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Veröffentlicht am 19.07.2026

Tinte und Schwert - Verwandlung

TINTE und SCHWERT
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Der historische Roman „Tinte und Schwert - Verwandlung“ stammt aus der Feder von Matthias Soeder. Dies ist der Auftaktsroman einer Reihe, welche en 30-Jährigen Krieg thematisiert. Es lässt sich ohne Vorkenntnisse ...

Der historische Roman „Tinte und Schwert - Verwandlung“ stammt aus der Feder von Matthias Soeder. Dies ist der Auftaktsroman einer Reihe, welche en 30-Jährigen Krieg thematisiert. Es lässt sich ohne Vorkenntnisse hinsichtlich historischer Gegebenheiten lesen.

Klappentext:
Herbst 1618: Der Dreißigjährige Krieg hat gerade begonnen, da bricht für Jacob Wolffen schon die Hölle los. Brutale Söldner entführen den Priesteranwärter und zwingen ihn in den Schanzdienst. Als seine Familie getötet wird, schwört Jacob Rache an dem sadistischen Leutnant Heinrich von Hohenfels. Ein Mann des Glaubens wird zum Werkzeug der Blutjustiz. Jacob Wolffen, eigentlich für ein Leben im Dienste Gottes bestimmt, findet sich in der brutalen Mansfelder Armee wieder. Er wird Zeuge unsagbarer Grausamkeiten und erkennt, dass er nur überleben kann, wenn er seine inneren Ideale opfert. Die Verzweiflung und der brennende Hass treiben ihn an. Er muss sich "verwandeln" – vom sanftmütigen Kleriker zum entschlossenen Krieger, um die Mörder seiner Familie zur Strecke zu bringen. Sein Ziel ist der ehrgeizige und skrupellose Offizier Heinrich von Hohenfels, dessen Karriere im Chaos des Krieges steil bergauf geht. Heinrich, aufgewachsen mit dem Zwang, die marode Grafschaft seines Vaters durch militärischen Erfolg zu retten, sieht in Mansfelds Heer eine Chance auf unermesslichen Reichtum – und er schreckt vor keinem Verbrechen zurück.

Der Autor Matthias Soeder hat wohl bereits mehrere Thriller geschrieben, jedoch ist „Tinte und Schwert – Verwandlung“ mein erstes Werk von Soeder. Mich persönlich hat das Thema hier interessiert und die Darstellung dieser Zeitepoche. Ich war sehr gespannt, weil ich immer auf der Suche nach neuen Autoren mit fesselnden historischen Romanen bin. Jedoch wurden meine Erwartungen nicht vollständig erreicht.
Die Gestaltung des Buches möchte ich zunächst positiv erwähnen. Auf den ersten Seiten ist eine Stadtansicht von Pilsen beigefügt, welche ich recht ansprechend finde. Am Ende ist noch eine Übersicht der historischen Persönlichkeiten und der Maßeinheiten beigefügt, welche man als Hilfestellung zu Rate ziehen kann.
Der Schreibstil von Soeder ist leicht und führt dazu, dass sich dieser historische Roman flüssig lesen lässt. Auch ist der Stil bildreich und gekonnt wird hier eine überzeugende Atmosphäre geschaffen. Jedoch sollte man sich bewusst sein, das Soeder eine schonungslose und stellenweise recht brutale Darstellung der Kriegsszenen wählt. Als Leser bekommt man authentische Einblicke in die Abgründe vom Kriegsgeschehen, der Kampf ums Überleben wird gekonnt dargestellt und in den Mittelpunkt gerückt. Dies ist kein Buch für zartbesaitete Leser, stellenweise ist eher ein rauer Umgangston auf der Tagesordnung. Man merkt dem Buch an, dass hier bestimmt viel Recherchearbeit im Vorfeld geleistet wurde. Leider wird meiner Meinung nach die Spannung nicht kontinuierlich hochgehalten. Zu Beginn wird man sofort mitten in das Geschehen hineingeworfen und lernt die damaligen Lebensumstände der einfachen Bevölkerung kennen, was ihren Lebensalltag geprägt hat. Doch es dauert nicht lange, und das Krieg holt die Bevölkerung ein, Gewalt wird auf bildhafte Weise in den Fokus gerückt. Für mich war dieser Einstieg eher durchwachsen. Ich hatte mit den Namen leider meine Schwierigkeiten und musste diese erst einmal sortieren und zueinander zuordnen. Auch wurde eher ungeschickt Spannung erzeugt, es war mir zu offensichtlich, dass die Idylle nicht lange anhalten wird. Im Mittelteil hat sich der Autor meiner Meinung nach auch zu sehr in Details verstrickt. Die Geschichte hat sich gezogen und war eher zäh, die Handlung ist auf der Stelle getreten, stattdessen bekam man zu viele Details in Kriegsgeschehen und politische Machenschaften – und dies leider eher auf belehrende und nicht sehr anschauliche Weise.
Ein großer Kritikpunkt sind in meinen Augen die Charaktere. Mir persönlich waren diese zu Stereotyp und wirkten auf mich nicht lebendig. Sie sind mir nicht ans Herz gewachsen und ich habe nicht mit ihnen mitgelitten. Mir persönlich haben leider die Dialoge ebenfalls nicht so gefallen, sie wirkten auf mich stellenweise unnatürlich und zu erzwungen bzw. zu sehr bemüht. Jacob wollte den kirchlichen Werdegang einlegen und musste mit ansehen, wie seine Familie ermordet wurde. Dieser Schicksalsschlag hat ihn sehr mitgenommen und ihm den Lebenssinn geraubt. Doch später akzeptiert er diesen Verlust und möchte diesen Rächen, er möchte Vergeltung. Hadert aber gleichzeitig mit den Mittel, findet dennoch seinen Weg im Glauben. Ein weiterer wichtiger Charakter ist Anna. Anhand ihrer Perspektive bekommt der Leser interessante Einblicke in die Hexenverfolgung und auch hier sind diese eher schonungslos und stellenweise brutal. Sie kämpft ums Überleben und auch Anna musste diverse Schicksalsschläge erleiden. Mir persönlich war Anna der einzige annähernd sympathische Charakter, jedoch bekommt sie relativ wenig Raum. Ein Gegenpart ist Heinrich von Hohenfels. Dieser ist ein oberflächlicher Adliger, welcher nach Macht und Geld strebt – dabei ist ihm jedes Mittel recht. Er ist als Unsympathisant angelegt und ist der reinste Stereotyp. Leider waren die Charaktere eher flach und eindimensional gehalten, sodass ich mit ihnen leider über die Gesamtlänge nicht warm geworden bin.

