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Veröffentlicht am 15.07.2019

Jagdfieber

Der Blütenjäger
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Laura Kern ermittelt im Fall eines offensichtlichen Serientäters. Junge Frauen in Abendkleidern, von hinten direkt ins Herz geschossen, mit einem Foto und einer Blume im Wald liegend. Was hat der Täter ...

Laura Kern ermittelt im Fall eines offensichtlichen Serientäters. Junge Frauen in Abendkleidern, von hinten direkt ins Herz geschossen, mit einem Foto und einer Blume im Wald liegend. Was hat der Täter vor? Was sollen die Blumen sagen? Laura zieht die Psychologin Dr. Niemeyer hinzu. Kann sie ihr helfen, weitere Morde zu verhindern und den Täter zu fassen?

Dies ist nun der vierte Fall für Laura Kern. Wer die Reihe verfolgt hat, weiß, dass sie selbst traumatisiert ist und die Erinnerungen immer wieder hochkommen an das, was sie nur mit knapper Not als Kind überlebt hat. Fast möchte ich sagen, dass ihre Vergangenheit ihr manchmal hilft, aktuelle Fälle zu lösen. Dennoch ist es der Autorin gelungen, sehr schön zu transportieren, in welchem Zwiespalt ihre Protagonistin steckt. Statt wegzulaufen, wie sie gerne möchte (und natürlich nicht kann), stellt sie sich ihren Ängsten und setzt alles daran, Täter an ihren Plänen zu hindern.

Die Idee zu „Der Blütenjäger“ ist gleichsam raffiniert, wie auch abstoßend. Außer Laura haben noch andere Traumata zu verarbeiten. Der eine schafft es relativ gut, der andere gar nicht und wieder andere verdrängen ihre Ängste durch die Berufswahl – im Grunde eigentlich, wie es auch Laura tut.

Die einzelnen Erzählstränge lesen sich sehr angenehm und reißen nicht aus dem Lesefluss. Man weiß und spürt und ahnt, dass sie sinnvoll ineinander passen. Das ist längst nicht bei jedem Thriller so. Die Ereignisse in der Vergangenheit sind in diesem Fall auch für den Leser auf spezielle Art miteinander verbunden. Die Spannung wird dadurch noch mehr erhöht.

Lauras Privatleben kommt auch zur Sprache. Diese Parts passen sich gut in die Story ein. Man wird auch hier nicht aus dem Lesefluss gerissen. Shepherd hat die Dosierung wunderbar hinbekommen. Lauras Unsicherheit kommt deutlich heraus, dennoch wirkt sie nicht wie ein „schwaches Weibchen“. Die berufliche Beziehung zu ihrem Kollegen Max und die private zu Taylor langweilen an keiner Stelle.

Die Entwicklung der Figuren, die man von den vorherigen Bänden kennt, ist in sich stimmig und weder zu rasant, noch zu lahm. Realistisch eben. Je mehr man als Leser Laura kennenlernt, desto stärker fühlt man sich ihr verbunden. Es ist, als würde man mit einer guten Freundin mitfiebern und mitermitteln.

Da ich die Bücher der Autorin bisher als Hörbuch genossen hatte, war es ein neues Erlebnis, diesmal zuerst das Printbuch zu lesen. Den ersten Band „Krähenmutter“ liest Dana Geissler. Das hat mir weniger gut gefallen. Beate Rysopp ist mir zwar für historische Romane noch viel lieber, aber ihre Art, die Hörbücher einzusprechen, gefällt mir einfach besser, liegt mir mehr. Bei „Der Blütenjäger“ habe ich ja den direkten Vergleich zu Print/Hörbuch und kann Beate Rysopp nur in höchsten Tönen loben, denn sie gibt der Story noch mehr Leben, als sie ohnehin schon hat. Für mich ist das Hörbuch sogar noch ein bisschen besser als die Printversion!

Die Serie gefällt mir durchgehend gut. Es gibt ein paar kleine Ungereimtheiten, ein paar Stellen, die ich weniger gelungen fand, aber insgesamt hatte ich spannende und fesselnde Unterhaltung, beim Print ebenso, wie beim Hörbuch – und auch der „zweite Durchgang“ war nicht weniger spannend! Dafür gebe ich vier Sterne!

Veröffentlicht am 14.07.2019

Brote für jeden Geschmack – auch süße!

