mich auf Ermittlungsarbeiten und eine spannenden Jagd nach dem Mörder. Auf der anderen Seite hatte ich zu Beginn ein paar Schwierigkeiten in das Buch herein zu finden. Dies lag zum einen daran, dass die Personen in der Regel nur mit Nachnamen und vielleicht noch ihrem Rang innerhalb der englischen Polizei erwähnt werden. Daher hatte ich leider Probleme, die Charaktere zuzuordnen oder auch beim Wiedererkennen der Namen. Auf den ersten Seiten musste ich mich sehr konzentrieren, damit ich die jeweiligen Personen zuordnen konnte. Aber dann wurden mir zu Beginn des Thrillers zu viele Andeutungen auf die Vergangenheit gemacht. Oftmals wird angesprochen, was Henley bereits durchmachen musste oder auch, dass der damalige Chef dieser Sondereinheit ein tragisches Schicksal erleiden musste. Dies hat bei mir den Eindruck erweckt, dass ich einen Vorgängerband nicht gelesen habe. Doch „Jigsaw Man“ ist ein Debüt, sodass diese Andeutungen bei mir nur für Verwirrungen gesorgt haben. Dies hätte man meiner Meinung nach besser lesen können.
Der Schreibstil ist leicht gehalten. Die Sätze sind kurz und prägnant, auch die Kapitel sind eher knapp und bündig und sorgen dabei für ein höheres Tempo. Allgemein ist der Stil eher arm an Ausschmückungen – prägnant werden die Szenen geschildert, sodass man in das Geschehen hineingeworfen wird. Dafür hat für mich persönlich ein bisschen die Atmosphäre gelitten – ich hatte nicht zwingend das Gefühl, dass dieser Thriller in London spielt, er hätte auch an einem anderen Ort stattfinden können.
Die Charakterdarstellung konnte mich leider auch nicht hundertprozentig überzeugen. Mit der Protagonistin Henley hatte ich meine Probleme, mit ihr bin ich über die komplette Handlung nicht warm geworden, sie ist mir nicht ans Herz gewachsen. Sie hat ihre Ecken und Kanten und lebt diese meiner Meinung nach zu sehr aus. Sie wirkte auf mich einfach zu ruppig und unsympathisch, aber dennoch nicht wirklich realistisch, eher starr. Auch ihr Privatleben konnte mich nicht begeistern oder von ihrer Art überzeugen, dies hat sie nur noch unsympathischer gemacht. Dafür fand ich ihren Partner Ramouter umso gelungener. Er ist der Neuling in dieser Sondereinheit und muss sich erst noch behaupten. Auch er hat so seine privaten Probleme, ist dennoch konzentriert bei der Arbeit. Manchmal hat man den Eindruck, dass er der einzige ist, der logisch kombinieren oder auch Zusammenhänge erkennen kann.
Der Schwerpunkt in diesem Thriller lag mir zu sehr auf dem Privatleben der Ermittler, besonders das von Henley wird mir zu sehr in den Fokus gerückt. Und dies, obwohl es für den Fall nur selten relevant ist. Hier hätte man Kürzungen vornehmen können. Unnötige Passagen aus dem Privatleben werden detailliert erzählt, dabei gelangen die Ermittlungsarbeiten in den Hintergrund. Ich hätte mir mehr Einblicke in die Psyche oder auch in den Täter allgemein gewünscht. Stattdessen wurden Einsichten in die Problemwelt von Henley zelebriert. Auch hat der Spannungsbogen darunter gelitten. Da der Schwerpunkt für mich falsch gelegt wurde, empfand ich das Buch nicht permanent als spannend – es gab schleppende Passagen, durch die ich mich durchkämpfen musste.
Allgemein hatte ich andere Erwartungen an diesen Thriller – ich hätte mir mehr Thrill und weniger persönliches Drama gewünscht. Hier wurde meines Erachtens nach Potential verschenkt.
Der Showdown ist dann nochmal spannend, auch wenn die große Überraschung ausbleibt. Meine Vermutungen in Bezug auf den Täter werden bestätigt. Ein paar Fragen bleiben auch unbeantwortet, sodass man sich offen hält, ob ein weiterer Teil folgen wird.