Insgesamt war mein Eindruck von dem historischen Roman „Tinte und Schwert – Verwandlung“ aus der Feder von Matthias Soeder recht gemischt. Auf der einen Seite steht die gute Recherchearbeit und ein fundierter historischer Roman, aber auf der anderen Seite sind die eher flachen Charaktere, welche mir zu stark stereotypisch angelegt wurden. Mir hat die Bindung zu ihnen gefehlt und somit wurde meiner Meinung nach der Geschichte nicht genug Leben eingehaucht. Der Reihenauftakt konnte mich nicht vollständig überzeugen, sodass ich diese Reihe wahrscheinlich nicht weiterverfolgen werde. Insgesamt möchte ich 3 Sterne vergeben.

Veröffentlicht am 12.07.2026

Waldmann - Flucht in den Tod

Waldmann
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Der Autor Thomas Ziebula hat mit „Waldmann“ einen bisher eigenständigen Kriminalroman geschrieben, welcher aktuelle und brisante Themen gekonnt in den Mittelpunkt rückt und dabei gekonnt einen Pageturner ...

Der Autor Thomas Ziebula hat mit „Waldmann“ einen bisher eigenständigen Kriminalroman geschrieben, welcher aktuelle und brisante Themen gekonnt in den Mittelpunkt rückt und dabei gekonnt einen Pageturner mit packender Handlung schreibt.

Klappentext:
Als Johannes Waldmann am Vorabend seiner Rückkehr in den Dienst der Bonner Mordkommission an einen Tatort gerufen wird, ahnt er nicht, in welche Abgründe dieser Fall ihn führen wird. Während er die Leiche des getöteten Lokalpolitikers besieht, jagt eine Frau in einem gestohlenen Polizeiwagen einem Audi nach. In ihm vermutet sie die junge Ukrainerin Zlata, die gerade noch mit dem Politiker auf einem Zimmer war. Auch die Journalistin Pia Luninger ist an dem Fall dran. Spurlos wird die große Reportage heißen, die sie über Menschenhandel und Zwangsprostitution schreiben will und die ihr endlich den ersehnten Karrieresprung ermöglichen soll. Mit jedem Schritt, den Waldmann tiefer in den Sumpf des Verbrechens hineinwatet, löst sich ein Faden, der die große Wunde seines Lebens nur oberflächlich zusammenhielt: der Verlust seiner Frau. Damals, auf einem Bazar, als sie von einem auf den anderen Moment einfach so – verschwand …

