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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 10.12.2016

Fortgeschrittene und Kapp-Fans kommen hier auf ihre Kosten

Mein Brot
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Peter Kapp, Juror von „Deutschlands beste Bäcker“, hat diverse Backbücher verfasst. Dies ist mein zweites von ihm. Und auch hier stört mich die übertriebene Selbstdarstellung des Herrn Kapp. „PKAB“ interessiert ...

Peter Kapp, Juror von „Deutschlands beste Bäcker“, hat diverse Backbücher verfasst. Dies ist mein zweites von ihm. Und auch hier stört mich die übertriebene Selbstdarstellung des Herrn Kapp. „PKAB“ interessiert mich nicht wirklich. Gut, es gibt diesmal weniger Fotos von ihm selbst, aber die Rezepte … ich hab da so meine Probleme.

Klingt alles recht lecker, aber man benötigt dermaßen viele Spezialzutaten, dass man kaum ein Rezept nachbacken kann. Viele der Tipps wiederholen sich immer wieder. Klar, langes Reifen mag für die meisten Brote sinnvoll sein, aber irgendwie ist es öde, den Spruch so oft in den Rezepten zu finden. Leider bin ich auch nie in der Gegend von Edingen und komme so niemals an die 40 Jahre alte Sauerteigmutter. Ich bin aber auch davon überzeugt, dass man da nicht wirklich einen Unterschied herausschmecken kann.

Die Rezepte sind bis auf vier Brote (diese dafür umso größer) immer für mehrere Brote (2, 4, 6, 8) ausgelegt. Warum? Wer möchte so viele Brote? Ich zumindest liebe die Abwechslung und backe gern jedes Mal ein anderes Brot und dann immer nur eines.

Es gibt sehr ausgefallene Brote (wie bereits erwähnt, meist mit ausgefallenen Zutaten) und auch ein paar recht bodenständige Sorten. Brote mit Sauerteig, Brote mit Hefe. Die Auswahl ist groß und bunt, aber ich denke, man muss schon echter Kapp-Fan sein, um von diesem Buch komplett vom Hocker gefegt zu werden. Mich hat leider schon die Werbung für einen gewissen Mehlhersteller ordentlich verärgert.

Die Fotos zu den Broten sind sehr schön, die Aufmachung des Buches ebenfalls. Dass Brot backen immer mit echter Arbeit verbunden ist, ist klar. Die Aufstellung hier ist in meinen Augen aber „geschönt“. Es fehlen die Angaben für die benötigte Zeit (nicht nur die Backzeit interessiert, sondern die gesamte Zeit, die man aufwenden muss, bis das Brot fertig ist), ein wenig Info über den Geschmack des jeweiligen Brotes, mögliche Ausweich-Zutaten (ja, auch „ohne Kompromisse“ habe ich gelesen, dennoch ist es ein Unding), eine Auflistung am Anfang, welche Gerätschaften und Zutaten insgesamt vorrätig sein sollten.

Alles in allem – ich erwarte von einem Brotbackbuch etwas mehr. Auch mal ein Rezept mit Erfolgsgarantie, das leicht herzustellen ist, damit man überhaupt weitermachen möchte. Mehr Interesse am Leser (statt an sich selbst). Einsteiger-Ideen. Das gibt es hier nicht. Deshalb kann ich Peter Kapp auch diesmal leider nur drei Sterne geben.

Veröffentlicht am 09.12.2016

Gerichte mit Knoblauch als Krönung

Knoblauch
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Ein Buch nur über Knoblauchrezepte? Und dann mit einhundertsechzig Seiten? Braucht man das? JA! Und wie! Denn dieses Buch steckt voller toller, leckerer Rezepte. Klar, Knoblauch ist jeweils das Tüpfelchen ...

