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Veröffentlicht am 26.03.2022

Eine Tennisfamilie

Eine perfekte Familie
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Joy und Stan haben sich durch ihre gemeinsame Leidenschaft Tennis kennen und lieben gelernt. Tennis ist ihr Leben. Bis vor kurzem haben die beiden rüstigen Senioren noch ihre Tennisschule geleitet, die ...

Joy und Stan haben sich durch ihre gemeinsame Leidenschaft Tennis kennen und lieben gelernt. Tennis ist ihr Leben. Bis vor kurzem haben die beiden rüstigen Senioren noch ihre Tennisschule geleitet, die ihr ganzes Leben bestimmt hat. Alle vier Kinder sind auf dem Tennisplatz groß geworden. Stan hat es geliebt als Trainer junge Talente zu entdecken.Seine Frau hatte die Organisation der Tennisschule im Griff, und trotzdem blieb immer noch Zeit für ein Match mit dem Ehemann. Selbst der Familienhund ist nach der Tennisspielerin Steffi Graf benannt. Alles scheint perfekt, bis Joy spurlos von der Bildfläche verschwindet.



Liane Moriarty kann wunderbar schreiben. Man fliegt als Leser förmlich durch die Seiten. Durch verschiedene Perspektivwechsel, auch in die Vergangenheit, wird die Geschichte abwechslungsreich und man erfährt nach und nach Hintergründe von lange Verschwiegenem und Verdrängtem, dass die Familie in einem anderen Licht erscheinen lässt.



Joy und Stan waren mir direkt sympathisch, ebenso wie ihre vier sehr unterschiedlichen Kinder Brooke, Amy, Troy und Logan. Die Geschwister bilden trotz sehr verschiedenen Charaktere eine Einheit und unterstützen sich und ihre Eltern. Aber da ist noch Savannah, die Frau, die verletzt und Hilfe suchend eines Tages vor der Türe der Delaneys steht. Sie scheint einen Keil in das harmonische Familiengefüge zu treiben.



Der Autorin hat eine Mischung aus Familienroman und Krimi geschrieben, was sehr unterhaltsam war. Es gab allerdings einige Längen im Mittelteil, und auch das Ende hätte für meinen Geschmack straffer erzählt werden können.

Man muss auch sagen, dass sich die Zufälle bei der Auflösung häuften. Da hat es sich die Autorin ein bisschen zu einfach gemacht. Trotzdem hatte ich schöne Lesestunden und empfehle das Buch gerne weiter.



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Veröffentlicht am 19.03.2022

Ein Märchen für Erwachsene

Junge mit schwarzem Hahn
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Martin ist Überlebender eines Familiendramas. Sein Vater hat sowohl seine Mutter, als auch die Geschwister erschlagen. Sein einziger Freund ist ein schwarzer Hahn, den er fortan auf der Schulter trägt. ...

Martin ist Überlebender eines Familiendramas. Sein Vater hat sowohl seine Mutter, als auch die Geschwister erschlagen. Sein einziger Freund ist ein schwarzer Hahn, den er fortan auf der Schulter trägt. Mißtrauisch wird Martin von der Dorfgemeinschaft beäugt, die den Hahn für den Teufel in Tiergestalt hält. Und dann kann dieses Tier auch noch sprechen.

In dem Dorf werden in regelmäßigen Abständen Kinder von schwarzen Reitern entführt und Martin fühlt sich dazu berufen, diese Kinder zu finden und ins Dorf zurückzubringen.

Dieses Märchen für Erwachsene ist grausam und poetisch zugleich. Gut und Böse sind klar definiert. Interessant ist, dass die, die für Böse gehalten werden oft gut sind und umgekehrt. So ist der vermeintliche Teufel, der schwarze Hahn ein freundliches Wesen, eine Nebenfigur, ein Kind, das aussieht wie ein Engel mit glockenklarer Stimme dagegen, alles andere als ein Engel.
Es war eine interessante Lektüre, für die man allerdings in Stimmung sein muss. Das Hörbuch ist an dieser Stelle sehr empfehlenswert. Es ist hervorragend gelesen von Robert Stadlhuber.

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Veröffentlicht am 19.03.2022

Spannendes Finale

Water Rising (Band 2) - Im Sog der Verschwörung
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Mit „ Water rising, Im Sog der Verschwörung“ ist inzwischen der 2 Teil und damit das Finale der spannenden Climate-Fantasy-Dilogie erschienen.

Die Autorin London Shah hat in ihrem Debüt eine einzigartige ...

Mit „ Water rising, Im Sog der Verschwörung“ ist inzwischen der 2 Teil und damit das Finale der spannenden Climate-Fantasy-Dilogie erschienen.

Die Autorin London Shah hat in ihrem Debüt eine einzigartige Unterwasserwelt geschaffen, in der es neben den Menschen, die versuchen in dieser Umwelt zu überleben auch künstlich geschaffene Menschen gibt, die Amphis oder auch Anthropoiden ( das Schimpfwort für diese Spezies). Amphis haben durch ein bestimmtes Gen die Fähigkeit unter Wasser zu atmen. Ansonsten unterscheiden sie sich nicht von den gewöhnlichen Menschen.

In diesem 2. Band ist die Protagonistin Leyla zu einer Staatsfeindin geworden, denn sie ist gemeinsam mit dem Amphi Ari einer Verschwörung auf die Spur gekommen, in die der gesamte Regierungsapparat verstrickt zu sein scheint.

