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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 21.04.2026

Emotional und sehr berührend

Wenn die Kraniche nach Süden ziehen
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Sehr feinfühlig erzählt Lisa Ridzén in ihrem Roman “Wenn die Kraniche nach Süden ziehen” vom letzten Sommer des 89 jährigen Bo. Während seine Frau ihn nicht mehr erkennt und bereits in einem Pflegeheim ...

Sehr feinfühlig erzählt Lisa Ridzén in ihrem Roman “Wenn die Kraniche nach Süden ziehen” vom letzten Sommer des 89 jährigen Bo. Während seine Frau ihn nicht mehr erkennt und bereits in einem Pflegeheim lebt, werden ihm die Tage allmählich lang. Geblieben sind ihm sein Sohn, der ihm die Küchenschränke füllt, tägliche Besuche des Pflegedienstes, sein treuer Hund Sixten und der bevorstehende Abschied.

Ich finde, mit dem Cover wurden sowohl die Geschichte, als auch die vorherrschende Stimmung ganz hervorragend getroffen. Einerseits leicht, andererseits getrübt, aber unheimlich echt und ergreifend. Ich bin selbst Hundebesitzerin, so dass ich sehr gut nachfühlen konnte, was es heißt, dass einem der Hund und Sozialpartner genommen wird. Zudem habe ich einen Großvater im selben Alter und konnte mir, anhand des wundervoll einfühlsamen und dennoch so ehrlichen Schreibstil, nur allzu gut vorstellen, was jetzt wohl in ihm, so kurz nach Omas Tod vorgehen muss. Vielleicht hat mich die Geschichte gerade deshalb so ergriffen, Tränen kullern lassen und zum Nachdenken gebracht. Sowohl dem Altern aus Bos Sichtweise, als auch den Gedanken seines Sohnes zu folgen, haben sich unheimlich bereichernd angefühlt und die Eintragungen des Pflegepersonals im Journal, haben dem Ganzen auch nochmal Nachdruck verliehen, einen ausdrucksstarken Kontrast gesetzt. Selten hat mich ein Buch gefühlsmäßig so hin und her gerissen, zumal die Protagonisten sehr authentisch gezeichnet sind und das Herz berühren.

Fazit: Ein wahnsinnig schönes, wenn auch trauriges Buch, das unheimlich viel gibt.

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Veröffentlicht am 19.04.2026

Warmherzig & inspirierend

Zeit für meine Träume
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In Tessa Randaus neuem Buch “Zeit für meine Träume” geht es um intensive Begegnungen, neue Wege und zweite Chancen. Nachdem die Lebensträume der 38 jährigen Protagonistin zunächst geplatzt zu sein scheinen, ...

In Tessa Randaus neuem Buch “Zeit für meine Träume” geht es um intensive Begegnungen, neue Wege und zweite Chancen. Nachdem die Lebensträume der 38 jährigen Protagonistin zunächst geplatzt zu sein scheinen, lernt sie durch Zufall, die in einer Dreier-WG lebende, Seniorin Lotte kennen, schöpft sie nicht nur Hoffnung aus deren Lebensweisheiten, sondern lernt auch, sich neue Türen zum Glück zu öffnen.

Ich kannte den leichten Schreibstil von Tessa Randau schon aus ihren vorausgegangenen Büchern und mag ihn ebenso sehr, wie die Botschaften die sie in ihnen vermittelt. Auch diesmal ist ihre Geschichte warmherzig, klug und ebenso inspirierend erzählt. Liebevoll und bildhaft verpackt regt sie nicht nur zum Nach-, sondern auch zum Umdenken an, indem sie eingefahrene Denkmuster geschickt auflöst. Die Hauptprotagonistin ist sympathisch und es fällt nicht schwer sich mit ihr zu identifizieren, allerdings bleibt sie namenlos, wodurch mir irgendwie der persönlich ergreifende Bezug ein wenig gefehlt hat.

Fazit: Ein bewegendes kleines Buch für zwischendurch, das es nicht nur schafft, dass man sich nach dem Lesen leichter, sondern auch besser und hoffnungsvoller fühlt.

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Veröffentlicht am 12.04.2026

Wohltuende Auszeit!

