Pflegenotstand extrem
Zuhause ist vorübergehend geschlossenAnnett hört so gut wie nie Nachrichten. Klar, dass sie völlig überrumpelt ist, als der Pflege-Notstand in der Altenpflege ausbricht und alle Bürger mit einem freien Zimmer Senioren aufnehmen müssen. Ihr ...
Annett hört so gut wie nie Nachrichten. Klar, dass sie völlig überrumpelt ist, als der Pflege-Notstand in der Altenpflege ausbricht und alle Bürger mit einem freien Zimmer Senioren aufnehmen müssen. Ihr wird ein 93jähriger Mann zugeteilt, Herr Jankovsky.
Margret arbeitet im Bürgerarmt und muss die Senioren von Amts wegen bei Familien unterbringen. Da taucht Milosch, ein ehemaliger Klassenkamerad von ihr, auf und ist verzweifelt. Sein Vater ist weg! Er wollte ihn abholen, aber da niemand mehr da war, konnte ihm auch niemand sagen, wo er gelandet ist. Margret ahnt, dass hier eine Verwechslung vorliegt. Doch wo steckt er?
In unterschiedlichen Erzählsträngen lernt man nicht nur Annett und ihre Familie, Margret und Milosch, sondern auch Lennart und andere kennen. Den Blick auf diese Art auf die Probleme in der Pflege und den Pflegenotstand zu lenken, finde ich eine super gelungene Idee. Antje Huhs ist es sehr gut gelungen, mit ansprechendem Humor auf ein ernstes Thema hinzuweisen, ohne es ins Lächerliche zu ziehen. Es geht nicht nur um die Senioren, sondern auch darum, was es mit den Angehörigen macht, die sie in einem Heim unterbringen müssen. Auch die Dynamik in Annetts Familie wird sehr schön beschrieben.
Man glaubt ziemlich schnell zu wissen, wo die Story hinführt, aber der Autorin sind ein paar sehr gelungene und gekonnte Wendungen eingefallen, die alles umwerfen und die Verwirrung noch verstärken. Ein wenig schade finde ich die Lösung des Problems, denn wie Lennart finde ich, dass eine dreijährige Ausbildung schon ihren Sinn hat. Ein Ansatz und eine Hilfe wäre die Lösung allerdings schon, nur müsste sie besser ausgearbeitet werden. Das tut allerdings meinem Vergnügen beim Hören der Hörbuchversion, die Vera Teltz gewohnt großartig eingelesen hat, keinen Abbruch. Daher gebe ich sehr gerne die vollen fünf Sterne. Übrigens kann man diese Story auch außerhalb der Weihnachtszeit genießen und lesen und hören!