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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 07.02.2018

Langsam kocht besser – Entschleunigung in der Küche

Meine besten Rezepte für Slow Cooker und Schongarer
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Seit einiger Zeit bin ich riesiger Fan des langsamen Kochens mit dem Crockpot. Das ist anfangs eine große Umstellung, doch dann wird man schnell „süchtig“. Doch wie bereitet man all die Dinge, die man ...

Seit einiger Zeit bin ich riesiger Fan des langsamen Kochens mit dem Crockpot. Das ist anfangs eine große Umstellung, doch dann wird man schnell „süchtig“. Doch wie bereitet man all die Dinge, die man so gern isst, im Schongarer zu? Viel Ausprobieren ist da nötig, denn es gibt kaum Kochbücher dazu. Ganz klar, dass ich Freudensprünge gemacht habe, als ich Garbriele Frankemölles Buch entdeckt habe. Und noch mal, als ich entdeckte, wie toll dieses Buch tatsächlich ist!

Es finden sich zu super vielen Bereichen Rezepte, die sich leicht so variieren lassen, dass man noch mal so viele Gerichte zaubern kann. Grundrezepte sozusagen – und nicht nur für Hauptmahlzeiten, sondern auch für Suppen und Eintöpfe, süße Gerichte, Kuchen, Desserts und – was mich besonders freut – auch für Soßen, Fonds und Beilagen. Es ist eine wahre Fundgrube!

Alle Rezepte sind für den 3,5-l-Topf gedacht. Mit der Übersicht im Buch vorne kann alles leicht auf den 1,5-l-Topf herunter oder auf den 6,5-l-Topf hochgerechnet werden. Für fast jedes Rezept gibt es auch ein Foto vom fertigen Produkt. Die Anzahl der Portionen wird jedes Mal angegeben, ebenso die Vorbereitungszeit. Sehr schön finde ich die kleinen Kästchen, die für die Zutatenlisten stehen. Die Schritt-für-Schritt-Anleitungen sind verständlich und aussagekräftig. Zu vielen Rezepten gibt es auch kleine Tipps oder Varianten-Vorschläge. Und natürlich wurde auch die Angabe der Garzeit nicht vergessen. Besonders genial hier: man kann zwischen den Varianten HIGH und LOW wählen, ganz nach eigener Vorliebe.

Die Rezepte sind so gewählt, dass man die Zutaten beim normalen Einkauf bekommen kann und nicht extra in Spezialgeschäften danach suchen muss. Anfänger sowie Profis im Bereich Slowcooker finden hier Anregungen und kommen bestens mit den Rezepten zurecht.

Das Nachkochen macht echt Spaß und die Ergebnisse überzeugen! Bei uns wird jetzt viel öfter mit dem Slowcooker gezaubert und ich werde immer mutiger, selbst damit zu experimentieren und neue Rezepte zu „erfinden“. Aufmachung, Ausarbeitung, Anleitung und Anregung: perfekt. Macht dann auch glatt fünf Sterne!

Veröffentlicht am 06.02.2018

Drei Frauen in Prag

Wintersterne
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Megan, Hope und Sophie könnten unterschiedlicher nicht sein. Dennoch treffen sie ausgerechnet in Prag aufeinander. Sie lernen sich in einer Hotelbar kennen und verstehen sich alle auf Anhieb. Bei gemeinsamen ...

Megan, Hope und Sophie könnten unterschiedlicher nicht sein. Dennoch treffen sie ausgerechnet in Prag aufeinander. Sie lernen sich in einer Hotelbar kennen und verstehen sich alle auf Anhieb. Bei gemeinsamen Unternehmungen lernen sie sich immer besser kennen, auch die Sorgen und Nöte der jeweils anderen. Nach und nach öffnen sich alle und lernen dabei viel für sich selbst. Die Vergangenheit führt in die Zukunft …

Der Roman zeichnet ganz nebenbei ein wunderbares Bild von Prag. Das wird so deutlich, dass man am liebsten sofort hinreisen möchte, die Straßen und Plätze besuchen, die Megan, Hope und Sophie besuchen. So hält man quasi auch einen Reiseführer in Händen! Ohne zu ausschweifend zu werden, beschreibt Isabelle Broom Prag wunderbar bildhaft und detailliert.

