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Veröffentlicht am 03.06.2026

Von Farben, Facetten und Kraft des Lichts

The Artist
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Der gerade einmal zwanzigjährige, unerfahrene Journalist Joseph Adelaide kann sein Glück kaum fassen, als ihn die Einladung von Édouard Tartuffe erreicht. Tartuffe, große, gefeierte, jedoch ebenso exzentrische, ...

Der gerade einmal zwanzigjährige, unerfahrene Journalist Joseph Adelaide kann sein Glück kaum fassen, als ihn die Einladung von Édouard Tartuffe erreicht. Tartuffe, große, gefeierte, jedoch ebenso exzentrische, wie schwer zugängliche Künstler, der sich der Öffentlichkeit seit Jahren entzieht, will sich ausgerechnet von ihm interviewen lassen. Angekommen in der Provence, erwartet ihn dort nicht nur der Künstler, sondern auch dessen stille Nichte Ettie, die sich um seinen Haushalt kümmert. Während sich Joseph mehr und mehr zu ihr hingezogen fühlt, wird ihm schnell klar, dass Ettie ein großes Geheimnis in sich birgt.

„The Artist - Die Farben des Lichts“ ist Lucy Steeds Debütroman mit dem sie zweifelsohne einen ebenso leidenschaftlichen, wie berührenden und farbenfrohen Volltreffer gelandet hat. Ihr Schreibstil ist gleichermaßen poetisch, wie bildhaft, so dass sich die Geschichte mit allen Sinnen erleben lässt. Seien es beschriebene Landschaften, Personen, Gefühle, Lebensmittel, das Licht, einzelne Farben oder ganze Gemälde - man spürt, riecht, schmeckt und sieht sie!

Inhaltlich sind Sehnsucht, Leidenschaft und Wahrhaftigkeit ebenso große zentrale Themen, wie die künstlerische bzw. persönliche Selbstverwirklichung und Entwicklung. Das von der Autorin bediente Künstlerklischee hat mir dabei genauso gut gefallen, wie die miteinander verflochtenen historischen und fiktionalen Elemente. Lediglich das Ende war mir, für eine derlei fulminante und detailverliebte Geschichte, ein wenig zu abrupt. Dabei sind bei mir einige Fragen offen geblieben, die ich gern noch für mich geklärt gewusst hätte.

Fazit: The Artist ist ein gleichsam kraftvolles, wie berührendes von Licht und Schatten durchflutetes, Porträt einer starken jungen Frau. Und Künstlerin. Wenn auch durch den Prolog etwas vorhersehbar, so ist es dadurch nicht weniger fesselnd, sondern absolut lesenswert!

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Veröffentlicht am 29.05.2026

Wie das Leben so spielt

Pause
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Nachdem Hannas Leben so arg aus den Fugen geraten ist, dass plötzlich nichts mehr geht und sie sich schließlich im Krankenhaus wiederfindet, muss sie, mit ihren 36 Jahren, zurück ins Haus ihrer Eltern ...

Nachdem Hannas Leben so arg aus den Fugen geraten ist, dass plötzlich nichts mehr geht und sie sich schließlich im Krankenhaus wiederfindet, muss sie, mit ihren 36 Jahren, zurück ins Haus ihrer Eltern ziehen. Von Berlin nach Lüneburg und dann auch noch mitten hinein ins elterliche Familienleben - für Hanna nicht nur eine Niederlage, sondern der reinste Alptraum. Lena Kupke erzählt in ihrem Roman „Pause“ die Geschichte vom langen und schmerzhaften Weg der Selbstfindung. Sie erzählt von Familie, von Verlust, Liebe und der Verarbeitung von Schicksalsschlägen, sowie von Zusammenbruch und Neubeginn.

Vielleicht war ich im ersten Moment vom schonungslos offenen Schreibstil und der, teils überaus humorvollen, Ehrlichkeit der Autorin etwas „schockiert“. Allerdings habe ich diese dann auch ebenso schnell lieben gelernt. Rückblickend betrachtet würde ich sagen, macht genau diese das Buch nicht nur aus, sondern trägt auch dazu bei, dass die Passagen nicht langatmig erscheinen. Auch die Charaktere finde ich großartig gezeichnet und dargestellt. Manchmal vielleicht etwas „drüber“, doch genau deshalb fühlen sie sich auch so ECHT an.
Ja, im Buch werden allerhand Klischees bedient, allerdings möchte ich mich nicht davon freisprechen, dass ich diese, genauso wie Hannas gelegentlich doch recht „unpassenden“ Gedanken, nicht manchmal auch genau so in meinem Kopf habe. Auch kenne ich das Gefühl der Hauptprotagonistin nur allzu gut, wenn das Leben plötzlich über einem zusammenbricht, man Schicksalsschläge erleidet, ohne Plan dasteht, das Umfeld mit Schweigen reagiert und man als logische Konsequenz Panikattacken entwickelt. Sich nur noch nach einer PAUSE sehnt. Daher ist die Erzählung aus meiner Sicht absolut authentisch, nachvollziehbar und dabei auch noch herrlich ehrlich, teilweise „rotzig“ und ebenso mutig. Mich hat das Buch jedenfalls komplett abgeholt und auch sehr berührt.

