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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 25.06.2026

Struggeln mit dem Älterwerden

Fünf, sechs, sieben, acht
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Das neue Buch von Ewald Arenz handelt von einem Stepptänzer, der mit seinen 60 Jahren den Höhepunkt seiner Karriere überschritten hat. Während ihm das Engagement im Theater nicht mehr verlängert wird, ...

Das neue Buch von Ewald Arenz handelt von einem Stepptänzer, der mit seinen 60 Jahren den Höhepunkt seiner Karriere überschritten hat. Während ihm das Engagement im Theater nicht mehr verlängert wird, bekommt seine Tochter Emma die Chance Choreografin in „ seinem Haus“ zu werden. Die Tochter ersetzt sozusagen den Vater und das gefällt Anton ganz und gar nicht.

Wut und Trauer überlagern den Stolz auf Emma, den er als liebender Vater doch eigentlich spüren sollte.

Oder wird er sich nur der eigenen Vergänglichkeit bewusst und kann damit so gar nicht umgehen, hat Zweifel ob er das „richtige“ Leben geführt hat.

Vater und Tochter sind sich in ihrem Temperament sehr ähnlich. Deshalb erleben wir als Leser auch erbitterte Auseinandersetzungen fast wie die zwischen einer Teenagerin und ihrem Papa.

Das Thema Altern war mir in dem Roman zu redundant.

Bei aller Ichbezogenheit von Anton machte dieser doch im Laufe der Geschichte eine Wandlung durch, was mir gut gefiel. Insgesamt kam ich Anton und auch Emma leider nicht so wirklich nah in dem Roman. Exfrau Katja mit ihrer besonnenen und auch weitsichtigen Art gefiel mir als Figur am besten. Sie machte auch den sympathischsten und erwachsensten Eindruck.

Ich mag die Art und Weise, wie Ewald Arenz Geschichten erzählt wirklich sehr. Diese hat mich nicht 100% überzeugt. Trotzdem bin Ich natürlich auch bei seinem nächsten Buch wieder dabei.

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Veröffentlicht am 12.06.2026

Portrait eines narzisstischen Superstars

Der Rache Glanz
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Dieses Buch hat mir wirklich Einiges an Durchhaltevermögen abverlangt. Ich glaube, noch nie gab es in einem Buch, dass ich gelesen habe, eine so dermaßen unsympathische, gestörte und narzisstische Persönlichkeit ...

Dieses Buch hat mir wirklich Einiges an Durchhaltevermögen abverlangt. Ich glaube, noch nie gab es in einem Buch, dass ich gelesen habe, eine so dermaßen unsympathische, gestörte und narzisstische Persönlichkeit als Hauptfigur.

Cléo Louvent beschließt schon als Teenagerin Sängerin zu werden. Ihre Ziele sind hochgesteckt, denn sie will nicht nur irgendeine Interpretin werden, sie hat sich vorgenommen zu den Besten zu gehören und reich und berühmt zu werden.

Sie hat eine tolle Stimme und ist ehrgeizig genug, dass ihr Plan tatsächlich funktioniert. Sie legt einen kometenhaften Aufstieg hin im Showbuisiness, doch je berühmter sie wird, desto unausstehlicher wird sie auch. Klar, der Druck auf sie ist enorm, doch ihr Benehmen gegenüber ihren Fans, ihren Mitarbeitern ihrer Familie und ihren „Freunden“ gegenüber ist abscheulich und wird immer unerträglicher.

Mir war es teilweise schon zuviel , so dass ich immer mal wieder eine Pause brauchte. Kurz habe ich überlegt das Buch abzubrechen, weil ich gar nicht gerne dazu gegriffen habe.

Letztendlich habe ich es doch zu Ende gelesen, weil ich doch gespannt war auf einen Wendepunkt im Roman, der dann auch kam und der Geschichte noch einen sehr guten Schluss beschert hat.

Mit der Bewertung tue ich mich schwer bei diesem Buch.

Es war ohne Frage gut geschrieben, hat mich zwischendurch aber fast verloren. Der Charakter der Protagonistin war für mich nur schwer auszuhalten.

Deshalb gibt es letztendlich von mir 3 Sterne.

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Veröffentlicht am 01.06.2026

Lebensfreude dank Mäuserich

Eine Maus namens Merlin
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Ich gestehe, ich bin gar nicht anfällig für diese Art von cosy Geschichten und bin entsprechend skeptisch an die Lektüre herangetreten.

Helen Cartwright eine 83jährige, mürrische Dame, die eigentlich ...

Ich gestehe, ich bin gar nicht anfällig für diese Art von cosy Geschichten und bin entsprechend skeptisch an die Lektüre herangetreten.

Helen Cartwright eine 83jährige, mürrische Dame, die eigentlich schon mit ihrem Leben abgeschlossen hat, holt sich eines verregneten Abends ein altes Aquarium aus dem Sperrmüll ins Haus und stellt dann fest, dass sie eine kleine Maus mit eingeschleppt hat.

Diese will sie zunächst ganz schnell wieder loswerden, doch töten will sie sie dann doch nicht.

Dieses kleine Wesen bringt sie dazu aus dem Haus zu gehen und Kontakt zu anderen Menschen aufzunehmen, z.b. mit dem Eisenhändler Cecil, der sich mit Mäusefallen auskennt und mit anderen nützlichen Dingen, oder mit der Bibliothekarin, die für sie Bücher mit Mäusewissen heraussucht. Es kommt wie es kommen muss. Die Maus wächst Helen schnell ans Herz, und sie fühlt sich auch gar nicht mehr so einsam mit ihr.

