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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 02.12.2016

Auftakt einer Trilogie

Die Maschine
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Eine von gottgleichen Erbauern vor hundert Millionen Jahren geschaffene Galaxie ist das Zentrum eines Krieges, der alles vernichten soll, was von der Opposition übrig ist. Der Oberbefehlshaber will sogar ...

Eine von gottgleichen Erbauern vor hundert Millionen Jahren geschaffene Galaxie ist das Zentrum eines Krieges, der alles vernichten soll, was von der Opposition übrig ist. Der Oberbefehlshaber will sogar die eigene Tochter töten, doch Fleare gelingt die Flucht. Mit einem Verbündeten will sie ihren Vater stoppen. Dabei spielt eine Maschine eine wichtige Rolle. Diese findet sich auf einem vergessenen Planeten und ist von den Schöpfern …

Okay, ich lese relativ wenig Science Fiction. Aber das Prädikat „Eines der zehn wichtigsten Bücher des Jahres!“ erstaunt mich dann doch. Die Sprache des Autors ist sehr schlicht, oft obszön und immer flapsig. Ein besonderes Merkmal, warum dieses Buch so wichtig sein sollte, kann ich leider nicht entdecken. Es liest sich recht flott, wenn man mit den Rückblenden und Sprüngen zwischen Orten und Zeiten klarkommt. Als Auftakt einer Trilogie ist das Ende natürlich entsprechend offen und unbefriedigend.

Probleme machten mir die vielen erfundenen Begriffe, Namen, Orte, Bezeichnungen usw. Sie werden nicht wirklich erklärt, sondern sollen sich wohl im Laufe der Story von selbst erklären. So echt gelungen ist das meiner Meinung nach nicht. Das muss man mögen – und wirklich eingefleischter und „geübter“ Sci-Fi-Leser sein.

Für meinen Geschmack gibt es zu viele Lücken. Vermutlich sollen die dazu führen, dass man die Folgebände kauft und liest, aber mich nervt das leider nur extrem an.

Ich habe mich weder mit einer der Figuren anfreunden noch identifizieren können. Die Intrigen sind mir dann doch zu sehr an den Haaren herbeigezogen und am Ende des Buches war mir kaum etwas von der Story im Gedächtnis geblieben. Schade, aber das war nix. Auch wenn es daran liegen könnte, dass ich nicht die optimale Zielperson bin, kann ich nur zwei Sterne geben.

Veröffentlicht am 02.12.2016

Weihnachten in Dijon

Kater Anton und das Weihnachtsglück
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Ella ist seit August mit Xavier glücklich. Das Problem ist nur, dass Xavier in Frankreich wohnt und beide die Fernbeziehung leid sind. Über die Weihnachtszeit wollen sie testen, ob sie auch im Alltag zusammenpassen ...

Ella ist seit August mit Xavier glücklich. Das Problem ist nur, dass Xavier in Frankreich wohnt und beide die Fernbeziehung leid sind. Über die Weihnachtszeit wollen sie testen, ob sie auch im Alltag zusammenpassen und so fährt Ella mit Kater Anton ins schöne Dijon, um den ganzen Dezember mit Xavier zu verbringen. Sie wohnen bei Madame Bernard, die eine Honigkuchenbäckerei hat. Doch plötzlich geschehen seltsame Dinge und Anton muss alles daransetzen, eine Katastrophe zu verhindern und allen zu ihrem Glück zu verhelfen ...

Angela Troni verzaubert mit diesem kleinen Kater den Leser sofort. Man kann gar nicht anders, als ihn zu mögen. Wunderbar schildert sie seine Eigenheiten, die Katzenhaltern nur allzu bekannt vorkommen werden. Der Leser erhält Einblick in Antons Sicht- und Denkweise. Dabei vermenschlicht die Autorin den Kater nicht, legt ihm aber auch keine unsinnigen erfundenen Wörter ins Mäulchen. So liest sich die Geschichte flott hintereinander weg und man ist traurig, wenn man die letzte Seite umblättert.

Die Protagonisten sind klar gezeichnet und alle individuell. Ohne überdeutliche Beschreibungen sieht man sie alle regelrecht vor sich: die kleine Manon, Onkel Michel, Xavier, Oma Josie und ganz besonders Ella. Man möchte am liebsten mit in der Backstube stehen oder mit Ella und Xavier über den Weihnachtsmarkt bummeln – so real hat man die Szenen vor Augen.