Insgesamt konnte mich das Debüt „Jigsaw Man – Im Zeichen des Killers“ von Nadine Matheson nicht vollständig überzeugen. Ich hatte leider mit der Protagonistin Henley meine Probleme. Auch ist mir der Schwerpunkt zu sehr auf ihr Privatleben gelegt wurden, dabei hätte ich mir mehr Einblicke in die Ermittlungsarbeiten oder auch in die Psyche des Täters gewünscht. Es gibt interessante Ansätze, welche nicht konsequent durchgezogen wurden sind. Daher möchte ich 3 Sterne vergeben.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Spannung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Handlung
Veröffentlicht am 07.09.2020

Ostfriesische Mission

Rupert undercover - Ostfriesische Mission
0

Der bekannte Krimiautor Klaus- Peter Wolf hat mit „Rupert Undercover – Ostfriesische Mission“ den Auftakt seiner Reihe rund um Rupert geschrieben. Dieser Charakter ist bereits aus vorherigen Büchern aus ...

Der bekannte Krimiautor Klaus- Peter Wolf hat mit „Rupert Undercover – Ostfriesische Mission“ den Auftakt seiner Reihe rund um Rupert geschrieben. Dieser Charakter ist bereits aus vorherigen Büchern aus der Feder von Wolf bekannt- ist er doch im Team von Ann Kathrin Klaasen. Dennoch lässt sich dieser Kriminalroman auch sehr gut ohne Vorkenntnisse aus der anderen Reihe lesen.

Klappentext:
Schon immer wollte Rupert zum BKA. Doch die haben ihn nie genommen. Jetzt aber brauchen sie ihn, denn er sieht einem internationalen Drogenboss zum Verwechseln ähnlich. Für Rupert ist das die Chance seines Lebens: Endlich kann er beweisen, was in ihm steckt. Eine gefährliche Undercover-Mission beginnt. Ganz auf sich allein gestellt merkt er schnell, dass nichts so ist, wie es scheint und die Sache gefährlicher als gedacht. Kann er ohne seine ostfriesischen Kollegen überhaupt überleben?