Ich habe schon mehrere Bücher aus der Feder von Thomas Ziebula gelesen, dabei sind auch einige Werke dabei, welche unter einen Pseudonym veröffentlicht worden. Bisher konnte mich der Autor schon auf vielseitige Weise unterhalten und dabei auch mit sehr unterschiedlichen Genren und Themen. Daher habe ich mich voller Vorfreude an seinen aktuellen Kriminalroman gewagt und wurde dabei wieder nicht enttäuscht.
Der Schreib- und Erzählstil von Thomas Ziebula ist auch bei diesem Krimi, wie ich es bereits aus seinen vorherigen Werken gewohnt bin, sehr angenehm, lässt sich leicht lesen und ist zugleich bildgewaltig. Gekonnt schafft es der Autor schon auf den ersten Seiten, eine dichte und packende Atmosphäre zu erschaffen. Ich hatte während des Lesens das Gefühl, dass ich selbst mitten im Geschehen bin – ich konnte mir die Lokalitäten gut vorstellen, vor meinem geistigen Auge sind Bilder entstanden, sodass ich den Eindruck hatte, selbst mit in Nigeria auf dem Markt zu stehen. Der Schreibstil ist angenehm flüssig und wortgewandt, sodass die Seiten nur so dahinfliegen und die packende Story tut hier noch sein Übriges – man möchte diesen Roman nicht mehr aus der Hand legen. Die Geschichte selbst ist sehr spannend und temporeich, hier überschlagen sich regelrecht die Ereignisse und man möchte als Leser stets wissen, wie die Geschichte und somit das Leben der Charaktere weitergeht. Der packende Kriminalroman behandelt aktuelle und auch sehr brisante Themen und übt damit auch Gesellschaftskritik aus. Ein wesentlicher Kern der Handlung sind die ukrainischen Frauen, welche vor dem Krieg geflohen sind und nun ihr Leben bestreiten müssen, ihren Platz in dieser fremden Welt finden müssen und dabei nicht immer an die richtigen Menschen geraten. Zusätzlich wird diese Spannung durch die kurzen und knackigen Kapitel gesteigert. Außerdem bedient sich der Autor dem Stilmittel des Perspektivenwechsels. Dadurch bekommt der Leser auf der einen Seite einen vielseitigen Einblick in das Geschehen und zum andere lernt man die unterschiedlichen Charaktere auch besser kennen, kann ihre Gedankengänge besser verstehen und somit ihre Handlungen besser nahvollziehen. Außerdem wird durch diesen permanenten Wechsel die Spannung noch zusätzlich in die Höhe getrieben, sodass der Spannungsbogen kontinuierlich oben gehalten wird und sich der Kriminalroma zu einem wahren Pageturner entwickelt.
Der Prolog ist in der Vergangenheit angelegt. Als Leser lernen wir hier den Protagonisten Johannes Waldmann kennen. Er ist mit seiner Familie im Urlaub in Nigeria und genießt dort die typischen und einheimischen Sehenswürdigkeiten und Lokalitäten. Doch Schatten sind bereits über das Familienleben gezogen, nicht alles ist idyllisch. Und dann kommt der große Paukenschlag – die Frau von Waldmann verschwindet und die Geschehnisse sind nicht eindeutig. Der Hauptteil des Buches spielt vollständig in der Gegenwart und man lernt einen gebrochenen Waldmann kennen. Bis heute hat er mit den Ereignissen von damals zu kämpfen und ist deswegen in Behandlung. Dieser Schicksalsschlag lässt ihn nicht los, er will seine Frau finden. Waldmann hat dabei seine Ecken und Kanten, muss mit seinen inneren Dämonen kämpfen und ist dabei bestimmt kein einfacher Zeitgenosse. Dennoch schafft es der Autor, dass Waldmann menschlich und sympathisch wirkt. Er ist mir Laufe des Buches ans Herz gewachsen und ich habe es ihn gewünscht, dass er mit diesem Teil seines Lebens abschließen kann. In dem anderen Handlungsstrang steht die Suche nach den vermissten ukrainischen Frauen im Mittelpunkt. Diese Perspektive ist durch Brutalität und psychischen und physischen Gräueltaten geprägt. Es ist keine Geschichte für Zartbesaitete, auch wenn nicht allzu sehr ins Detail gegangen wird. Interessant fand ich hier die weiblichen Charaktere, im Mittelpunkt die Journalistin Pia Luninger und die mysteriöse Suse, welche eher im Hintergrund agiert und welche keine einfache Vergangenheit hatte. Dies sind beides starke Frauenfiguren, welche für sich selbst aber auch für Schwächere einstehen. Gekonnt werden im späteren Verlauf die beiden Stränge zusammengeführt und man erkennt, wie diese beiden Handlungen zusammenpassen.