Immer wieder gibt es Stellen, die extrem humorvoll sind, doch auch Spannung fehlt nicht. Das alles in der Vorweihnachtszeit und mit einem stimmungsvollen Cover – das ergibt ein herrliches Katzenweihnachtsbuch. In meiner Katzenbuchsammlung rangiert dieses liebenswerte Roman weit oben bei meinen Favoriten. Besonders schön auch, dass es zwischen den Kapiteln immer einen Katzenscherenschnitt gibt. Nicht wichtig, aber ich mag solche Details. Ebenso gefällt es mir, dass die Schrift in einer angenehmen Größe gehalten ist und man das Buch so ganz bequem lesen kann.

Kurz und knapp: meine diesjährige Weihnachtsgeschichte hat mir Angela Troni erzählt und ich habe sie rundum genossen. Macht die vollen fünf Sterne!

Veröffentlicht am 23.11.2016

Da muss einfach jeder mal hin

Toiletten
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Ob nun auf der Toilette zur Unterhaltung der Gäste oder im Regal – dieses Büchlein sollte man unbedingt haben! Es ist nicht lebenswichtig, dennoch höchst amüsant und informativ. Ja, über Toiletten kann ...

Ob nun auf der Toilette zur Unterhaltung der Gäste oder im Regal – dieses Büchlein sollte man unbedingt haben! Es ist nicht lebenswichtig, dennoch höchst amüsant und informativ. Ja, über Toiletten kann man so einiges erfahren, das man nicht wusste.

Besonders schöne Toiletten, Toiletten an besonderen Plätzen – Toiletten auf der ganzen Welt! Vergessene Toiletten, versteckte Toiletten, unfassbare Toiletten – es ist unbeschreiblich, welche Vielfalt da zu finden ist.

Die Fotos sind einfach klasse und man möchte schon fast eine Toilettenreise machen. Vor allem hat man nach diesem Buch einen völlig anderen Blick auf Toiletten.

Das Buch zeigt jeweils das Bild der entsprechenden Toilette, dazu einen kleinen Globus mit Angabe, wo sie sich befindet, einen informativen Text dazu und, was ich besonders witzig finde, sogar die Koordinaten mit Längen- und Breitengrad, wo genau die Toilette zu finden ist. Ganz neue Ziele für Geocaching!

Die Idee für das Buch ist großartig, die Machart ebenfalls. Ich habe mich bei der Lektüre sehr amüsiert. Ich bin gespannt, was dem Verlag als nächstes einfällt. Das könnte eine tolle Serie werden! Von mir jedenfalls die vollen 5 Sterne.

Veröffentlicht am 23.11.2016

Wenn ein ganzes Dorf schweigt

Im Wald
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Im Wald bei Ruppertshain brennt ein Wohnwagen. Bodenstein und Sander ermitteln nun wegen Brandstiftung und Mord. Als dann noch eine alte, sterbenskranke Frau ermordet wird, die Bodenstein persönlich kannte, ...

Im Wald bei Ruppertshain brennt ein Wohnwagen. Bodenstein und Sander ermitteln nun wegen Brandstiftung und Mord. Als dann noch eine alte, sterbenskranke Frau ermordet wird, die Bodenstein persönlich kannte, wird er ins Jahr 1972 geführt, das Jahr, in dem sein bester Freund Artur verschwand und auch sein zahmer Fuchs Maxi. Dass nach mehr als 40 Jahren dieses und andere Geheimnisse wieder hochgeholt werden, scheint jemanden im Ort zu stören und es kommt zu immer weiteren Vorfällen, die Bodenstein an den Rand seiner Kräfte führen …

An manchen Stellen zog sich das Buch ein wenig, obwohl – oder gerade weil – sehr viel mehr als nur ein Krimi in diesen vielen Seiten steckt. Die Protagonisten haben sich weiterentwickelt in den acht Fällen und auch der private Bereich wird angesprochen. So ist dies wohl Bodensteins (vorerst?) letzter Fall und es darf gespannt darauf gewartet werden, wie sich Pia schlagen wird.

Im aktuellen Fall jedoch kommt sehr viel Persönliches aus der Kindheit von Bodenstein vor, das mir doch sehr naheging. Die Zeit der 1970er Jahre war im Vergleich zu heute deutlich anders und man kann nur staunen, was eine Dorfgemeinschaft zu verschweigen weiß. Auch wenn dies nur ein Roman ist – er ist gar nicht so weit von der Wahrheit weg. Da ist man froh, dass gewisse Dinge heute zum Glück nicht mehr so geschehen könnten. Dennoch fragt man sich, wieso jeder alles weiß und nur Bodenstein von all den Vorgängen nichts mitbekommen hatte.

