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Veröffentlicht am 18.05.2026

Eigenwillige Ermittler, starke Atmosphäre

Strandopfer
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Am Strand von Swinemünde an der polnischen Ostseeküste wird am Strand ein deutscher Tourist tot aufgefunden. BKA Ermittlerin Lena Schulte wird entsendet um sich, gemeinsam mit dem polnischen Kommissar ...

Am Strand von Swinemünde an der polnischen Ostseeküste wird am Strand ein deutscher Tourist tot aufgefunden. BKA Ermittlerin Lena Schulte wird entsendet um sich, gemeinsam mit dem polnischen Kommissar Adam Krawczyk, der Sache anzunehmen. Schnell stellt sich heraus, dass es sich um keinen normalen Badeunfall handelt. Als dann noch das Mädchen vermisst wird, dass vermeintlich mit dem Toten unterwegs war, sind beide Ermittler alarmiert.

Bis zu „Strandopfer“ war mir Autor Frank Goldammer ehrlich gesagt gar nicht bekannt und auch auf dieses Buch bin ich nur durch das Cover und die Tatsache, dass es sich um einen Reihenauftakt handelt, aufmerksam geworden. Ich habe schlussendlich das, von Oliver Siebeck solide gelesene, Hörbuch gehört und konnte mich gleich in die ganze Atmosphäre, die Klischees und auch beide Seiten der Protagonisten hineinfühlen. Diese empfand ich auch nicht als übertrieben, sondern als absolut nachvollziehbar. Mal ganz davon abgesehen, dass diese „Ost-West-Konflikte“ sowohl dem Buch, als auch den Ermittlern, nochmal zusätzliche Tiefe und Dynamik verliehen haben. Mir haben sowohl der atmosphärische Schreibstil, als auch die Charaktere, mit ihren äußerst eindrücklich und toll beschriebenen Denkweisen, sehr gut gefallen. Der Spannungsaufbau erfolgte nach und nach, hielt sich dann aber bis zum Schluss durchweg aufrecht. Selbst die viel Raum einnehmenden Vernehmungen empfand ich an keiner Stelle als langatmig, da sie zweifellos zum Gesamtverständnis der Umstände, insbesondere auch den Problemen der polnischen Bevölkerung beigetragen haben.

Fazit: Mir hat der Auftakt zur Grenzfall-Ostsee-Reihe richtig gut gefallen! Das Buch hat mit seinen eigenwilligen Ermittlern absolut meinen Geschmack getroffen, mich mitfiebern und auch rätseln lassen. Autor Frank Goldammer werde ich mir auf jeden Fall merken und freue mich schon jetzt auf die nächsten Fälle von Lena und Adam!

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Veröffentlicht am 16.05.2026

Zwischen Faszination und Abscheu

Bakterien – die heimlichen Helden
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Sein neues Buch „Bakterien – Die heimlichen Helden“ widmet Peter Wohlleben den häufig zu Unrecht unterschätzten Einzellern, die jedoch nicht nur zu den ältesten Organismen der Erde zählen, sondern auch ...

Sein neues Buch „Bakterien – Die heimlichen Helden“ widmet Peter Wohlleben den häufig zu Unrecht unterschätzten Einzellern, die jedoch nicht nur zu den ältesten Organismen der Erde zählen, sondern auch zu denen mit dem häufigsten Vorkommen. Mit bloßem Auge nicht zu erkennen sind sie uns oftmals unheimlich, lösen fast automatisch ein ungutes Gefühl in uns aus und doch sind sie unverzichtbar für unser Leben. Wieso und wo sie in und um uns herum überall mitmischen, darum geht es in diesem Buch.

Zugegebenermaßen bin ich großer Fan des Autors, habe sämtliche Bücher von ihm gelesen und mich schon auf dieses Buch, mit diesem spannenden Thema gefreut. Ich schätze seine ebenso charmante, wie anschauliche und eingängige Erzählart sehr und wurde auch diesmal nicht enttäuscht. Zwar waren mir einige Fakten bereits bekannt, doch wurden sie mir definitiv nicht so spannend, verständlich und sympathisch vermittelt, wie hier geschehen. Im Großen und Ganzen kam ich beim Lesen aus dem Staunen nicht heraus und habe, sowohl in Sachen positivem Einfluss, wie Notwendigkeit, Ursprung und den Umgang mit Bakterien, bis hin zu interessanten „Ekelfakten“ jede Menge dazu gelernt.