Die drei Frauen werden ebenfalls jeweils sehr genau beschrieben, ihre Wünsche, Sorgen und Nöte. Da sie komplett unterschiedlich sind, wird das auch nicht langweilig. Da ist Megan, jung und schwungvoll, Fotografin und mit ihrem besten Freund in Prag, dann Hope, deren Ehe in die Brüche ging und die jetzt mit ihrem Liebhaber einiges nachholt, was ihr in der Ehe und in ihren jungen Jahren nicht möglich war und dann noch Sophie, die schüchterne, romantische junge Frau, die so sehnsüchtig auf ihren Verlobten wartet, der nicht mitkommen konnte, aber verspricht, nachzukommen. Man erfährt viel über diese drei und immer mal wieder erkennt man auch sich selbst – auch wenn man das gar nicht möchte. Spannung kommt nicht wirklich auf, das Buch plätschert eher dahin, dennoch liest man es gerne.

Das Ende ist dann schon überwältigend: die Spannung, die die ganze Zeit fehlte, kommt hier geballt an und alle inzwischen angesammelten Fragen beantworten sich selbst. Etwas Dramatik, etwas Tragödie, etwas Übernatürlichkeit. Für mich insgesamt dann etwas drüber.

Der Stil von Isabelle Broom ist leicht zu lesen und dennoch fehlt mir etwas. Genau greifen kann ich es gar nicht. Das Buch liest sich gut weg, aber man kann es auch getrost eine Weile zur Seite legen, man findet immer wieder hinein. Alle drei Lebensgeschichten hatten ihren eigenen Reiz, aber wirklich beeindruckt hat es mich nicht. Es ging nicht unter die Haut. Allerdings musste es auch gegen starke Konkurrenz antreten. Es ist immer schwer, ein Buch fair zu bewerten, wenn man vom Buch davor komplett geflashed war. Deshalb runde ich die 3,5 Sterne hier auf 4 auf.

Veröffentlicht am 06.02.2018

Der geringe Wahrheitsgehalt so mancher Zitate

»No Sports« hat Churchill nie gesagt
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In den 1980er Jahren gab es eine kleine Buchserie über Urban Legends, die ich liebte und immer wieder las. „Die Spinne in der Yucca-Palme“ war der erste Band davon. „No Sports“ hat Churchill nie gesagt ...

In den 1980er Jahren gab es eine kleine Buchserie über Urban Legends, die ich liebte und immer wieder las. „Die Spinne in der Yucca-Palme“ war der erste Band davon. „No Sports“ hat Churchill nie gesagt – Das Buch der falschen Zitate reiht sich da bestens ein. Erstaunlich, wie es immer wieder zu falschen Zitaten kommt und wie schnell und einfach sie sich hartnäckig verbreiten und „einnisten“!

Bei mir hat dieses Buch bewirkt, dass ich nie wieder ein Zitat zitieren werde, wenn ich die Quelle nicht selbst überprüft habe! Das Übernehmen ist regelrecht gefährlich, wenn man sich nicht bis auf die Knochen blamieren möchte.

Die Kapitel bzw. Abschnitte über die jeweiligen Zitate beginnen mit einer Übersicht, die das Zitat nennt, danach folgen meist der angebliche Urheber, der Grad des Wahrheitsgehaltes, die Art der Verfälschung, ein Kreativitätsgrad, der Urheber der Verfälschung, die Zeit des ersten falschen Zitierens.

Die Erklärungen sind äußerst interessant und aufschlussreich. So manches der Zitate kennt und nutzt man selbst gern. Bei einigen hätte ich zwar nicht den (angeblichen) Verfasser nennen können, dennoch kam fast schon Scham auf, dass ich sie überhaupt benutzt hatte! Aber ich kann ja über mich selbst lachen! Ich hab viel gelernt und bin sicher, dass ich immer mal wieder nachlesen werde, sobald mir eins der Zitate vorgesetzt wird!

Ich finde dieses Büchlein informativ und unterhaltsam, auch wenn man nicht auf jeder Seite laut lachen muss. Der Humor ist hier ein wenig unterschwellig, aber dennoch vorhanden. Mir hat’s gefallen! Macht dann in der Summe auch die vollen fünf Sterne.

