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Veröffentlicht am 22.01.2017

Große Auswahl, keine Schnörkel

Simple
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Unterteilt ist dieses unfassbar schöne Kochbuch in die Kapitel Eier, Salate, Toast, Hülsenfrüchte, Pasta & Getreide, Fisch, Ofengerichte, Koteletts & Würste, Hähnchen, Gemüse, Fruchtige Desserts und Andere ...

Unterteilt ist dieses unfassbar schöne Kochbuch in die Kapitel Eier, Salate, Toast, Hülsenfrüchte, Pasta & Getreide, Fisch, Ofengerichte, Koteletts & Würste, Hähnchen, Gemüse, Fruchtige Desserts und Andere Süßspeisen. Für die ausgefallenen Zutaten, die teils in den Rezepten verwendet werden, hat Diana Henry teils Ersatzprodukte vorgeschlagen. Einen Link zu einem Onlinehändler findet sich am Ende des Buches unter „Einkaufsleitfaden“ ebenfalls. Da die Autorin Engländerin ist, wird hier typisch britisch gekocht und gewürzt. Das Register für die Rezepte ist meiner Meinung nach in einer extrem kleinen Schrift gehalten. Das macht das Finden nicht gerade leicht.

Die Fotos zu den Gerichten sind in ihrer Schlichtheit umwerfend schön. Auch wird nicht übermäßig viel Wert auf verspieltes Anrichten gelegt. Schlicht und einfach und dennoch optisch ansprechend – so wie man das wohl zu Hause meist auch macht. Nur wenige Gerichte sind ohne Abbildung, dennoch finde ich es schade, dass hier auf die Fotos verzichtet wurde.

Zu jedem Gericht gibt es immer noch ein paar erklärende Zeilen, bevor die Zutatenliste und die Zubereitungsanleitung folgen. Die Auswahl an Rezepten ist enorm. Hier kann man stundenlang Anregungen finden und wirklich für jeden Anlass das passende Gericht finden. Durch die Aufteilung (siehe oben) lässt sich gezielt suchen – vorausgesetzt man hat eine grobe Ahnung davon, was man verarbeiten möchte.

Auf den ersten Blick sind alle Gerichte fremdartig und komplex, doch stellt man schnell fest, dass sie im Grunde wirklich einfach zuzubereiten sind. Durch die eine oder andere Zutat oder auch Kombination bekommen sie diesen exotischen, außergewöhnlichen Touch. Doch kompliziert sind sie tatsächlich nicht. Dafür aber wirklich außergewöhnlich und überraschend. Sie sind meist für 4 oder 6 Personen gemacht, sodass man leicht hoch- beziehungsweise herunterrechnen kann.

Vermutlich wird es niemand schaffen, alle diese Rezepte ins eigene Repertoire aufzunehmen, doch finden sich bestimmt neue Lieblingsrezepte und solche, die immer mal wieder für besondere Anlässe nachgekocht werden.

Mich erinnern die Rezepte von Diana Henry an eine Mischung aus denen von Jamie Oliver und Nigella Lawson. Sie gefallen mir sehr gut. Die Schrift dürfte auch bei den Rezepten ein wenig größer sein, um sie gut lesen zu können. Insgesamt ist SIMPLE für mich ein außergewöhnliches Kochbuch in meiner Sammlung, dem ich vier Sterne geben möchte.

Veröffentlicht am 21.01.2017

Nicht einfach nur ein Grillbuch

Grillen Argentinisch
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Grillen ist überall gleich? Nein, ganz und gar nicht! Andere Länder, andere Sitten – und auch andere Speisen, sowie deren Zubereitung, auch beim Grillen. Argentinisches Rindfleisch ist schon sehr lange ...

Grillen ist überall gleich? Nein, ganz und gar nicht! Andere Länder, andere Sitten – und auch andere Speisen, sowie deren Zubereitung, auch beim Grillen. Argentinisches Rindfleisch ist schon sehr lange meine erste Wahl, gerade bei Steaks. Und nach diesem Buch wird bei uns auch immer wieder argentinisch gegrillt.

Francis Mallmann ist gelernter Koch, war lange in der Haute Cuisine tätig. Doch dann ist er zu seinen Wurzeln zurückgekehrt: dem Kochen über offenem Feuer. Der Erfolg gibt ihm Recht, denn seine drei Restaurants gehören zu den besten Küchen der Welt.