Insgesamt konnte mich der Autor Thomas Ziebula mit seinem Kriminalroman „Waldmann“ gut unterhalten und mir hat das aktuelle Thema gut gefallen. Gekonnt wurde Spannung aufgebaut und der Spannungsbogen ist hier nicht abgeflaut. Auch die Charaktere konnten mich überzeugen. Jedoch hat mir persönlich das letzte berühmte i- Tüpfelchen gefehlt. Ich kann es leider auch nicht genau benennen, was genau ich vermisst habe, da mir dieser Pageturner gut gefallen hat. Daher möchte ich 4 Sterne vergeben und eine Empfehlung für Kriminalromanliebhaber mit aktuellen und gesellschaftskritischen Themenbezug aussprechen.

Veröffentlicht am 07.07.2026

Der Gott des Waldes

Der Gott des Waldes
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Mit „Der Gott des Waldes“ hat Liz Moore ein eigenständiges Werk geschrieben, indem die wohlhabende Familie Van Laar und dessen Schicksalsschläge im Mittelpunkt stehen.

Dieser Roman wird als literarischer ...

Mit „Der Gott des Waldes“ hat Liz Moore ein eigenständiges Werk geschrieben, indem die wohlhabende Familie Van Laar und dessen Schicksalsschläge im Mittelpunkt stehen.

Dieser Roman wird als literarischer Thriller der Spitzenklasse beworben und auch der Klappentext klang in meinen Ohren vielversprechend. Ich hatte keine besonderen Erwartungen oder Anforderungen an dieses Buch, bin unvorbelastet in die Geschichte eingedrungen. Und ich wurde dabei auf positive Art überrascht, solch ein Werk hatte ich nicht erwartet.
Der Schreibstil von Moore ist angenehm und lässt sich flüssig lesen. Die Autorin schafft es, dass die Seiten nur so dahinfliegen und man als Leser gar nicht merkt, wie man immer tiefer in die Handlung eindringt. Gekonnt wird hier auch eine dichte und überzeugende Atmosphäre erschaffen. Der Wald mit all seinen Facetten wird hier meisterhaft in Szene gesetzt. Er hat etwas bedrohliches und gefährliches, kann aber auch gleichzeitig Schutz versprechen und hilfreich sein. Mir persönlich hat es gefallen, wie mit den Örtlichkeiten gespielt wird und die Vielseitigkeit gekonnt in Szene gesetzt wird. Die Geschichte wird in mehreren Zeitsträngen und auch aus mehreren Perspektiven erzählt. Dies klingt zunächst verwirrend und etwas überwältigend. Aber Moore schafft es hier meisterhaft, dass der Leser dabei den Überblick behält. Der Gegenwartstrang spielt im Sommer 1975. Wir befinden uns in einem Feriencamp in den Wäldern, hier können vermögende Eltern ihre Kinder abgeben, sodass sie in diesem Camp noch gewisse Fähigkeiten lernen können und dabei ein Gemeinschaftsgefühl entwickeln. In der Gegenwart ist Barbara Van Laar im Mittelpunkt. Sie ist die dreizehnjährige Tochter von den reichen Besitzern des Gebietes, auf dem das Feriencamp steht. Zu Beginn des Buches verschwindet Barbara aus diesem Feriencamp. Während ihr Vermisstenfall thematisiert wird, erlangt der Leser immer tiefere Einblicke in die Familie und die Zustände, welche das Mädchen innerhalb dieser ertragen musste.
Der Vergangenheitsstrang spielt im Wesentlichen im Jahre 1961. In dieser Zeit ist Peter Van Laar im Zentrum der Handlung. Dieser ist der Bruder von Barbara und verschwindet ebenfalls aus mysteriöse Weise. Seine Suche wird organisiert und dabei läuft nicht gerade alles optimal, ein paar Fehler werden gemacht und manchmal fragt man sich, ob diese mit Absicht geschehen sind. Bis zur Gegenwart wurde Peter, genannt Bear, nicht gefunden. Und bis zum aktuellen Zeitpunkt beschäftigt sein Verschwinden die Leute aus der Gegend. Hängt sein Verschwinden mit dem von Barbara zusammen?
Die Story wird aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt. Zum Beispiel kommt eine Camp- Betreuerin Louise zu Wort, die tiefer in dem Familiendrama drinsteckt, als man zunächst vermutet. Aber auch aus der Sicht von einer jungen Polizistin namens Judyta wird erzählt. Diese muss sich in der Männerdomäne behaupten, ihre Kollegen sind hauptsächlich Männer mit Vorurteilen gegenüber ihren Fähigkeiten. Oder die Mutter der beiden vermissten Kinder namens Alice steht hier im Zentrum, auch aus ihrer Perspektiven bekommt man Einblicke in die Handlung. Dies sind nur ein paar Beispiele für die Perspektiven. Dadurch bekommt man einen vielseitigen Einblick in die Handlung, viele Facetten ergeben dabei ein Gesamtbild. Mir persönlich hat dies gut gefallen, durch diese Vielseitigkeit erkennt man die Vielschichtigkeit der Geschichte und kann gewisse Strukturen besser durchdringen. Moore erschafft dadurch eine dichte Geschichte, immer mehr Details werden aufgedeckt und mit jeder Seite erkennt man mehr Abgründe der Familie, was in dieser leider alles falsch gelaufen ist. Dabei entwickelt sich der anfängliche Thriller immer mehr in eine Gesellschaftsanalyse. Die sozialen und auch die emotionalen Verwerfungen werden thematisiert. Nicht nur von der oberen Gesellschaft, wobei diese eindeutig im Vordergrund steht. Auch die unteren Schichten werden in den Fokus gerückt und die Probleme thematisiert. Mir hat diese Tiefgründigkeit zugesagt. Ich hatte einen packenden Thriller erwartet – dabei habe ich ein Buch mit Tiefgang und packender Geschichte bekommen. Dabei werden die einzelnen Perspektiven und auch Zeitstränge gekonnt miteinander verwoben, sodass am Ende ein gelungenes Gesamtbild entsteht.
Überzeugen konnte mich auch die Charaktertiefe von vielen Persönlichkeiten. Jeder scheint seine eigene Vergangenheit zu haben, seine Beweggründe sind nachvollziehbar. Nicht nur die Protagonisten wirken hier authentisch, auch die Charaktere am Rande haben Tiefgang, sodass die Geschichte noch plastischer wirkt. Ich hatte das Gefühl, einen True- Crime- Thriller zu lesen, jede Seite hätte tatsächlich so passiert sein können. Wer hier jedoch einen Pageturner im klassischen Sinne erwartet, der wird wohl leider enttäuscht werden. Dennoch hat sich meiner Meinung nach eine Sogwirkung aufgebaut. Ich wollte einfach wissen, wie all dies zusammenhängt und habe nur ungern das Buch zur Seite gelegt.
Auch die Auflösung konnte mich überzeugen- Für mich war dieser Roman spannend bis zur letzten Seite. Ich habe mit den Charakteren mitgefiebert und wollte wissen, wie all diese persönlichen Schicksale miteinander verwoben sind.