Ich habe bereits andere Bücher von Klaus Peter Wolf gelesen und auch mit Rupert habe ich bereits erste Bekanntschaft gemacht. Bisher war mir dieser Charakter nicht immer ganz sympathisch, seine Art ist halt schon recht speziell. Daher war ich sehr darauf gespannt, wie ich dieses Buch finden werde, in dem er den Hauptpart übernehmen wird – auch ob er in der Lage sein wird, einen wesentlichen Part in der Aufklärung eines Kriminalfalls zu übernehmen.
Der Schreibstil ist auch dieses Mal wieder sehr angenehm, dieser ist leicht und lässt sich flüssig lesen. Auch hat man das Gefühl, dass man an die Nordseeküste versetzt wird, dass einem selber der Wind die Haare zerzaust und man kann das Meer quasi spüren. Aber dennoch hat mir ein bisschen die friesische Atmosphäre gefehlt, wie ich es z.B. aus Ostfriesennacht kannte. Typische Orte werden auch angesprochen, aber irgendwie ist der bekannte Funke dabei nicht übergesprungen. Was mir persönlich auch gefehlt hat: meiner Meinung nach konnte die Spannung nicht permanent aufrecht erhalten werden. Es gibt spannende Passagen, bei denen man mit fiebert, wo man auch überrascht wird und die Wendung so nicht vorhergesehen hat. Aber es gibt auch Szenen, die sich ein wenig in die Länge ziehen, welche teilweise den Lesefluss stören. Hier hätte man ein wenig kürzen können, manche waren nach meiner Meinung sogar überflüssig. Dafür hat mir der Witz im Wesentlichen in diesem Buch zugesagt. Wobei es auch hier wieder Szenen gab, da war es mir einfach zu viel, da hat Wolf einfach zu übertrieben.
Mir persönlich hat leider auch die Charaktertiefe gefehlt. In „Rupert Undercover“ steht – wie es der Titel schon vermuten lässt, Rupert im Vordergrund. Dies ist quasi sein Fall, hier spielt er die Hauptrolle und kann Entscheidungen treffen. Man lernt ihn dabei besser kennen. Rupert kennt man bereits aus den Büchern rund um Ann Kathrin Klaasen. Er übertreibt gerne und spielt sich auf. Auch hat er immer gerne einen Machospruch auf den Lippen, welche sehr oft klischeebehaftet sind. Dies macht ihn oftmals ziemlich nervig erscheinen, nicht immer ist seine Art sympathisch. Manchmal ist es auch einfach zu viel, seine rückständige Art kann einen schon mal gegen ihn aufbringen. In diesem Krimi lernt man ihn ein bisschen besser kennen. Zwar ist es keine vollständige Kehrtwende, diese wäre auch nicht realistisch. Aber man kann seine Gedankengänge besser verstehen oder man bekommt auch einen Einblick in sein Leben, welche Ereignisse ihn geprägt haben, was für ihn wichtig ist. Dennoch nervte mich seine Art hin und wieder. Manchmal wäre einfach weniger Rupert besser gewesen. Die Nebencharaktere in diesem Buch blieben recht blass. Sie haben eine gewisse Rolle, die sie in der Handlung erfüllen müssen und nicht mehr. Sie werden nicht intensiv beleuchtet oder bekommen Tiefe. Dies hat mir gefehlt. Allgemein fehlte mir die Tiefgründigkeit. Wie wurde Rupert von seinem neuen Umfeld wahrgenommen? Es fehlten Vergleiche zu seiner Vorlage und seinem Wesen. Auch wurde der Mafiaboss, den Rupert darstellen soll, zwar kurz näher erwähnt. Zu Beginn nimmt seine Rolle noch einen gewissen Raum ein, aber schnell verschwindet dieser in der Versenkung. Auch andere fehlende Details sind mir aufgefallen – hier hätte man mehr aus der Geschichte rausholen können.
Leider konnte mich das Ende überhaupt nicht überzeugen. Dies war mir einfach zu abrupt – da hat einfach die Hälfte gefehlt. Auch wenn dies der Auftakt zu einer Reihe rund um Rupert ist, ich habe mich von dieser Auflösung überrumpelt gefühlt. Das Buch ist nur zur Hälfte erzählt wurden. Ich dachte erst, dass mir ein paar Seiten fehlen – was aber nicht der Fall war.

Insgesamt hat Klaus- Peter Wolf mit „Rupert Undercover – Ostfriesische Mission“ einen leichten und witzigen Auftakt geschrieben. Jedoch konnte mich dieses Buch nicht vollständig überzeugen. Mir fehlte es hier an Tiefgründigkeit, Charaktertiefe und auch der Protagonist war mir teilweise zu überspitzt dargestellt. Dennoch gab es gelungene Passagen, die mich an das Buch gefesselt haben. Daher möchte ich 3 Sterne vergeben.

Veröffentlicht am 30.07.2020

Die Geliebte des Kaisers

Die Geliebte des Kaisers
0

Der historische Roman „Die Geliebte des Kaisers“ ist aus der Feder von Peter Dempf und ein eigenständiges Werk, sodass es ohne Vorkenntnisse gelesen werden kann.

Klappentext:
Rom, im Jahr 1001. Otto III., ...

Der historische Roman „Die Geliebte des Kaisers“ ist aus der Feder von Peter Dempf und ein eigenständiges Werk, sodass es ohne Vorkenntnisse gelesen werden kann.