Brot backen mit Christina
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Selbst gebacken ist einfach immer leckerer als gekauft, ganz klar. Sogar dann, wenn die Optik nicht perfekt ist, schmeckt man doch die Liebe und Mühe, die im Gebäck steckt – sei es nun ein Brot oder ein ...

Selbst gebacken ist einfach immer leckerer als gekauft, ganz klar. Sogar dann, wenn die Optik nicht perfekt ist, schmeckt man doch die Liebe und Mühe, die im Gebäck steckt – sei es nun ein Brot oder ein Kuchen. Doch ist Brot backen immer ein ganz besonders intensives Erlebnis. Nichts schmeckt besser, als ein gelungenes selbst gebackenes Brot!

In diesem Buch finden sich 50 Rezepte von Hefebroten über Sauerteigbrote bis zu süßen Broten und „ausgefallenen“ Broten. Hier findet ganz sicher jeder etwas für sich. Mein erstes Brot war das „einfache Milchbrot“ – und das habe ich direkt in mein Repertoire übernommen, denn es ist einfach herrlich! Eine meiner besten Freundinnen probierte es und wollte sofort das Rezept. Zudem hat sie das Bananenbrot, das ich meinem Mann zuliebe gebacken hatte, verkostet, ebenso den Schokokranz. Alle Rezepte stammen aus diesem Buch. Und alles fand ihr großes Lob! Meinem Mann gefiel das Bananenbrot nicht ganz so gut, wie das nach unserem erprobten Rezept gebackene. Aber Geschmäcker sind ja verschieden!

Beim Backen stellte sich heraus, dass manche Angaben etwas ungenau sind oder auch auf den eigenen Backofen nicht zutreffen. Mir fehlen beispielsweise öfter Hinweise, auf welcher Schiene gebacken wird. Beim unfassbar leckeren vegetarischen Fladenbrot sind auf dem Foto Champignons zu sehen, aber im Rezept nicht erwähnt. Die Backzeiten und Temperaturen stimmen nicht immer bzw. müssen gut im Auge behalten werden, damit die Ergebnisse nicht zu dunkel werden.

Für Sauerteig-Fans sind ebenfalls Rezepte vorhanden. Noch dazu lernt man, wie man auf sehr leichte und einfache Weise einen Sauerteig selbst ansetzt und weiterführt. Was hier fehlt, ist der Hinweis, dass ein Sauerteig besser wird, je älter er ist. Die „Übersetzung“ der österreichischen Mehltypen in deutsche ist auf Seite 14 „versteckt“. Da fände ich eine herausnehmbare Tabelle sehr praktisch, die man zum gerade genutzten Rezept legen könnte.

Manche der Teige wirken sehr nass und klebrig, sehr flüssig. Das erschreckt zunächst, aber bisher sind alle Gebäcke, die ich nach den Rezepten gearbeitet habe, dennoch gelungen und haben sehr geschmeckt (klar – wer keinen Sauerteig mag, dem schmeckt das Sauerteigbrot nicht so sehr. Aber dafür habe ich auch an Freundinnen verkostet, die es mögen). Das Buch ist eine Bereicherung in meinem Regal mit Koch- und Backbüchern, das auf alle Fälle.

Die einzelnen Rezepte sind übersichtlich gestaltet. Neben der Zutatenliste gibt es immer eine Schritt-für-Schritt-Anleitung. Manche Rezepte sind bis auf kleine Abwandlungen identisch (beispielsweise der Schokokranz und der Nussstrudel). Hier wurden die Zutaten nur in einer anderen Reihenfolge aufgeführt. Da hätte ich mir gewünscht, dass die Rezepte als Varianten angegeben worden wären, nicht als eigenständige. Ein bisschen nervig ist für mich auch, dass bei den Rezepten öfter 40 Gramm Hefe benötigt werden – bei uns hat ein Hefewürfel 42 Gramm!

Insgesamt aber ist es ein tolles Backbuch, doch eher für jene geeignet, die schon recht sicher beim Backen sind und sich zu helfen wissen. Für Anfänger dürften manche Vorgänge etwas schwierig zu machen sein. Trotz meiner Kritikpunkte gebe ich aber vier Sterne, denn ich habe auf Anhieb viele Rezepte in mein Repertoire übernommen. Das ist nicht immer so – oft nehme ich aus einem Buch nur ein oder zwei Rezepte in meinen Alltag auf. Hier sind es bisher schon sechs und ich habe noch so einige Rezepte markiert, die ich zumindest mal ausprobieren möchte. Das ist ein super guter Schnitt, finde ich. Und meine KitchenAid ist im Dauereinsatz!

