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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 16.01.2019

Good shit happens either!

Man muss auch mal loslassen können
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Durch einen Zufall treffen drei völlig unterschiedliche Frauen aufeinander und stellen fest, dass sie tatsächlich das gleiche Ziel haben: Sie wollen nicht mehr leben! Jede hat einen anderen für sie wichtigen ...

Durch einen Zufall treffen drei völlig unterschiedliche Frauen aufeinander und stellen fest, dass sie tatsächlich das gleiche Ziel haben: Sie wollen nicht mehr leben! Jede hat einen anderen für sie wichtigen und schwerwiegenden Grund für diese Entscheidung. Da liegt es doch nah, sich zusammenzutun und dem Lebensende gemeinsam gegenüberzutreten. Wider Erwarten gestaltet sich das aber schwieriger, als angenommen und eine Reihe verrückter, aberwitziger Ereignisse hat ungeahnte Folgen …

Nein, es ist nicht lustig, wenn ein Mensch lebensmüde ist. Nein, Krebs ist auch nicht lustig. Aber dieses Buch voll schwarzem Humor und ganz viel Herzenswärme geht mit dem Thema auf ganz eigene Weise um. Daran kann ich nichts Schlimmes finden! Im Gegenteil – meiner Meinung nach macht es sogar Mut und zeigt auf, dass es immer mehrere Möglichkeiten gibt, einer schlimmen Situation gegenüberzutreten.

Dabei ist es dann völlig okay, wenn in einer fiktiven Geschichte auch mal Aktionen vorkommen, die im wahren, realen Leben nicht ganz so lustig wären. Es ist noch immer Unterhaltungsliteratur und muss nicht bierernst genommen werden. Die Wendungen und Verwicklungen, die Zufälle und außergewöhnlichen Ereignisse sind sehr humorvoll geschildert. Jede Protagonistin ist ganz eigen gezeichnet und man kann sie deutlich unterscheiden. Zunächst lernt man sie einzeln kennen und im Verlauf des Buches wechseln die Perspektiven immer mal wieder. Dabei wird jedoch stets angekündigt, wessen Part es gerade ist. Es werden auch ein paar Klischees bedient, doch passt das wunderbar und stört nicht sonderlich. Wer keinen Sinn für (schwarzen) Humor hat, wird jedoch keine große Freude an diesem Buch haben.

Anfangs und zwischendurch kurz war das Buch etwas zäh. Doch die meiste Zeit wurde ich großartig unterhalten. Ulla Wagener hat es großartig eingesprochen. Auch wenn mir nicht alle ihre „männlichen Stimmen“ gefallen, mag ich ihre Art zu lesen sehr. Das Ende ist gelungen und rund und damit in sich stimmig. Das mag ich sehr. Insgesamt gebe ich deshalb vier Sterne. Gute Unterhaltung!

Veröffentlicht am 14.01.2019

Savoy oder doch lieber Dolomitenhütte?

Zimmer frei!
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Was für ein genialer kleiner Appetit-Anreger! Wer den üblichen Urlaub satt hat, wer etwas Ausgefallenes erleben möchte, der findet in diesem Bildband-Reiseführer jede Menge Anregungen für absolut und wirklich ...

Was für ein genialer kleiner Appetit-Anreger! Wer den üblichen Urlaub satt hat, wer etwas Ausgefallenes erleben möchte, der findet in diesem Bildband-Reiseführer jede Menge Anregungen für absolut und wirklich ausgefallene und verrückte Hotels! Die Umgebung ist dabei auch nicht übel, ganz klar, aber die Hotels bzw. die Zimmer, die haben es echt in sich.

Ob nun im Gefängnis, einer Betonröhre, im Triebwerk, in einer Bibliothek, in der Wüste, über Singapur, im Eishotel, im U-Boot oder einem der anderen unfassbar außergewöhnlichen Hotels, es geht immer noch verrückter! Zu jedem findet sich hier gleich die Preiskategorie (ein, zwei oder drei Dollarzeichen für „unschlagbar günstig“, „unschlagbare Träume“ und „purer Luxus“), auf einem Piktogramm die etwaige Lage und – so vorhanden – die Internetadresse. Ja, nicht alle der Hotels haben tatsächlich Internet!