Insgesamt konnte mich die Autorin Liz Moore mit ihrem Roman „Der Gott des Waldes“ begeistern. Ich habe viel mehr in diesem Werk aufgefunden, als ich zunächst erwartet hätte. Die Art des Erzählens konnte mich hier vollständig überzeugen und auch die Handlung hat eine Sogwirkung bei mir ausgelöst. Von mir gibt es 4,5 Sterne und eine Leseempfehlung.

Veröffentlicht am 28.05.2026

A storm to kill a kiss

Die Sonnenfeuer-Ballade: A Storm to Kill a Kiss
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Die recht bekannte Autorin Julia Dippel hat mit „A storm to kill a kiss – Die Sonnenfeuer- Ballade“ den zweiten Band zu ihrer neusten Reihe geschrieben. Hierfür würde ich empfehlen, dass man bereits den ...

Die recht bekannte Autorin Julia Dippel hat mit „A storm to kill a kiss – Die Sonnenfeuer- Ballade“ den zweiten Band zu ihrer neusten Reihe geschrieben. Hierfür würde ich empfehlen, dass man bereits den Reihenauftakt „A song to raise a storm“ gelesen hat, da man sonst Schwierigkeiten haben könnte, der Handlung zu folgen.

Klappentext:
Sintha konnte die mysteriöse Mordserie in Enebha zwar beenden, doch der Preis dafür war hoch: Jeder weiß nun, wer sie ist. Darum muss sie nun an der Seite der Monarchin in die Hauptstadt reisen, wo sie als Symbol des Friedens vorgeführt werden soll. Doch das scheinbare Wohlwollen der Monarchin hat ein Ablaufdatum und Arez’ Misstrauen verfolgt sie ebenso wie der Sturm. Wenn es ihr nicht gelingt, den Drahtzieher hinter der gefährlichen Intrige zu finden, in die sie verstrickt wurde, verliert sie nicht nur seine Liebe, sondern auch ihr Leben.

