Atmosphärisch - gelungener Reihenauftakt
Die weiße Nacht
Wir tauchen ein in den Hungerwinter 1946. Der Krieg ist zwar vorbei, aber das Land liegt in Schutt und Asche und die Menschen versuchen irgendwie zu überleben. Das letzte Hab und Gut wird gegen etwas ...
Wir tauchen ein in den Hungerwinter 1946. Der Krieg ist zwar vorbei, aber das Land liegt in Schutt und Asche und die Menschen versuchen irgendwie zu überleben. Das letzte Hab und Gut wird gegen etwas Essbares eingetauscht. Glücklich sind die, die Verbindungen haben.
Auch Lou versucht sich und ihren Mitbewohner Bruno am Leben zu halten. Mit ihrer Leica macht sie Fotos, die sie bestenfalls an ein Magazin verkaufen kann. Sie entdeckt in den Ruinen eine Frauenleiche und fotografiert sie. Kommissar König übernimmt den Fall und wird dieses Bild beschlagnahmen. Er hat ein Auge im Krieg verloren, war in Gefangenschaft, weil er einen Befehl verweigert hat, doch er ist nicht zum Unmenschen geworden, und das ist viel wert.
Dieser historische Krimi hat ein sehr langsames Erzähltempo aber dafür taucht man ganz tief in diese Nachkriegswelt ein. Die Leiche bleibt nicht die Einzige, und trotz widrigster Umstände erschließen sich dem Kommissar und der Fotografin die Zusammenhänge der Taten nach und nach.
Lou und Kommissar König werden in den Folgebänden sicherlich zu einem perfekten Team. Ich mochte die Sprache dieses Romans und auch die Figurenzeichnung ist Anne Stern gut gelungen.. Die Symbiose zwischen Krimi und historischem Roman hat mich überzeugen können . Ich habe das Buch wirklich gerne gelesen und hoffe es dauert nicht zu lange bis Teil 2 erscheint.