Klappentext:
Rom, im Jahr 1001. Otto III., römisch-deutscher König und Kaiser des Heiligen Römischen Reiches, liegt im Sterben. Es ist Winter, und er und seine Getreuen sind auf der Flucht aus Rom, wo Unruhen ausgebrochen sind. Ottos letzte Bitte an seine Geliebte Mena: Sie soll dafür sorgen, dass sein Herz nach Augsburg gelangt. Der Grund: Sie trägt sein ungeborenes Kind unter dem Herzen, den letzten Spross und Erben seiner Linie, und das Herz ist ihr einziger Beweis. Mit dem Mut der Verzweiflung schließt sich Mena einem Trupp wagemutiger Kaufleute an, die mit Schlitten dem Winter trotzen und als Erste im Jahr die Alpen zu überqueren versuchen. Doch sie wird gejagt, denn der Kampf um Ottos Nachfolge hat begonnen und ihre Gegner sind unberechenbar...

Dies war mein erstes Buch von dem Autor Peter Dempf. Daher war ich sehr gespannt, was für einen historischen Roman ich erwarten kann. Ich persönlich lese lieber historische Romane mit belegten Fakten und einer fesselnden überzeugenden Story – leider wurden meine Erwartungen an dieses Werk nicht vollständig erfüllt.
Gefallen hat mir hier das Zusatzmaterial – sowohl ein Personenregister als auch ein Glossar mit den wichtigen Begriffen ist enthalten. Besonders beim Überfliegen der angeführten Personen war mein Interesse geweckt.
Auch der Schreibstil von Dempf hat mir zusaget. Dieser ist leicht und lässt sich angenehm lesen. Die Landschaftsbeschreibungen haben mir ebenfalls gefallen – sie haben einen guten Eindruck von der Gegend vermittelt und haben es geschafft, dass ein Bild vor meinem geistigen Auge entstehen konnte. Die vielen unterschiedlichen Regionen werden gekonnt vermittelt – besonders die Schneelandschaft der Alpen ist mir hier positiv in Erinnerung geblieben. Sowohl die schönen als auch die tödlichen Schattenseiten werden hier gekonnt beleuchtet. Gut gefallen haben mir auch die Perspektivenwechsel – dadurch bekommt man einen vielseitigeren Einblick in die Handlung. Der Schwerpunkt liegt hier zwar eindeutig auf der weiblichen Protagonistin Mena, aber auch andere Charaktere bekommen ausreichend Raum in der Handlung. Mir hat es gefallen, dass die Handlung nicht nur einseitig berichtet wird, sondern dass man auch die Gegenseite etwas besser kennen lernen konnte.
Positiv möchte ich auch noch das Nachwort erwähnen. In diesem wird auf die Trennung von Fakten und Fiktion eingegangen. Besonders bei historischen Romanen finde ich dies sehr sinnvoll und auch hier war ich sehr gespannt, was der Fantasie des Autors entspringt.
Was mir persönlich leider nicht so gefallen hat: der Schwerpunkt der Handlung. Man lernt Kaiser Otto III. leider nicht wirklich kennen – bereits auf den ersten Seiten liegt dieser im Sterben. Der Schwerpunkt liegt eindeutig auf der Überquerung der Alpen im Winter bzw. auf dem persönlichen Schicksal von Mena. Ich hätte mir einfach mehr Inhalt von diesem Buch erhofft. Die Alpenüberquerung ist zeitweise etwas zäh und nicht so vielseitig. Ich hätte mir mehr historische Fakten erhofft. Für mich persönlich war der Schwerpunkt leider falsch gewählt. Erhofft hätte ich mir mehr Kaiser Otto III. – auch sein Zusammenleben mit Mena hätte ich mir interessiert, oder auch politische Machtspiele. Ich hätte mir einfach mehr Hintergrundwissen erhofft. Ein paar Gegebenheiten, wie der Kampf um die Thronnachfolge werden erwähnt, bekommen aber leider nicht viel Raum in der Geschichte.
Auch finde ich es schade, dass man keinen richtigen Einblick in die Charaktere bekommt. Sie wirkten auf mich recht blass, da sie nicht wirklich beleuchtet wurden, ihre Vergangenheit spielt keine Rolle für den Verlauf der Handlung. Dadurch kann man keine tiefe Verbindung zu den Charakteren aufbauen. Teilweise wirkten diese auch recht emotionsarm. Sie haben zwar ihre Ziele, die sie verfolgen. Aber so genau, warum sie manche Sachen tun, erfährt man eigentlich nicht. Dies hat dazu geführt, dass ich nicht wirklich mitgefiebert habe.