Veröffentlicht am 10.07.2019

Schwermütig

Weil du das Beste in mir hervorbringst
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Es tut mir entsetzlich leid, aber dieses Büchlein nervt mich ganz übel. Ich hatte mir etwas völlig anderes erwartet. Viel fröhlicher, positiver, lebendiger.

Stellenweise liest es sich, wie eine Grabrede. ...

Es tut mir entsetzlich leid, aber dieses Büchlein nervt mich ganz übel. Ich hatte mir etwas völlig anderes erwartet. Viel fröhlicher, positiver, lebendiger.

Stellenweise liest es sich, wie eine Grabrede. Auch ist mir da zu viel Esoterik reingerutscht, die ich überhaupt nicht erwartet hatte (was wohl auch meine eigene Schuld sein könnte). Die „Predigt“ hätte ich mir wirklich gern erspart, denn genau so liest es sich.

Nicht die Liebe wird hier gefeiert und auch nicht die Zweisamkeit. Hier klingt zwischen den Zeilen ganz arg eine Mahnung heraus. Natürlich muss man an Beziehungen arbeiten, aber was ich hier zu lesen bekomme, macht Teenagern, die noch nie eine Beziehung hatten, ganz bestimmt so entsetzliche Angst, dass sie lieber Single bleiben. War das gewollt? Sicher nicht. Auf weite Strecken wirkt das Buch für mich, wie ein nicht so gut gelungener Beziehungsratgeber aus dem Selbstverlag.

Ich bin nun nicht komplett unromantisch, das möchte ich betonen, auch wenn ich gewisse Rituale der frisch Verliebten manchmal entsetzlich nervig finde. Ich muss auch nicht auf Partys an meinem Mann kleben. Dennoch zeigen wir uns jeden Tag mehrfach, wie wichtig wir uns sind und wie glücklich uns der andere macht. Mit dem, was im Buch steht, hat unsere persönliche Liebeserklärung an die Zweisamkeit leider gar nichts zu tun.

Nein, mein Fall ist es nicht und deshalb kann ich auch nur zwei Sterne geben.

Veröffentlicht am 09.07.2019

Elisa und Marisol

Nächstes Jahr in Havanna
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Elisa hat im Kube der 1950er Jahre gelebt. Castros Regierung bedeutet für sie die Flucht nach Amerika. Ihre Enkelin Marisol soll 2017 die Asche von Elisa nach Kuba bringen und erlebt und erfährt auf ihrem ...

Elisa hat im Kube der 1950er Jahre gelebt. Castros Regierung bedeutet für sie die Flucht nach Amerika. Ihre Enkelin Marisol soll 2017 die Asche von Elisa nach Kuba bringen und erlebt und erfährt auf ihrem Weg so einiges, das ihr bisheriges Leben komplett auf den Kopf stellt. Wiederholt sich die Geschichte nun in umgekehrter Reihenfolge?

Die Idee gefällt mir schon sehr, nur ist die Umsetzung nicht so gelungen, wie ich mir das gewünscht hätte. Der Stil muss einem liegen. Ich mag die Ich-Perspektive sehr gern, doch hier wird sie bei Elisa und auch Marisol genutzt und noch dazu bei beiden im Präsenz. Das liest sich nicht sehr angenehm. Es wäre gerade bei zwei unterschiedlichen Erzählerinnen sehr schön gewesen, wenn hier auch im Erzählstil ein Unterschied zu finden wäre. Im Grunde nimmt auch der erste Abschnitt ein ordentliches Stück von der Spannung aus dem Buch. Hier hätte eine andere Lösung besser funktioniert.

Insgesamt hat mich das Lesen ein bisschen angestrengt. Die Längen zwischendurch und der gewöhnungsbedürftige Stil in der Gegenwartsform haben mich bis zum Ende recht stark gebremst. Auch kann ich zwar verstehen, dass Elisa ihre Heimat im Exil bis zum Schluss vermisst, aber wenn ich an all die armen Menschen denke, die es nicht so leicht wie sie hatten, die ohne Netz und doppelten Boden fliehen mussten oder das Regime schweigend ertragen, werde ich sogar ein bisschen wütend. Für mich ist und bleibt Elisa trotz allem das verwöhnte Gör und Marisol steckt davon auch ein gutes Stück in den Genen.