Fazit: Ein Thema, das uns alle betrifft und ein Buch, das sich so spannend und flüssig liest, dass ich es in null Komma nichts durch hatte, jedoch noch ewig hätte weiterlesen können. Faszinierend, interessant, lehrreich und absolut lesenswert!

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Veröffentlicht am 16.05.2026

Ergreifend und wahnsinnig intensiv!

Bis ans Meer
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Kann es sein, dass die Gefühle die ich habe, gar nicht meine sind? Auf der Suche nach einer Erklärung für ihre Bindungsangst, beginnt Friedas Enkelin dem Schicksal ihrer Großmutter und Mutter nachzuspüren. ...

Kann es sein, dass die Gefühle die ich habe, gar nicht meine sind? Auf der Suche nach einer Erklärung für ihre Bindungsangst, beginnt Friedas Enkelin dem Schicksal ihrer Großmutter und Mutter nachzuspüren. Beide mussten 1945 bei Eiseskälte aus Niederschlesien fliehen, während Großvater Karl an der Front war. Was ist damals geschehen, dass die Auswirkungen der Ereignisse noch heute, generationsübergreifend spürbar sind?

Zuallererst möchte ich den unglaublich eindringlichen Schreibstil der Autorin hervorheben. Die intensiven Schilderungen lösten bei mir, schon nach wenigen Seiten, ein regelrecht spürbares Erleben aus. Kein Wunder, geht „Bis ans Meer“ doch auf die eigene Familiengeschichte von Peggy Patzschke zurück. Die emotionale Verbindung und das investierte Herzblut der Autorin liest sich wirklich in jedem einzelnen Satz. Meine Großeltern mussten einst ebenfalls flüchten, weshalb ich mit ihren Kriegs- und Nachkriegsgeschichten aufgewachsen bin. Während des Lesens konnte ich nun so viele Parallelen feststellen, dass mich die Schilderungen natürlich nochmal auf einer ganz anderen Ebene gepackt und mir deren grauenhafte Erlebnisse erneut vor Augen geführt haben. Mich seither nicht mehr so recht loslassen wollen.

Die Handlung spielt in zwei Zeitebenen. Einmal in der Gegenwart, in der es um Fridas Enkelin und deren Auseinandersetzung mit der Vergangenheit von Großmutter und Mutter geht und einmal in der Vergangenheit, die von Friedas Schicksal vor und nach der Flucht berichtet. Die Kapitel rund um die Flucht und Vertreibung haben mich dabei ganz besonders ergriffen, wobei ich mich auch im weiteren Verlauf oft gefragt habe „Wie viel kann ein Mensch ertragen, bevor er vollends zerbricht?“ und „Woher nahmen diese Frauen verdammt nochmal all ihre Kraft?“ Und je mehr ich nun darüber nachgedacht habe, desto mehr dämmerte mir… Kein Wunder, dass Oma und Opa sind wie sie sind. Und ich auch.

Fazit: Beim Lesen dieses Buches habe ich bei -30 Grad vor Kälte gezittert, die tauben Finger und das Entsetzen gespürt, hatte Bauchschmerzen vor Hunger, habe die Erniedrigungen ertragen, mitgelitten, mich mitgefreut und eine zarte Hoffnung gespürt. Obwohl ich das Buch bereits vor Tagen beendet habe, so bewegt und beschäftigt es mich doch immernoch.

Ein großartiges, wichtiges Buch, das unbedingt gelesen werden sollte!

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Veröffentlicht am 15.05.2026

Sacht, jedoch unvorhersehbar und spannend!

Home Before Dark
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Island, 1967 - Alles was man von Kristin, ihrer großen Schwester fand, war ihre blutige Jacke. Seither sind 10 Jahre vergangen, doch das schlechte Gewissen und ein sorgsam gehütetes Geheimnis nagen immernoch ...

Island, 1967 - Alles was man von Kristin, ihrer großen Schwester fand, war ihre blutige Jacke. Seither sind 10 Jahre vergangen, doch das schlechte Gewissen und ein sorgsam gehütetes Geheimnis nagen immernoch an Marsibil, denn genau an der Stelle und genau zu der Zeit, als Kristin auf dem Heimweg verschwand, wollte sie sich einst heimlich mit ihrem Brieffreund Bergur treffen. Als sie nun, nach all den Jahren, plötzlich wieder einen Brief von ihm erhält, wird sie von der Vergangenheit eingeholt und macht sich auf die Suche nach der Wahrheit.