Mathilde und Marie
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Um ihrer innerlichen Zerrissenheit, sowie dem Pariser Lärm, mit seiner steten Hektik und Geschäftigkeit zu entfliehen, macht sich die junge Französin Marie auf zu einer Zugreise mit unbekanntem Ziel. ...


Um ihrer innerlichen Zerrissenheit, sowie dem Pariser Lärm, mit seiner steten Hektik und Geschäftigkeit zu entfliehen, macht sich die junge Französin Marie auf zu einer Zugreise mit unbekanntem Ziel. So lernt sie nicht nur die alte Isländerin Jónina kennen, sondern landet mit ihr schließlich auch in Redu, einem kleinen Bücherdorf in den belgischen Ardennen, wo nicht nur die Uhren anders ticken, sondern auch das menschliche Miteinander. Inmitten ländlicher Ruhe und umgeben von beschaulicher Natur findet Marie nicht Mathilde, sondern auch zu sich selbst und ihrer Liebe zu Büchern zurück. Sie erfährt sowohl Gemeinschaft, als auch tiefgreifende Freundschaft und das Glück, das in kleinen Dingen schlummert.

„Mathilde und Marie“ von Torsten Woywod ist kein reißerischer Roman, der mit Spannung und Action um jeden Preis um Aufmerksamkeit heischt. Vielmehr ist er ein stiller Ort des Ankommens und eine inspirierende literarische Auszeit, das genau so genommen werden möchte wie es ist. Ja, es mag sein, dass nicht viel „aufregendes“ passiert - doch genau das ist es doch, was Achtsamkeit und auch die damit einhergehende Entschleunigung ausmacht. Es sind die kleinen Dinge, die uns in unserer oberflächlichen Welt vermehrt als „unwichtig“ erscheinen, die es in diesem Buch wahrzunehmen gilt, denn es muss nicht immer besser, schneller, weiter, spannender und ausgeklügelter sein, um zu berühren.

Die Atmosphäre, die Torsten Woywod durch seine Sprache und die wohlgewählten Worte in diesem Buch erschafft, ist nicht nur so wundervoll ausufernd wie die Landschaft, sondern lässt darüber hinaus auch jede Menge Freiraum zum Atmen. Ich habe gerade selbst einige Schicksalsschläge hinter mir, weshalb es mir vermutlich auch so leicht fiel, mich sowohl in die Protagonisten, als auch in die heilsame Wirkung von „Stille“ hineinzuversetzen. Dem unaufgeregten, verharrenden Schreibstil und der Geschichte zu folgen, hat bei mir jedenfalls merklich Druck rausgenommen, hat mir Mut gemacht und gut getan. Die (Natur)Beschreibungen und menschlichen Beziehungen sind ebenso wie die Charaktere liebevoll, charismatisch und sympathisch gezeichnet. Sie haben mich, wie die Geschichte selbst, komplett abgeholt, berührt und mir gleichermaßen schöne, wie entspannende Lese- bzw. Hörstunden beschert.

Fazit: Ein Roman zum Fallen lassen, auftanken und innehalten. Ein Roman der bewegt, inspiriert und der Seele einfach nur gut tut! Wenn man sich drauf einlässt und Geschichten, Geschichten sein lässt, ohne immer noch mehr zu wollen.

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Veröffentlicht am 07.04.2026

Spannend, jedoch kein Vergleich zu Love, Mom

Der Boss – Ist er ein Monster oder ein Genie?
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Nachdem Cara bei einem gemeinsamen Clubbesuch mit einem Mann verschwindet, sieht Natalie ihre beste Freundin erst wieder, als diese am nächsten Tag im Koma liegt. Was ist mit Cara geschehen und handelt ...

Nachdem Cara bei einem gemeinsamen Clubbesuch mit einem Mann verschwindet, sieht Natalie ihre beste Freundin erst wieder, als diese am nächsten Tag im Koma liegt. Was ist mit Cara geschehen und handelt es sich bei dem Unbekannten nicht genau um den Mann dort, der Nathalie von einem Zeitschriftencover aus entgegen lacht?

