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Veröffentlicht am 04.08.2025

Ein absolutes Muss für alle Fans der ???

Die Auferstehung
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Tracy, die Tochter von Alec Hitfield, dem Sohn von Albert Hitfield, - legendärer Kriminalautor und Mentor der drei Fragezeichen - verschwand vor vielen Jahren, bei einem tragischen Unglück, in den Tiefen ...

Tracy, die Tochter von Alec Hitfield, dem Sohn von Albert Hitfield, - legendärer Kriminalautor und Mentor der drei Fragezeichen - verschwand vor vielen Jahren, bei einem tragischen Unglück, in den Tiefen des Amazonas. Alle Suchaktionen blieben damals erfolglos. Plötzlich, wie aus dem Nichts und „von den Toten wiederauferstanden“ taucht sie nach sieben Jahren wieder auf. Doch ihre Tante Mary, die das Unglück damals mit- und überlebte, hegt Zweifel an der Identität ihrer Nichte. Vertrauensvoll wendet sie sich an Justus Jonas, den mittlerweile gealterten ersten Detektiv des ehemaligen Detektiv-Trios „Die drei Fragezeichen“, der sein Dasein immer noch in Rocky Beach auf dem Schrottplatz fristet. Ein spannendes und ebenso mysteriöses Abenteuer beginnt, bei dem sich auch die Wege von Justus, Peter und Bob wieder kreuzen…

Da die spannenden Kriminalfälle der Drei Fragezeichen fester Bestandteil meiner Kindheit waren, habe ich mich schon im Vorfeld wahnsinnig auf dieses Buch gefreut und konnte es kaum erwarten, es in die Finger zu bekommen. Ein neuer Fall mit Justus, Peter und Bob, zudem noch als Erwachsene, also nur unmerklich älter als ich jetzt, zudem geschrieben von Andreas Eschbach, den ich als Autor sowieso sehr schätze - was für eine absolut grandiose Idee! Und das Beste: Ich wurde nicht enttäuscht, habe jede einzelne Seite des Buches genossen, denn „Die Auferstehung“ könnte tatsächlich ein Fall der Drei Fragezeichen sein!

Richtig, bei diesem Buch handelt es sich quasi um eine Zukunftsvision, der 30 Jahre älteren „Drei Fragezeichen“ und ich frage mich ernsthaft, warum ich mich vorher nie gefragt habe, was aus Justus, Peter und Bob eigentlich „im Alter“ geworden ist. Um so Interessanter und spannender fand ich es, nun Andreas Eschbachs Interpretation zu folgen, die meiner Meinung nach, hervorragend gelungen ist. Sein Schreibstil ist absolut passend, so dass auch auch die typische, mysteriös-kriminalistische Stimmung super transportiert werden konnte.
Mir hat das Lesen jedenfalls wahnsinnige Freude bereitet, so dass ich das Buch fast in einem Rutsch durchgelesen habe. Zwar war irgendwie alles anders als erwartet und neu, aber irgendwie auch alles altbekannt, sogar Skinny Norris

Fazit: Spannend, nostalgisch, ergreifend, Retro und gleichzeitig modern - Für mich definitiv ein Highlight, mit dem mir Andreas Eschbach eine große Freude bereitet hat!

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Veröffentlicht am 28.07.2025

Wenn ein Mörder im Stau steckt

Der Stau
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In ihrem Thriller „Der Stau“ schickt Jo Furniss, die kurz vor dem Ruhestand stehende und zudem gerade aus dem Urlaub heimgekehrte, Kommissarin Belinda Kidd in einen Stau. Durch einen explosiven Terroranschlag ...

In ihrem Thriller „Der Stau“ schickt Jo Furniss, die kurz vor dem Ruhestand stehende und zudem gerade aus dem Urlaub heimgekehrte, Kommissarin Belinda Kidd in einen Stau. Durch einen explosiven Terroranschlag in einem Tunnel ist auf der Autobahn kilometerlang kein vorankommen mehr, Autos wohin das Auge reicht und mit ihr in der Schlange, eine hinter dem Steuer sitzende Leiche mit einem Metallstab im Kopf. Wie konnte der Mord ungesehen bleiben? Und ist der Mörder noch unter den Wartenden?