Ein Buch nur über Knoblauchrezepte? Und dann mit einhundertsechzig Seiten? Braucht man das? JA! Und wie! Denn dieses Buch steckt voller toller, leckerer Rezepte. Klar, Knoblauch ist jeweils das Tüpfelchen auf dem i und nicht die Hauptzutat. Das würde ja auch keiner wollen. Aber die richtige Art, mit Knoblauch Akzente zu setzen, will schon gelernt sein. Man kann nicht einfach überall eine Knoblauchknolle reinwerfen und glauben, das schmeckt. Geröstet oder gehackt, gewürfelt oder zerdrückt, frisch oder getrocknet, in Öl oder in Essig – es gibt so viele Möglichkeiten!

Von der leichten Knoblauchnote bis zum „Hähnchen mit 40 Knoblauchzehen“ findet sich hier eine Fülle an Rezepten aus vielen Ländern. Mit jeder Seite entdeckt man neue Leckereien und man weiß kaum, wo man beginnen soll.

Die Rezepte sind gut erklärt und beschrieben. Bevor es losgeht, gibt es immer noch ein paar Infos zum Gericht bzw. den Zutaten. Es folgt die Auflistung der benötigten Zutaten und – wenn nötig – auch besonderen Utensilien sowie die Angabe, für wie viele Personen das Rezept gedacht ist. Anschließend findet sich die genaue Anweisung, wie das Gericht zubereitet wird, wobei jede Zutat, die von der Auflistung genommen wird, dann im Fettdruck erscheint. Das Buch ist durchgehend toll bebildert und sogar die Texte sind in Fotos gebettet. Manchmal ist das einfach eine Tischdecke, aber nie eine einfache weiße Seite. Das macht die Seiten stimmig und wertet sie noch mal auf. Gefällt mir sehr gut!

Für mich ist dies ein Highlight in meiner Kochbuchsammlung. Ich finde keinerlei Grund zum Meckern und genieße die neue Art, mit Knoblauch zu würzen. Macht bei mir die vollen fünf Sterne.

Veröffentlicht am 08.12.2016

Kunst auf dem Teller

Garnieren & Verzieren leicht gemacht
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Manche Starköche und Kritiker verpönen ja die kleine Deko am Tellerrand als veraltet und altmodisch und unnötig. Ich persönlich seh das anders und freu mich besonders beim Chinesen immer wieder über die ...

Manche Starköche und Kritiker verpönen ja die kleine Deko am Tellerrand als veraltet und altmodisch und unnötig. Ich persönlich seh das anders und freu mich besonders beim Chinesen immer wieder über die tolle Gemüse-Deko. Und kürzlich habe ich den optisch (und geschmacklich) tollsten Teller Tiramisu mit Obst (traumhaft schön dekoriert) bekommen – da musste einfach ein Buch her, das mir zeigt, wie es geht.

Das „Garnieren & Verzieren leicht gemacht“ ist sehr gut für Einsteiger geeignet. Alle vorgestellten Ideen sind auch für Anfänger machbar. Das benötigte Werkzeug hat man unter Umständen sogar schon einige Zeit zu Hause und nur noch nicht dafür eingesetzt. Einige wenige Dinge sind ausgefallener, aber im Handel kostengünstig zu bekommen.

Unterteilt ist das Buch in die Kapitel:
Früchtchen
Gemüslis
Meet meat
Fingerfood
Platten und Kanapees
Verzierungen

Die Anleitungen sind in Wort und Bild super festgehalten, sodass man das auch alleine hinbekommt. Keine großen Kunststücke, aber erstaunlich schöne Objekte, die man leicht nacharbeiten kann.

Für mich ein tolles Buch und rundum gelungen – somit auch die vollen fünf Sterne!

Veröffentlicht am 08.12.2016

Den Odenwald entdecken

MARCO POLO Raus & Los! Odenwald, Rhein
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Der Mensch neigt dazu, lieber in die Ferne zu schweifen, statt das Umfeld zu erkunden.

Der Odenwald liegt bei mir quasi fast vor der Haustür. Den einen oder anderen Ort kennt und besucht man relativ regelmäßig, ...

Der Mensch neigt dazu, lieber in die Ferne zu schweifen, statt das Umfeld zu erkunden.