In ihrem neuen Thriller „Der Boss - Ist er ein Monster oder ein Genie?“ schleust Iliana Xander ihre Hauptprotagonistin Natalie Olsen als Hausmädchen in das Haus eines Bekannten Unternehmers und Millionärs ein, um ihm, auf der Suche nach der Wahrheit, eine Falle zu stellen und gerät dabei selbst in äußerste Gefahr.

Wie auch Iliana Xanders Vorgänger „Love, Mom“ ist das Buch fesselnd geschrieben und lässt sich flüssig lesen. Auch blieb die Spannung nicht auf der Strecke, zumal die Autorin wieder die ein oder andere Überraschung in petto hatte und doch hat mir diesmal irgendwie das besondere „Etwas“ gefehlt. Genau beschreiben kann ich es nicht, nur dass ich das Buch diesmal (den Vorgänger habe ich verschlungen) nur mit mäßiger Begeisterung gelesen habe. Vielleicht lag es ein Stückweit an Nathalie, deren Handlungen, Motivation und Art ich nicht immer nachvollziehen konnte, vielleicht war es mir nicht düster bzw. geheimnisvoll genug, vielleicht hat es sich für mich teilweise auch zu sehr gezogen.

Fazit: Für mich ein solider, mittelmäßiger Thriller, den ich weder sonderlich gut, noch schlecht fand. Ich würde ihn zusammenfassend als „durchaus spannende, dennoch leicht verdauliche und nicht nachhaltig hängen bleibende Lektüre für zwischendurch“ beschreiben.

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Veröffentlicht am 07.04.2026

Wenn Fiktion zur Wirklichkeit wird

Doppelspiel
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Das Krimiautoren-Duo Arne Dahl und Jonas Moström schickt mit ihrem Reihenauftakt der neuen True-Fiktion Trilogie „Doppelspiel“ den, unter einer Schreibblockade leidenden, Krimiautor Tom Borg an den Start. ...

Das Krimiautoren-Duo Arne Dahl und Jonas Moström schickt mit ihrem Reihenauftakt der neuen True-Fiktion Trilogie „Doppelspiel“ den, unter einer Schreibblockade leidenden, Krimiautor Tom Borg an den Start. Nach seinen letzten großen Erfolgen, macht sich dieser aus Recherchezwecken und auf der verzweifelten Suche nach Inspiration auf in einen anrüchigen Stockholmer Club, wo er nicht nur Zeuge eines Mordes, sondern schnell auch zum Hauptverdächtigen wird. Wie kann es sein, dass für ihn ausgerechnet die Fiktion seines neuen Buches plötzlich auf beängstigende Weise zur Wirklichkeit wird?

Während mir Jonas Moström bislang nichts sagte, war mir Erfolgsautor Arne Dahl natürlich ein Begriff, auch wenn mit „Doppelspiel“ das erste Mal ein Buch von ihm in meine Hände gelangt ist. Ankündigung und Klappentext klangen spannend, also bin ich demzufolge auch mit recht hohe Erwartungen gestartet. Wie erhofft, ließ sich der Schreibstil flüssig lesen und die Charaktere hatten, jeder für sich, etwas interessantes an sich - auch wenn ich mit ihnen bis zum Schluss nicht vollends warm werden wollte. Sowohl Handlung, als auch Tempo und Spannung haben mir zunächst richtig gut gefallen, bis irgendwann so eine Art „Wendepunkt“ eintrat. Im Verlauf kam es vermehrt zu unlogischen Ungereimtheiten, wodurch die Handlung zunehmend an Glaubwürdigkeit verlor. Der Verlauf wurde für mich immer vorhersehbarer, während am Ende eine gänzliche Aufklärung (Stichwort: Schachfiguren) jedoch ausblieb.

Fazit: Ich würde das Buch jetzt nicht als absoluten Flop bezeichnen, jedoch hatte ich definitiv mehr erwartet und bin dahingehend doch etwas enttäuscht. Einerseits fesselnd, andererseits in sich nicht schlüssig und durchschaubar, kann man „Doppelspiel“ sicherlich gut lesen, muss man jedoch nicht, weshalb ich bezweifle, dass Band 2 den Weg zu mir finden wird.

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