Die Wege der beiden Frauen sind auf gewisse Weise schon interessant, dennoch konnten mich beide Figuren weder erreichen, noch wirklich intensiv fesseln. Ein bisschen neugierig war ich, wollte die Geschichte erfahren. Eile hatte das aber nicht. Dass in Kuba freie Meinungsäußerung nicht wirklich existiert, das Leben schwierig ist, das Gefälle von Arm zu Reich sehr groß ist – all das kommt im Buch nur mangelhaft rüber. Mir ist zu westlich gedacht. In unseren Augen ist das dortige Regime natürlich unfassbar schrecklich, auch die Bewegungen dort nicht komplett nachvollziehbar. Doch sollte man immer im Auge behalten, dass man niemals Äpfel mit Birnen vergleichen sollte. Die Entwicklung des Landes ist für mich unzureichend dargestellt und auch ein bisschen einseitig.

Vielleicht bin ich einfach nur die falsche Zielperson für dieses Buch, diese Art Geschichte. Wirklich schlecht fand ich sie auch gar nicht, da möchte ich nicht missverstanden werden. Es ist ein Buch, das ganz sicher beim richtigen Leser Begeisterung auslösen kann, für mich aber eben eine „Sommerlektüre“ war. Schön, sie gelesen zu haben, aber kein Buch, das dauerhaft hängenbleibt. Deshalb gebe ich drei Sterne.

Veröffentlicht am 07.07.2019

Wenn das Schicksal perfide Pläne durchkreuzt

Krähenmutter
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Der sechs Monate alte Henry Nussbaum wird mitten am Tag aus dem Supermarkt entführt. Seine Mutter ist verzweifelt und sein Vater, ein Unternehmer, verhält sich merkwürdig. Laura Kern wird als Ermittlerin ...

Der sechs Monate alte Henry Nussbaum wird mitten am Tag aus dem Supermarkt entführt. Seine Mutter ist verzweifelt und sein Vater, ein Unternehmer, verhält sich merkwürdig. Laura Kern wird als Ermittlerin hinzugezogen. Der Fall löst Alpträume aus, die in ihrer Kindheit begründet liegen. So kämpft Laura gegen unkooperative Vorgesetzte, eigensinnige Geschäftsleute und ihre eigenen Dämonen, während das nächste Baby verschwindet und auch noch der Pärchenmörder erneut aktiv wird. Laura läuft die Zeit davon …

Für mich gibt es in der Story ein paar Ungereimtheiten, die der Spannung und dem Vergnügen jedoch keinen Abbruch getan haben. Man erahnt mehr von Lauras Vergangenheit, als man tatsächlich erfährt. Aus ihrem Trauma heraus zieht sie auch Erfahrungen, die ihr beruflich nützen. So kann sie sich besser in die Opfer hineinversetzen und versteht auch Dinge, die nicht zur Sprache kommen. Das ist sehr schön in die Story eingewebt.

Da dies ein Serienauftakt ist, lernt man die Figuren erst kennen und dies geht oft mit der Tatsache einher, dass ein paar Stellen etwas trocken wirken. Im Laufe der Serie gibt sich das dann (wenn man dranbleibt) und den Figuren bei ihrer Entwicklung zusehen zu können, ist – so es gut gemacht ist, wie eben hier – sehr spannend und interessant. Auch sind die im Fall relevanten Charaktere sehr schön gezeichnet.

Shepherd kommt weit ohne Blut aus. Erst gegen Ende und mit einer Wendung kommt diese Art der Gewalt hinzu. Dennoch empfinde ich die psychischen Elemente weitaus gelungener. Der Epilog gibt zu denken und macht traurig.

Um den Titel zu verstehen, muss man ein klein bisschen um die Ecke denken. Man könnte zunächst einen falschen Schluss ziehen.

Leider bin ich von der Sprecherin Dana Geissler nicht sehr angetan. Ihre Art zu lesen und wie sie die Stimme einsetzt, haben mich ein bisschen von der Geschichte abgelenkt und mein Kopfkino auch immer wieder ins Ruckeln gebracht. Sie klingt sehr oft nach „alte Omi“ und das passt so gar nicht zum Buch.

Insgesamt gebe ich aber gerne vier Sterne. Und ich freue mich darauf, Laura Kern, Taylor und Max in den weiteren Bänden zu begleiten.