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Veröffentlicht am 05.09.2021

Leider nicht mein Buch

Der Panzer des Hummers
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Der Panzer des Hummers“, ein moderner Familienroman von Caroline Albertine Minor lässt mich ratlos zurück.

Nach dem Tod ihrer Eltern haben sich die Geschwister Ea, Sidsel und Niels entfremdet. Ea, die ...

Der Panzer des Hummers“, ein moderner Familienroman von Caroline Albertine Minor lässt mich ratlos zurück.

Nach dem Tod ihrer Eltern haben sich die Geschwister Ea, Sidsel und Niels entfremdet. Ea, die Älteste lebt mit ihrem Lebensgefährten und dessen Tochter aus 1. Ehe in San Francisco. Sidsel lebt mit ihrer unehelichen Tochter in Kopenhagen, wo sie als Restauratorin eines Museums arbeitet und Niels, der Rastloseste der Geschwister arbeitet mal hier mal dort, bevor er wieder weiterzieht. Im Zeitrahmen des Roman‘s befindet er sich gerade ebenfalls in Kopenhagen und verdient sein Geld als Plakatierer.

Neben den Geschwistern wäre auch noch Beatrice als eine Protagonistin zu nennen. Sie schafft in ihrer Eigenschaft als Seherin einen Kontakt zwischen Ea und ihrer verstorbenen Mutter Charlotte, wobei sich während der Sitzung unerwartet auch der verstorbene Vater zu Wort meldet. Diese esoterisch anmutenden Szenen waren so gar nichts für mich, und ich habe sie in der Folge auch mehr oder weniger überlesen.



In dem Roman werden nur wenige Tage im Leben der handelnden Personen abwechselnd erzählt. Alle sind in gewisser Weise mit ihrem Leben unzufrieden. Es werden verschiedenste Themen wie z.B Lebensentwürfe, Elternschaft angerissen. Mir fehlte aber tatsächlich der rote Faden in der Erzählung, die sie zu einer zusammenhängenden Geschichte verknüpft hätte. Ein Interview am Ende des Buches erklärt, warum die Autorin die Geschichte in dieser Form erzählt. Der Roman bleibt für mich dennoch rätselhaft und erreicht mich nicht. Gut gefallen hat mir, dass die Autorin geschickt mit Metaphern arbeitet, die mir meistens sehr gut gefallen haben. Den bildhaften Schreibstil der Autorin fand ich überzeugend, auch wenn es zwei Mal sehr derbe Bilder gab, die regelrechten Ekel bei mir erzeugt haben.



Mein Fazit:

Es war leider nicht mein Buch. Trotz des schönen Sprachstils konnte ich inhaltlich mit dem Roman wenig anfangen. Ich habe den Roman wohl nicht wirklich verstanden und mir fehlte ein roter Faden.

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Veröffentlicht am 04.09.2021

Die Bären von Björnstadt

Kleine Stadt der großen Träume (DAISY Edition)
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In einer kleinen, fiktiven schwedischen Stadt ganz im Norden des Landes ist der Eishockeysport das verbindende Element seiner Bewohner. Alle Björnstädter sind irgendwie mit dem Eishockey verbunden. Die ...

In einer kleinen, fiktiven schwedischen Stadt ganz im Norden des Landes ist der Eishockeysport das verbindende Element seiner Bewohner. Alle Björnstädter sind irgendwie mit dem Eishockey verbunden. Die Jugendmannschaft ist so gut, dass man dem Verein nach dem nächsten großen Sieg sorgar ein Leistungszentrum in Aussicht stellt. Das Ansehen des Vereins würde über die Stadtgrenzen weit hinaus steigen, und viele Arbeitsplätze wären gesichert, und es würden sogar neue Stellen in der strukturschwachen Gegend geschaffen werden.

Die Mannschaft trainiert hart, und es sieht ganz so aus, als ob das große Ziel erreichbar wäre. Ein Ereignis erschüttert dann jedoch die kleine Stadt und zwingt jeden dazu sich zu positionieren. Es bilden sich zwei Lager, und der Zusammenhalt der städtischen Gemeinschaft droht auseinanderzubrechen.

Der Schreibstil von Fredrik Backmann gefällt mir so mittel. Es gibt viele Wiederholungen, Superlative und was ich nicht so mag, sind so Sätze wie: " In zehn Jahren wird sie sich an dies und das erinnern..." , Diese vorweggenommenen Zukunftsperspektiven sind nach meinem Geschmack stilistisch einfach nicht schön.