Ich persönlich habe schon das ein oder andere Werke aus der Feder von Julia Dippel gelesen und besonders ihre Izara- Reihe ist mir hier positiv in Erinnerung geblieben. Auch der Reihenauftakt der Sonnenfeuer- Ballade hat mir damals ziemlich gut gefallen. Daher habe ich mich voller Vorfreude an den zweiten Band gewagt. Ich hatte hier doch recht hohe Erwartungen, weiß ich doch, was Dippel leisten kann. Und dennoch wurden diese nicht enttäuscht.
Wie ich es bereits aus anderen Werken von der Autorin Dippel gewohnt war, war auch dieses Mal der Erzählstil wieder sehr angenehm. Dieser ist leicht, lässt sich angenehm lesen und ist bildgewaltig, sodass vor dem geistigen Auge des Lesers ein Bild entsteht. Auch mochte ich wieder den Humor von Dippel, mehrmals konnte mir die Autorin ein Lächeln ins Gesicht zaubern. Gekonnt werden innerhalb des Buches Emotionen vermittelt, ich habe mit den Charakteren mitgefiebert und habe um sie gebangt. Ihre Probleme und Sorgen wurden zu meinen, sodass ich mitgelitten habe. Es ist wirklich meisterhaft, wie auf der einen Seite diese Emotionen so wichtig für die Handlung wird, aber dennoch dabei nicht zu dominant wird. Dippel schafft es, dass man sich in der Story und den Charakteren fallen lassen kann und gebannt an den Seiten hängt und man einfach wissen möchte, wie die Handlung weitergeht. Dabei entsteht regelrecht eine Sogwirkung. Ebenso die Story selbst – spannend wird die Geschichte rund um Sintha und Arez weitergetrieben. Hier gibt es einige actionreiche Szenen, aber auch gefühlvolle Passagen schreibt Dippel meisterhaft. Die Geschichte ist packend und man möchte das Buch am liebsten nicht aus der Hand legen. Es gibt einige temporeiche Passange und Dippel weiß mit mehreren Wendungen und Überraschungen zu überzeugen.
Im zweiten Band befindet sich Sintha am Hof der Monarchin. Daher ist es nicht verwunderlich, dass hier Machtspiele und Intrigen an der Tagesordnung stehen. Sintha ist neu am Hof und da ist es nicht verwunderlich, dass sie zu Beginn in die ein oder andere Falle tappt. Zum Glück steht ihr der berühmte Musiker Tillard zur Seite und versucht ihr zu helfen. Aber auch Arez hat ein Auge auf Sintha, wenn auch teilweise nicht immer nur mit freundlichen Absichten. Innerhalb der Story gibt es einige Konfliktpunkte und es geht stellenweise etwas hin und her. Als Leser schwankt man zwischen Sympathie und Abneigungen. Es gab Szenen, da wusste ich nicht, ob ich Arez jetzt am liebsten geohrfeigt hätte. Manchmal haben die beiden Charaktere einen zur Verzweiflung gebracht, aber irgendwie auf eine positive Art.
Denn die große Stärke von der Autorin ist die Darstellung der Charaktere, Sie schafft es gekonnt, diesen Tiefgang zu vermitteln. Man leidet mit ihnen mit und hat dabei das Gefühl, dass diese realistisch sein könnten. Aber nicht nur die Protagonisten bekommen hier Tiefgang. Auch die Nebencharaktere sind mir hier ans Herz gewachsen und bekommen bei Dippel Raum. Besonders positiv ist mir auch im zweiten Band wieder Nivi in Erinnerung geblieben. Dieses kleine Irrlicht und seine Ansichten auf die Welt gefallen mir einfach zu gut. Aber auch der Musiker Tillard konnte mich hier überzeugen und ist mir ans Herz gewachsen. Die beiden Protagonisten Sintha und Arez sind mir in diesem Band vertrauter geworden. Hatte ich im ersten Teil noch so meine Differenzen mit Arez, weil ich einfach nicht schlau aus ihm geworden bin, so habe ich ihn hier besser kennen gelernt. Seine Gedankengänge und auch Traditionen sind mir nicht mehr ganz so fremd und so langsam konnte er auch mein Herz erweichen. Sintha konnte mich ebenfalls wieder überzeugen. Ich mag ihre freche Art. Stellenweise ist sie bedacht und dann wieder impulsiv. Manchmal handelt sie, ohne sich der Konsequenzen ihrer Taten bewusst zu sein und lässt sich dabei von ihren Emotionen leiten. Gekonnt fand ich hier auch wieder die Einblicke in ihre Gedankengänge. So baut der Leser eine tiefere Verbindung zu Sintha auf und ich mochte einfach ihre sympathische Art.
Allgemein hat mich dieses Buch emotional sehr mitgenommen, es ist auf seine besondere Art nichts für sanfte Gemüter. Dieses Fantasywerk war für mich eine Achterbahn der Gefühle. Ich habe mit den Charakteren mitgelitten, mein Leserherz ist dabei in viele Splitter zerfallen. Nun hoffe ich, dass diese im nächsten Band wieder repariert werden können.