Ich habe übrigens das Hörbuch gehört und war bei der Auswahl zunächst etwas skeptisch, da es sich um eine Autorenlesung handeln sollte. Völlig unbegründet, denn wie sich schnell herausstellte, lag ich mit meinen Befürchtungen völlig falsch! Ich glaube sogar, dass erst das gesprochene, eigene Wort von Lena Kupke der Geschichte so richtig Leben und Tiefgang eingehaucht hat. Durch ihren lebhaften, akzentuierten Vortrag hat sie nicht nur die jeweils vorherrschenden Stimmungen lebensecht transportiert, sondern auch die Einzigartigkeit der jeweiligen Charaktere. Insbesondere die Darstellung der Mutter - ich kenne diese Art von Menschen und konnte sie 1:1 wiedererkennen - ist grandios!

Fazit: Es hat wahnsinnigen Spaß gemacht diesem Hörbuch zu lauschen! Es hat mich sowohl zum Lachen und Erröten, als auch zum Nachdenken und Weinen gebracht. Aufgrund eigener, ähnlicher Erfahrungen hat es mich darüber hinaus auch sehr berührt, ja, vielleicht sogar Trost und Hoffnung gespendet. Für mich auf jeden Fall ein nachhallendes Jahreshighlight, das ich wärmstens empfehlen kann!

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Veröffentlicht am 27.05.2026

Künstlerisch und inhaltlich wertvoll!

Fünf Tage im Licht
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„Fünf Tage im Licht“. Fünf Tage, in denen die Freundinnen Sophie, Helena, Iris und Alessia ein letztes Mal unter sich sein werden, bevor Helena heirat und die Männer auf die griech. Insel Sifnos zum „Junggesellinnenabschied“ ...

„Fünf Tage im Licht“. Fünf Tage, in denen die Freundinnen Sophie, Helena, Iris und Alessia ein letztes Mal unter sich sein werden, bevor Helena heirat und die Männer auf die griech. Insel Sifnos zum „Junggesellinnenabschied“ nachreisen werden. Fünf Tage, ausgelassene Stimmung, ambivalente Freundschaft und eine Affäre, die nicht nur Alles eskalieren lässt, sondern auch das Leben von Malerin Sophie nachhaltig verändern wird. Wobei sich das zentrale Thema von Autorin Rhiannon Lucy Cosslett auf Feminismus und die Frage nach Mutterschaft ausrichtet, das sie eindrucksvoll mit Kunst verbindet und aufarbeitet.

Als kunstbegeisterter Mensch hat mich die Herangehensweise der Autorin an dieses Thema absolut fasziniert und sofort eingefangen. Zu Beginn eines jeden Kapitels widmet sich Sophie einem weiblichen Aktbild, aus den unterschiedlichsten Epochen, auf dem sich eine Künstlerin selbst abbildet und tritt mit ihnen gedanklich in Interaktion, indem sie über deren Schaffen, Leben, weibliche Rolle und Mutterschaft philosophiert und sich mit ihnen in Bezug setzt. Ich habe mir sowohl die Künstlerinnen, als auch die besprochenen Werke herausgeschrieben und sie zeitgleich mit Sophie betrachtet. Da ich das Hörbuch gehört habe, lies sich das wunderbar umsetzen und hat sich angefühlt wie spannender „Kunstunterricht“, der mich auf bereichernde Künstlerinnen aufmerksam gemacht hat, durch den lockeren Schreibstil jedoch nicht belehrend herüber kam, sondern eher zu weiteren Nachforschungen motiviert hat.

Insgesamt hat mir der Schreibstil, mit seinen bildhaften Beschreibungen wahnsinnig gut gefallen. Ich konnte die Sonne Griechenlands und das türkisklare Wasser geradezu auf der Haut spüren, die Meze schmecken und die in der Lust liegende Anspannung flirren hören.
Die unterschiedlichen Charaktere sind so authentisch dargestellt, dass es leicht fällt sich in sie hinein zu fühlen und ihnen zu folgen. Davon abgesehen, hat Sprecherin Henriette Schreurs ihre Sache mal wieder wahnsinnig gut gemacht - es war einfach ein Genuss ihren Worten und natürlich auch der Story bei herrlichem Sonnenschein zu folgen!