Die Geschichte ist schon ganz zauberhaft, das muss ich zugeben. Zum Glück bleibt die Maus eine ganz normale Maus und fängt nicht an zu sprechen, oder so.

Helen gibt sich große Mühe es sich mit ihrem neuen Haustier nett zu machen. Das ist schon allerliebst beschrieben und gar nicht so unrealistisch. Manchmal plätschert die Geschichte etwas dahin, es passiert nicht viel, ganz genau wie in Helen‘s Leben. Doch dann gibt es eine Wendung, die die alte Dame nochmal richtig fordert.

Keine Spur mehr von Todessehnsucht!

Ich mochte den hoffnungsvollen Ton dieses Textes, den leichten Humor ohne alberne Note und fand das Hörbuch sehr schön eingesprochen von Frauke Poolman.

Mein Fazit:

Ein nettes Buch für zwischendurch, gut geeignet als Seelenwärmer und als Ablenkung vom Alltag.

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Veröffentlicht am 31.05.2026

Ein Highlight und viel mehr als ein Thriller/Krimi

Long Bright River
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Die Geschichte, die Liz Moore hier erzählt und mit der sie an die vielen Drogentoten in Philadelphia insbesondere im Stadtteil Kensington erinnern möchte, hat viele Krimielemente, ist aber auch ein Gesellschaftsportrait ...

Die Geschichte, die Liz Moore hier erzählt und mit der sie an die vielen Drogentoten in Philadelphia insbesondere im Stadtteil Kensington erinnern möchte, hat viele Krimielemente, ist aber auch ein Gesellschaftsportrait und eine dramatische Familiengeschichte.
Protagonistin Michaela ( Mickey) ist Streifenpolizistin in diesem gefährlichen Drogenviertel in Philadelphia und hält bei ihren Schichten immer Ausschau nach ihrer jüngeren Schwester Kacey, mit der sie seit 5 Jahren nicht mehr gesprochen hat und die plötzlich verschwunden ist. Mickey macht sich Sorgen um die drogenabhängige Kacey, riskiert bei ihrer Suche ihren Job und bringt sich zudem immer mehr selbst in Gefahr, als sie beginnt Grenzen zu überschreiten.
Zugegeben, ich hatte zunächst Schwierigkeiten in die Geschichte hinein zu finden, aber dann hat dieser Roman einen solchen Sog entwickelt, dass ich das Buch überhaupt nicht mehr zur Seite legen konnte.
Die Autorin schreibt authentisch und fesselnd und voller emotionaler Wärme und Tiefe.
Die Geschichte beginnt mit dem Fund einer weiblichen Leiche, von der zunächst vermutet wird, sie ist ein weiteres Drogenopfer, gestorben an einer Überdosis. Doch dann stellt sich heraus, dass es wohl Mord war und recht bald ist zu befürchten, dass sich ein Serienmörder in diesem Viertel junge abhängige Frauen als Opfer sucht.
Im Gegensatz zu anderen Thrillern und Krimis wurde der Hauptfokus dieser Geschichte nicht auf den Kriminalfall gelegt, sondern ganz klar auf die persönliche Situation der Protagonistin, sowie auf deren Beziehungen zu ihrer Schwester, ihren Angehörigen und ihren Kollegen. Das fand ich sehr besonders,und es macht die Geschichte so authentisch und auch hochemotional. Denn es geht um Liebe, immer wieder zerstörte Hoffnungen und ums Verzeihen.
Ich fand das Buch ganz großartig, obwohl ich am Anfang nie gedacht hätte, dass es sich zu einem Highlight entwickeln würde. Es war mein erstes Buch der Autorin Liz Moore und ganz sicher nicht mein Letztes.

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Veröffentlicht am 20.05.2026

Mütter und Töchter

Niemands Töchter
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Mutter- Tochterbeziehungen, die Prägung der Töchter und die Frage nach der eigenen Herkunft und Identität, darum geht es in Niemands Töchter. Über mehrere Jahrzehnte lesen wir von Gabriele und Marie, ...

Mutter- Tochterbeziehungen, die Prägung der Töchter und die Frage nach der eigenen Herkunft und Identität, darum geht es in Niemands Töchter. Über mehrere Jahrzehnte lesen wir von Gabriele und Marie, von Isabella und Alma.
Wie die Leben dieser vier Frauen, die sowohl Mütter als auch Töchter sind zusammenhängen wird erst im Laufe der Geschichte offenbart.
Letztendlich wird klar, wie tief dieses Band zur eigenen Mutter in den meisten Fällen ist. Auch wenn es Verletzungen gibt, die zunächst unverzeihlich erscheinen, so ist Vieles doch aus Liebe passiert, um sich selbst und sein Kind zu schützen.
Es gibt ziemlich viele Zeit- und Personensprünge, die gerade beim Hörbuch ein sehr konzentriertes Hören erforderlich machen, um den Faden nicht zu verlieren.
Es lohnt sich aber am Ball zu bleiben, denn es macht Spaß, wie nach und nach ein Puzzleteil nach dem anderen zu einem Gesamtbild wächst.
Ich würde allerdings im Nachhinein eher zum Buch greifen, weil es wahrscheinlich einfacher ist der Geschichte zu folgen und weil das Hörbuch von der Autorin selbst gelesen wird, und mich das Ergebnis nicht vollends überzeugt hat, aber das ist meine ganz subjektive Meinung.
Insgesamt ist diese komplexe Familiengeschichte auf jeden Fall empfehlenswert.

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