Ich bin weder eingefleischter Nordic Noir Fan, noch sagte mir der Name der Autorin etwas, vielmehr hatten mich bei „Home Before Dark“ von Eva Björg Ægisdóttir die Jahrzehnte, in denen die Geschichte spielt, gereizt. Erzählt wird in zwei Zeitebenen, einmal zum Zeitpunkt des Verschwindens von Kristin und einmal zehn Jahre später, als Marsibil sich auf die Suche nach der Wahrheit macht. Die Stimmung ist beklemmend, düster, geheimnisvoll und wird von der Autorin perfekt erzeugt, beschrieben und transportiert. Ich habe übrigens das Hörbuch gehört und denke, dass auch Leonie Landa dazu großen Beitrag geleistet hat. Sie hat nicht nur grandios gelesen, sondern auch die Protagonisten absolut glaubwürdig und authentisch verkörpert, wahrend ich beim lesen schon an der innerlichen Aussprache der isländischen Namen gescheitert und der Lesefluss zum Erliegen gekommen wäre. Obwohl es sich definitiv um keinen reißerischen und actiongeladenen Thriller handelt und die Erzählweise eher sacht ist, hat dies dem Nervenkitzel jedoch keinen Abbruch getan. Wenn es auch zwischendurch kleinere Längen gibt, so bleibt es, dank einer Vielzahl geschickter Wendungen, doch bis zum Schluss durchweg spannend und unvorhersehbar, wobei das relativ offene Ende zusätzlich noch Stoff für Spekulationen bietet.

Fazit: Wer auf einen blutrünstigen und brutalen Thriller aus ist, ist hier sicherlich falsch. Ich habe mich komplett überraschen lassen und wurde gleich von Beginn an in den Bann gezogen und positiv überrascht. Letztendlich hat mir das Hörbuch sogar so gut gefallen, dass ich es fast in einem Rutsch durchgehört habe und kann es auf jeden Fall empfehlen!

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Veröffentlicht am 15.05.2026

Feine Nuancen der Stille

Lass den Tag nicht vorübergehen
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Theodor, ein junger, brotloser Künstler, liebt und lebt die Stille, drückt sich aus, indem er sich ihr hingibt und sie in allen Farben weiß malt. Die wenigen Menschen in seinem Leben geben ihm dabei Halt, ...

Theodor, ein junger, brotloser Künstler, liebt und lebt die Stille, drückt sich aus, indem er sich ihr hingibt und sie in allen Farben weiß malt. Die wenigen Menschen in seinem Leben geben ihm dabei Halt, schätzen seine Andersartigkeit und unterstützen ihn, bis er schließlich eines Tages entdeckt und gefeierter Star der Kunstszene wird. Doch als ihn die Vergänglichkeit einholt, sie nach und nach verschwinden, verschwindet mit ihnen auch Theodors Verbindung zur Kunst und Stille wird zur Einsamkeit.

Selten hat mich ein Buch so beeindruckt und in mir nachgehallt, wie Frank Wilmes „Lass den Tag nicht vorübergehen“. Es lässt sich schwer einordnen, ist schlicht wie eins von Theodors Gemälden - leise und nuanciert und dabei wahnsinnig ausdrucksstark und laut in der Stille. Melancholisch und extrem feinfühlig erzählt es von Schaffenskraft und Freundschaft, von Sehnsucht, Verlust und Einsamkeit und von einem Weg weiterzumachen, auch wenn einen die Endlichkeit einholt. Besonders eindrucksvoll empfand ich den poetischen und doch punktgenauen Schreibstil, der sich weder langer Sätze, noch überflüssiger Worte bedient, dafür aber jede Menge Raum (auch physisch!) für eigene Gedanken und Stille lässt. Diesbezüglich erscheint nicht nur jedes einzelne Wort und jeder Absatz ganz genau durchdacht, sondern auch die ausdrucksstarke Schilderung des künstlerischen Schaffensprozesses. Theodors Empfinden, seine Denkweise und seine Art zu Leben sind geradezu miterleb- und nachvollziehbar. Davon abgesehen, dass ich in jungen Jahren auch mein Glück an besagter Kunstakademie versucht habe, konnte ich weitere Parallelen entdecken, Eindrücke teilen und Theodors Gefühlswelt nachspüren. Ein unheimlich starker, gut gezeichneter, authentischer und beeindruckender Charakter!

Fazit: Sicherlich kein Buch für Jedermann - ein wenig Kunstbegeisterung oder zumindest die Offenheit für Kunst, Stille und Melancholie sind hier sicherlich nicht verkehrt. Dann jedoch, wird man mit einer fein nuancierten, klugen und wortgewaltigen Erzählung belohnt, die sowohl zum stillen Innehalten, als auch zum tiefgreifenden Nachdenken einlädt.

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