Veröffentlicht am 05.02.2018

Trauer hat viele Gesichter – und bietet auch Chancen!

Ein ganz neues Leben
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Eineinhalb Jahre sind seit Wills Tod vergangen. Louisa hat noch immer damit zu kämpfen. Selbst die Wohnung, die sie von dem Geld, das er ihr hinterlassen hat, gekauft hat, ist noch nicht wirklich eingerichtet. ...

Eineinhalb Jahre sind seit Wills Tod vergangen. Louisa hat noch immer damit zu kämpfen. Selbst die Wohnung, die sie von dem Geld, das er ihr hinterlassen hat, gekauft hat, ist noch nicht wirklich eingerichtet. Louisa lebt aus Kartons, hat einen unterbezahlten, stressigen Job in einem Flughafen-Pub und übertüncht ihre Trauer mit Alkohol und lockeren Affären. Als sie eines Nachts zu waghalsig wird, stürzt sie von der Dachterrasse … und löst damit eine Kette von Ereignissen aus, mit denen sie nicht gerechnet hätte!

„Ein ganzes halbes Jahr“ hat mich, die ich so gut wie nie Herzschmerz-Bücher lese, unbeschreiblich berührt und verzaubert. Ich lachte, ich weinte und ich trug die Geschichte ewig im Herzen. Ganz selten wünsche ich mir Folgebände, denn Serien sind einfach sehr oft nur Aufgüsse. Aber hier – Louisa war mir so sehr ans Herz gewachsen, dass ich unbedingt wissen wollte, wie es ihr „danach“ geht, was sie aus ihrem Leben macht. Kein Wunder, dass es vielen anderen Lesern auch so ging – und wunderbar, dass Jojo Moyes den Wünschen der Leser entgegenkam.

Oft werden solche Bücher dann aber deutlich schwächer, als die Bücher, auf die sie aufbauen. Doch die Autorin hat eine ganz neue, eigenständige, wunderbare Story geschaffen, die ihren ganz eigenen Zauber hat. Auch hier konnte ich wieder die ganze Bandbreite der Gefühle durchleben, zusätzlich noch Spannung und ganz oft auch mal Verwunderung. Stellenweise konnte ich weder Louisa, noch andere Figuren verstehen, doch wenn dann die Auflösungen kamen, war ich immer wieder über mich und meine automatischen Vorurteile erstaunt. Dieses Buch lehrte mich mal wieder, dass man die Dinge nie vorschnell nach dem ersten Eindruck bewerten darf, denn hinter allem und jedem steckt eine Geschichte.

Jojo Moyes hat Louisas Leben nicht komplett neu gestaltet. Das wäre auch extrem unrealistisch gewesen. Menschen ändern sich, ja, aber doch immer nur schrittchenweise. Ihre Schwester geht einen recht geraden Weg, ihre Mutter startet – für viele überraschend – ihre Selbstverwirklichung, die Liebe spielt eine Rolle, berufliche Probleme werden thematisiert … in diesem Roman steckt tatsächlich ein ganzes Leben, auch wenn nur einem kurzen Zeitraum beschreibt. So viele kleine Szenen, in denen man sich und sein eigenes Verhalten erkennen kann und aus denen man so viel für sich selbst ziehen kann (aber nicht muss)! Mir gefällt „Ein ganz neues Leben“ ganz genau so gut, wie der erste Band und freue mich sehr, dass Will zwar eine tragende Rolle spielt, das Buch aber kein billiger Abklatsch geworden ist.

Die bekannten Charaktere entwickeln sich alle auf ihre eigene Weise weiter, neue Charaktere kommen dazu. Aber alle sind einzigartig, dennoch nicht überzeichnet und wie aus dem wahren Leben gegriffen. Einzelne kleine Erzählstränge, die das Leben um Louisa herum lebendig machen, fügen sich wunderbar ineinander. Das Ende ist recht offen, aber auf eine zufriedenstellende Weise. Diesmal ist die Tür offen für einen weiteren Band. Sorgen, dass dieser eine Enttäuschung werden könnte, habe ich keine. Im Gegenteil – ich freue mich sehr darauf, Louisa noch weiter begleiten zu können.