Nele Neuhaus hat es geschafft, in großen Bögen Zusammenhänge herzustellen, die so nicht vom Leser geahnt werden können. Dennoch sind sie plausibel und stimmig in sich. Es fällt nicht schwer, sich die Ruppertshainer vorzustellen. Allerdings wird der Leser mit extrem vielen Personen konfrontiert, wodurch man doch leicht den Überblick verlieren kann, trotz des Personenregisters am Anfang des Buches.

Davon abgesehen liest sich der Stil von Nele Neuhaus sehr gut. Keine zu detaillierten Fachreden, kein extremer Jugendslang, kein überheblicher Erzähler – einfach ein Buch, das dem Leser das Gefühl gibt, am Rande zu stehen und alles selbst mit ansehen zu können.

Man darf gespannt sein, wie die Serie weitergeht. Von mir für „Im Wald“ vier Sterne!

Veröffentlicht am 05.11.2016

Ein Tierarzt mit großem Herzen und viel Humor

Der Doktor und das liebe Vieh (Box 1) - Ankunft in Darrowby/Tricki Woo's Party
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In meiner Kindheit habe ich die Serie um die Tierärzte Siegfried Farnon und James Herriot (eigentlich Wright) sehr gerne gesehen, wenn ich auch die Feinheiten des Humors noch gar nicht wirklich verstehen ...

In meiner Kindheit habe ich die Serie um die Tierärzte Siegfried Farnon und James Herriot (eigentlich Wright) sehr gerne gesehen, wenn ich auch die Feinheiten des Humors noch gar nicht wirklich verstehen konnte. Jetzt endlich habe ich die Hörbücher zu den Büchern, auf der die Serie beruht, für mich entdeckt – und ich habe noch viel mehr Freude daran, als an den Sendungen!

Frank Arnold ist ein begnadeter Sprecher. Nachdem ich kurz damit kämpfen musste, dass ich noch immer die Synchronstimmen Herriots (Elmar Wepper/Arnim André) im Kopf hatte, stellte ich fest, dass Arnold viel besser zu Herriot passt und noch dazu die Gefühle und Feinheiten einfach wunderbar rüberbringt. Er schafft es wie kein Zweiter, dass man auch ohne Gesichtszüge zu sehen die Mimik quasi hört.

Da ich sehr gerne beim Schwimmen Hörbücher höre, um mich nicht beim Bahnenziehen zu langweilen (ich schwimme alleine, damit mich niemand zutextet) und mich zu motivieren, noch mehr Bahnen zu ziehen, ist es wichtig, dass mich ein Hörbuch wirklich packt. Das hat es – und ich hatte mehrfach Probleme, nicht lauthals loszulachen, so bildhaft sind die Texte und so trocken und doch anschaulich bringt Arnold sie rüber.

Diese beiden Episoden gehen nahtlos ineinander über. Die erste handelt von der Ankunft des jungen Herriot, der Ende der 1930er Jahre als frischgebackener Tierarzt sein Glück kaum fassen kann, eine Anstellung gefunden zu haben. Doch schon von Anfang an bekommt er die Eigenarten der Bewohner von Darroby kennen. Herriot wundert sich, sieht aber den Charme, der diesen Menschen eigen ist, und lernt schnell, damit umzugehen. Nur Siegfried Farnon ist nicht so einfach einzuschätzen, denn er ist ein launischer Choleriker, der seine Meinung immer wieder komplett ändert und abstreitet, je eine andere Sicht gehabt zu haben. Doch Herriot, der viel Humor und Geduld besitzt, bekommt auch dies in den Griff.

In der zweiten Episode erzählt Herriot von seinen Erlebnissen mit den Tieren und der oft skurrilen Eigenarten deren Besitzer. Meist rufen sie den Tierarzt erst so spät, dass dieser nicht mehr tun als die Tiere erlösen kann. So ist es schwierig, zu beweisen, dass bei frühzeitiger Behandlung den Tieren gut hätte geholfen werden können. Und wenn dann auch noch eine exzentrische reiche Witwe ihren Schoßhund vermenschlicht und halb zu Tode füttert, ist „Onkel Herriots“ ganze Trickkunst gefragt. Herrlich auch, wie er gegen die seltsamen fast schon abergläubischen Hausmittel anzukämpfen hat – vor allem, wenn diese tatsächlich zu wirken scheinen …

Kurz – dieses Hörbuch ist kultverdächtig! Tierfreunden und Freunden des trockenen englischen Humors kommen hier voll auf ihre Kosten. Man verliert sich in den Geschichten, die alle irgendwie ineinandergreifen und aufeinander aufbauen. Ich hatte 234 absolut amüsante Minuten und freue mich auf das Hören der nächsten Episoden! Dafür vergebe ich liebend gerne fünf blankpolierte Sterne!