Fazit: Aufgrund der vielfachen Auseinandersetzung mit diversen Künstlerinnen, Kunst & Co. sollte man dieser schon zugetan oder zumindest offen und neugierig sein. Mich persönlich haben Thema und Umsetzung absolut abgeholt und „Fünf Tage im Licht“ zu einem nachhaltigen Jahreshighlight gemacht!

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Veröffentlicht am 26.05.2026

…Hope before the morning comes

Hope Joanna
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Hope Joanna Marlow. Benannt nach dem bekannten Eddy-Grant-Song, Taekwondo-Ass, Social Media Star und Ermittlerin bei der Berliner Polizei, als die Hauptstadt von einer Reihe rätselhafter Mordfälle heimgesucht ...

Hope Joanna Marlow. Benannt nach dem bekannten Eddy-Grant-Song, Taekwondo-Ass, Social Media Star und Ermittlerin bei der Berliner Polizei, als die Hauptstadt von einer Reihe rätselhafter Mordfälle heimgesucht wird. So viel unterhaltsamer, sozialkritischer und extrem pointierter Irrsinn kann nur aus der Feder von Autor und Kabarettisten Horst Evers kommen.

Zwar habe ich schon einige Bücher des Autors gelesen (wusste also in etwa was da auf mich zukommen wird), jedoch war „Hope Joanna“ mein erster Kriminalroman von ihm. Auch hatte ich zuvor noch nie zu einer Hörbuchversion des Autors gegriffen - welch ein Versäumnis - da Horst Evers selbst liest und das, in wirklich großartiger Kabarettisten-Manier. Wenn auch die Handlung, für meinen Geschmack, an manchen Stellen vielleicht etwas „too much“ und die Spannung eher mittelmäßig war, so hat das Hören alles rausgerissen und wahnsinnigen Spaß gemacht. Langeweile kommt hier definitiv nicht auf! Auf ihre ganz eigene Art sind die Figuren trotz ihrer Absurdität authentisch und stark gezeichnet. Die Story ist zwar schräg, doch auch ebenso clever, kreativ und in jedem Fall temporeich.

Fazit: Hope Joanna ist definitiv kein typisch klassischer Krimi! Vielmehr satirischer Humor, geballter Wortwitz und originelle Groteske, mit psychologischer Tiefe, eingebettet in einen kriminalistischen Rahmen. Kurzweilig und, wenn man diese Form der Unterhaltung mag, absolut Lesens- bzw. Hörenswert!

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Veröffentlicht am 24.05.2026

Solider Schwedenkrimi

Vega Varg – Das Schweigen der Insel
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Mit „Vega Varg - Das Schweigen der Insel“ von Åsa Hellberg geht eine neue schwedische Krimireihe an den Start, die auf den Kosterinseln an der Westküste Schwedens spielt. Neben der älteren Ermittlerin ...

Mit „Vega Varg - Das Schweigen der Insel“ von Åsa Hellberg geht eine neue schwedische Krimireihe an den Start, die auf den Kosterinseln an der Westküste Schwedens spielt. Neben der älteren Ermittlerin Vega Varg, steht auch deren langjähriger Freund und Kollege Leopold Posse aus Oslo im Mittelpunkt der Ermittlungen, der ihr sowohl bei der Aufklärung eines erschütternden Mordfalls, als auch bei der Suche nach einer Vermissten helfen soll.

Neben der Beschreibung hat mich in erster Linie das aussagekräftige Cover angezogen, wobei ich mich letztendlich für das Hörbuch entschieden habe. Dieses war einerseits zwar sehr gut eingesprochen und hörbar, andererseits hat es den beiden Ermittlern gleichzeitig den Stempel „Schlaftablette“ in meinem Kopf aufgedrückt. Was allerdings irgendwie auch schon wieder zu diesem ruhigeren Krimi gepasst hat. Herausstechend war für mich auf jeden Fall der atmosphärische Schreibstil der Autorin und auch die Story an sich war durchaus spannend, wendungsreich und ausgeklügelt und trotzdem wollte bei mir kein wirklicher Nervenkitzel aufkommen. Der besondere Pfiff, der einen das Buch nicht mehr aus der Hand, bzw. den Kopfhörer nicht mehr vom Kopf nehmen lässt, hat da irgendwie gefehlt.

Fazit: Ein durchaus solider und unterhaltsamer Schwedenkrimi, von dem ich mir jedoch mehr versprochen habe.

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