Auf keiner der 521 Seiten habe ich mich auch nur ansatzweise gelangweilt oder fand etwas total überspannt. Ich hatte die ganze Zeit das Gefühl, dass Louisa eine reale Person ist, die ihren Weg im Leben noch immer sucht und durch die Trauer um einen ganz besonderen Menschen belastet nicht immer die richtige Entscheidung trifft. Wer selbst schon tief getrauert hat, kann das vollkommen verstehen und fühlt sich durch diese Story auch verstanden. Von mir bekommt dieses Buch auf alle Fälle die kompletten fünf Sterne!

Veröffentlicht am 31.01.2018

Trauer, Tod und Abschied – und Neuanfänge!

Mein Leben oder ein Haufen unvollkommener Momente
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Tess Fowler ist 17 und zum ersten Mal verliebt. Doch diese Liebe ist eine ganz außergewöhnliche, denn sie hat Jonah nur einmal für ein paar Stunden gesehen. Seither kommunizieren sie über sämtliche elektronischen ...

Tess Fowler ist 17 und zum ersten Mal verliebt. Doch diese Liebe ist eine ganz außergewöhnliche, denn sie hat Jonah nur einmal für ein paar Stunden gesehen. Seither kommunizieren sie über sämtliche elektronischen Kanäle miteinander. Als Jonah stirbt, wird Tess der Boden unter den Füßen weggezogen. Ihre Eltern sind geschieden, in der Schule läuft es nicht, alles geht schief – also schreibt Tess weiter an Jonah. Eines Tages erhält sie Antwort …

Wie sehr der Tod einen Menschen aus der Bahn werfen kann, wird hier wunderschön erzählt. Auch, dass Trauer in vielerlei Form auftritt. Tess hat an so vielen Fronten Baustellen, dass es fast schon ein Wunder ist, wie stark sie immer weiter vorangeht. Sie glaubt immer fest daran, dass sie etwas an der aktuellen Situation ändern kann, weiß nur nicht, wie. Da Tess auf der Schwelle zum Erwachsensein steht, durchlebt sie diese Phase noch intensiver. Sie hat ein Auto, sie kommt an Alkohol und Drogen, sie kann ohne Begleitung das Land verlassen – die Gefahren sind also extrem groß. Dennoch weiß Tess, wie weit sie gehen kann und mag.

Doch auch Daniel, Grace und der Vater von Tess durchleben ihre eigenen Trauerphasen. Ob nun eine gescheiterte Ehe, verpasste Chancen, der Verlust eines Kindes oder der Verlust eines Freundes – Trauer hat viele Gesichter! Dass Grace und Mr. Fowler jeweils Institute für außergewöhnliche Beerdigungen führen, weil sie ihre Trauer damit verarbeiten, ist eine der Ideen, die mir so gut an diesem Buch gefallen. Auch die Vorstellung solch ausgefallener Trauerfeiern hilft mir persönlich bei meiner eigenen Trauer.

Das Buch steckt voller wunderbarer Sätze. Nicht nur die „Dinge, die ich ohne Dich sehe“-Sätze, die immer wieder eingestreut werden und die zugleich trösten und traurig machen. Viele kleine Momente, die so schlicht wirken, aber so philosophisch sind. So wird aus einem Haufen unvollkommener Momente ein Leben, das so schön ist, wie wir es zulassen. Peter Bognanni hat es geschafft, auf wunderbar nüchterne Art und Weise ganz viel Gefühl in dieses Buch zu stecken. So widersprüchlich das klingen mag, es ist möglich. Hier wird nicht gejammert, hier wird auch kein moralischer Zeigefinger erhoben. Aber es wird gezeigt, dass Trauer wichtig ist, man sich aber nicht komplett darin vergraben darf.

Die Charaktere zeichnet Bognanni in all ihrer Einzigartigkeit wunderbar klar und einfach. Mir sind Tess, Jonah, Daniel, Grace, Tess‘ Vater und so einige Nebenfiguren sehr ans Herz gewachsen. Als Mutter wäre ich mächtig stolz auf Tess! Mir hat dieses Buch nicht nur sehr gut gefallen, sondern auch geholfen, mit meiner eigenen Trauer besser umzugehen. Ganz klar: fünf Sterne!