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Veröffentlicht am 11.11.2023

Auch zu einer Region geht die Liebe durch den Magen

Schwaben. Meine kulinarische Heimat
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Dieses Buch bietet eine Menge zu lesen, denn hier geht es zu gleichen Teilen um die Liebe zum Schwabenländle, wie zum schwäbischen Essen und damit den Rezepten. Und so finden sich in Wort und Bild Portraits ...

Dieses Buch bietet eine Menge zu lesen, denn hier geht es zu gleichen Teilen um die Liebe zum Schwabenländle, wie zum schwäbischen Essen und damit den Rezepten. Und so finden sich in Wort und Bild Portraits der Hauptdarsteller. Der Ausdruck gefällt mir, denn er trifft es so gut, wie er überraschend kommt. Die Rezepte sind dagegen quasi nur Beiwerk, wie zufällig eingestreut. Sie sind typisch für die Region, aber nicht altbacken, sondern wenn machbar zeitgemäß verändert. Trotzdem verlieren sie nicht ihren Charakter. Auch das begeistert mich sehr! Wie auf dem Titelbild gut sichtbar, geht es hier um Menschen, Geschichten und Rezepte. Eine tolle Mischung! Im Grunde hat man hier einen kulinarischen Roadtrip vor sich, einen Reiseführer durch Schwaben, dessen Ziele am Ende des Buches mit Adressen aufgelistet sind, sodass man sie in die eigenen Reisepläne einbeziehen kann. Also auch nicht so ganz werbefrei.



Die Rezepte kommen ohne Angaben von Nährwerten daher. Der Zeitaufwand wird mehr oder weniger treffend angegeben. Da ist manchmal etwas geschönt worden, was aber verziehen sei. Meist sind die Rezepte auf vier Personen ausgelegt. Neben der Zutatenliste ist die Schritt-für-Schritt-Zubereitung erklärt. Diese ist gut verständlich gehalten und weder zu ausführlich, noch zu knapp. Die Mischung ist für Flexitarier. Veganer werden hier nicht glücklich, Vegetarier finden auch fleischlose Rezepte oder können sie relativ leicht umbauen.



Die Fotos zu den Rezepten sind wie gemalt! So möchte man die Gerichte serviert bekommen. Ob man sie selbst so wunderschön hinbekommt, sei dahingestellt. Auch die anderen Fotos bringen ihre Aussage klar rüber. Bis auf die Portraits sind alle Fotos farbig. Das mag seltsam anmuten, dass ausgerechnet die Hauptdarsteller Schwarzweiß sind, ist man ja gewohnt, dass das zumeist bei Verstorbenen genutzt wird. Hier sind aber alle quicklebendig!



Lesen, genießen, kochen, genießen – ein schönes Buch, das Land, Leute und Gerichte vorstellt. Vier Sterne!

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Veröffentlicht am 08.11.2023

Was für eine Familie!

Die mörderischen Cunninghams (Die Cunninghams 1)
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Die Cunninghams sind eine sehr spezielle Familie. Hat doch jeder im wahrsten Sinne des Wortes eine Leiche auf dem Gewissen oder im Keller. Und da ist es dann nicht verwunderlich, dass beim ersten Familientreffen ...

Die Cunninghams sind eine sehr spezielle Familie. Hat doch jeder im wahrsten Sinne des Wortes eine Leiche auf dem Gewissen oder im Keller. Und da ist es dann nicht verwunderlich, dass beim ersten Familientreffen seit Jahren auch eine Leiche auftaucht – und dazu alle eingeschneit und von der Außenwelt abgeschlossen sind. Ernie, der ein ganz spezielles Verhältnis zu Krimis hat, bleibt nichts anderes übrig, als die Ermittlungen zu übernehmen.

Diese Familie ist wirklich außergewöhnlich und Ernie Cunningham muss man einfach mögen. Nicht, weil er seinen eigenen Bruder wegen Mordes angezeigt und ins Gefängnis gebracht hat, sondern weil er eine charmante Art hat, die Geschichte zu erzählen. Dabei nimmt er nicht nur andere, sondern auch sich selbst auf die Schippe. Seine Kombinationsgabe ist erfrischend und teils urkomisch.