Erzählt wird die Story hauptsächlich aus Sicht der Kommissarin Billy, die mit den Lesern ihre Gedanken und Mutmaßungen teilt. Doch auch die Schichtweise, bzw. Gedanken einzelner „Mitwartender“ wird in einigen Kapiteln geschildert, was die „Looked-Room“-Atmosphäre deutlich auflockert und auf eine bestimmte Art und Weise auch Spannung erzeugt. Alles in allem hält sich die Spannung, für meinen Geschmack, jedoch ziemlich im Rahmen. Die angedeutete Gefahr, die aus dieser ganzen Stau-Situation hervorgeht, kommt irgendwie nicht wirklich rüber. Zumindest hat sie mich nicht erreicht, während des Lesens hatte ich weder Gänsehaut noch Luftanhalt-Momente, obwohl der Grundgedanke ja überaus angsteinflößend ist. Trotzdem hat die Story durchaus einen Unterhaltungsfaktor und ließ sich, bis auf ein paar wenige Einschränkungen - vielleicht aufgrund der Nichtübersetzung einiger englischer Begriffe - durchweg flüssig lesen. Der Schreibstil ist einerseits angenehm locker, andererseits aber auch temporeich, was einigen überraschenden Wendungen sicherlich zugute kommt.

Fazit: Sicherlich kein Pageturner, für mich auch eher Krimi als Thriller, aber dennoch durchaus unterhaltsam!

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Veröffentlicht am 27.07.2025

Gefühlsbetont-bildhafter Schreibstil, wenig überzeugende Geschichte

Weil es nicht anders sein kann
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„Weil es nicht anders sein kann“ von Joanna Glen erzählt die zarte Liebesgeschichte von Addie und Sol, die sich auf einer kleinen, naturgewaltigen Insel vor der Küste Englands kennenlernen. Beide introvertiert, ...

„Weil es nicht anders sein kann“ von Joanna Glen erzählt die zarte Liebesgeschichte von Addie und Sol, die sich auf einer kleinen, naturgewaltigen Insel vor der Küste Englands kennenlernen. Beide introvertiert, beide mit einem schlimmen Verlust im Herzen, der sie die Liebe in erster Linie mit Schmerz verbinden lässt. Obwohl es für beide Liebe auf den ersten Blick ist, müssen sie hart dafür kämpfen zusammensein zu können, doch vor allem müssen sie zunächst einmal lernen, wie Liebe eigentlich geht.

Da mir der Klappentext so gut gefallen hat, wollte ich das Buch wirklich mögen und habe versucht mich auf die Geschichte einzulassen, was leider bis zum Schluss nicht geklappt hat. Die Story um Addie und Sol hat es einfach nicht geschafft mich in ihren Bann zu ziehen, zu fesseln oder zu berühren. Ich konnte insbesondere die beiden Hauptcharaktere einfach nicht fühlen, so wie ich ihre ganze schüchterne Zurückhaltung - auf die die ganze Geschichte in gewisser Weise aufbaut - in keinster Weise nachvollziehen konnte. Für mich ist die gesamte Vergangenheit der beiden einfach zu widersprüchlich, zu sehr an den Haaren herbeigezogen, zu unrealistisch, zu unbegreiflich. Zudem störte mich, dass sowohl Glaube, als auch Gott in dem Buch eine große Rolle spielen und somit immer und immer wieder thematisiert wurden. Aus der Beschreibung konnte ich diesbezüglich zuvor nichts herauszulesen, ansonsten hätte es mich im Vorfeld schon daran gehindert zu diesem Buch zu greifen.