Man erfährt zunächst einiges über Francis Mallmann selbst und Argentinien. Das ist informativ und interessant, aber noch mehr bringt es das Lebensgefühl der Argentinier nahe, wodurch man ein vollkommen anderes Verhältnis zu den Rezepten bekommt. Jedenfalls geht es mir so. Dann werden die sieben argentinischen Arten, Fleisch auf offenem Feuer zuzubereiten, vorgestellt. Diese sind Parilla, Chapa, Infiernillo, Horno de Barro, Rescolodo, Asador und Caldero. Bei jeder dieser Grillvarianten liefert Mallmann gleich eine „Alternative für Innen“. So kann man alles auch zu Hause in der Küche kochen (bis auf die besonderen Ausnahmen). Wunderbar! Danach folgen die Rezepte für Vorspeisen, Rindfleisch, Lamm, Schweinefleisch & Huhn, Fisch & Meeresfrüchte, Gemüse, Leichte Mahlzeiten & Salat, Desserts und Brote. Im Abschnitt „Grundlagen“ finden sich dann Rezepte für Aufstriche, Dressings und besondere „Kleinigkeiten“.

Die Vielfalt der Rezepte ist atemberaubend. Sie sind wunderbar bebildert – man bekommt sofort Appetit und eine sehr genaue Vorstellung davon, wie die fertigen Speisen schmecken. Natürlich sind einige der Rezepte auch weniger alltagstauglich, dennoch bin ich froh, sie in der Sammlung zu finden. Für größere Feste eignen sich einige davon hervorragend, andere wieder eher besser für die kleine Runde. Zu jedem Gericht gibt es ein paar Zeilen vom Autor. Hier erzählt er von sich selbst und der Geschichte der Speisen. Mir gefällt das sehr gut. Die Anweisungen, wie die Gerichte zubereitet werden müssen, sind klar verständlich und leicht nachvollziehbar. Die benötigten Zutaten erfordern keine lange Suche, sie sind durchweg im normalen Lebensmitteleinzelhandel zu bekommen.

So ist das Buch rundum gelungen und bietet nicht nur Grillfans eine große Palette neuer Ideen für den Speiseplan. Unterhaltsam zu lesen ist es ebenfalls. Ein schönes Geschenk für alle, die gerne essen, aber auch in der eigenen Büchersammlung ein absolutes Highlight. Dafür gibt es von mir auch die vollen fünf Sterne.

Veröffentlicht am 21.01.2017

Ausnahmekünstlerin

Adele
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Adele ist zweifelslos eine außergewöhnliche, große Künstlerin. Ihre Stimme ist unverwechselbar, die Liebe zur Musik hört man aus jedem ihrer Songs heraus. In unserer Zeit, in der der Magerwahn regiert, ...

Adele ist zweifelslos eine außergewöhnliche, große Künstlerin. Ihre Stimme ist unverwechselbar, die Liebe zur Musik hört man aus jedem ihrer Songs heraus. In unserer Zeit, in der der Magerwahn regiert, steht Adele zu ihren tollen Rundungen, ist sich selbst noch immer treu geblieben, trotz des phänomenalen Erfolges.

In diesem Buch sind zahlreiche Fotos zu finden, die widerspiegeln, wie sich die Queen of Soul entwickelt hat, ohne sich selbst zu verlieren. Sie hat es geschafft, sich selbst treu zu bleiben, aber nicht zu stagnieren. Das ist großartig!

Die Texte dazu sind wunderbar. Man liest sich sofort fest, begleitet diese tolle Frau durch die Jahre von ihrer Kindheit und Jugend bis heute. Ja, es ist ein modernes, zeitgemäßes Märchen – auch wenn Adele nichts in den Schoß gefallen ist, sie für alles hart und intensiv gearbeitet hat. Doch der Erfolg ist auch bei Adele mit einer Schattenseite verbunden. Nur ist Adele rechtzeitig aus der Tretmühle ausgestiegen, hat ein ganz normales Leben gelebt und darin die Kraft gesammelt, wieder weiterzumachen. Sie lässt sich nicht ausbrennen, bewahrt sich ihr privates Leben, ist mit vollem Herzen nicht nur Musikerin, sondern auch Mutter und Partnerin.

Hochachtung vor dieser Frau! Dieses Buch zu lesen, ist eine wahre Freude. Es erdet ungemein und verleiht doch die Flügel, sein Leben neu und so zu gestalten, wie man es wirklich möchte. Man muss sich selbst treu sein, um andere begeistern zu können – das gilt für Künstler, aber auch für „Normalsterbliche“.