Insgesamt konnte mich der Autor Peter Dempf mit seinem historischen Roman „Die Geliebte des Kaisers“ nicht vollständig überzeugen. Mir persönlich fehlte die Tiefe oder auch die Verbindung zu den Charakteren. Es ist eher ein eher einfacher Roman, ohne großen Anspruch. Ich hatte einfach ein bisschen mehr historischer Roman und weniger leichte Lektüre erwartet. Daher kann ich nur 3,5 Sterne vergeben.

Veröffentlicht am 23.07.2020

Ostfriesennacht

Ostfriesennacht
0

Mit dem Kriminalroman „Ostfriesennacht“ hat der Autor Klaus- Peter Wolf den dreizehnten Fall rund um die Ermittlerin Ann Kathrin Klaasen geschrieben. Dieser lässt sich auch ohne Probleme ohne jegliche ...

Mit dem Kriminalroman „Ostfriesennacht“ hat der Autor Klaus- Peter Wolf den dreizehnten Fall rund um die Ermittlerin Ann Kathrin Klaasen geschrieben. Dieser lässt sich auch ohne Probleme ohne jegliche Vorkenntnisse aus den bisherigen Bänden lesen. Auch ich bin mit „Ostfriesennacht“ Quereinsteiger gewesen und dies wird wohl auch nicht mein letztes Buch von Wolf gewesen sein.

Klappentext:
Ein Mörder geht um in Ostfriesland. Einer, der Frauen in Ferienwohnungen tötet. Genau dort, wo sie sich am sichersten fühlen. Was verbindet diese Frauen? Haben die Morde etwas damit zu tun, dass alle Frauen ein Tattoo trugen?
Im dreizehnten Fall jagt Ann Kathrin Klaasen nicht nur einen psychopathischen Mörder, sondern sie versucht auch, ihren Mann Frank Weller von einem Desaster zu bewahren. Und zu allem Überfluss mischt sich auch noch das BKA ein.