Nichts desto trotz ist der Schreibstil der Autorin wundervoll! Sie (be)schreibt Dinge auf eine ganz besondere, gefühlsbetont-poetische Art und Weise und führt großartige Metaphern an, die ich mir einfach markieren musste. Auch was die Naturbeschreibungen angeht, finde ich das Buch wirklich toll. Ich hätte nie gedacht, dass ich in einem Liebesroman mal so viel über Englands Vogelwelt dazulernen würde. Allein dafür verleihe ich die 3 Sterne.

Fazit: Auch wenn ich weder mit der Story, noch mit den Charakteren etwas anfangen konnte, so bin ich von dem Schreibstil der Autorin doch so schwer beeindruckt, dass ich es nicht bereue das Buch gelesen zu haben.

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Veröffentlicht am 26.07.2025

Persönlicher Erfahrungsbericht und Abschied

Was bleibt ist Liebe - Trauerbewältigung um verstorbenen Hund
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Sicher werden viele schon einmal die schmerzhafte Erfahrung gemacht haben, einen geliebten Hund und Seelenverwandten verloren zu haben. Das Gefühl kennen, im Umfeld auf Unverständnis zu treffen und sich ...

Sicher werden viele schon einmal die schmerzhafte Erfahrung gemacht haben, einen geliebten Hund und Seelenverwandten verloren zu haben. Das Gefühl kennen, im Umfeld auf Unverständnis zu treffen und sich mit seiner Trauer verloren zu fühlen, ihr gar hilflos ausgeliefert zu sein. „Was bleibt ist Liebe“ von Anna Gärtner setzt genau dort an und beschäftigt sich mit der „Trauerbewältigung um verstorbenen Hund“.

Das Buch hat aus zweierlei Gründen mein Interesse geweckt. Zum einen, rückt der Abschied von meinem 15jährigen, geliebten Seelenhund immer näher, zum anderen habe ich mich zu einer Fortbildung in Sachen Sterbebegleitung bei Tieren entschlossen, die in naher Zukunft stattfinden wird und fand es naheliegend, mich auch mit dem Thema der Trauerbewältigung näher auseinanderzusetzen. Der Klappentext des Buches verspricht neben einem persönlichen Erfahrungsbericht, „Antworten auf Fragen“, sowie Tipps und Übungen zum überwinden der Trauer. Leider habe ich in diesem Buch weder Antworten auf meine Fragen erhalten, noch irgendwelche Übungen gefunden. Tipps lasse ich mal gelten, da vielleicht jemand, der sich noch nicht mit dem Thema auseinandersetzen musste, für sich Informationen in Sachen Einäscherung, Trauerfeier & Co. ziehen kann. Des Weiteren gibt es Literaturempfehlungen in Sachen Trauerbewältigung und Leben nach dem Tod, was auch im Erfahrungsbericht ausführlich thematisiert wird. Für jemanden der an letzteres nicht glaubt, zu denen ich auch gehöre, wirkt dies vielleicht etwas befremdlich oder gar verstörend.

Der Klappentext ist jedenfalls ziemlich irreführend und sollte vielleicht nochmal überdacht werden, um keine falschen Erwartungen zu wecken und somit gegebenenfalls auch Enttäuschungen vorzubeugen. Für mich handelt es sich bei „Was bleibt ist Liebe“ lediglich um einen persönlichen Erfahrungsbericht und den Abschied vom Seelenhund der Autorin. Wobei das „lediglich“ nicht abwertend klingen soll, ich habe größten Respekt davor, diese sehr persönliche Form der Trauerbewältigung (Trauertagebuch/Trauer niederschreiben) öffentlich zu machen, andere teilhaben zu lassen und zu ermutigen.

Fazit: Auch wenn ich (ebenfalls Mehrhundebesitzerin) einige Vorgehens- und Sichtweisen nicht nachvollziehen konnte, fand ich den Erfahrungsbericht der Autorin interessant und sehr gefühlvoll geschrieben. Er hat mich an ihrer Trauer großen Anteil nehmen lassen. Leider hatte ich durch die Beschreibung etwas anderes erwartet, mehr mit einer Art Ratgeber gerechnet, und kann daher leider nur drei Sterne vergeben.