Insgesamt konnte mich die Autorin Julia Dippel mit ihrem Fantasybuch „A storm to kill a kiss“ wieder von ihrem Schreibtalent überzeugen. Auf mich hat es regelrecht eine Sogwirkung ausgeübt, sowohl Handlung als auch die Charaktere konnten mich überzeugen. Hierfür möchte ich 5 Sterne und eine Leseempfehlung vergeben.

Veröffentlicht am 12.05.2026

The tainted cup

The Tainted Cup
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Der Autor Robert Jackson Bennett hat mit „The tainted cup“ den Auftaktsband seiner „Shadow of the Leviathan“- Reihe geschrieben. Daher ist es nicht notwendig, dass man vorherige Bücher aus seiner Feder ...

Der Autor Robert Jackson Bennett hat mit „The tainted cup“ den Auftaktsband seiner „Shadow of the Leviathan“- Reihe geschrieben. Daher ist es nicht notwendig, dass man vorherige Bücher aus seiner Feder gelesen haben soll. Es kann ohne Vorkenntnisse gelesen werden.

Klappentext:
In einer opulenten Villa an der Grenze des Imperiums wird ein hoher Offizier tot aufgefunden – getötet durch einen Baum, der spontan seinem Körper entwuchs. Selbst hier, wo es viele Ansteckungen gibt und das Blut der Leviathane seltsame magische Veränderungen bewirkt, ist es ein Tod, der gleichzeitig schrecklich und eigentlich unmöglich ist. Zur Aufklärung des Verbrechens wird Ana Dolabra hinzugezogen, eine Ermittlerin, deren brillanter Ruf nur durch ihre Exzentrik übertroffen wird. An ihrer Seite steht ihr neuer Assistent Dinios Kol, ein Graveur, der auf magische Weise so verändert wurde, dass er ein perfektes Gedächtnis besitzt. Bald führt der Mord zu einem Plan, der die Sicherheit des Imperiums selbst bedroht. Für Ana ergibt all dies ein wunderbar stacheliges Puzzle - endlich etwas, das ihre Aufmerksamkeit wirklich fesselt. Und Din? Er muss einfach durchhalten.