Es gibt sehr sehr viele Perspektivwechsel. Manchmal springt der Autor nach 2-3 Sätzen schon wieder zur nächsten Person. Man hat das Gefühl, dass fast jeder Björnstädter irgendwann zu Wort kommt. Außerdem ist das Thema Eishockey sehr dominant. Trotzdem kommt man auch wenn man kein Anhänger dieser Sportart ist ganz gut mit. Nach dem Vorfall treten Themen wie Loyalität, Freundschaft und Liebe mehr in den Vordergrund.

Eishockey ist ein harter und von Männern dominierter Sport. In Björnstadt muss sich alles und jeder dem Eishockey unterordnen. Der raue Ton in der Kabine ist oft frauenfeindlich, rassistisch, und es werden derbe Sprüche gegen Minderheiten gekloppt. Die Entwicklung der Geschichte ist deshalb nicht sehr überraschend. Man ist nur gespannt, wer sich auf welche Seite stellt. Hier sind die vielen Perpektivwechsel von Vorteil, denn je nachdem in wessen Kopf man gerade schlüpft, entstehen auch wieder ganz andere Prioritäten.

Gelesen wird das Hörbuch von Heikko Deutschmann. Die Vertonung hat mir wirklich gut gefallen. Ich bewerte das Buch mit 3,5 Sternen.

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Veröffentlicht am 29.08.2021

Herr Schmidt muss Haushalt lernen

Barbara stirbt nicht
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Walter Schmidt ist ein Ignorant und ein Rassist, eine Person, der man kaum Sympathie entgegenbringt. Er hat wie viele Männer seiner Generation das Rollenverständnis, dass er der Verdiener zu Hause die ...

Walter Schmidt ist ein Ignorant und ein Rassist, eine Person, der man kaum Sympathie entgegenbringt. Er hat wie viele Männer seiner Generation das Rollenverständnis, dass er der Verdiener zu Hause die Füße hochlegen darf und seine Frau ihn bitteschön zu umsorgen hat. Das hat sich nicht geändert, nur weil er inzwischen Rentner ist. Wenn er morgens aufsteht, erwartet er, dass der Kaffeeduft ihm schon in die Nase steigt und er sich nur noch an den gedeckten Kaffeetisch zu setzen braucht. Umso größer war der Schock für ihn, als genau dieser selbstverständliche Service eines Tages nicht erbracht wurde, weil es seiner Frau Barbara nicht gut war.

Und leider ging es Barbara auch in den Folgetagen nicht gut, was ihn tatsächlich dazu zwang etwas zu unternehmen. Zu stolz die Kinder anzurufen, halfen ihm die Bäckereiverkäuferin und später, nachdem sein Sohn ihm das Internet erklärt hatte, auch die You tube Videos eines Fernsehkochs seine mehr als mangelhaften Kochkünste zu verbessern. Es gab wie man sich denken kann viele sehr komische Szenen, die das Buch sehr unterhaltsam werden ließen. Man erfuhr nie, was Barbara für eine Krankheit hatte und Walter war überzeugt, dass sie durch vernünftiges Essen wieder auf die Beine käme, aber man weiß als Leser sehr schnell, dass es etwas Ernstes war. Das Buch bildete ausschließlich Walter's Sichten ab, die so manches Mal recht kurios waren. Was ihm nicht passte, ignorierte er gerne. Er pflegte seine Vorurteile, und trotzdem mochte man ihn am Ende mehr als am Anfang und empfand auch irgendwie Mitleid mit ihm.

Er erkannte wie beliebt Barbara im Dorf ist, und was sie alles geleistet hatte, während er an ihrem Akzent herumgemäkelt hatte. Wie so viele von Alina Bronsky's Figuren, ist Barbara russischstämmig. Das Thema Heimat in einem fremden Land finden, schwingt in ihren Büchern eigentlich immer und auch hier wieder mit. Neben dem bissigen Humor besitzen ihre Bücher immer auch Tiefgang. Ich kann ihr neuestes Buch, dass ich in wenigen Tagen durchgelesen hatte, nur wärmstens empfehlen.

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Veröffentlicht am 27.08.2021

Hangover

Neben wem du erwachst
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„Neben wem Du erwachst“ von Gytha Lodge ist der 3. Teil einer Krimireihe rund um das Ermittlerteam von Detective Chief Inspector Jonah Sheens.

Louise Reakes wacht nach einer durchzechten Nacht neben ...

„Neben wem Du erwachst“ von Gytha Lodge ist der 3. Teil einer Krimireihe rund um das Ermittlerteam von Detective Chief Inspector Jonah Sheens.