Die Verwirrungen und daraus entstehenden Entwicklungen, die Wendungen und neuen Ansätze sind so vielzählig, dass es eigentlich anstrengend sein müsste, der Story zu folgen. Aber das Gegenteil ist der Fall! Das Ganze ist amüsant, unterhaltsam, spannend und super kurzweilig. Dazu trägt nicht zuletzt bei, dass Benjamin Stevenson sehr bewusst mit einem alten Erfolgskonzept arbeitet. In bester Agatha-Christie-Manier und mit modernem Anstrich serviert er uns hier einen tollen Cozy Crime. Er nutzt dazu den aktuellen Trend und schwimmt mit dem Donnerstagsmordclub, Mrs. Potts Mordclub, den Büchern von Colleen Camebridge und einigen mehr auf einer Welle. Das kann ich aber nicht verurteilen, denn er macht es großartig! Er legt ein rasantes Tempo vor, das die vielen Ereignisse ein wenig verworren erscheinen lässt. Allerdings mag ich das – sofern eine Auflösung folgt – an Krimis doch sehr gern. Zu klar und durchschaubar ist doch nur langweilig!

Auch gefällt mir, dass der Leser direkt angesprochen wird und Ernie Cunningham gelegentlich über das Schreiben referiert. Das finde ich amüsant und auch interessant. Er nimmt damit sich selbst und die Zunft der Schreibenden gleichermaßen ein bisschen auf die Schippe.

Insgesamt finden die vielen Stränge am Ende doch gut zusammen, allerdings bleibt nicht allzu viel wirklich hängen, sodass man auch mal einen der Stränge vergessen hat, bis er aufgelöst wird. Darum gebe ich vier Sterne.

Simon Jäger schafft es wie immer, dem Erzähler einen erkennbaren Charakter zu geben. Seine ironische Art beim Erzählen, die nie gemein ist, aber den Finger in die Wunde legt, ist sehr gelungen. Dabei werden auch die anderen Figuren sehr schön und passend getroffen. Es macht sehr viel Spaß, der Story zu lauschen!

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Veröffentlicht am 04.11.2023

Oftmals zeitaufwendig, aber extrem lecker

Weber's Dutch Oven und Plancha
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Besonders gut finde ich bei den Weber-Büchern, dass es eingangs immer einen guten, ausführlichen, sehr schön bebilderten Theorieteil gibt, der Wissen auffrischt oder vermittelt, je nach Stand. Genauso ...

Besonders gut finde ich bei den Weber-Büchern, dass es eingangs immer einen guten, ausführlichen, sehr schön bebilderten Theorieteil gibt, der Wissen auffrischt oder vermittelt, je nach Stand. Genauso die Rezepte für Würzpasten und Würzmischungen. Sie sind vor den eigentlichen Rezepten zu finden, damit man sie gut vor dem Start vorbereiten kann.

Dieses Buch bringt zudem acht Rezepte für ein gegrilltes Frühstück und hier möchte ich auch definitiv sofort zugreifen! Auch die Vorschläge unter „Weber’s one more“ zu ausgefallenen Broten gefallen mir sehr. Die Rezepte zu beiden Kapiteln sind kurz und knackig, ohne viele Schritte und auch ohne Auflistung der einzelnen Zutaten. Da heißt es also gut lesen und den Vorrat checken! Hier wäre es hilfreich gewesen, wären die Zutaten zumindest in einer anderen, auffälligen Farbe (z.B. Rot) geschrieben.

Es folgen die Hauptkapitel Feuertopf; Suppen & Eintöpfe; Pot & Griddle; Weber’s Most Wanted; Surf & Turf; Love in BBQ, Weber’s Fire & Ice. Abgeschlossen wird das Buch dann mit einem Sach- und einem Rezeptregister. Der Aufbau der Rezepte ist hier dann klassisch. Nach dem Titel folgt eine kleine Beschreibung, darunter links gelistet die Zutaten, das benötigte Zubehör und die Angaben zu der benötigten Zeit für die einzelnen Teile (Vorbereitung, Grillzeit, Ruhezeit) und der Grillmethode. Wenn zutreffend, ist auch vermerkt, ob ein Gericht vegetarisch/vegan ist. Auf der rechten Seite finden sich dann die Zubereitungsschritte, die verständlich und klar formuliert sind. Zu jedem Rezept gibt es auch ein unbeschreiblich appetitanregendes Foto.

Die Mischung ist sehr gelungen, sodass für jeden Geschmack etwas dabei sein sollte. Die benötigten Zutaten sind unspektakulär und sollten in jedem guten Supermarkt und dem echten Metzger zu bekommen sein. Das beste aber ist, dass man die meisten Gerichte auch recht gut in der Küche (also in Töpfen und Pfannen) zubereiten kann, ohne sehr viel vom Genuss zu verlieren. Dennoch sollte man den Dutch Oven und die Plancha einfach mal ausprobieren – es lohnt sich!