Adeles Songs sind schon immer ganz mein Geschmack gewesen, doch nach diesem Buch höre ich sie tatsächlich ein wenig anders. Ich kenne die Geschichte um Adele und kann noch besser empfinden, was sie in die Songs alles hineingesteckt hat. Ihr Sohn Angelo hilft Adele, so natürlich und unverbraucht zu bleiben, wie sie immer war.

Ein tolles Buch, das viel mehr als eine Biografie ist. Texte und Bilder sind traumhaft, ergänzen sich ideal. Von mir begeisterte fünf Sterne!

Veröffentlicht am 21.01.2017

Der Anfang ist genial, aber dann ...

Passagier 23
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Seit seine Frau und sein Sohn auf einem Kreuzfahrtschiff spurlos verschwunden sind, ist Martin Schwartz durchgeknallter verdeckter Ermittler. Seine psychologische Ausbildung in Kombination mit seinem Trauma ...

Seit seine Frau und sein Sohn auf einem Kreuzfahrtschiff spurlos verschwunden sind, ist Martin Schwartz durchgeknallter verdeckter Ermittler. Seine psychologische Ausbildung in Kombination mit seinem Trauma lässt ihn die Dinge anders angehen. Als die Thrillerautorin Gerlinde Dobkowitz, die sich dauerhaft auf dem Schiff eingemietet hat, ihn an Bord der Sultan of the Seas ruft, weil sie angeblich Beweise dafür hat, was mit seiner Familie geschehen ist, glaubt er nicht so recht daran, aber etwas treibt ihn hin. Und tatsächlich: ein Mädchen ist nach Wochen tatsächlich wieder aufgetaucht – ein zurückgekehrter Passagier 23. Doch sie spricht kein einziges Wort, allerdings hat sie den Teddy von Martins Sohn fest umklammert. Martin bleibt auf dem Schiff und gräbt immer tiefer in den Abgründen der menschlichen Psyche …

Es ist schon seltsam – ich habe einige Bücher dieses Autors gelesen und bin noch immer nicht sicher, ob er nun schreiben kann oder nicht. Mal finde ich ein Buch total gelungen, überzeugend und packen, dann enttäuscht er mich wieder komplett. Dieses Buch hier gehört zu denen, die eigentlich einen tollen Plot haben. Aber leider hat Fitzek hier die besten Möglichkeiten einfach ausgelassen. Statt mit einer echt guten Idee zufrieden zu sein und diese gut auszubauen, schießt er immer wieder übers Ziel hinaus, indem er noch eins draufsetzt und noch eins – und damit dann absolut unglaubwürdig wird. Beim Hörbuch fehlt (leider?) unter anderem der Epilog. Der ist noch mal ein Schlag obendrauf, der nicht unbedingt nötig gewesen wäre. Allerdings ist er wohl der Grund dafür, warum so viele Leser behaupten, man möge nach diesem Buch keine Kreuzfahrt mehr machen. Nun, ich habe noch immer keine Angst davor – zumal ich diese Behauptung nicht verstehen kann. Gerade wenn man das Buch gelesen hat, sollte man keine Angst mehr haben. Nun denn.

Martin Schwartz ist ein Protagonist, für den man noch Verständnis aufbringen kann. Dennoch ist er ein wenig zu sehr James Bond und McGyver in Personalunion. Anouk ist eine Figur, die sehr schnell an Glaubwürdigkeit verloren hat. Auch die anderen Protagonisten sind viel zu überzeichnet. Ganz schlimm war für mich beim Hörbuch, dass der Sprecher Simon Jäger, den ich an sich sehr gerne höre, den österreichischen Slang nur grauenhaft hinbekam.

Die Wendungen im Laufe der Story kamen teils recht gut, dann aber eben zu aufgesetzt an. Weniger wäre sehr viel mehr gewesen. Schade! Man hätte aus dem überflüssigen Material locker einen zweiten Plot basteln können. Ein wenig ausgebaut, ohne Übertreibungen und schon wäre ein weiterer Fitzek gebastelt gewesen. Gut wäre auch gewesen, wenn nicht wirklich alle Personen in dieser Story komplett negativ motiviert gewesen wären. Nicht eine Figur ist positiv, freundlich, nett, liebevoll. Das ist mir zu einseitig.