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Veröffentlicht am 20.07.2025

Vom Abturner… zum Pageturner

Girls
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Ingrid Olssen, jüngst verstorben, einst, gefeierte Künstlerin mit ebenso exzentrischem, wie selbstzerstörerischem Lebenswandel. Ihre kleinen Töchter Matilda und Nora, die in diesen Lebenswandel nicht hineinpassen ...

Ingrid Olssen, jüngst verstorben, einst, gefeierte Künstlerin mit ebenso exzentrischem, wie selbstzerstörerischem Lebenswandel. Ihre kleinen Töchter Matilda und Nora, die in diesen Lebenswandel nicht hineinpassen wollen, ihn dennoch aushalten und überleben müssen, sich dabei jedoch schmerzlich voneinander entfernen. In ihrem Roman „Girls“ erzählt Kirsty Capes die ebenso dramatische, wie abstruse und gefühlvolle Geschichte dieser beiden Schwestern, die nach dem Tod ihrer Mutter gemeinsam zu einem Roadtrip aufbrechen, um den letzten Wunsch ihrer Mutter zu erfüllen, sich anzunähern und selbst zu heilen.

Da ich sehr kunstinteressiert bin und selbst auch ein Liedchen von schwierigen Mutter-Tochter-Beziehungen und Kindheiten singen kann, habe ich mich richtiggehend auf dieses Buch gefreut. Und dann kam die Ernüchterung. Bis ungefähr zur Mitte des Buches habe ich keinerlei Zugang zur Geschichte oder den Protagonisten gefunden, was weniger am Schreibstil lag, als vielmehr daran, dass sie mich - trotz aller Dramatik - weder berührt, noch ansatzweise gefangen genommen oder interessiert hat. Mir hat irgendwie komplett der rote Faden gefehlt. Normalerweise passiert es mir wirklich selten, dass ich mich zum weiterlesen eines Buches zwingen muss, doch hier war es wirklich ein Kampf! Und dann kam ab der zweiten Hälfte der unerwartete Wandel, der mich das Buch plötzlich nicht mehr aus den Händen legen ließ. Dazu muss man wissen, dass die Story letztendlich aus zwei Teilen besteht. Teil 1 beschreibt die Protagonisten, sowie die Lebensumstände der Familie Olsen, sowohl jetzt, als auch in der Vergangenheit. In Teil 2 geht es dann los mit dem gemeinsamen Roadtrip durch die USA. Von da an, hatte ich auf einmal uneingeschränkten Zugang zu den „Girls“. Zugang zu ihrer schwierigen Kindheit, mit der ihnen widerfahrenen physischen und emotionalen Verwahrlosung. Zugang zu ihrem verworrenen, schwierigen und von (Selbst)Vorwürfen geprägten, Seelenleben und auch zu ihrer inneren Zerrissenheit. Ich lies alles nochmal Revue passieren und konnte ihre Wut, Trauer und den Wunsch nach Annäherung und „Genugtuung“ spüren und empfand auch die Darstellung des Kontrastes zwischen künstlerischem, beruflichem Erfolg und privatem, menschlichem bzw. mütterlichem Komplett-Versagen als sehr gelungen.

Fazit: Auch wenn mich das Buch nach rund zweihundert Seiten dann doch noch in seinen Bann gezogen und absolut ergriffen hat, kann ich natürlich meinen vorausgegangenen Kampf nicht vergessen und daher auch nicht außer Acht lassen. Daher gibt es nur 3 Sterne von mir. Trotzdem bin ich wahnsinnig froh, dass ich durchgehalten habe, denn Alles in Allem gesehen ist „girls“ ein absolut ergreifendes (wenn auch manchmal etwas verstörendes) und lesenswertes Buch, das sicher noch einige Zeit in mir nachhallen wird.

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