Verena Tölle hat sie gesucht und gefunden und sucht noch immer nach neuen verrückten Urlaubsorten. Zu jedem liefert sie ein paar witzige Erklärungen und Beschreibungen, sodass man am liebsten sofort losreisen und eins nach dem anderen mit eigenen Augen sehen und sich ein Bett buchen möchte. Die Fotos sind traumhaft schön und machen Fernweh. Erstaunt stellt man fest, dass man möglicherweise einige Jahre zählt, aber für ein Abenteuer dieser Art wohl nie zu alt ist. Herrlich! Ein Buch, das mich so fröhlich stimmt und so viel Abenteuerlust in mir weckt, bekommt eindeutig fünf Sterne!

Veröffentlicht am 13.01.2019

Stark gekürzte Märchen für die Kleinsten

Meine schönsten 5-Minuten-Geschichten
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Das großformatige Buch ist recht schwer. Auf 192 Seitens finden sich 31 Märchen, die stark gekürzt und „entschärft“ von diversen Autoren und Autorinnen nacherzählt wurden, damit die Kleinsten sich nicht ...

Das großformatige Buch ist recht schwer. Auf 192 Seitens finden sich 31 Märchen, die stark gekürzt und „entschärft“ von diversen Autoren und Autorinnen nacherzählt wurden, damit die Kleinsten sich nicht so extrem fürchten. Bei Rotkäppchen beispielsweise wird dem Wolf nicht der Bauch aufgeschlitzt, damit Rotkäppchen und die Großmutter heraus können und anschließend der Bauch mit Wackersteinen gefüllt und zugenäht, sodass der Wolf Durst bekommt und in den Brunnen fällt, sondern er wird geschüttelt, bis er beide ausspuckt und anschließend schlicht und ergreifend weggejagt. So ist es auch in anderen Märchen – die heftigen Szenen sind deutlich gemildert und dennoch siegt das Gute.

Zu allen Geschichten gibt es großformatige Zeichnungen und Illustrationen von diversen Künstlern, die im Inhaltsverzeichnis aufgeführt werden, die kindgerecht gehalten sind. So gibt es zum Vorgelesenen visuelle Unterstützung und viel zu entdecken und zu besprechen. Die Schrift ist groß gehalten. So können die Geschichten auch ohne Lesebrille vorgelesen werden und Erstleser sich ebenfalls daran wagen.

Es finden sich hier nicht nur die bekanntesten Deutschen Märchen, sondern auch eine Variante von Jack und die Bohnenranke (englisches Märchen) oder „Der Zauberlehrling“ (Ballade von Goethe). Das ergibt insgesamt eine sehr schöne Mischung. Für mich als Erwachsene, die die langen Versionen kennt, sind manche Geschichten etwas zu stark verändert, doch für die eigentliche Zielgruppe finde ich sie gelungen gemacht. Von mir gibt es daher vier Sterne.

Veröffentlicht am 13.01.2019

Ungelöste Fälle

Die Welt ist böse!
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Julian Hannes ist auf YouTubbe unter dem Namen „Jarow“ bekannt. Dort schildert er Kriminalgeschichten und hat eine große Fan-Base. Eine Auswahl von sechs der dreizehn auch in seinem Buch geschilderten ...

Julian Hannes ist auf YouTubbe unter dem Namen „Jarow“ bekannt. Dort schildert er Kriminalgeschichten und hat eine große Fan-Base. Eine Auswahl von sechs der dreizehn auch in seinem Buch geschilderten Fälle hat er auf diesem Hörbuch selbst eingelesen.

Die Geschichten sind sehr spannend und enorm interessant. Der Mensch kommt mit offenen Enden nicht klar, deshalb sind diese Fälle besonders faszinierend. Man kommt nicht umhin, sich zu fragen, wie man diese Fälle doch noch lösen könnte. Fast immer hat man einfach das Gefühl, dass die Lösung zum Greifen nahe ist und es einfach nicht sein kann, dass niemand dahinterkommt.