Für uns ein weiteres Highlight im Grillbuchregal. Fünf Sterne!

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Veröffentlicht am 03.11.2023

Keine neuen Erkenntnisse, Rezepte oder auch nur Ideen

Deine Küche kann nachhaltig!
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Dass wir umweltbewusster und damit eben nachhaltiger leben sollten, das ist gar keine Frage. Für mich wird es nur immer dann schwierig, wenn dies automatisch mit veganer Ernährung gleichgesetzt wird und ...

Dass wir umweltbewusster und damit eben nachhaltiger leben sollten, das ist gar keine Frage. Für mich wird es nur immer dann schwierig, wenn dies automatisch mit veganer Ernährung gleichgesetzt wird und so impliziert wird, dass Flexitarier nicht nachhaltig leben. Für mich muss es nicht täglich Fleisch geben, aber ganz darauf zu verzichten, halte ich für nicht ganz durchdacht oder richtig. Die Ersatzprodukte und Nahrungsergänzungsmittel will ich mir, meinem Körper und auch der Umwelt nicht antun. Das aber nur am Rande. Verena Hirsch hat an einer Stelle angemerkt, dass eine nachhaltige Ernährung vegane Ernährung (und andere Punkte) nicht voraussetzt, doch zielt der Rest des Buches stark darauf ab.

Zu Anfang erzählt uns die Autorin von ihrer Kindheit, dem Leben auf dem Bauernhof und wie sie zu der Frau wurde, die sie heute ist. Das ist nachvollziehbar, dennoch störe ich mich an der Behauptung, sie habe deshalb eine große Wertschätzung Lebensmittel gegenüber. Da behaupte ich doch glatt einfach mal, dass das reine Erziehungssache ist. Ganz gleich, ob man als Bauernhofkind aufwächst oder als Stadtkind! Zumindest mir wurde von klein auf beigebracht, dass man mit Essen nicht spielt und Lebensmittel wertvoll sind. Auch halte ich es für schwierig, alle importierten Lebensmittel zu vermeiden. Klar kann man statt Reis Goldhirse essen – ist aber dann doch eine völlig andere Sache. Umwelt schützen heißt für mich nämlich auch, dass man Länder, die vom Export abhängig sind, nicht die Lebensgrundlage komplett entziehen darf. Nachhaltigkeit ist manchmal nicht so einfach, wie das, was vor der Nase ist.

Auf weiten Strecken des Buches habe ich einfach nur gestaunt. Diese Tipps braucht die Welt? Ganz im Ernst? Wo waren diejenigen, die sie nicht vollkommen logisch finden und schon immer danach leben, denn die letzten 20 oder 30 Jahre? Dass Kunststoff nicht per se schlecht ist, man aber möglichst darauf verzichten kann, ist wohl der erstaunlichste Tipp in diesem Buch. Ich gebe zu, das war der Punkt, an dem es für das Buch und die Autorin sehr schwierig wurde, mich noch irgendwie zu überzeugen. Auch dass man angefangene Packungen in dicht verschließbare Gefäße umfüllt und diese beschriftet, um z.B. unterschiedliche Mehlsorten unterscheiden zu können, dürfte jetzt nicht die Erkenntnis schlechthin sein. Das machte meine Mutter schon so!

Wirklich neue Tipps sind in diese Buch leider nicht zu finden. Für manche mag es neu sein, Lebensmittel einzufrieren (und wie das geht), allerdings kenne ich niemanden, dem das nicht schon immer klar ist. Im günstigsten Falle könnte ich sagen, dass das Buch eine Zusammenstellung all der Dinge ist, die schon unsere Großmütter im Haushalt bzw. in der Küche beachtet haben. Doch wer bisher seine TK-Kräuter im Tütchen gekauft hat, wird auch jetzt keine frischen Kräuter haben, die er selbst tiefkühlt. Deshalb macht mich das Buch wirklich nicht glücklich, aber doch etwas ungehalten. Vor allem, weil ich mich frage, wie planlos hat man gekocht, wenn der Rest des Essens noch mal eine ganze neue Mahlzeit ergibt? Kann ich sie dann nicht einfach so, wie sie war, für zwei Tage nutzen? Wer hat so viele Spaghetti übrig, dass er am nächsten Tag genug Muffins daraus zaubern kann, dass sie für alle reichen? Wo war da dann die Nachhaltigkeit? Reste sind für mich Reste, kleine Mengen, nicht so viel, dass es eine ganze Mahlzeit ist.