Fitzek nutzt eine ganze Palette von Stilelementen – auch hier leider überreichlich. Die Erzählstränge mit Naomi reißen nicht gerade komplett aus dem Lesefluss, sind aber auch nicht überzeugend. Sie versorgen die Story mit Cliffhangern. Zwar machen sie rückblickend einen Sinn, doch empfinde ich sie als too much.

Wieso Sebastian Fitzek so unterschiedliche Qualität liefert, die Verlage nicht eingreifen und Masse wichtiger als Klasse zu sein scheint, erschließt sich mir nicht so ganz. Dennoch werde ich einen weiteren Fitzek-Versuch wagen – allerdings hat meine Geduld und Experimentierfreudigkeit dann irgendwann auch mal ein Ende. Für dieses (Hör-)Buch kann ich aufgrund der wirklich guten Ansätze (die sogar meinen Mann gefesselt hatten) drei Sterne geben. Im letzten Drittel ist einfach zu viel Abgehobenes und Unwahrscheinliches eingefügt worden, das dem Ganzen den Sinn und echten Thrill raubte.

Veröffentlicht am 18.01.2017

Die Spiele der Reichen und Mächtigen

Spielzeit
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Ein weiterer Fall für Sam O’Connor – in London wird eine schrecklich zugerichtete Leiche gefunden. Die einzige Spur ist ein im Matsch gefundenes Foto, das von diesem Mann gemacht worden scheint. Darauf ...

Ein weiterer Fall für Sam O’Connor – in London wird eine schrecklich zugerichtete Leiche gefunden. Die einzige Spur ist ein im Matsch gefundenes Foto, das von diesem Mann gemacht worden scheint. Darauf ist eine geköpfte Frau zu sehen. Sam soll mit Clair Moyer den Fall lösen, da wird er von Europol abberufen. In einem Theater in Bad Hersfeld in Deutschland stirbt die Schauspielerin Maribel in ihrer Rolle als Julia – am Gift in der Phiole. In beiden Fällen tun sich Abgründe auf und Sam ahnt nicht, wie entsetzlich die Wahrheit ist …

Tanja Pleva hat hier ein Thema aufgegriffen, das ein wirklich heißes Eisen ist und über das viele Gerüchte existieren. Solange diese nicht offiziell bestätigt werden, möchte ich persönlich nicht darüber spekulieren. Aber auch als reine Phantasie ist die Vorstellung schlimm genug.

Die Protagonisten haben anfangs scheinbar so gar nichts miteinander zu tun. Wer wie und warum mit was genau zusammenhängt, entwickelt sich mit der Zeit. Dabei steigert sich die Spannung unmerklich immer mehr. Somit ist kein Kapitel langweilig – im Gegenteil, die Cliffhanger sind extrem und immer wieder gibt es noch eins drauf. Jeder einzelne Strang steckt voller Spannung.

Die Beschreibung der Umgebung ist an allen Schauplätzen sehr gut gelungen. Wer die Vorgängerbände kennt, freut sich auf Juri. Der kommt relativ spät in der Story an. Auch wer die Bände Gottesopfer, Totenpech, Orchideenstaub und Puppenspiele nicht gelesen hat, findet gut in die Story und wird auch nicht vor Rätsel gestellt. Die Fälle sind immer in sich abgeschlossen.

Es fließt sehr viel Blut in diesem Band und die Art der Tötungen ist mehr als grausam. Das ist nichts für zartbesaitete Leser! Dabei ändert man immer mal wieder seine Meinung über die Protagonisten, weiß sie nicht genau einzusortieren und möchte immer mal wieder eingreifen. Die Ereignisse entwickeln sich sehr schlüssig und in sich stimmig, was den Thrill noch mal erhöht. Trotz der recht großen Anzahl an Figuren kann man sie gut auseinanderhalten und den einzelnen Strängen zuordnen.

Der Schluss ist eine absolute Überraschung und hat mich kalt erwischt. Super gut gemacht! Ich liebe diese Art Überraschungen!

Auch dieser Band mit Sam O’Connor hat mich wieder gefesselt. Mir gefällt, dass hier die Hauptfigur menschlich bleibt und keine Superkräfte entwickelt, sondern auch mal etwas abbekommt. Das macht das Buch noch realitätsnäher und geht entsprechend unter die Haut. Die ausgeklügelten Details faszinieren mich immens.

Wieder einmal hat mir Tanja Pleva mit einem Sam-O’Connor-Thriller wunderbare Lesezeit bereitet. Das belohne ich gerne mit den vollen fünf Sternen!