Dass Julian Hannes sich diesem Thema so intensiv und inbrünstig annimmt, kann ich sehr gut verstehen, da ich ein großer Fan von Sendungen, wie „Medical Detectives“, „Autopsie“ oder „Anwälte der Toten“ bin. Das mag morbide klingen, aber mir gefällt es, wie Forensiker auch teils sehr alte Fälle lösen. Die Gründe, die zu einer Tat führen, ändern sie nicht, machen sie nicht ungeschehen, aber sie interessieren mich und ich habe immer das Gefühl, dass dies ein Teil der Gerechtigkeit ist. Bei den hier gesammelten Fällen fehlt dieser Gerechtigkeitsteil. Das macht sie extrem bewegend. Für mich zumindest. Als Bonus erzählt „Jarow“ noch ein gruseliges Ereignis aus seiner Kindheit, das ihn in der Jugend wieder einholte. Sehr spannend!

Die Stimme von Julian Hannes ist super angenehm und ich könnte ihn mir auch sehr gut für Sprecher von anderen Hörbüchern vorstellen. Ich habe ihm sehr gerne zugehört und seine Intonation gefällt mir absolut. Ich habe auch seinen Gedanken zu den Fällen sehr interessiert gelauscht. Vom einen oder anderen Fall hatte ich schon zuvor gehört oder gelesen und mir selbst so meine Gedanken gemacht. Ich denke, mit Julian Hannes über sie zu diskutieren, wäre wirklich bereichernd!

Ich werde auch künftig kein YouTube-Follower werden, selbst nicht bei einem so genialen Thema. Ich weiß, damit bin ich nicht zeitgemäß. Damit kann ich leben. Ich genieße Bücher und Hörbücher und wie man sieht, landen die wirklich guten Kanäle früher oder später eben auch in diesen Medien! Von mir bekommt „Die Welt ist Böse“ jedenfalls als Hörbuch fünf blankpolierte Sterne!

Veröffentlicht am 12.01.2019

Ein kleines Weihnachtswunder

Dafür ist man nie zu alt
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Pia ist 19 und fühlt sich viel zu alt, um mit ihrer Familie Weihnachten zu verbringen. Nur widerwillig fährt sie die sechs Stunden im Zug. Sie ist doch schon viel zu alt für solchen Kinderkram! Als sie ...

Pia ist 19 und fühlt sich viel zu alt, um mit ihrer Familie Weihnachten zu verbringen. Nur widerwillig fährt sie die sechs Stunden im Zug. Sie ist doch schon viel zu alt für solchen Kinderkram! Als sie dann noch feststellt, dass ihre Eltern Nic, den Feind (!) aus Kindertagen, eingeladen haben, hat sie noch weniger Lust dazu. Während ihre Eltern noch die letzten Besorgungen erledigen, soll Pia mit Nic und Feli den Baum schmücken.


Aus einer Kurzgeschichte wurde hier in Zusammenarbeit mit der Autorin eine Erzählung. Vanessa Eckart liest sie perfekt ein. Genau richtig nölig und frech und überheblich, aber immer noch sehr sympathisch. Wie eben eine 19jährige so sein kann, wenn sie davon überzeugt ist, als einzige richtig zu denken und zu handeln!

Die kleinen Wendungen sind teils vorhersehbar, teils arg konstruiert, aber dennoch ist die Geschichte insgesamt richtig schön, macht Laune und ist ideal geeignet, um sie jedes Jahr an Weihnachten bei den letzten Vorbereitungen noch mal zu hören. Knapp eineinhalb Stunden witzige, peppige, lustige und ein wenig ironische Minuten, die mich doch stellenweise auch arg an mich selbst erinnert haben, sind wie im Flug vergangen.

Der Unterschied zwischen der weihnachtsbegeisterten Feli, der 6jährigen Nesthäkchen-Schwester von Pia, und Pia selbst, die ein kleiner Grinch ist, könnte größer kaum sein und dennoch sind sie sich innig verbunden. Auch macht genau das viel vom Charme und Witz des Hörbuchs aus. Da zeigt die Kleine der Großen unbeirrt, wie schön das Leben und Winter und Schnee und Weihnachten sein können – und auch, dass Nic gar nicht so übel ist, wie Pia immer dachte. Die Kinderstreiche, die er ihr immer gespielt hatte, waren wohl doch keine Mordanschläge, wie sie immer dachte!

Ein Jugendbuch? Ein All-Age-Buch? Ein Buch für Erwachsene? Ich finde – Dafür ist man nie zu alt! Die Geschichte ist trotz ihrer Kürze sehr aussagekräftig und hat mir richtig gut gefallen – deshalb gebe ich auch gern die vollen fünf Sterne.