Die Rezepte sind zum Teil richtig lecker, aber mit fairwerten hat das in meinen Augen wenig zu tun. Dazu benötigt man jedes Mal viel zu viele zusätzliche Zutaten. Es geht hier also nicht darum, aus echten Resten ein Essen zu machen, sondern Reste beim Kochen zusätzlich mit zu verwerten.

Schade. Ich bin wirklich entsetzt und enttäuscht. Mit viel gutem Willen kann ich gerade so eben zwei Sterne geben. Aber wenn man wirklich diese Tipps braucht, dann ist die Welt schon jetzt unrettbar verloren.

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Veröffentlicht am 02.11.2023

Hommage an die Kunst des Brotbackens

Unsere Brotbibel
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Brot ist meiner Meinung nach das beste Lebensmittel überhaupt. Noch dazu haben wir Deutschen das Glück, dass wir das weltweit beste Brot, das größte Brotangebot haben. Und Brot backen ist einfach wunderbar! ...

Brot ist meiner Meinung nach das beste Lebensmittel überhaupt. Noch dazu haben wir Deutschen das Glück, dass wir das weltweit beste Brot, das größte Brotangebot haben. Und Brot backen ist einfach wunderbar! Allerdings ist es alles andere als einfach, ein wirklich gutes Brot zu backen. Ich merke immer wieder, dass man dranbleiben muss. Je öfter man Brot backt, desto besser wird man darin und desto schöner und besser werden die Ergebnisse. Erstaunlich, aber auch wunderbar. Kein Teig ist mit Brotteig vergleichbar! Leider stehe ich nach wie vor mit Sauerteig auf dem Kriegsfuß, aber dieses Buch ist ein wunderbares Nachschlagewerk, nicht nur für Rezepte (und damit den besten Brotbäckern), sondern auch für Informationen, Hilfe und Tipps rund um das Brot.

Der erste Teil ist der Geschichte des Brotes gewidmet. Auf mehr als fünfzig Seiten bekommt man einen groben Überblick, wie das Brot quasi die Welt eroberte und welche Bedeutung es für die unterschiedlichen Schichten hatte. Die unterschiedlichen Sauerteige werden ebenfalls vorgestellt.

Dann geht es los! Jeder der 44 Brot-Sommeliere oder Bäcker wird in einem kleinen Portrait vorgestellt. Danach stellt dieser eins seiner Rezepte vor. Die Zutaten sind übersichtlich gelistet, danach folgen die Zubereitungsschritte. Angaben für Nährwerte oder anderes findet man nicht. Es werden gern mal außergewöhnliche Mehle oder Zutaten verwendet und die Menge ist nicht immer für einen normalen Haushalt geeignet. Gleich das erste Rezept von Ricardo Fischer ist für die Menge von sechs Brotlaiben ausgelegt! Zeit braucht man für diese Brote. Spontan eins backen ist hier nicht! Gutes Brot ist meist mit langer Teigführung verbunden. Das ist auch hier zu merken. Schade für mich ist, dass kaum ein Rezept ohne Sauerteig dabei ist. Allerdings dürften die meisten Rezepte sowieso nichts für Anfänger oder Selten-Brot-Bäcker sein. Das eine oder andere Rezept ist aber machbar, auch wenn man wenig Erfahrung mitbringt. Ganz vorneweg dabei Das einfachste Brot der Welt von Axel Schmitt.

Den Abschluss bilden Rezepte für Aufstriche. Diese sind zum Teil sehr erstaunlich. Man muss sie nicht alle mögen, aber man kann nicht abstreiten, dass sie abwechslungsreich und gelungen sind. Fachbegriffe werden im Anschluss erklärt und die Adressen der Bäckereien sind ebenfalls gelistet. Warum nicht einfach mal die eine oder andere davon besuchen und das Brot zum Rezept aus dem Buch kaufen?

Mein Fazit: Nicht viele dieser Rezepte traue ich mir zu nachzubacken, zumal die meisten davon mit Sauerteig (der nicht wirklich mein Freund ist) oder eher exotischen Zutaten sind. Alltagstauglich sind nur wenige davon. Dennoch ist das Buch informativ, interessant, lehr- und hilfreich. Auch ist die Idee, 44 der besten Bäcker ein Rezept vorstellen zu lassen, einfach toll. Von daher gebe ich dem Buch vier Sterne.

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