Louise Reakes wacht nach einer durchzechten Nacht neben einem Toten auf, den sie nicht kennt. Was ist passiert? Wieso hat sie so keinerlei Erinnerung ? Sie wird schnell zur Hauptverdöchtigen in einem mysteriösen Mordfall, der ein bisschen zäh zu Beginn und etwas überhastet am Schluss Licht ins Dunkel bringt.


In den Kapiteln wechseln sich Louise‘s Sicht als Icherzählerin in Form eines Briefes an ihren Ehemann Niall und die Perspektive der Polizei erzählt von einem allwissenden Erzähler ab. Man sollte meinen die Ichperspektive der Protagonistin hätte mich als Leser dieser Figur näher gebracht. Das war jedoch nicht der Fall. Es war immer eine große Distanz da und ich hätte Louise, ob ihrer großen Naivität oft schütteln mögen. Zu Beginn ist sie eine total verschüchterte Person ohne das geringste Selbstwertgefühl , die erst durch den Alkohol locker wird und meint an Ausstrahlung zu gewinnen wenn sie trinkt. Nur Louise selbst glaubt, dass ihre neue Freundin April, die sie ständig zum Alkohol verführt eine wahre Freundin ist. Auch ihr Mann Niall, den sie als „betrunkene Louise“ kennengelernt hat, ist nicht der, für den sie ihn gehalten hat. Ich mochte weder April noch Niall und Louise war für mich ein Opfer, wie es im Buche steht.


Das Ermittlerteam nahm seine Arbeit auf und war für mich zunächst verwirrend . So viele Namen, so viele private Nebenhandlungen, die mit dem Fall nichts zu tun hatten. Hier hilft es sicher, wenn man mit dem Team der Polizei schon aus Band 1 und 2 vertraut ist. Zum Glück half ein Personenverzeichnis im Klappendeckel mich zu sortieren. Ich empfehle trotzdem die Bücher beginnend mit Band 1 zu lesen.


Das Ende war überraschend aber auch sehr konstruiert. Für mich war dieser Krimi leider nur Durchschnitt, gut geschrieben aber die Handlung hat mich nicht vollends überzeugt.

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Veröffentlicht am 20.08.2021

Ein etwas anderer Krimi

Buona Notte - Ein Lago-Maggiore-Krimi
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Wer nach dem beklemmenden Prolog, indem eine Person sich in einer Kirche versteckt, sie von innen verschließt und angstvoll betet, wie er oder sie es schon als Kind getan hat, eine rasante Krimihandlung ...

Wer nach dem beklemmenden Prolog, indem eine Person sich in einer Kirche versteckt, sie von innen verschließt und angstvoll betet, wie er oder sie es schon als Kind getan hat, eine rasante Krimihandlung erwartet, wird sicher enttäuscht sein.

Es geht in der Folge sehr ruhig weiter und Spannung gibt es tatsächlich kaum in diesem Krimi, der eher ein Spannungsroman ist.



Zum Inhalt:

Ex- Polizist und Ex-Zeugenschützer Lukas Albano Geier hat sich am Lago Maggiore einen Lebenstraum erfüllt. Der leidenschaftliche Musiker hat mit seinem ersten Song einen Hit gelandet, der es ihm ermöglichte sein altes Leben über Bord zu werfen und sich nur noch seiner Musik zu widmen. Er hat sich einen mittelalterlichen Turm gekauft und diesen zu seinem neuen Zuhause mit Seeblick umgebaut.

Auf der Suche nach seiner ehemaligen Kollegin Kriminalkommissarin Christina Conte, mit der ihn auch eine kurze Beziehung verbindet, wird unser Protagonist in einen Fall verwickelt, der in eine ganz andere Richtung geht, als man zunächst denkt. Obwohl Lukas der Polizei den Rücken zugekehrt hat, sind seine Instinkte noch wach und er kann nicht anders als seine alten Beziehungen zu nutzen, um die Vorwürfe gegen Christina, die in Verdacht geraten ist ihren Bruder getötet zu haben, zu entkräften.



Fazit:

Die Geschichte hat einen leicht melancholischen Grundtenor, bietet wunderschöne Landschaftsbeschreibungen und vermittelt einen guten Eindruck von dem eingeschworenen Völkchen, dass rund um den Lago Maggiore lebt.

Es ist mal ein ganz anderer „Krimi“ , sehr atmosphärisch mit interessanten Nebenfiguren, der auch immer wieder mit Rückblenden arbeitet. Ich fand es gab zwischendrin ein paar Längen, aber im Großen und Ganzen, habe ich „Buona Notte“ gerne gelesen. Dass es sich um Teil 2 einer Krimireihe handelt und ich den 1.Teil nicht gelesen habe, hat mich nicht gestört.

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