Der Odenwald liegt bei mir quasi fast vor der Haustür. Den einen oder anderen Ort kennt und besucht man relativ regelmäßig, weil man ihn kennt und öfter da ist. Doch viele Orte und Events übersieht man, weil man nicht genauer hinsieht. Der Marco Polo Guide hat mir diese Orte mit Erfolg in Erinnerung gebracht, mich auf sie neugierig gemacht und mich sie besuchen lassen. Allerdings wundert mich, dass Eberbach nicht im Guide zu finden ist.

Man muss wissen, dass der Odenwald sich über drei Bundesländer erstreckt: Baden Württemberg, Hessen und Bayern. Entsprechend viel hat dieses Gebiet zu bieten.

Der Guide teilt alles Interessante in die Gruppen „Hofläden & Direktvermarkter“, „Biergärten & Ausflugslokale“, „Stadtführungen & Thementouren“ und „Fahrradtouren“ auf. Dazu gibt es 66 tolle Ausflugstipps, die richtig Spaß machen. Auch die Bildung kommt dabei nicht zu kurz, dennoch kommt die Unterhaltung an erster Stelle.

Die Erlebniskarte macht das Finden und Orientieren sehr einfach und bequem. Klar, man kann auch das Navi auf dem Smartphone nutzen. Ich persönlich mag diese Karte mit Buch aber sehr viel lieber. Info und Karte in einem tollen, handlichen Set, das robust ist und im Preis absolut top – ich bin begeistert!

Veröffentlicht am 08.12.2016

James' zweites Jahr in Darrowby

Der Doktor und das liebe Vieh (Box 2) - Schwein gehabt/Die schöne Helen
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Es ist unbeschreiblich – diese Serie macht süchtig! Frank Arnold verleiht dem Erzähler (James Wright alias James Herriot) so perfekt seine Stimme, dass man fast glauben mag, er ist es selbst. Das klingt ...

Es ist unbeschreiblich – diese Serie macht süchtig! Frank Arnold verleiht dem Erzähler (James Wright alias James Herriot) so perfekt seine Stimme, dass man fast glauben mag, er ist es selbst. Das klingt nicht gelesen, sondern erzählt und das ergibt ein tolles Hörbucherlebnis!

Man erfährt mehr über das Leben des Tierarztes und seiner Anfangsjahre in den Yorkshire Dales. Die Zeiten damals waren hart. Man lebte in sehr einfachen Verhältnissen und musste mit wenig auskommen. Da war es normal, dass die Bauern die Tierärzte erst sehr spät riefen – meist zu spät. So hatten diese schnell einen denkbar schlechten Ruf und mussten dagegen ankämpfen. In Herriots Leben kam dann noch die Komplikation Siegfried Farnon dazu – ein sehr guter Tierarzt, der jedoch eine extrem anstrengende Art hatte, gern mal zu vergessen, was er tags zuvor gesagt hat. Meinungsänderung auf sehr spezielle Art!

In all dem Chaos bleibt der Tierarzt Herriot jedoch auch Mann und als solcher begegnet ihm eine ganz besondere Frau – Helen Alderson. Blöd nur, wenn der Tierarzt ebenso schüchtern ist, wie seine Angebetete und alles schief geht, was schief gehen kann. Dann noch die Tipps von Tristan Farnon, der es gut meint, aber leider keine Ahnung hat – das kann nur problematisch werden!

Der Zuhörer hat hier wieder einmal eine geniale Hörzeit, in der es spannende, lustige, romantische, dramatische, traurige und auch beschauliche Momente gibt. James Herriot schildert die Zeit in Darrowby sehr einprägsam. Man kann nicht anders als darüber zu staunen, wie viele Ähnlichkeiten es noch heute in Bezug auf Tiermedizin gibt, aber auch, wie groß die Unterschiede andererseits in ebendiesem Punkt sein können.

Ich hatte 274 tolle Minuten mit diesem Hörbuch und kann es von Herzen empfehlen: 5 Sterne! Box drei liegt schon auf meinem Player!