Nachdem Band 1 mit einem Cliffhanger geendet hat, schließt Band 2 genau hier an und der Leser folgt Leyla nicht nur erneut durch die faszinierende Tiefsee, sondern erlebt mit ihr auch wieder spannende Verfolgungsjagden, ein bisschen Romantik und wirklich sehr fantasievolle Beschreibungen einer Umwelt, die auch unter Wasser versucht an „die alte Welt“, vor der Überflutung anzuknüpfen. So gibt es z.B wasserfeste Orte, wie Parks, die mit Hilfe von Hologrammen und Lichtbildern, dem Betrachter Bäume und Vögel vorgaukeln.

Es geht in dem Jugendroman um Themen wie Toleranz und Freundschaft aber auch um Desinformation und Manipulation der Bevölkerung, Themen die aktueller nicht sein könnten. Darüberhinaus fand ich klasse, dass Protagonistin Leyla eine Muslima ist, was man viel zu selten liest. Auch das Thema Umweltschutz und Verschmutzung der Meere war der Autorin ein großes Anliegen. Auch wenn es sich um eine Dystopie handelt, bleibt am Ende die Hoffnung auf eine bessere Zukunft, so dass das Buch zwar warnt aber den Leser nicht komplett runterzieht.

Nicht nur Jugendliche ab 14 Jahren werden mit diesem Roman spannend unterhalten. Auch als Erwachsener hat man seinen Spaß mit diesem fantasievollen Abenteuer.

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Veröffentlicht am 12.03.2022

Ganz nett

Frost
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Eigentlich war die isländische Thrillerserie rund um Kommissarin Hulda nach dem 3.Teil „Nebel“ abgeschlossen. Deshalb war ich überrascht und erfreut ( weil ich die Reihe sehr mochte) , dass jetzt eine ...

Eigentlich war die isländische Thrillerserie rund um Kommissarin Hulda nach dem 3.Teil „Nebel“ abgeschlossen. Deshalb war ich überrascht und erfreut ( weil ich die Reihe sehr mochte) , dass jetzt eine Fortsetzung oder ein Spin off dazu erschien und wollte dieses auch sogleich lesen.

In dieser Geschichte ist nicht Hulda die Hauptperson, sondern Helgi, ein Student für Kriminologie, der Hulda‘s Posten bei der der Polizei übernehmen soll, nachdem Hulda von ihrem Vorgesetzten Magnus in den vorzeitigen Ruhestand gedrängt wurde. Zunächst ist Helgi aber noch mit seiner Abschlussarbeit für sein Studium beschäftigt und recherchiert im Rahmen dieser zu einem 30 Jahre zurückliegenden Mordfall in einem Sanatorium für Tuberkulosekranke. Sein Fokus liegt dabei auf der Polizeiarbeit von damals, und schnell entdeckt er Ungereimtheiten, die ihn zweifeln lassen, dass der Fall wirklich aufgeklärt wurde.

Helgi ist jung, clever und sympathisch. Man kann sich gut vorstellen, dass er das Potential für einen guten Kommissar hat. Privat hat er in seiner Ehe aber große Probleme.

Die Kapitel von Jónasson sind wie gewohnt kurz und prägnant. Wir springen in verschiedene Zeitebenen und die Spannung ist nicht allzu hoch. Deshalb würde ich auch diese Geschichte als Spannungsroman aber nicht als Thriller bezeichnen. Der Fall ist nicht übermäßig spektakulär, aber unterhaltsam. Für Fans der Huldareihe ist das Buch eine nette Ergänzung.

Von mir gibt es 3,5 Sterne.

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Veröffentlicht am 10.03.2022

Anna‘s Traum

Unser wirkliches Leben
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Anna ist eine junge Operngesangsstudentin. Dank eines Stipendiums kommt sie ihrem Traum Opernsängerin zu werden zwar näher, aber London ist so teuer, dass sie neben dem Studium noch in einer Kneipe als ...

Anna ist eine junge Operngesangsstudentin. Dank eines Stipendiums kommt sie ihrem Traum Opernsängerin zu werden zwar näher, aber London ist so teuer, dass sie neben dem Studium noch in einer Kneipe als Jazzsängerin jobbt. Dort lernt sie auch eines Abends den wesentlich älteren, verheirateten Banker Max kennen, der nicht nur wohl situiert ist , sondern auch mit beiden Beinen im Leben steht. Es entsteht eine recht ungleiche Liebesbeziehung zwischen beiden.



Der Roman ist aus der Ich-Perspektive der Protagonistin geschrieben. Toll waren die umfassenden Einblick in die Welt der Oper, die Proben und Vorsingen, die Rollen, in die sich Anna voller Leidenschaft hineindachte.

Es tat weh zu sehen, wie sich ihre Prioritäten verschoben und sie sich immer abhängiger und unglücklicher fühlte. Ob, und wie sie aus dieser Lebenskrise wieder herausfindet, werde ich hier natürlich nicht verraten.



Neben den Hauptprotagonisten Anna und Max gab es noch einige spannende Nebencharaktere. So mochte ich besonders Angela, eine Art Mentorin für Anna , habe Anna‘s Freundin Laurie immer wieder als Korrektiv für die Protagonistin empfunden und hatte für die zweifelhaften Vermieter von Anna und Laurie nur ein ungläubiges Kopfschütteln über.



Ich mochte den Roman, der fast hauptsächlich aus Dialogen besteht, auf Anführungszeichen in der wörtlichen Rede gänzlich verzichtet, bis zu einem gewissen Punkt sehr gerne. Leider hat mir der letzte Leseabschnitt und das Ende meine persönliche Gesamtbewertung verhagelt, denn mit diesem Teil der Geschichte wurde ich so gar nicht warm.

Trotzdem hat der Roman mir zu großen Teilen Spaß gemacht . Er liest sich flott und ist feinfühlig erzählt. Man merkt der Autorin an, dass sie sich in der Opernwelt auskennt, und das waren auch im Nachhinein für mich die interessantesten Passagen der Geschichte.

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