Obwohl „Ostfriesennacht“ mein erstes Buch von Klaus- Peter Wolf war und ich damit noch keinerlei Vorkenntnisse von Ann Kathrin Klassen hatte, hatte ich keine Probleme in dieses Buch hineinzufinden. Dies lag zum einen an den direkten Einstieg. Man wird als Leser sofort in das Geschehen hineingeworfen und befindet sich sofort an einem zukünftigen Tatort. Man lernt das eine Opfer und seine aktuelle Situation kennen, wie diese junge Frau sich mit ihrem Freund streitet und welche Folgen dies für sie kurz darauf haben wird. Der Autor zögert nicht lange, nach dem man das Pärchen ein bisschen kennen gelernt hat, muss man sich auch schon wieder von dieser alltäglichen Situation verabschieden. Man wird als Leser Opfer von einem Mord und bekommt einen ersten Einblick in die Ermittlungsarbeiten. Aber der leichte Zugang zu dem Buch lag auch an dem angenehmen Schreibstil. Die Seiten fliegen nur so dahin und ehe man es sich versieht, ist man mitten im Geschehen. Gekonnt wird eine dichte Atmosphäre aufgebaut und man spürt quasi, wie der friesische Wind einem um die Nase weht. Mir haben die Landschaftsbeschreibungen ebenfalls gefallen, haben sie einen guten Eindruck von der Gegend vermittelt. Besonders die Beschreibungen vom Meer oder auch vom Watt fand ich hier ansprechend, sodass ich am liebsten selbst meine Zehen in das Watt getaucht hätte. Auch wird auf vielseitige Art Spannung aufgebaut, eine gewisse Sogwirkung wird aufgebaut. Zu gerne möchte man wissen, wie dieser Fall gelöst wird und was hinter dieser Mordserie steckt.
Leider hat mir die Charakterdarstellung in diesem Krimi nicht so gefallen. Zu Beginn hatte ich mit der Protagonistin Ann Kathrin Klaasen meine Startschwierigkeiten. Sie wirkte auf mich zu distanziert und unnahbar, teilweise schon zu emotionsarm. Ihre Ermittlungsmethoden fand ich dagegen gar nicht so ungewöhnlich, ist so etwas in der Literatur doch in vielen Facetten ein Thema. Ihre ruppige Art konnte mich leider nicht wirklich überzeugen. Auch erfährt man über sie in diesem Buch eher wenig, sodass sie mir nicht wirklich ans Herz gewachsen ist. Dies kann in anderen Teilen der Reihe jedoch ganz anders sein und zum Ende des Falles ist sie mir auch nahbarer erschienen, ich konnte sie zumindest teilweise verstehen. Im dreizehnten Fall ist ihr Mann Frank Weller eher im Mittelpunkt. An sich hat er sympathische Züge, er ist der Ruhepol der Beziehung, auch wirkt er bedachter und seine Vorliebe für Literatur kann ich nachvollziehen. Aber in diesem Werk hat Frank einen inneren Zwiespalt – er sorgt sich um seine Töchter und die Beziehung zu ihnen ist nicht immer einfach. Besonders Jule macht ihm Sorgen, sie hat einen neuen Freund, mit dem Frank nicht zufrieden ist. Dies verleitet ihn zu einigen unvernünftigen Taten, oftmals handelt er kopflos und gibt sich seiner inneren Eingebung hin, lässt da auch nicht mehr mit sich reden. Seinen Charakter konnte ich besser verstehen, auch fand ich ihn sympathischer, auch weil er aus Sorge um seine Tochter so übertrieben kopflos handelt und seine Karriere als Polizist riskiert. Die Nebenhandlung mit seiner Tochter Jule und ihrem neuen Freund nicht recht viel Raum im Buch ein. Ich persönlich fand, dass dies stellenweise zu viel war. Hier hätte mir weniger Input eher gefallen. Ein wichtiger Charakter und Teil des Ermittlerteams ist Rupert. Er ist schon recht speziell, ein richtiger Macho. Seine Sprüche oder auch seine Gedanken sind teilweise schon ein wenig grenzwertig, auch wenn man im Verlauf des Buches erkennen muss, dass er im Kern ein guter Freund ist. Allgemein haben mir bei der Charakterdarstellung ein paar Details gefehlt, welche diese lebendig gemacht hätten oder ein bisschen mehr Tiefgründigkeit gegeben hätte.
Auch finde ich es schade, dass die Ermittlungsarbeiten teilweise in den Hintergrund geraten sind. Hier hätte ich mir gewünscht, dass diese detailierter und auch vordergründiger thematisiert worden wären.

Insgesamt ist „Ostfriesennacht“ von Klaus- Peter Wolf ein unterhaltsamer Kriminalroman, der mich fesseln konnte. Auch wenn er ein paar kleine Defizite hat, habe ich dieses Buch genossen und ich werde definitiv noch mehr aus der Feder von Wolf lesen. Ich möchte für diesen Krimi 4 Sterne vergeben.