Bei diesem Buch haben mich Empfehlungen von Freunden dazu gebracht, mich näher mit dem Inhalt zu befassen. Ich persönlich habe noch kein Buch von Bennett gelesen, wobei ich „Der Schlüssel der Magie“- Reihe noch auf dem SUB liegen habe – und auch über diese Reihe viel positive Meinungen gehört habe. Zu diesem Buch konnte mich der Klappentext ebenfalls neugierig machen und so bin ich ohne große Erwartungen herangegangen und wurde positiv überrascht.
Der Schreibstil ist angenehm und bildhaft, gekonnt schafft es der Autor, eine dichte Atmosphäre zu schaffen. Auch gelingt es Bennett, dass Bilder vor meinem geistigen Auge entstehen und nicht selten habe ich während des Lesens das Gefühl gehabt, mitten im Geschehen zu sein. Sehr packend und gut umgesetzt fand ich auch das Worldbuilding. Diese konnte mich vollkommen überzeugen und stellt für mich ein Herzstück dieses Buches dar. Zu Beginn des Buches ist eine Karte beigefügt worden, welche dem Leser hilft sich zu orientieren. Diese habe ich nur zu gerne zur Hand genommen, um die Orte besser einschätzen zu können. Die fiktive Welt ist komplex und hat viele Facetten zu bieten. Nur zu gerne möchte ich weitere Details dieser Welt lesen. Allein die Plantate fand ich sehr interessant. Menschen müssen sich quasi upgraden oder verbessern, um dadurch einen Vorteil zu erlangen und eine Eigenschaft zu verbessern, damit sie sich in dieser brutalen Welt behaupten können. Schon dieser Aspekt des Worldbuilding schafft viele Möglichkeiten und es hat mir Spaß gemacht, diese innerhalb der Story zu entdecken.
Besonders ist bei „The tainted cup“ auch der Genremix, welchen ich sehr gelungen finde. Im Vordergrund steht hier ein makaberer Mordfall. Eine politisch wichtige Person wurde auf mysteriöse Weise ermordet und es gilt dies zu klären. Mit Hilfe einer Pflanze, welche aus dem Körper gewachsen ist, wurde der Mann ermordet – und der Leser muss erkennen, dass Botanik in diesem Buch ebenfalls eine wichtige Rolle spielt. Diese Mischung aus Kriminalroman und botanischer Fantasy fand ich sehr packend und konnte mich vollkommen in seinen Bann ziehen. Auch im weiteren Verlauf der Handlung nimmt die Pflanzenwelt einen wichtigen Faktor ein und ist für die Lösung des Mordfalls essentiell. Das Zusammenspiel ist hier gekonnt umgesetzt. Im Verlaufe der Ermittlungen werden die Ermittler in eine Garnisonsstadt geführt, welche bedroht wird. Eine Zerstörung durch einen Leviathan steht bevor, es gilt dies zu verhindern. Und die Lösung des Mordfalles spielt dabei eine nicht unwesentliche Rolle.
Die Geschichte wird aus der Perspektive vom Protagonisten Dinios erzählt. Er ist der Assistent der Ermittlerin. Er ist ein Gravierer, er kann sich mit Unterstützung von speziellen Düften Ereignisse oder Worte dauerhaft merken und besitzt dadurch ein perfektes Gedächtnis. Leider hat er auch ein Handicap – er hat Problem beim Lesen. Dies gibt er natürlich nicht gerne zu und hofft, dass er diese Schwäche vor seinen Mitmenschen verbergen kann. Da dieses Werk aus seiner Sicht erzählt wird, bekommt der Leser einen gekonnten Einblick in seine Gedankenwelt und damit auch in seine Hoffnungen oder Bedenken. Dies hat bei mir dazu geführt, dass ich sofort eine Verbindung zu Din aufbauen konnte und er wurde mir sofort sympathisch. Ich mochte seine Art, wie er die Dinge sieht und auch wie er an die Gegebenheiten rangeht. Auch steckt mehr Talent in Dinios als man zu Beginn vermuten würde. An seiner Seite ist die Ermittlerin Ana, welche ebenfalls sehr speziell ist. Sie ist wahrlich sehr clever, gekonnt kann sie Zusammenhänge erkennen und erkennt selbst kleinere Details. Bloß verlässt sie nur ungern ihr Zuhause, sodass Din für sie Auge und Ohren ersetzen muss. Ich mochte das Miteinander der beiden total gerne. Die gemeinsamen Szenen habe ich stets genossen. Wobei die beiden Protagonisten auch alleine brillieren können.
Innerhalb der Story wird auch eine kleine Lovestory eingebunden. Diese nimmt jedoch nicht allzu viel Raum ein, sie ist wirklich nur ein kleiner Nebenstrang und stört die Haupthandlung nicht weiter. Dies empfand ich als recht angenehm, da sie nicht zu aufdringlich war. „The tainted cup“ kommt definitiv auch ohne große Liebesgeschichte aus.
Etwas schwierig empfand ich den direkten Einstieg. Man wird sofort mitten in das Geschehen hineingeworfen. Der Leser wird quasi mit Informationen und Begriffen überhäuft. Erklärungen oder nähere Erläuterungen sucht man hier größtenteils vergebens. Besonders auf den ersten Seiten muss man sich sehr konzentrieren, um die Handlung zu verstehen. Man muss sich zu Beginn wahrlich erst orientieren. Ist dieser Einstieg in die Welt und die Charaktere jedoch gelungen, kann man den Inhalt in vollen Zügen genießen.
Ein Kritikpunkt meinerseits ist, dass mir, besonders zu Beginn des Buches, ein Glossar gefehlt hat. Dies hätte mir bestimmt geholfen, besser in die Geschichte hineinzufinden. Allein die Militärränge vom Imperium Khanum sind beigefügt wurden. Und diese habe ich nur zu gerne als Hilfestellung in Anspruch genommen. Ein kleines Glossar wäre daher bestimmt auch hilfreich gewesen.

Insgesamt konnte mich der Autor Robert Jackson Bennett mit seinem Reihenauftakt „The tainted cup“ gut unterhalten. Mir hat der Genremix von Kriminalfall und botanischer Fantasy richtig gut gefallen. Und auch die Darstellung der Charaktere konnte mich überzeugen. Begeistern konnte mich das Worldbuilding, welches ich wahrlich gelungen finde. Aufgrund des nicht ganz so leichten Einstieges möchte ich 4 Sterne vergeben und bin schon sehr auf die Fortsetzung gespannt. Auch möchte ich eine Leseempfehlung für Liebhaber besonderer Fantasy-Bücher aussprechen.